• Über den Stellenwert der Alternativmedizin

    Hallo, dies soll ein Sammelbecken sein, für Leute, die gerne Grundsatz­diskussionen führen über die Wirksam­keit oder Unwirksam­keit der diversen besonderen Therapie­richtungen. In den übrigen Fäden, in denen es um konkrete Aspekte alternativer Methoden geht, sollten solche Grundsatz­diskussionen bitte unterbleiben. Das…
  • 1 Antworten
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    Zum Einen kannst du nicht ausschließen, dass die "Heilung" nicht unabhängig von der Homöopathie erfolgt ist. Fieber geht auch von alleine weg, und by the way: Antibiotika helfen auch nicht bei der Fiebersenkung. Und zum anderen: Wie kommst du zu der Behauptung, dass es bei schulmedizinischer Behandlung keinen Placeboeffekt gebe?

    Man könnte jetzt aber auch sagen: man kann nicht ausschließen, dass die Homöopathie hier geholfen hat.


    Natürlich helfen Antibiotika bei der Fiebersenkung. Wenn ein Keim damit reduziert oder ganz vernichtet wird, geht auch das Fieber runter.


    Gerade nach einem Darmverschluß mit Entfernung eines Darmteils ist die Gefahr einer Sepsis nun sehr groß und unter normalen Umständen hätte man sicherlich bei Fieber da sehr viel genauer hinschauen müssen. Aber man tat es nicht und es ging mir ja zusehends schlechter.


    Es sah also nicht nach einer zu erwartenden Spontanheilung aus.


    Aber genau das habe ich erwartet. Da wird nicht einmal ansatzweise angenommen, die Kügelchen hätten etwas mit der Heilung zu tun (die aber sofort einsetzte). Da müssen aus irgendwelchen Schubladen noch Gegenargumente gekramt werden, auf Teufel komm raus.


    Aber auch im weiteren Verlauf kam es noch Wochen später zu Darmbeschwerden, wo die Schulmedizin nichts zu bieten hatte. Krampfartige Schmerzen, Stuhlunregelmäßigkeiten. An und für sich recht normal nach so einer OP. Aber bei richtiger Mittelwahl konnte das alles geregelt werden. Und das für einen Preis von ca. 10 €uronen. Na bitte.


    Ich schwöre drauf.

    Hlodyn

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    Welche Studien über die Wirkung homöopathischer Mittel bei Fieber kennst Du denn? Wurden sie doppelverblindet und peer-reviewed?

    Ich habe geschrieben, dass der Nachweis nicht erbracht wurde!

    Deshalb hatte ich gefragt, welche Studien Du kennst. Deine Antwort ist wie erwartet ausgefallen. Du kennst gar keine und stellst irgendwelche Behauptungen nach Deinen bloßen Vermutungen auf. Dabei stört es Dich nicht im geringsten, dass die Homöopathie einen völlig anderen Ansatz verfolgt als die etablierte Medizin. Nicht vordergründig und schnell das Fieber senken, sondern die Ursache des Fiebers beseitigen, damit der Körper seine Immunreaktion Fieber zurückschrauben kann.

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    Und ja da bin ich mir sogar sicher, dass es dazu keine anständige Studie gibt, denn wäre dieser Nachweis erbracht worden wäre es eine Wissenschaftliche Sensation, weil damit überhaupt das erste mal eine Wirksamkeit von Homöopathischen Medikamenten erbracht worden wäre.

    Eine wissenschaftliche Sensation wäre es, wenn solche Ergebnisse beachtet würden. Denn die Wirksamkeit homöopathischer Mittel wurde bereits in entsprechenden Studien belegt. (Die Links dazu findest Du in diesem Faden.) So lange die aber ignoriert und vehement abgestritten werden, ist mit der Anerkennung nicht zu rechnen. Schließlich wäre es schlecht fürs Geschäft, wenn etwas wirkt und keine Nebenwirkungen für eine weitere Therapie hinterläßt.

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    Aber wo bleibt die Erklärung dafür, dass trotz eines "Wirkstoffs" in richtiger Dosierung eine Wirkung auch ausbleiben kann?

    Der Mensch ist doch keine Maschine! Klar kommt es vor das ein Medikament nicht anschlägt.

