Du hast Recht, es würde den Rahmen hier sprengen. Denn ganz so einfach ist es natürlich nicht. Wären nur die Botenstoffe dafür zuständig, dann ließen sich Zellen relativ einfach verpflanzen. Am neuen Ort würden sie die Funktion der dort üblichen Zellen übernehmen, weil sie ja mit den entsprechenden Botenstoffen versorgt würden.


    Interessant ist die unterschiedliche Bewertung solcher Arbeits- und Forschungsbereiche unter dem Eindruck der eigenen Glaubensmuster. Die einen gelten als moderne Medizin, auch wenn ihre Erkentnisse noch nicht viel hergeben. Die anderen gelten als Humbug, weil der Nachweis ihrer Erkenntnisse nicht einfach zu führen ist. Wobei die Bezeichnungen je nach eigenem Glauben durchaus entgegengesetzt ausfallen können. Was für den einen moderne Medizin ist, ist für den anderen Humbug. Und umgekehrt.

    Zitat

    Du hast Recht, es würde den Rahmen hier sprengen. Denn ganz so einfach ist es natürlich nicht. Wären nur die Botenstoffe dafür zuständig, dann ließen sich Zellen relativ einfach verpflanzen. Am neuen Ort würden sie die Funktion der dort üblichen Zellen übernehmen, weil sie ja mit den entsprechenden Botenstoffen versorgt würden.

    Das funktioniert deshalb nicht, da Zellen in einem sehr unspezifischen Zustand (Stammzellen) bereits durch besagte Signale determiniert werden, so dass ihr weiterer Entwicklungsweg nicht mehr geändert werden kann. Mit undeterminierten Stammzellen jedoch funktioniert eine solche Transplantation.

    Alternativmedizin, was ist das -was soll das sein?


    Es gibt, es kann doch nur EINE Medizin geben, die der Natur und die schliesst unsere ureigenen Selbstheilungskräfte ein.


    Und Sichtweisen, "Methoden", welche diese Naturkräfte nutzen, wie Homöopathie, Yoga, Akupunktur, Naturopathie, Atemtherapie, Meditation... sind natürliche Hilfsmittel, die Gesundheit befördern und, mit Hilfe des Betroffenen, Zusammenspiel von Seele, Geist & Körper, Heilung herbeiführen.


    Eine "chemisch-technische" Medizin kann das nicht leisten.


    Die Menschheit verwendet wohl seit Jahrtausenden (oder länger) Naturprodukte- und Heilweisen- und lebt. Klar, gab es Seuchen, Epidemien, doch woraus resultierten die? Doch wohl meistens darauf, weil Menschen (mit Tieren) zu dicht in zu großer Anzahl zusammen lebten, ich meine damit in Städten, die es nicht mehr zuliessen, äquivalent zu der Anzahl der Lebewesen, auch noch für "Hygiene" zu sorgen, die Kriege, die im Namen Gottes oder anderer Mächte angezettelt wurden, nicht zu vergessen. Gut: Nennen wir es Sauberkeit, das hört sich nicht so nach chemischer Reinigung an. Denn auch die brauchen wir nicht (siehe Antibiotika-Resistenz).


    Was bedeutet es nun, wenn die "Alternativ-Medizin" DIE eigentliche Medizin ist? Nicht mehr und nicht weniger, als das wir Menschen unsere Gesundheit wieder in die eigene Hand nehmen, ohne Pharmavertreter, ohne Pillen, deren fragwürdiger Inhalt mehr Krankheit als Gesundheit verursacht und ohne herausgezüchtetete natürliche Eigenschaften einer Pflanze, deren Inhaltsstoffe jahrtausendelang bestens für die menschliche Gesundheit gesorgt haben.


    Wie sagte Pfarrer Kneipp sinngemäß: "Der erste Schritt zur Gesundheit ist der Schritt in den Garten" (und mit diesem Zitat meine ich den "Bauern- oder Permakultur- und Wildkräutergarten und nicht den E 605-Agent-Orange-Roundup oder Glyphosat-"Einheitsgarten" (so wird der Allesvernichter Round-Up heute vornehm genannt).


