Zitat

    Was für ein Quatsch. So einfach ist es weiß Gott nicht, oder warum liegt die durchschnittliche Durchfallquote bei 70%?

    Hier blieb ne Frage offen.


    Das liegt daran, dass sich zur Heilpraktikerprüfung jeder anmelden kann der lustig ist. Das heisst jeder der denkt er wüsste, was "man so braucht als Heiler" kann dort auflaufen und mit wehenden Fahnen untergehen. Die Info stammt von jemandem, der grad den großen Heilpraktiker an ner privaten Schule macht.


    Heilpraktiker sind ausserdem Spezialisten für "weiche" Erkrankungen. Deshalb hinkt der Vergleich, ganz einfach. Ein Heilpraktiker kann keine ernsthaften Erkrankungen angehen (Herzinfarkt, Lungenembolie, Neoplasien, neurodegenerative Erkrankungen, etc. pp.)... Er muss sie nur erkennen und weiterschicken.


    Als Arzt studiert man 6 Jahre weil am Ende ein Wissen um das komplette Spektrum der Erkrankungen gegeben sein sollte. Und entgegen der allgemeinen Meinung gehört dazu ein Großteil an Erkrankungen, die _nur_ von "normalen" Medizinern behandelt werden können.


    Meridion

    HUHU ,


    also dazu kann ich nur sagen das ich auch eine Heilpraktikerin habe , zu der ich mehr oder minder regelmäßig gehe und die mir schon sehr oft sehr gut geholfen hat!!


    Und meine Mutter lernt auch Heilpraktikerin und muss dafür verdammt viel lernen !! Damit mein ich so um die 5 oder 6 Stunden am Tag...neben Beruf, Kinder , Haushalt , Mann etc. ( Dicken Respekt MuM x:) ). Also so simpel und einfach das dass jeder machen kann ist es wohl nicht. Und ich habe einen tiefen Respekt vor Leuten die es sch freiwillig antun 4, 5, 6 Jahre diesen Beruf zu erlernen!


    Und das ich mit Verdacht auf nen Herinfarkt oder einem gebrochenen Bein nicht zum Heilpraktiker gehe , finde ich logisch!


    Gruß

    Meine Meinung zu Heilpraktikern: Ich habe da meine Zweifel. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass mir diese "Mittelchen" nicht geholfen haben. Dazu waren sie unverschämt teuer >:(


    Zudem habe ich mal ein autogenes Training bei einer Heilpraktikerin mit "psychologischer Zusatzausbildung" gemacht, die in meinen Augen nen Sprung in der Schüssel hatte ]:D


    Naja, jeder Depp kann ja "sowas" machen. Entschuldigt meine Schreibweise, aber ich habe aus den Erfahrungen gelernt. Sicherlich gibt es auch kompetente Leute, jedoch glaube ich nicht, dass die Salben, Tinkturen, Pillchen etc...irgendwas beiwirken, außer dass der Geldbeutel schrumpft.


    Hat jemand auch andere Erfahrungen gemacht?

    blackblood22 Okay, sorry, ist mir halt gerade so rausgerutscht. Aber lernen muss man ja immer, egal ob man Industriemechaniker (seeehr viel Technik etc...) wird oder Krankenschwester...klar, auch als HP. Trotzdem sind die Leute keine Überflieger. Halt normae Leute, die ne Ausbildung gemacht haben.

    Zitat

    Und meine Mutter lernt auch Heilpraktikerin und muss dafür verdammt viel lernen !! Damit mein ich so um die 5 oder 6 Stunden am Tag...neben Beruf, Kinder , Haushalt , Mann etc. ( Dicken Respekt MuM ). Also so simpel und einfach das dass jeder machen kann ist es wohl nicht. Und ich habe einen tiefen Respekt vor Leuten die es sch freiwillig antun 4, 5, 6 Jahre diesen Beruf zu erlernen!

    Das Problem beim HP ist:


    Man "lernt" nicht Heilpraktiker; Sondern es gibt die Möglichkeit Kurse und Schulungen zu buchen, um eine staatliche Prüfung zu absolvieren, die verhindert dass jede Tüte "Heilpraktiker" werden darf. In der Prüfung wird breitgefächertes, grobes (verglichen zu den medizinischen Staatsexamina) medizinisches Wissen abgefragt um sicherzustellen, dass der Heilpraktiker später "ernste" Krankheitsbilder rausfischen kann.


