Zitat

    Damit wäre ja geklärt, das die Schulmedizin keine Behandlungskonzepte anzubieten hat, um die Erkenntnisse der Wissenschaft umsetzen zu können. Damit ist die Schulmedizin unwissenschaftlich.

    Das ist ntürlich wieder sehr vereinfacht. Wenn ich etwas theoretisch machen kann ist die praktische Umsetzung nochmal was ganz anderes. Du willst doch nicht ernsthaft damit argumentieren, dass etwas unwissenschaftlich ist, wenn der praktische Part erst noch im Laufe der Zeit an theoretische Grundlagen anknüpfen muss. ;-)


    Mal ein Beispiel: Nicht jede chemische Verbindung, die ich auf dem Blatt herstellen kann, kann auch wirklich praktisch synthetisiert werden.


    Zu TCM kann ich nicht viel sagen, weil ich mich damit noch nicht befasst habe. Meine Kritik gilt primär der Homöopathie. Wie gesagt überleg mal, welche der beiden Methoden größere Fortschritte gemacht haben und die Lebenserwartung haben steigen lassen. Wissenschaftsmedizin oder Homöopathie?

    Letztlich ist die Frage ja auch, ob etwas hilft oder nicht!


    Denn tatsächlich kann der Spruch "Wer heilt, hat Recht" gelten


    Damit sind wir an dem Punkt an dem die Frage ist, ob es Studien gibt, die die Wirksamkeit von TCM nachweisen. Wenn dem so ist, dann ist ja schön! Wissenschftlich ist etwas unter anderem, wenn es empirisch messbar ist. Wie die TCM funktioniert (wenn sie funktioniert), das steht noch auf einem anderen Brett. Auch in der Wissenschaftsmedizin kennt man (besonders bei Psychopharmaka) nicht immer die Wirkungsweise, auch wenn man Wirkung nachweisen kann


    Ein anderes Beispiel (aus der Immunologie) ist die Autovaccinierung


    Auch hier kennt man den Wirkmechanismus nicht genau und dennoch wird sie angewandt, weil sie hilft


    Wirksamkeit der TCM mag bewiesen sein! Damit wär sie eindeutig zu akzeptieren! Wirksamkeit der Homöopathie ist aber nicht bewiesen!

    @demolant

    Zitat

    Das ist ntürlich wieder sehr vereinfacht. Wenn ich etwas theoretisch machen kann ist die praktische Umsetzung nochmal was ganz anderes. Du willst doch nicht ernsthaft damit argumentieren, dass etwas unwissenschaftlich ist, wenn der praktische Part erst noch im Laufe der Zeit an theoretische Grundlagen anknüpfen muss.

    Hallo demolant,


    mit Homöopathie kenne ich mich nicht aus. Ich kenne allerdings die TCM recht gut aus eigener Krankheitserfahrung, durch Arztvorträge und Anlesen.


    Nun etwas zur Wissenschaft.


    Der gemeinsame Nenner fast aller chronischen Krankheiten sind Entzündungen aufgrund fehlgelaufener Infekte. Es ist zum einen unwissenschaftlich das immunologische Regelsystem bei einem banalen Infekt so abzuwürgen mit z.B. Antibiotika, sodaß Reste des gelben/grünen Schleims von den oberen Schleimhäuten in die Tiefe rutscht und "einheilt". Das hat mit Wissenschaft null zu tun. Zum anderen hat es null mit Wissenschaft zu tun das Endprodukt dieser durch die Schulmedizin provozierten Fehlsteuerung des Immunsystems mit Cortison zu behandeln, weil das nicht zu einer Problemlösung führt, da der gelbe/grüne Schleim damit nicht rauskommt, sondern weiter "einheilt". Zum Thema Immunologie muss man leider sagen, das die Schulmedizin unwissenschaftlich arbeitet. Die Schulmedizin wäre dann wissenschaftlich, wenn sie dem Patienten bei einem banalen Infekt keine Antibiotika verschreiben würde und ihn stattdessen 10 Tage krankschreibt und ihm Hinweise gibt, wie er sich zu verhalten hat(alle Termine absagen, warm halten, ins Bett legen), sodaß das Immunsystem den gelben/grünen Schleim KOMPLETT über die oberen Schleimhäute loswerden kann. Noch besser und noch wissenschaftlicher wäre es, wenn die Schulmedizin Medikamente entwickeln lassen würde, die in der Lage wären, abgesunkene Infekte neu zu aktivieren und zum Abschluß zu bringen und außerdem den Körper in die Lage zu versetzen das immunologische Muster neu zu erlernen.


    Die TCM hat eine Vielzahl solcher Arzneidrogen und Modelle, die dazu in der Lage sind. An der Universität Witten/Herdecke gibt es das TCM-Studienangebot Chinesische Arzneimitteltherapie(Pythotherapie), wo man diese Dinge lernen kann.