    Um nicht missverstanden zu werden: Die sog. Schulmedizin, also die Sichtweise, die seit einigen Jahrzehnten vorherrscht, hat ihre Berechtigung, z.B. in der Notfallversorgung, Chirurgie etc.


    Grüße


    Ralf Wendling

    Manchmal ist es schon fast lächerlich, wie hier über Wissenschaft und "Glaube" diskutiert wird. Und allem voran, wie man sich einfach dem vermeintlichen Wahrheitsgehalt von sogenannten wissenschaftlichen, schulmedizinischen Studien hin gibt!


    Eine vor nicht sehr langer Zeit durchgeführte Studie hat erwiesen (übrigens von Seiten der Pharmaunternehmen durchgeführt), dass Paracetamol keinen signifikanten Unterschied in der Wirksamkeit vorweisen konnte, als ein Plazebo. Zwischen 79 und 82 Prozent kann ich keinen signifikanten Unterschied feststellen! Trotzdem wird am Produkt und am "Glauben" in dieses Produkt festgehalten.


    Wenn man die Entwicklung unserer Schulmedizin kennt, dann weiss jeder, dass vor der wissenschaftlichen Grundlage die Überlieferung über Generationen zu Grunde liegt.


    Irgendwo in einer Antwort haben sich Forumteilnehmer über die unterschiedlichen Formen der Wissenschaft getritten. Wer aber nicht begriffen hat, dass die Physik allen anderen Naturwissenschaften zu Grunde liegt, der weiss zu wenig um hierüber fundiert diskutieren zu können.


    Alternative oder kompementäre Formen in der Medizin sind absolut legitim und wirkungsvoll. Inwieweit man da gehen will ist jedem Menschen selber überlassen. Dass man mit Akupunktur oder Homöopathie keine Fraktur stabilisieren kann ist wohl klar, aber die nachhaltige Heilung kann positiv beeinflusst werden. Auch in der präventiven Medizin nimmt die "alternative" Medizin eine Vorreiterrolle ein und ist meines Erachtens unumgänglich. Dank der Schulmedizin (und derer gehöre ich an) hier keine positiven Ergebnisse erzielen konnte liegt aufgrund der immer vermehrt auftretenden "Volkskrankheiten" auf der Hand! Ja, wir können uns heute mit einer längeren Lebenserwartung rühmen, aber auf welche Kosten? Länger siechen? In vielen Fällen ja! Trotzdem müssen wir aber eingestehen, dass Volkskrankheiten wie Diabetes, Asthma, Allergien, chronische Leiden an Bewegungsapparat und Organen und vieles mehr nicht abgenommen, sondern zugenommen haben!


    Kneipp, Götz und wie sie alle heissen, haben schon vor vielen Jahren begriffen, dass wir im Menschen was verändern müssen. Aus dem Menschen kommt die nötige Kraft zur Heilung, nicht von Aussen!

    Zitat

    Danke Spordmed; sehr schöner Beitrag!

    Ich danke!


    Sehr bedenklich, dass es immer noch Menschen gibt, die an der Wirkung von z.B. Akupunktur zweifeln. Die GERAC-Studie (http://gerac.de) zeigt auf, dass sowohl Akupunktur als auch Scheinakupunktur besser abgeschnitten haben, als die Standard-Therapie (bei Gonarthrose, Mirgäne und Spannungskopfschmerzen). Wenn einem das nicht zu denken gibt !?!?

    Damit muss man leben. Es gibt halt Berufszweifler, die ihrer eigenen, festgefahrenen Meinung zuwider laufende, in positive Studienergebnisse immernoch ein Haar finden.


    Locus dolendi-Stechen ist übrigens NOCH älter als nach Meridianen zu akupunktieren.


    Gruß C.

    Ich springe im Thread mal ein Stück zurück.

    Zitat

    Jede Wissenschaft erfordert Modelle und Theorien. Theorien machen nur Sinn wenn sie falsizierbar sind und es möglichst viele Bestätigungen gibt.


    Und da bis jetzt keine Indizien dafür gefunden wurden, dass nicht auch der Mensch den physikalischen und chemischen Naturgesetzen unterliegt macht es durchaus Sinn auf physikalische und chemische Theorien in der Medizin zurückzugreifen.