    Eine anerkannte und validierte Ausbildung gibt es nicht. Es wird erwartet dass sich der Aspirant nach abgelegter Prüfung selbst weiterbildet, gegen Entgelt. Das ist das große Problem meiner Ansicht nach. Für jeden Straßenkehrer gibt es eine 3-jährige Ausbildung aber Heilpraktiker darf sich jeder nennen der sich durch ne buntgemischte Palette von Medizinfragen gewurschtelt hat.


    Eigentlich müssten alle medizinischen Fachberufe dagegen Sturm laufen. Ich als Arzt finde nämlich einen alternativmedizinischen Spezialisten eine super Ergänzung im Gesundheitswesen. Aber ich kann niemanden guten Gewissens zum Heilpraktiker schicken, weil es keinen Qualitätsstandard gibt, keinen Leistungskatalog, nix. Der kann meiner Pat. was vom Voodoopüppchen und Kristallpferd erzählen... das kann doch kein Mensch als Ressource nutzen.


    Wenn ich zum Endokrinologen gehe weiss ich: Der Mann hat 6 Jahre studiert, etliche Praktika gemacht, neben zahllosen kleinen Prüfungen zwei (bzw. drei) Staatsexamina absolviert, sich danach 5 Jahre mit Stoffwechselerkrankungen beschäftigt, eine feste Anzahl (Funktions)Untersuchungen gemacht hat, eine feste Anzahl Behandlungen betreut hat und eine Facharztprüfung hinter sich.


    Beim HP weiss ich dass er beim Amt ne Prüfung gemacht hat damit ihm grobe medizinische Notfälle nicht durch die Lappen gehen... das wars... Wie bitte soll ich mich so jemandem anvertrauen?


    Meridion

    @ MÄUSEFREAK

    Ob Du nun num HP gehst oder nicht, ist Deinen Sache. Ich gehe! Habe für private Zwecke mehrere Kurse bei einer sehr guten HPin


    absolviert und mir vielen Wissen angeeignet.


    Es gibt schlechte Ärzte – es gibt schlechte HP – ich denke, das es in jedem Beruf solche und solche gibt.


    Was Dir nicht beantwortet wurde: die Kosten beim HP.


    Die Erstanamnese kann zwischen 250 – 300 € kosten und diese ist sehr wichtig. Ohne diese Anamnese hat der HP Dich nicht behandeln.


    Die Arzneien sind dann billiger, kannst Du in der Apotheke oder beim HP kaufen ( maximal Globuli oder Tabletten 4 – 8 €).


    Klar ist auch, dass ich z.B. nach einem Schlaganfall – erst im Krankenhaus lande – dort mit Tabletten vollgepumpt werde – wenn ich wieder so weit


    hergestellt bin, kann ich mich an den HP wenden, damit er mich bei der Weiterbehandlung unterstützen kann.


    Ich weiss ehrlich nicht, warum hier HP so heruntergezogen, so schlecht gemacht werden. Es gibt doch Zwischenzeit viele Ärzte, die zusätzlich HP sind.


    Man sollte sich doch erst mal mit der Materie Homöopathie und seiner Geschichte befassen bevor alles nur schlecht gemacht wird.


    Wenn man Homöopathie begriffen hat, macht die Arbeit mit ihr echt Spass.


    Auch in der Allgemeinmedizin stimmt vieles nicht und Hausärzte, wie es sie früher gab, gibt's überhaupt keine mehr.

    Zitat

    Ich weiss ehrlich nicht, warum hier HP so heruntergezogen, so schlecht gemacht werden. Es gibt doch Zwischenzeit viele Ärzte, die zusätzlich HP sind.

    Wie gesagt, gegen einen spezialisierten alternativmedizinischen Fachberuf hab ich gar nix. Mehr noch, das _hätte_ ich gerne. Das Problem ist die völlige Abwesenheit einer strukturierten und validierten Ausbildung. Um den "Schein" zu machen muss man nur diese Prüfung bestehen: Für die kann sich jeder Dahergelaufene anmelden (und durchfallen, was die 70% Quote erklärt).


