Ich kritisiere diejenigen, die sich hinter den Begriff "Wissenschaft" verschanzen um ihre eigene persönliche Meinung zu legitimieren, aber selber ein eklatantes Verständnisproblem haben. Gerade als Wissenschaftler hat man grenzüberschreitend zu denken und jederzeit seine Überzeugung zu hinterfragen. Sonst entwickelt man sich zum Fachidioten, von denen ich in den letzten Jahren allzuviele kennenlernen durfte.


    Mit Sprüchen "das habe ich nicht gewusst" und "das konnte ich mir nicht vorstellen" kann ich mir die Wände tapezieren. Das hat mit Wissenschaft überhaupt nichts zu tun. Das sind rein menschliche Probleme, wenn jemand ums verrecken Recht behalten will, obwohl ihm zehn andere 20 Gegenbeispiele aus eigener Erfahrung bringen.

    eklatantes Verständnisproblem

    Worin soll es denn bestehen?


    Da, wie du ja selbst gesagt hast, auch in der "Schulmedizin" selbstverständlich individuelle Medikation angewand wird und die Wirksamkeit von Medikamenten (im Rahmen der ärztlich bestimmten Medikation) nachweisbar ist, sehe ich keinen Grund weshalb "individuelle Ansprechbarkeit" für das Fehlen von Wirkungsnachweisen der Homöopathie überhaupt verantwortlich sein können soll


    Wenn die Begründung ist, manmal klappts, manchmal nicht, dann könnte ich auch, sofern ich daran glaube, einen Beschwörungstanz aufführen, der meine Dämonen austreibt


    Denn gemessene, aber statistisch nicht signifikante Wirkung (ceteris paribus, deshalb der Wirkungsvergleich mit Placebos) ist nicht existent, sondern Einbildung


    Und gerade wegen der sonst gleichen Bedingungen, die geschaffen werden, um etwas empirisch nachzuweisen sind die netten randomisierten Doppelblindstudien nötig


    Warum soll die "individuelle Ansprechbarkeit" sich da denn zu Ungunsten der Homöopathie auswirken?


    Sag doch mal an welcher Stelle der Studie Probleme auftreten!


    Einfach zu sagen, die "individiduelle Ansprechbarkeit" verhindert den Wirkungsnachweis, obwohl es eine positive Wirkung gibt, das ist Verschanzen, denn es wird ein Begriff in den Raum geworfen, der sich auf den ersten Blick ganz heimlich und statistisch nicht überprüfbar anhört, aber es muss erläutert werden, WIE und an welchem Punkt der Studie es zu Problemen kann, die die "Schulmedizin" nicht hat

    ich dachte doch die ganze Zeit schon, dass mich irgendetwas an Sternentränes Vorgehensweise an irgendetwas anderes ganz stark erinnert;


    ich wusste auch schon an was, und siehe da, demolant ist auch schon da!

    Das tut mir Leid :)*

    Einen Wissenschaftler mehr im Boot :)^


    Ich denke, Empirismus ist total faszinierend


    Bist du Arzt oder Naturwissenschaftler?:)D


    Ich studier ja Biomedizin, will aber aus heutzutage völlig unvorstellbaren Gründen (Humanität) wohl zur Humanmedizin wechseln, da ich noch nicht lang studier, noch jung bin, bzw mir den Zivi gespart hab (ausgemustert bin ich nicht, also kein Drückeberger)

    Rein logisch betrachtet

    hat Sternenträne aber Recht, wenn er sagt, dass die Aussagekraft einer randomisierten Doppelblindstudie mit der Anzahl der Teilnehmer steigt. Das gilt dann auch für homöopathische Präparate. Die Relevanz steigt aber nicht linear sondern in Form einer Sinuskurve.


    Vereinfacht ausgedrückt: Damit die Aussagekraft ersichtlich wird, müssten an der Studie mindestens eine Million Menschen teilnehmen.


    Solche Megastudien sind im Moment schwer durchführbar und die entstehenden kosten würden im keinen Verhältnis zum Nutzen stehen.

    Ich bin Ingenieur

    mit einer chronischen Autoimmunerkrankung.


    Bevor ich wegen des Berufs keine Zeit mehr hatte, habe ich auch mal eine Seite mit moderiert, so Urlaubsvertretungsweise.


    In solche Seiten platzen dann manchmal Herzchen rein, behaupten sie wären absolut gesund geworden vorzugsweise mit irgendeiner Scharlatanmethode und die übrigegebliebenen Jammerlappen seinen selber dran schuld.