    Genau das steht oft im Widerspruch zu dem, was in der medizinischen Forschung passiert. Physikalische Gesetzmässigkeiten werden oft ausser Acht gelassen. Alles redet nur noch von Doppel-Blind-Studien, Plazebo-Kontrollgruppen u.s.w. und glaubt, das sein der Weisheit letzter Schluss. Ich war leider auch zu lange dieser Meinung :-(


    Nun muss man sich in erster Linie zwei Fragen stellen.


    1. Wer führt in der evidenzbasierten Medizin die Studien durch und verfügt über Kontrollmechanismen? Sehr akuteller Beitrag zu finden im Ärzteblatt, dass dort noch viel zu tun wäre!


    2. Wie kann man physikalische Gesetzmässigkeiten ausser Acht lassen, indem man auf die medizinischen Standardverfahren hinweist, wie Studien zu erfolgen haben? Diese Wissenschaftlichkeit, wenn wir sie so nenne wollen, wurde für pharmazeutische Produkte geschaffen. Wie soll man bei physikalischen Vorgängen ein Plazebo schaffen? Und vorallem, wie soll man das doppelt verblinden? Das geht nicht, ist mit den gängigen Modellen nicht möglich! Also müssen neue Modelle her, damit die Medizin wieder ein paar Schritte vorwärts gehen kann. Eine Diskussion auf der Grundlage der heutigen Form der medizinischen Wissenschaftlichkeit ist banal und bringt gar nichts. Leider werden wir das aber, aufgrund von wirtschaftlichen Interessen, wohl kaum erleben. Zumindest so lange nicht, als dass die Regularien zwecks Bestimmung unter "Sponsoring" geschaffen werden.

    @sportmed

    Ich stimme dir zu, dass es schwierig ist doppelblindstudien durchzuführen. Dennoch gab es in Deutschland vor einigen Jahren eine gross angelegte klinische Studie, die GerAc (German Acupuncture Trials). Vielleicht hast du davon gehört. Wenn nicht habe ich hier drei Teilstudien nochmal verlinkt:


    Aus Archives of Internal Medicine über den Vergleich von Akupunktur und konservativer Behandlungsmethode bei chronischen Rückenschmerzen.


    Aus Annals of Internal Medicine über denselben Vergleich bei Kniearthrose.


    Aus dem von dir erwähnten Ärzteblatt über denselben Vergleich bei Migräne.


    Grundsätzlich geht es bei allen Teilstudien um dasselbe. Es werden traditionelle westliche Behandlungsverfahren, Akupunktur und Scheinakupunktur verglichen. In allen drei Fällen erwiesen sich Akupunktur und Scheinakupunktur als etwa gleich wirksam, aber wesentlich wirksamer als konventionelle Therapieverfahren! Da war ich schon sehr erstaunt.


    Was meint ihr dazu? Diese Frage ist keinesfalls provokativ gemeint sondern ich würde gerne eine konstruktive Diskussion über diese Studie führen.

    Keine Ahnung ob es da wirklich Unterschiede gibt. Aber ich lebe nach dem Motto, wer heilt hat Recht und egal wie man heilt, hauptsache es wird besser oder verschwindet.


    Ich denke man sollte ruhig alles mögliche mal ausprobieren.


    Wobei Akupunktur so eine Sache ist, zur Zeit bekomme ich sie für den Rücken. Da weiß ich noch nicht so recht ob sie hilft. Vor 3 Jahren habe ich sie schon mal am Knie bekommen und da hat sie nicht geholfen ":/


    Über Akupunktur und Scheinakupunktur bei Rückenschmerzen schreibt mein Arzt übrigens das

    Zitat

    Für eine vergleichende Studie zur Wertigkeit der Akupunktur im Rahmen der Schmerzbehandlung wurden von uns Untersuchungen an Schmerzpatienten durchgeführt, wobei keine individuelle Punktauswahl, sondern eine Standardisierung der zu stechenden Punkte stattfand (Grifka, 1992). In dieser Studie haben wir feststellen können, daß die Körperakupunktur mit den klassischen Akupunkturpunkten einer Placeboakupunktur mit willkürlich ausgewählten Punkten deutlich überlegen ist. Die Skala für den Gesamtschmerz und für den Höchstschmerz lag bei den Patienten mit klassischer Akupunktur nach 14 Behandlungen deutlich niedriger als bei den Patienten mit Placeboakupunktur (Grifka, 1992). Allerdings spielt die individuelle Ansprechbarkeit des Patienten für die Effektivität der Akupunktur eine bedeutende Rolle (Grabow 1992).