    @Sternenträne

    Hallo Sternenträne,


    naja beim Spruch "Wer heilt, hat Recht" wäre ich auch immer sehr vorsichtig. Wenn ich eine Schmerztablette nehme und die Schmerzen sind weg könnte ich ja auch sagen "Wer heilt, hat Recht". Das die Schmerztablette in Wahrheit aber Betrug ist und nur eine Heilung vorgaukelt weiß ich ja in dem Moment noch nicht. Die hinter dem Schmerz liegenden Entzündungen werden ja durch die Schmerztablette überhaupt nicht beeinflusst.


    Für die Wirksamkeit der TCM gibt es nur einen dürftigen Bestand an wissenschaftlichen Studien. Es gibt aber gute Gründe, warum sich deutsche Universitäten mit der TCM beschäftigen.


    Leider hat die TCM keine Lobby und damit keinen Geldgeber um wissenschaftliche Studien durchführen zu können. Desweiteren scheitern wissenschaftliche Studien an den engen Kriterien. Soweit ich weiss, darf ein Medikament während der wissenschaftlichen Studie in der Zusammensetzung nicht verändert werden. In der TCM werden aber die Arzneidrogen sowohl in der Dosierung als auch in der Zusammensetzung permanent an dem Krankheitsverlauf angepasst und verändert. So wird z.B. die Dosierung der Arzneidrogen zum Ende der chronischen Krankheit immer geringer.


    Es müssten Studien entwickelt werden, die auf die besonderen Bedingungen der TCM eingehen. Ich bin mir sicher, das deutsche Universitäten im Bereich der TCM darauf drängen werden, in Kenntnis des Potenzials der chinesischen Arzneidrogen.

    >

    Zitat von Sternenträne:

    Wirksamkeit der Homöopathie ist aber nicht bewiesen! <<


    hier schließe ich mich Ralph an: es gibt genügend Studien, die Frage ist: WIE ich sie bewerte (!) gemäß dem Wissen: es gibt keine gesunden Menschen, nur welche die noch nicht genügend intensiv untersucht wurden.


    Wissenschaftliche Studienstandards sollten somit für den gesamten Medizinbereich gelten.

    Die Frage wäre noch, warum unbedingt Studien. Wenn ich pro parktizierendem guten Homöopathen zig Patienten vorweisen kann, die erfolgreich therapiert wurden, die z.T. vorher laaange Zeit erfolglos von der klassichen Medizin behandelt wurden, dann sollte das doch reichen. Bzw. man sollte dann als Homöopath lächelnd mit den Schultern zucken, wenn man aufgefordert wird, die Wirksamkeit gefälligst auch noch in Studien zu belegen.

    @Sternenträne

    Zitat

    Aber wenn es so einschlagenden Erfolg gäbe, dann wären Studien total leicht, wesalb das einfach keinen seriösen Eindrck macht!

    Hallo Sternenträne,


    wie bereits gesagt, hat die Alternativmedizin keine Lobby und damit keine Geldgeber um teure wissenschaftliche Studien finanzieren zu können. Außerdem sind die wissenschaftlichen Studienstandards für die Symptombehandlung konzipiert worden. Da die Alternativmedizin auf Ursachenbehandlung ausgelegt ist, lassen sich diese Standards nicht auf die Alternativmedizin übertragen.

    Hallo Sternenträne,

    nun ja... wenn mir Homöopathie im Einzelfall bis jetzt ohne Studien geholfen hat, brauche ich in Zukunft auch keine.


    Wie schon häufig erwähnt ist es legitim für einen Kranken, der vom Arzt mit Schulterzucken "behandelt" wird, in der Homöopathie sein Heil zu suchen; und viele habens auch gefunden.


    Wer unbedingt Studien braucht um zum Homöopathen zu gehen, muss entweder warten oder seine Ausgangsposition überdenken.

    Gnulieh

    Das in manchen Fällen Antibiotika gerechtfertig sind, siehst du auch so, oder? Ich habe in meinem Leben vielleicht 3 mal Antibiotika genommen und mir ist noch nie aufgefallen, dass die Ärzte, zu denen ich gehe mit Antibiotika um sich schießen. Vielleicht muss man einfach die richtigen Ärzte finden. Ich für meinen Teil geh sowieso sehr spät zum Arzt. Damit meine ich alltägliche Infekte, die jeder mal hat.


    Ich halte es übrigens überhaupt keine so gute Idee "alte" Infekte wieder hochkommen zu lassen. Jeder Eingriff in das Immunsystem hat wahrscheinlich Nebenwirkungen zu Folge. Deine Methode wäre sicherlich keine Ausnahme.


    Ihre momentane Argumentation, dass die Homöopathie schon vielen geholfen hat, mag vielleicht für euch gelten, ist aber keine Aussage, die uns zeigt, dass die Wirkung von den homöopathischen Mittel direkt stammt, oder mithilfe eines Placebos erklärt werden kann. Demnach ist sie nicht wirklich eine Argumentationsgrundlagen ;-)

    @demolant

    Zitat

    Das in manchen Fällen Antibiotika gerechtfertig sind, siehst du auch so, oder? Ich habe in meinem Leben vielleicht 3 mal Antibiotika genommen und mir ist noch nie aufgefallen, dass die Ärzte, zu denen ich gehe mit Antibiotika um sich schießen. Vielleicht muss man einfach die richtigen Ärzte finden. Ich für meinen Teil geh sowieso sehr spät zum Arzt. Damit meine ich alltägliche Infekte, die jeder mal hat.