    Damit hast Du nur meine Frage als Feststellung wiederholt. Von einer Erklärung bist Du aber weit entfernt. Was ist denn ein Wirkstoff, der mal wirkt und mal nicht? Wie kann man davon ausgehen, dass dieser Stoff die Wirkung hervorruft, wenn er sie genau so gut nicht hervorrufen kann?


    Warum werden Medikamente zwar bezüglich ihrer Wirksamkeit gegen Placebos getestet, aber nicht bezüglich ihrer Nichtwirksamkeit?

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    Soll das jetzt heissen, weil "stoffliche" Wirkstoffe manchmal eben nicht wirken, funktionieren "nicht-stoffliche"?

    Solche absurden Rückschlüsse sind bezeichnend für die Denkweise.

    winnetou-der-zweite

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    Diese Diskussionen sind oft schon deshalb unsinnig, weil es auf beiden Seiten um den Glauben geht.

    Das stimmt eben nicht!


    Aus wissenschaftlicher Sicht gilt das Prinzip des Nichtglauenbens!

    Stimmt. Und genau deshalb halte ich auch meine Feststellung über diese Diskussionen für richtig. Nicht sie stimmt nicht, sondern es stimmt nicht, dass es dabei um Wissenschaftlichkeit geht.


    Das Prinzip des Nichtglaubens gilt bei wissenschaftlicher Betrachtung auch für die eigenen Ansichten. Wenn Forschungsergebnisse den Vorurteilen widersprechen und deshalb einfach ignoriert werden, hat das nichts mehr mit Wissenschaftlichkeit zu tun.

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    Ein Medikament muss seine Wirksamkeit gegenüber dem Nichtglauben (also Placebo, zufallsverteilt, doppelblind) nachweisen können, sonst galube ich eben nicht daran.

    Das kann für Dich so auch in Ordnung sein. Für mich spielt der Glauben da überhaupt keine Rolle. Ich würde mich überzeugen wollen. Ein Medikament, das mit einer Wahrscheinlichkeit von 33 % wirkt, steht natürlich besser da als der Placeboeffekt, wenn er mit 28 % wirkt. Trotzdem könnte ich mit 67-prozentiger Wahrscheinlichkeit nicht die erwünschte Wirkung spüren. Spätestens an dieser Stelle wird für mich der Placebo-Effekt interessant. Denn den kann ich auch aktiv beeinflussen, und so eine höhere Wirkwahrscheinlichkeit erreichen, ohne die unerwünschten Wirkungen in Kauf nehmen zu müssen.

    Caoimhe

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    Abgesehen davon ist Fieber keine Krankheit, die man bekämpfen muss

    Bitte bitte, lieber schnattergusche- sag das einer Mutter die ein krampfendes, bewusstloses Zweijähriges vor sich auf dem Boden liegen hat. Dass Fieber nicht die Krankheit ist, ist klar. Aber manchmal muss das sehr schnell bekämpft werden.

    Da hast Du natürlich vollkommen recht. In einem solchen Fall muss geklärt werden, was die Krämpfe ausgelöst hat. Es ist in so einer Situation natürlich sehr wahrscheinlich, dass das Fieber einen weiteren Prozess abgeschoben hat. Der ist dann aber noch gefährlicher als die Infektion, wenn er zur Bewußtlosigkeit geführt hat. Auch wenn ich keine Mutter bin ;-) würde ich nicht zögern, und sofort Wadenwickel anlegen, um das Fieber zu senken. Und dann würde ich im Keller nachsehen, ob noch Heidelbeeren (also Kompott oder Marmelade) da sind. Ob sie fiebersenkend wirken ist zwar fraglich. Aber die antibakterielle und entzündungshemmende Wirkung ist nachgewiesen.

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    Und dann würde ich im Keller nachsehen, ob noch Heidelbeeren (also Kompott oder Marmelade) da sind.

    Wenn das Kind (wie im Beispiel beschrieben) bewußtlos ist, machst Du Dich schlimmstenfalls unglücklich, weil Du nicht sofort einen Arzt gerufen hast.


    Oder möchtest Du tatsächlich dem bewußtlosen Kind Marmelade in den Mund packen?


    Hier sehe ich eine Schwelle überschritten, wo eigenes Experiementieren (ja, ich weiß daß Blaubeeren fierbersenkend wirken!) verhängnisvoll sein kann.


    Die mögliche Strafbarkeit sei mal unbeachtet.

