Zitat

    Angeblich muss doch für jeden Einzellfall nach stundenlanger Anamnese durch einen qualifizierten Homöopathen das passende Mittel gefunden werden.

    Wieso sollte man mit jemandem diskutieren, der permanent bis ins Lächerliche übertreibt?

    @ Broderick

    Das merkwürdige Ergebnis der Studie kommt laut Norbert Aust (Link dazu wurde von Thofoer gepostet), so zustande:


    "In der Homöopathiegruppe betrug der Score zu Beginn durchschnittlich 12,2 Punkte, war nach sieben Tagen bereits auf 5,9 Punkte gesunken und lag am Ende nach 21 Tagen bei nur noch 0,3 Punkten. Bei der Placebogruppe hingegen kam es nur zu einer Änderung von ursprünglich 11,7 über 11,0 auf am Ende 10,6 Punkte. Von der Homöopathiegruppe schied nur ein Patient wegen mangelnden Therapieerfolgs aus der Studie aus, bei der Placebogruppe hingegen 54 Patienten nach 7 Tagen, also über 70 % der Gruppenmitglieder, weitere 9 nach 14 Tagen. Insgesamt beendeten also 87,5 % der Patienten in der Placebogruppe die Studie nicht.


    Und genau da liegt die Erklärung für das exorbitante Ergebnis der Studie. Was geschah mit den Ergebnissen dieser Patienten? Man hat sie eingefroren, festgehalten und bis zum Ende der Studie unverändert fortgeschrieben. Ein Patient, der nach sieben Tagen mit einem Score von vielleicht 15 Punkten ausscheidet, steht auch nach 21 Tagen unverändert mit 15 Punkten in der Auswertung, völlig unabhängig davon, wie er sich in den folgenden zwei Wochen entwickelt hat, oder besser, entwickelt hätte. Dies führt zu einem statistischen Artefakt, einem Effekt, der sich allein aus dem Auswerteverfahren ergibt und nichts mit dem realen Geschehen zu tun hat. Selbst unbehandelt geht eine virale Rhinosinusitis im Laufe von zwei, drei Wochen zurück, aber wenn dies geschieht ist, floss dies in die Studie für ausgeschiedene Patienten nicht mehr ein. Nach Lage der Dinge sind in der Auswertung nach 21 Tagen in der Placebogruppe fast 90 % der Teilnehmer mit einer hohen Bewertungszahl enthalten, die sie irgendwann im Laufe der Studie einmal hatten, aber damit ausgeschieden sind, und deren zu erwartende Verbesserung in der Folge nicht mehr registriert wurde."

    Zitat

    Monsti


    Primär ging es mir mit den mal schnell rausgesuchten Studien-Berichten darum, die Falschaussage zu widerlegen, es gäbe keine einzige wissenschaftliche Studie, die eine Wirkung der Homöopathie über den Placebo-Effekt hinaus belegt.

    Oh, Studien, die das angeblich belegen, gibts wie Sand am Meer.


    Hier eine besonders Eindrucksvolle: https://tinyurl.com/yalgs9jx


    Streng wissenschaftlich; jeder Placeboeffekt ausgeschlossen, da es sich ja nur um ein isoliertes Organ handelte, welches sich garantiert Nichts suggerieren lässt.


    Mich hatte sie so beeindruckt, dass ich mich auch mal zum Homöopathen begeben hatte.


    Sie war groß in den homöopathischen Schlagzeilen und es wurde sogar ein Preis vergeben.


    Monate später flog der Schwindel auf. So wie bei ausnahmslos ALLEN homöopathischen Studien, denen genauer auf den Zahn gefühlt wurde.

    Zitat

    blucapart

    Zitat

    Broderick


    Angeblich muss doch für jeden Einzellfall nach stundenlanger Anamnese durch einen qualifizierten Homöopathen das passende Mittel gefunden werden.

    Wieso sollte man mit jemandem diskutieren, der permanent bis ins Lächerliche übertreibt?

    Wo übertreibe ich? Es ist zwar wirklich lächerlich, aber nicht auf meinem Mist gewachsen:

    Zitat

    Hanca


    Die klassische Homöopathie muss man über Jahre erlernen und sich ständig weiterbilden.


    Nur damit kann man wirklich heilen.