    Was davon denn jetzt stimmt: keine Ahung, aber wenn es hilft soll es mir wurscht sein wo die Nadeln eingestochen werden ;-D

    Zitat

    Ich stimme dir zu, dass es schwierig ist doppelblindstudien durchzuführen. Dennoch gab es in Deutschland vor einigen Jahren eine gross angelegte klinische Studie, die GerAc (German Acupuncture Trials).

    Auf diese nehme ich Bezug. Es handelt sich dabei aber nicht um eine doppelt verblindete Studie, da dies im Falle der Akupunktur nicht möglich ist. Insofern muss man bei Akupunkturstudien verstehen, dass diese nicht auf diese Art und Weise durchgeführt werden können. Das aber verlangen die Skeptiker laufend, ohne darüber nachzudenken. Die Verum- und Shamwerte sind für mich trotzdem so zu verstehen, dass sie eine Verumakupunktur signifikant besser als eine Shamakupunktur darstellen.

    Zitat

    Keine Ahnung ob es da wirklich Unterschiede gibt. Aber ich lebe nach dem Motto, wer heilt hat Recht und egal wie man heilt, hauptsache es wird besser oder verschwindet.

    Damit spielt man den Skeptikern in die Hände. Die Studien wie erwähnt zeigen ein absolut postives Ergebnis für die Akupunktur. Ansonsten hätten die durchführenden Kassen nicht die entsprechenden Indikationen in ihre Leistungen aufgenommen und dafür gesorgt, dass diese Leistungen auch in den Leistungskatalog aufgenommen werden.


    Auch interessant ist diesbezüglich die Stellungnahme des NIH (National Institute of Health, US-Gesundheitsbehörde), die in eigenen, unabhängigen Untersuchungen diese Ergebisse betätigt und ebenfalls dafür gesorgt hat, dass Akupunktur als Leistung der Kassen übernommen wird. Die NIH ist grundsätzlich sehr positiv der Akupunktur gegenüber eingestellt.


    Es gibt also genügend Argumente für ein Pro, ohne vom "Tellerrand" oder "wer heilt hat recht" zu reden.


    http://www.nih.gov

    Zitat

    Allerdings spielt die individuelle Ansprechbarkeit des Patienten für die Effektivität der Akupunktur eine bedeutende Rolle (Grabow 1992)

    Als wäre das in der "Schulmedizin" nicht der Fall ;-D

    @ Mellimaus21

    Zitat

    Wobei Akupunktur so eine Sache ist, zur Zeit bekomme ich sie für den Rücken. Da weiß ich noch nicht so recht ob sie hilft. Vor 3 Jahren habe ich sie schon mal am Knie bekommen und da hat sie nicht geholfen

    Stell Dir vor, das ist mir bei Patienten auch schon passiert, dass die nicht auf Diclofenac angesprochen haben. Das ist ein kein seltenes Phänomen in der Medizin. Nicht zu vergessen, dass es auch mal zu falschen Diagnosen kommt, auch das ist normal und menschlich.

    Zitat
    Zitat

    Allerdings spielt die individuelle Ansprechbarkeit des Patienten für die Effektivität der Akupunktur eine bedeutende Rolle (Grabow 1992)

    Als wäre das in der "Schulmedizin" nicht der Fall ;-D

    Ich denke, dass die Teilnehmer der GerAc Studie schon eher Befürworter der Akupunktur waren. Von den ca. 350 Patienten die die westliche Behandlung kriegen sollten zogen 26 ihre Einstimmung zurück, nachdem sie erfuhren in welcher Gruppe sie sind. Von den fast 700 Patienten die in die zwei Akupunkturgruppen kamen zogen nur 6 ihre Einwilligung zurück. Daraus schliesse ich, dass die Mehrheit der Teilnehmer eine Vorliebe für Akupunktur hatte. Dass die unglaublichen Unterschiede in den Erfolgen allein darauf zurückzuführen sind bezweifle ich aber.