    Ich halte es übrigens überhaupt keine so gute Idee "alte" Infekte wieder hochkommen zu lassen. Jeder Eingriff in das Immunsystem hat wahrscheinlich Nebenwirkungen zu Folge. Deine Methode wäre sicherlich keine Ausnahme.

    Hallo demolant,


    ja, in einigen Fällen ist Antibiotika gerechtfertigt, das sehe ich auch so, nur bei banalen Infekten darf sowas nicht veschrieben werden und das kommt oft vor, woran allerdings der Patient häufig auch eine Mitschuld trägt. Antibiotika ist aber nicht das einzigste Medikament mit dem man das immunologische Regelsystem abbremsen und auf die falschen Gleise führen kann.


    Wenn du die durch Medikamente verursachten Fehlsteuerungen des Immunsystems(es gibt zugegebenermaßen auch noch eine andere Ursache für Fehlsteuerungen des Immunsystems) nicht neu aufrollst, hast du keine Chance chronische Krankheiten zu heilen, sondern der Chronifizierungsprozess setzt sich unaufhaltsam fort. Es müssen also die alten nicht abgeschlossenen Infektionsprozesse zum Abschluß gebracht werden. Es gibt keine Alternative dazu. Die einzigsten Nebenwirkungen, die dabei auftreten, sind die, das der Stuhl ziemlich bestialisch und verfault riecht und das Infektionssymptome auftreten. Sind die "eingeheilten" Infekte dann endlich ausgeheilt und ist das immunologische Regesystem wieder auf die richtigen Gleise geführt worden, kann man sich ganz stolz als geheilt betrachten. Ich befürchte, das die Schulmedizin einen Infekt immer noch als Krankheit ansieht. Ich dagegen tendiere eher zur Naturwissenschaft, die einen Infekt als Heilungsprozess des Körpers ansieht, um ein Grossreinemachen im Körper durchzuführen. Über einen akuten Infekt werden übrigens auch alte Infektionsreste(gelber/grüner Schleim) mit über die Schleimhäute rausgebracht. Wird dieser Heilungsprozess permanent mit Medikamenten bombadiert, produziert man viele Chronische Krankheiten. Warum glaubst du wohl, hat niemand mehr einen richtigen gesunden Infekt? Warum dümpeln die Infekte bei den meisten nur noch vor sich hin?

    @demolant

    Hallo demolant,


    mit eingeheilten Infekt meine ich, das gelber/grüner Schleim von den oberen Schleimhäuten runter in die Tiefe rutscht, bis hin zur Organebene. Der Körper versucht natürlich über einen akuten Infekt das zu verhindern und den Mist über die Schleimhäute wieder loszuwerden. Dann gibt es wieder Antibiotika und der Schleim rutscht wieder runter. Der Körper reagiert mit einer gehäuften Infektanfälligkeit um den Mist doch noch loszuwerden, dann wird es wieder mit Antibiotika verhindert. Irgendwann erschöpft sich dann das Immunsystem dabei, den ganzen Mist loszuwerden und man bekommt dann überhaupt keine Infekte mehr und hat stattdessen wunderschöne Entzündungen im Körper die man nie wieder los wird. Autoimmunerkrankte bekommen keine Infekte mehr. Der Infekt ist eingeheilt.

    Hmm... ist nicht persönlich gemeint aber irgendwie kommt mir die Erklärung nicht so vor als würden sie wissenschaftlichen Tatsachen entsprechen. Aber ich kann mich auch irren.

    Zitat

    Der Körper versucht natürlich über einen akuten Infekt das zu verhindern und den Mist über die Schleimhäute wieder loszuwerden.

    Der Schleim ist an für sich nix schlechtes. Das Problem ist weniger das Dasein, sondern die Tatsache, dass sich bakterielle Erreger dort einnisten können. Das macht die bakteriellen Infekte aus und führt zu den bestimmten Symptomen.


    Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass etwas "einheilen" kann. Wie denn auch? Denn entweder die Erreger werden von dem Immunsystem unterdrückt oder das Antibiotika vernichtet die Erreger und der Rest wird vom Immunsystem erledigt. Hierbei hat Antibiotika allerdings störende Nebenwirkungen und das Immunsystem wird nicht beansprucht, wobei es allerdings "trainiert" werden sollte.

    Zitat

    Autoimmunerkrankte bekommen keine Infekte mehr.

    Autoimmunerkrankte bekommen in erster Linie Infekte, weil das Immunsystem zum Beispiel körpereigene Proteine als fremd ansieht und gegen diese angeht. Dadurch kommt es zu einer höheren Infektanfälligkeit.