    Zitat

    Monsti


    ...erfolgt vor jeder seriösen homöopathischen Therapie eine mindestens zweistündige Anamnese, wobei diese die Gesamtheit der Symptome zu erfassen versucht.

    Und jetzt soll auf einmal mit irgendeinem pauschalen Mittel für alle Probanden so ein sensationeller Erfolg erzielt worden sein??


    Diese Studie stinkt doch selbst aus der homöopathischen Weltsicht heraus zum Himmel.

    Mh, da es hier einige gibt, die offenbar alles (besser) zu wissen scheinen, liefere ich ein bisschen Lektüre:


    http://www.medmix.at/homoeopathie-bei-tieren-gegen-antibiotika-resistenzen/


    Mir selber geht es absolut nicht darum, meine eigenen Erfahrungen mit der Hömöopathie als das Non-plus-ultra darzustellen (ich habe schlechte und sehr gute Erfahrungen damit gemacht) oder gar auf andere übertragen zu wollen, sondern um eine konstruktive Diskussion. Es gibt nicht nur Schwarz und Weiß, sondern unendlich viele Nuancen dazwischen. Der Homöopathie lediglich einen Placebo-Effekt (so wichtig dieser auch ist, das bezweifelt hier sicher niemand) zuzusprechen, halte ich für vermessen. Dies betrifft die "Spezialisten" genauso wie manche Mitdiskutanten hier im Forum.


    Und zur geringen Anzahl von Studienteilnehmern (siehe meine Zitate zu zwei Studien) sei folgendes gesagt: Bei den Studien waren die Ausschlusskriterien extrem streng. Da ich selbst ca. 30 Jahre lang an einer chronisch-eitrigen Pansinusitis litt, ist mir bewusst, dass für diese Studie nur wenige Probanden in Frage kommen konnten. Wie die meisten mit dieser Erkrankung stand ich damals unter sich ständig wiederholenden antibiotischen Therapien (mit dem Ergebnis erheblicher Resistenzen und einer Penicillin-Allergie) und bin auch mehrfach operiert worden. Ich hätte an der Studie also gar nicht teilnehmen können. Leider.


    Zudem gibt es nicht wenige sog. "Seltene Krankheiten". An einer solcher Erkrankungen leide ich ebenfalls. Auch hier sind Studien nur mit einer kleinen Anzahl von Probanden durchführbar. Mitunter kommen weltweit nicht mal 200 Menschen für eine Studie in Frage. Die Anzahl der Probanden sollte deshalb nicht das ausschlaggebende Kriterium sein, sondern die Signifikanz der jeweiligen Studienergebnisse mit ausführlicher (= nachvollziehbarer) Beschreibung des Prozederes.

    Zitat

    Plot200


    Die DHU ist nicht nur Mitglied im BPI, sie ist außerdem eine 100%ige Tochterfirma des Schwabe-Konzerns, der nebenbei gesagt etwa 900 Millionen Euro Umsatz im Jahr macht

    Eure Argumente sind so schwach, die könnten mal eine Behandlung mit Globuli gebrauchen. :-D


    Was ist denn schlimm daran, einem Dachverband anzugehören? Jeder selbstständige Handwerker gehört der Handwerkskammer an.


    Der Schwabe-Konzern macht also 900 Millionen Euro Umsatz im Jahr mit seinen gesamten Produkten?


    Dazu zählen ja nicht nur Globuli, sondern auch pflanzliche Medikamente und anderes.


    Du kennst den Unterschied zwischen Millionen und Milliarden? :p>


    Der Hersteller Merck hat alleine mit dem Medikament Vioxx einen Umsatz von 2,5 Milliarden Dollar im Jahr gemacht.

    Zitat

    Ein Fläschchen Globuli enthält etwa 10 Gramm Zucker - und wird für ca. 10 Euro verkauft.

    Ein Fläschchen Globuli kostet zwischen 7-8 Euro und reicht für ca. 20 Jahre bei mir. :-o


    Darin sind bestimmt (geschätzt nicht gezählt :-D ) 1000 Globuli.


    Für eine Behandlung braucht man nur 3 Globuli. Die nimmt man meistens auch nur einmalig ein.

    Zitat

    Die Globuli werden von der Pharmaindustrie hergestellt!

    Ja mein lieber thofoer, das ist mir bekannt.