    Manchmal kommen auch die MLM-Vertickerer, behaupten auch sie wären ja gesund geworden, näheres per PN. Das ist ein ganz klein bischen raffinierter als früher, wo sie es direkt auf die Seite geschrieben haben. Naja, wenn man dann googlet und findet den gleichen Text auf diversen Seiten bei denen der Vertickerer alle möglichen Krankheiten hatte, oder läßt sich mal per PN ne mail schicken ist er trotzdem ganz schnell gesperrt.

    Zitat

    Vereinfacht ausgedrückt: Damit die Aussagekraft ersichtlich wird, müssten an der Studie mindestens eine Million Menschen teilnehmen.

    Aber das Genie der Homöopathen erkennt natürlich trotzdem bei Arzneimittelprüfungen an einigen wenigen Menschen den optimalen Einsatz des Mittels. :-o


    Warum darf ich das nicht widersprüchlich finden?

    Kennzeichnende Parameter von statistischen Verteilungen

    So, was Matt gesagt hat möchte ich ergänzen bzw ausführen


    Wenn man sich eine Verteilung für das Merkmal "Gesundheit" oder "Gesundheit von X" (X= beliebiges Organ oder Teil des Körpers einschließlich Gehirn) anguckt und damit vergleicht, wie eine bestimmte Therapieform darauf Einfluss nimmt, dann gibt es ein paar Parameter die wichtig sind


    (Ich gehe jetzt von randomisierten Doppelblindproben aus)


    Natürlich muss dann u.a. noch unterschieden werden, ob man verbundene oder unverbundene Stichproban hat (die selbe oder nicht die selbe Probandengruppe)


    Im einzelnen gibt es da für tausend Tests auch Tausend Auswertungsmethoden, weshalb ich nur aufs Prinzip eingehe


    Wie stark wurde die (jetzt als stetig angenommene) Merkmalsausprägung während der Therapie durchschnittlich beeinflusst?


    Wie stark streut die Merkmalsausprägung bei der Therapie und bei der Placebotherapie (Standardabweichung usw)


    Fazit:


    Es ergibt sich, dass gesicherte Aussagen dann über die Güte einer Therapie auch bei kleiner Probandengruppe gemacht werden können, wenn 1. Die Wirkung "relativ" hoch ist (positiv oder negativ) und 2. Die Streuung der Merkmalsausprägung mit echter und/oder Placebotherapie nicht allzusehr schwanken


    Beides oder auch nur eins kann die Homöopathie aber nicht für sich in Anspruch nehmen und sagen, ihre Wirksamkeit sei deshalb schwer nachzuweisen. Ich werde dies kurz begründen:


    Wenn die Wirkung der Homöopathie so winzig, aber trotzdem vorhanden sein sollte (also wird als Placebo nur das Lösungsmittel und nicht die potenzierte Wirksubstanz gegeben um kleine Unterschiede, die sich durch die Einnahme der Lösungsmittel ergeben, auszuschließen), dass Statistiken sie nicht erfassen können, dann wäre es völlig unmöglich für einzelne Personen diese Beobachtungen zu machen


    Hierzu ein treffender Vergleich:


    Jungs werden ja etwas öfter geboren als Mädchen mit einer W'keit von etwa 51,46 % geboren und Mädchen mit 48,54 %


    Wenn jemand 100 Geburten untersucht erwartet er dann 51,46 Jungengeburten und 48,54 Mädchengeburten. Aber in etwa 40% der Fälle wird aus rein mathematischen Gründen ein Ergebnis herauskommen, dass weniger als 46 Jungen oder mehr als 56 Jungen geboren werden


    Für den einzelnen Betrachter ist es unmöglich Aussagen zu treffen, da er keine fundierten Erkenntnisse haben kann, ob die Geburtenw'keit von Jungen und Mädchen unterschiedlich ist


    Man braucht also viel größere Stichproben (aber nicht eine Million)


    Die Streung kann auch nicht verantwortlich dafür sein, dass homöopathische Wirkung nicht nachgewiesen wird: Wäre die Wirkungsstrreunung so riesig, dann wär es "schwer" die (bpostulierte positive) Wirkung nachzuweisen, aber die Streung würde sich zeigen und auch signifikante Wirkungsstreung durch Homöopathie zeigte sich nicht in Studien


    Das einzige wär noch, dass die Merkmalsausprägung allein schon stark streut, was "stört", aber damit hat die Homöopathie genauso zu kämpfen, dass trotz der Streuung signifikante Heilunerfolge erzielt werden

    Ich rechne vielleicht nachher mal aus, wie viele Geburten man braucht um "sichere" Ergebnisse zu präsentieren, dass Junge öfter geboren als Mädchen. (Die verschiedenen Fehlerw'keiten werde ich natürlich angeben)