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    Hier sehe ich eine Schwelle überschritten, wo eigenes Experiementieren (ja, ich weiß daß Blaubeeren fierbersenkend wirken!) verhängnisvoll sein kann.


    Die mögliche Strafbarkeit sei mal unbeachtet.

    Dann hast Du nicht alles gelesen. Denn vorher hatte ich geschrieben:

    Zitat

    In einem solchen Fall muss geklärt werden, was die Krämpfe ausgelöst hat. Es ist in so einer Situation natürlich sehr wahrscheinlich, dass das Fieber einen weiteren Prozess abgeschoben hat. Der ist dann aber noch gefährlicher als die Infektion, wenn er zur Bewußtlosigkeit geführt hat.

    Es ist mir ein Rätsel, wie Du da auf solche Gedanken kommen kannst, ich würde keinen Arzt rufen (wer sonst sollte die Ursache der Krämpfe finden?) oder einem bewußtlosen Kind Marmelade in den Mund stopfen wollen. Vielleicht beruhigt es Dich zu wissen, dass ich solche Überlegungen für absurd halte. Wadenwickel und Blaubeeren sehe ich als begleitende, aber nicht als ersetzende Hilfe an.

    Das beruhigt mich wirklich.


    Ich wollte das nicht glauben, doch kann man das

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    Auch wenn ich keine Mutter bin ;-) würde ich nicht zögern, und sofort Wadenwickel anlegen, um das Fieber zu senken. Und dann würde ich im Keller nachsehen, ob noch Heidelbeeren (also Kompott oder Marmelade) da sind.

    aufgrund der Wortwahl als Deine "Erste Hilfe" auffassen.


    Die Wadenwickel sehe ich als Erstmaßnahme auch als hilfreich, wenn man den Arzt nicht in wenigen Minuten erreichen kann.


    Wenn Du allerdings den Arzt vorher gerufen hast, wird der Dir sagen, was zu tun ist (und nötigenfalls Medikamente verschreiben); die Wadenwickel werden in den meisten Fällen dazugehören.

    Es war auch als "Erste Hilfe" gedacht. Aus dem Kontext ging hervor, dass es nicht die einzige Hilfe sein sollte. Für den Hinweis auf Wadenwickel braucht wohl niemand einen Arzt. Ob der vorher, gleich darauf, oder gleichzeitig gerufen wird, hängt doch immer vom konkreten Fall ab. Von der Höhe des Fiebers und den anderen Symptomen. Manchmal wird man ihn auch gar nicht rufen. Das gilt aber nicht für den von Caoimhe angeführten Fall von Krämpfen. Oder er wird gerufen, kommt aber nicht, wie Benita-Vita geschildert hat. Wie sieht es da mit der möglichen Strafbarkeit aus?

    Jetzt hast Du wohl meinen zweiten Satz nicht gelesen. ;-)


    Wir haben offenbar sehr verschiedene Ansichten über die Erste Hilfe. Für mich ist sie die erste, aber nicht die einzige. Und sie besteht nicht nur aus einer Handlung, sondern aus einem Komplex erster Handlungen.


    Um das etwas plakativer auszudrücken: Wenn ich jemanden bewußtlos ohne Puls und Atmung vorfinde, gehören Notruf, Herzdruckmassage und Atemspende für mich zur Ersten Hilfe. Es kann durchaus sein, dass ich erst einmal auf den Notruf verzichte. Nämlich wenn ich kein Handy dabei habe und andere Leute in der Nähe sind. Dann können die 112 wählen, und ich beginne sofort mit der Herzdruckmassage. Und unter anderen Umständen würde ich sogar erst die Unfallstelle absichern.

    Was mir an der ganzen Sache hier nicht gefällt ist der Begriff "alternative" Medizin. So etwas gibt es nicht, entweder das Medikament (oder sonstwas) steht auf dem Boden der physikalischen Tatsachen und hat nachweislich eine Wirkung (und ist somit eine evidenzbasierte Medizin), oder eben nicht. Es gibt ja auch keinen alternativen Maschinenbau oder alternative Mathematik usw.

    Zitat

    Meines Erachtens wird der Stellenwert der pharmakologischen Doppelblindstudie auch überschätzt. Denn methodisch saubere Doppelblindstudien dürften sich nur in wenigen Fällen praktisch durchführen lassen. Das liegt daran, weil die meisten pharmakologisch wirksamen Stoffe Nebenwirkungen haben.

    LOL ;-D