Heilpraktikerausbildung - ja oder nein?

    Hallo liebe Leute,


    und zwar frage ich hier eigentlich nicht für mich (obwohl mich das THema auch sehr interessiert). Eine Freundin von mir ist bald mit dem Abitur fertig, wird wahrscheinlich ein guter Schnitt (1,5 ca.), aber kein perfekter. Sie möchte danach Psychologie studieren, wird aber womöglich Wartesemester in Kauf nehmen müssen. Jetzt überlegt sie, da ihr keine andere Ausbildung zur Überbrückung gefällt, währenddessen eine Heilpraktikerausbildung zu machen. Geld dafür hat sie, nur ist halt die Frage, inwieweit ihr das was bringen wird. Ich meine, die meisten gehen ja sowieso zum ''richtigen'' Arzt, oder? Außerdem, wie lässt sich Psychologie später mit einer Heilpraktikerausbildung kombinieren? Sie möchte keine Therapeutin werden, sondern in die Wirtschaft als Personalberaterin oder sowas. Also nur Bacherlor und Master machen. Ich meine, so eine medizinische Ausbildung ist sicherlich spannend, aber etwas bringen wird sie in dem Fall nicht, oder? Ich weiß nicht, wozu ich ihr raten soll, sie ist sich auch nicht so ganz sicher, was sie zur Überbrückung sinnvolles machen soll... VIelleicht hat hier ja jemand von euch gute Ideen, die eventuell auch mit Psychologie zu tun haben :)

  • 11 Antworten

    Das kann sie sich sparen - die meisten fallen eh am Ende durch, da zwar eine angebliche Ausbildung angeboten wird aber die leute in der Branche nicht so viel KOnkurenz haben wollen. Ist einer Bekannten so gegangen . Sie hat ewig Zeit investiert und die schriftliche Prüfung auch immer bestanden aber mündlich ließen sie sie immer durchfallen.


    Wenn man Medizin studieren will und warten muss wäre es viel besser eine medizinische Ausbildung zu beginnen _Krankenschwester, Rettungssanitäter oder so was , das hilft ihr echt mehr weiter.

    Frag mal Luci32 oder Sunflower_73, die beiden kennen sich aus.


    Pychologie mit Personalberatung/-coaching zu kombinieren ist sicherlich ein sinnvoller Ansatz.


    Persönlich würde ich jetzt auch zu keinem Heilpraktiker gehen, dafür war meine Problematik zu schwer. Mit Hokuspokus und ein paar Globuli wird das nichts.

    Wie lange wird sie denn voraussichtlich auf einen Studienplatz warten müssen? Anstatt Geld in eine Ausbildung zu investieren, die ihr für ihren späteren Berufsweg (als Personaler) zu stecken soll sie doch lieber ein Praktikum im angestrebeten Bereich machen. Oder ein Jahr um die Welt reisen.

    wintersonne 01 schrieb:

    Das kann sie sich sparen - die meisten fallen eh am Ende durch, da zwar eine angebliche Ausbildung angeboten wird aber die leute in der Branche nicht so viel KOnkurenz haben wollen.

    Das höre ich zum ersten Mal. Ich kenne Leute, die haben einen 7-monatigen Kurs gemacht und waren schwupps homöopathischer Psychotherapeut. Wie viel Ahnung vom Fach sie dabei wirklich haben (gerade im Vergleich zu studieren Psychologen) kann man sich denken ...

    Guten Morgen,


    Ich habe Psychologie studiert und arbeite im Personalbereich. Der Heilptaktiker hilft in dieser Branche mMn wenig bis nichts. Wie kommt sie auf den Heilpraktiker?


    Wenn sie etwas "Sinnvolles für den Arbeitsweg" machen will, würde ich auch ein langes Praktikum empfehlen (könnte allerdings schwierig werden was zu finden) und dann versuchen, einen Job in der Branche zu finden. Eventuell in einer kleinen Beratungsfirma, die Trainings anbieten im Backoffice. Oder es gibt Firmen, die Tests bei Schulkindern machen, da könnte sie vllt mitarbeiten. Allerdings hat sie mit 0 Erfahrung ohne Studienschein nicht so gute Bedingungen. Kann es aber hartnäckig probieren :-)


    Eine Weiterbildung im Coaching-/ Beratungsbereich wäre am sinnvollsten, wenn sie viel Geld ausgeben will. Allerdings halte ich das in dem jungen Alter nicht für ratsam, da sie ihr Wissen dann nicht ausprobieren kann in der Praxis, wenn sie noch nicht arbeitet. Der Markt wird momentan mit Ausbildungen überschwemmt! Das ist leider kein Alleinstellungsmerkmal mehr. Ausserdem kostet das eine Stange Geld. Eventuell gefällt ihr der Bereich doch nicht so gut, dann hat sie das Geld in den Sand gesetzt.