    Würde der Heilpraktiker ein anerkannter Lehrberuf mit festen, wissenschaftlich validierten Inhalten, würde der HP den Sprung in die Krankenkassen und Versicherungen schaffen. Aber solange man dort Eierschalen-verbuddeln im Garten als "energetische Lösung von Knochenschmerzen" serviert bekommt (reales Beispiel); Wie soll man als Gesundheitssystem (und damit mein ich alle, vom Rettungssanitäter bis zum Gehirnchirurgen) diese Qualifikation ernst nehmen?


    Meridion

    Der Glaube machst. Von Eierschalen verbuddeln habe ich noch nie gehört.


    Ich glaube nicht alles was mir mein Arzt erzählt, ich bohre und hake nach und mach mich kundig. Und so ist der mit der HP. auch.


    Es ist ja gut, wenn 70% durchfallen, dann bleiben wenigstens von 30 % maximal 5 % übrig, die Homöopathie verstanden haben.


    Wie hoch ist denn die Durchfallrate bei den Ärzten? Ist dort die Quali hoch genug?? Manchmal könnte man da auch zweifeln.

    @ MACBA

    Zitat

    Es ist ja gut, wenn 70% durchfallen, dann bleiben wenigstens von 30 % maximal 5 % übrig, die Homöopathie verstanden haben.

    Homöopathie bzw. Heilverfahren generell sind gar nicht Gegenstand der Heilpraktikerprüfung. Hier wird nur "schulmedizinisches" Grundlagenwissen abgefragt etwa zur Anamnese. So soll etwa sichergestellt werden, dass ein Patient mit bspw. akuter Appendizitis ins Krankenhaus geschickt wird und nicht etwa mit Globuli behandelt wird.


    Eine kurze Zusammenfassung über Prüfungsinhalte findet man hier:

    Es wird nichts Alternativmedizinisches in der Prüfung abgefragt. Das ist ja das Mißverständnis wenn die Leute sagen "boah der macht Heilpraktiker, was der alles wissen muss".


    Der Gesetzgeber verpflichtet jeden, der sich gerne freiberuflich als Heilpraktiker betätigen will, dass er diese Prüfung macht, um die gröbsten Krankheitsbilder richtig einzuordnen und sie entsprechend an den Schulmediziner weiterzuleiten. In dieser Prüfung fallen 70% durch, nicht weil sie so bockschwer ist (in der Tat ist sie verglichen zu den medizinischen Staatsexamina kinderleicht), sondern weil jeder, ob er nen Kurs belegt hat oder nicht, an ihr teilnehmen darf. Absolut jeder; Man muss nicht mal einen Schulabschluss haben. Man braucht also überhaupt keine Qualifikation.


    Bei den Ärzten ist die Durchfallquote im zweiten Staatsexamen unter 5%, was aber daran liegt, dass Medizinstudenten eine Mindeststudienzeit von 6 Jahren und 3 Monaten haben und in dieser Zeit praktisch Vollzeit an einem Uniklinikum lernen/ Praktika machen und für jede Studienleistung schriftliche, mündliche und mündlich-praktische Prüfungen haben. Deswegen sind sie vorbereitet.


    Auf die Idee Ärzte mit Heilpraktikern zu vergleichen kann man meiner Meinung nach nur kommen wenn man keine ernsthaften Krankheiten hat und alle halbe Jahr wegen nem Schnupfen oder Rückenschmerzen zum Hausarzt geht und sich dort dann aufregt, dass er nur 5 Minuten Zeit hat und ausser nem Antibiotikum nix macht. Jeder der ernsthaft krank ist weiss, was Fachärzte können, wissen und leisten.


    Deswegen sag ich ja, es BRÄUCHTE einen guten alternativmedizinischen Heilberuf, der ne tatsächlich Ausbildung bekommt, qualifizierte Therapie macht und sich um die begleitenden Beschwerden von Patienten kümmert.


    Tatsächlich gibts den aber nicht.


    M

    Nee, nur um bei Vorbereitungskursen oder zum Teil bei den Bezahl-Kursen für bestimmte alternativmedizinische Behandlungspraktiken wird als Mindestanforderung ein Grundschulabschluss vorausgesetzt.


    Für die Prüfung beim Amt braucht man nur ein leeres Führungszeugnis.


    Wie gesagt, untragbare Situation. +++ Heilpraktiker als Ausbildungsberuf oder Studium


    Meridion