    Das Unternehmen stellt Globuli und Phytopharmaka her.


    https://www.schwabe.de/ueber-schwabe/wir-ueber-uns/dr-willmar-schwabe/


    Trotzdem danke für den nett gemeinten Hinweis. @:)

    Zitat

    Plot200


    Für mich besteht das einzige Problem an Globuliverfechtern (oder auch Impfgegnern) darin, dass sie teilweise auch ihre noch unmündigen Kinder mit reinziehen.

    Wie edel die Menschen auf med1 doch sind. :-D


    Setzen ihre ganze Freizeit für die armen Kinder ein.


    Wollen wir gemeinsam noch einen Thread für Kinder eröffnen, um für eine gesunde Ernährung, mehr Bewegung und weniger PC zu plädieren?


    Ich bin dabei. :)*

    Zitat

    Monsti...sondern um eine konstruktive Diskussion. Es gibt nicht nur Schwarz und Weiß, sondern unendlich viele Nuancen dazwischen.

    Homöopathika können eine Wirkung haben,


    oder sie haben grundsätzlich keine.


    Nur darum gehts hier. Und dazwischen gibts keine "Nuancen".


    Es geht nicht darum, wie gut oder wie oft oder in welchen Fällen sie wirken.

    Der Vorsitzende des Heilpraktikerverbandes Bremen hat das doch toll zusammengefasst:

    Zitat

    Wir wollen ja nicht wissenschaftlich arbeiten, das ist Empirie, also Erfahrungsheilkunde. Das haben wir von unseren Vätern, Urvätern, und wenn Sie wollen von den Indianern. Also das sind uralte Heilmethoden, die wir anwenden, und wir nehmen nicht für uns in Anspruch, dass wir sagen: wir arbeiten wissenschaftlich. Das wollen wir gar nicht.

    :)= ;-D ;-D

    Was sagen unsere Experten nun eigentlich zu den klaren methodischen Mängeln, die die pro-homöopathischen Studien aufweisen? Haben wir ja hier schon öfter aufgeführt. Interessiert aber mal wieder keinen. Immerhin sind wir schonmal soweit, dass ihr einseht, dass die Homöopathie NICHT von der Pharmalobby unterdrückt wird, weil sie selbst Teil davon ist. Damit fallen einige Argumente, die zuvor gefallen sind, doch weg - oder nicht? Wer sollte denn jetzt noch ein Interesse daran haben, hunderte Studien zu manipulieren, die beweisen, dass Globuli nicht über den Placeboeffekt hinauskommen? Mir fehlt hier mal der klare Bezug zu den Studien liebe Freunde, denn wie schon gesagt: Wer sowieso die Wissenschaft an sich anzweifelt, mit dem ist eine Diskussion gar nicht mehr notwendig.

    Zitat

    Monsti: Die Anzahl der Probanden sollte deshalb nicht das ausschlaggebende Kriterium sein, sondern die Signifikanz der jeweiligen Studienergebnisse mit ausführlicher (= nachvollziehbarer) Beschreibung des Prozederes.

    Das mag im Ansatz richtig sein, allerdings sei auch darauf hingewiesen, dass gerade die Anzahl der Fälle bei einer Studie einen entscheidenden Einfluss auf die Fehlerwahrscheinlichkeit und damit die Signifikanz hat. Bei der Studie, wo die geringe Fallzahl kritisiert wurde, ging es ja letztendlich aber gar nicht darum, sondern um etwas anderes, was ich hier vor wenigen Beiträgen bereits ausführlich aufgeführt habe. Bitte gerne nochmal nachlesen ;-)

    Zitat

    Broderick** wir nähern uns ja langsam an.


    Dir wird auch mittlerweile bewusst, dass man auf Studien nicht bauen kann.


    Wie schön.

    Hanka, wenn ich das richtig verstehe, lehnst du mit dieser Aussage also die wissenschaftlichen Prinzipien ab, wie wir sie heute kennen. Wenn das so ist und du damit Homöopathie nur befürworten kannst, ist das nichts anderes als ein Glaube. Übrigens, hab gestern zwei Ufos und Pinguine, die fliegen können, gesehen. Gibt zwar keine Studien, die das belegen, aber denen sollte man ja eh nicht trauen ;-)