    Meine persönliche Empfehlung für das eigene Leben: sich nach der Schule tatsächlich "finden": reisen, Hobbys nachgehen (damit meine ich mehr als Alkohol ;-) ), mehrere Praktika in unterschiedlichen Branchen und Bereichen machen, sich sicher werden, welches Berufsfeld zu einem passt durch praktische Erfahrungen und wie und wo man leben möchte.

    Das ist viel mehr Wert als jede Ausbildung auf dem Papier

    *:)

    Eine HP Ausbildung ist teuer, kostet Zeit und die Prüfung ist nicht ohne. Und danach kann man - nichts. Soll heißen: der Sinn der Ausbildung ist, dass man anschließend beurteilen können sollte, ob man einen Patienten mit HP Methoden behandeln kann oder ob man ihn zum Arzt schicken muss. Man lernt viel über Erkrankungen und Zusammenhänge, aber nichts über Behandlungsmethoden. Diese eignen sich gute HP nach bestandener Prüfung selbst und auf eigene Kosten an. Deswegen gibt es in der Branche so viele schwarze Schafe.

    Es gibt keine HP Ausbildung. Das ist alles Geldmacherei und führt zu keinem Abschluss.


    Die Überprüfung kann sie dann auch erst mit 25 Jahren machen.

    Da ich zitiert wurde:

    Ggf. gibt es länderspezifische Unterschiede, aber die Prüfung kann man erst mit 25 machen - und sie setzt, soweit ich weiß, neben dem Mindestalter einen Hauptschulabschluss plus eine abgeschlossene Ausbildung voraus. Abitur ist nun besser als Hauptschulabschluss, aber es fehlt die Ausbildung.


    Man sollte die Nachfrage nach Terminen beim Heilpraiktier für Psychotherapie nicht unterschätzen (dank des allg. Therapeutenmangels). Ich sehe es kritisch, v.a. wenn Leute mit Hauptschulabschluss diese Kurse durchlaufen und dann auf die Menschheit losgeslassen werden. Klar, die Prüfungen sind nicht ohne, aber es fehlt massiv praktische Erfahrung durch Praktika etc Andererseits gehen durchaus Psychologen mit Diplom/Master diesen Weg, um die miese Psychotherapeutenausbildung zu umgehen. Eine Freundin von mir lebt als HP für Psychotherapie sehr gut davon. Hat aber eben den Studienabschluss, entsprechende Praktika, umfassende Weiterbildungen - und kennt ihre Grenze.


    Wenn jemand Unternehmensberatung & Coaching machen will (ist eh so ein hipper Modebegriff und nicht geschützt!), dann bringt einem der Heilpraktiker eigentlich nichts.


    Was mir daher nur noch einfällt:

    Das Abi ist immer noch beachtlich und sie sollte sich unbedingt fürs Nachrückverfahren/Losverfahren an möglichst vielen Unis bewerben. Gerade im Bachelor ergeben sich da immer kurzfristg Plätze, wenn man flexibel ist. Ebenso wäre der Bachelor an der FernUni in Hagen denkbar. Und ich kenne genug Leute, die für das Studium in die Niederlande gegangen sind. Da wird der Bachelor mit anschließendem teilweise nur 1jährigen Master zwar mit massivem Pensum durchgeprügelt, aber die Ausbildung ist wirklich super und das Studium i.d.R. in Englsch (ist die Literatur zu 90% in Deutschland aber auch!). Und in den Niederlanden gibt es mehr Master und auch definitiv modernere Ausrichtungen als das, was hier so angeboten wird.


    Fazit:

    - Der HP dürfte für sie gar nicht möglich sein.

    - Bewerbung fürs Losverfahren an möglichst vielen Unis

    - FernUni Hagen

    - Niederlande


    Bzgl. letztem Punkt mal ein Link:

    https://www.utwente.nl/de/bild…studiengaenge/psychology/

    Und JA, das ist die offizieller WEbsite der Uni Twente in Enschede/Niederlande. Auf Deutsch, weil man da einen nicht unerheblichen Teil der Studenten rekrutiert. Enschede hat den Vorteil, dass man in Deutschland wohnen könnte.


    Ergänzend blieben dann noch die Privatunis (Medical-School Hamburg, Berlin,...), wo man auch studieren kann. Die Kosten dürften den Normalbürger aber überfordern und es gab phasenweise Probleme mit der Akkreditierung.

    Guten Morgen!

    Ich ergänze mal noch Sunflowers Angaben. Ich habe selbst vor 2Jahren die Überprüfung gemacht und bin seit dem Heilpraktikerin für Psychotherapie.

    Zusätzlich zu dem Mindestalter von 25Jahren fördern viele Gesundheitsämter auch eine abgeschlossene Aus-/Weiterbildung in einem Therapieverfahren. Also zum Beispiel: Gesprächstherapie, kognitive Verhaltenstherapie, Systemische Therapie, Hypnosetherapie oder, oder, oder.