Ah, überhaupt nicht wahr. Hab mich grad nochmal beim Gesundheitsamt informiert. Tatsächlich braucht man für den großen Schein einen Hauptschulabschluss.


    Mea culpa.


    Ändert allerdings an der Gesamtsituation wenig.


    Meridion

    Meridion

    Zitat

    Deswegen sag ich ja, es BRÄUCHTE einen guten alternativmedizinischen Heilberuf, der ne tatsächlich Ausbildung bekommt, qualifizierte Therapie macht und sich um die begleitenden Beschwerden von Patienten kümmert.

    Es bräuchte meiner Meinung nach ein anderes Gesundheitssystem. Aus mehreren Gründen.


    In der Medizin sollte es um Heilung gehen. Das heißt, ausgehend von den Symptomen das Erforschen ihrer Ursachen und deren Auflösung. Schon den Begriff Alternativmedizin betrachte ich als einen Fehler. Zur Medizin gibt es keine Alternative, wenn sie zur Heilung führt. Was heute unter Alternativmedizin verstanden wird, sind zum großen Teil ergänzende Sichtweisen. Es handelt sich tatsächlich um Komplementärmedizin. Eine Alternative brauchen wir nicht zur Medizin, sondern nur zu der im Grunde gar nicht medizinischen Sicht, Symptome zu kaschieren und damit letzten Endes wirkliche Heilung zu verhindern.


    Die Heilung selbst passiert immer im und mit dem Patienten. Außenstehende (Ärzte, Heilpraktiker, "Heiler" usw.) sind dabei Helfer. Der Heiler ist man im Grunde selbst und nur für sich selbst. Man kann bewußt oder unbewußt Heilung blockieren oder fördern.


    Die Realität sieht meistens ganz anders aus. Der Patient bezahlt Beiträge an die Krankenkassen, eine Versicherung dafür, dass ihm im Krankheitsfall geholfen wird. Mit seinen Symptomen geht er zum Arzt und erwartet, dass der ihm hilft. Kann er das nicht, dann ist der Arzt schlecht oder gleich mal die ganze Medizin. Kaum jemand stellt sich die Frage, was ihn krank gemacht hat. Die Verantwortung für die Gesundheit wird dem Arzt übertragen, denn da war doch noch das Ding mit der Versicherung.


    Der Arzt hängt am Tropf der Kassen. Die bewerten nicht, ob er den Patenten zur Heilung geführt hat, sondern ob er die Symptome so weit geschwächt hat, dass der Patient ihn nicht wieder aufsucht und damit keine Versicherungsleistung mehr in Anspruch nimmt. Treten die gleichen oder neue Symptome auf, gilt es eben als neue Erkrankung. Kaum einer kommt auf die Idee, dass es die gleiche Erkrankung ist, die nur das Signal neu oder ein anderes setzt. Denn das vorherige Signal wurde ja nicht verstanden und hat nicht zur Beseitigung der Ursachen geführt. Diese Art der Medizin ist zwar geeignet, Symptome zu sortieren, in Gruppen zu fassen und damit der Krankheit einen Namen zu geben. Oder wenigstens die Symptome als Syndrom zusammenzustellen. Sie behandelt dann aber meistens nur noch die aktuelle Erkrankung. Die Ursachen werden selten erforscht und beseitigt. Dieser Prozess würde über die Beseitigung der Symptome hinausgehen. Aber dafür bekommt der Arzt von den Kassen kein Geld und damit keine Zeit.


    Die "Alternativmediziner" (nicht unbedingt als Mediziner, sondern als Alternative zu dieser Form der Medizin zu verstehen) gehen da anders vor. Ihre wachsende Anerkennung hängt mit dem steigenden Gesundheitsbewußtsein zusammen. Je mehr man zusätzlich zum Kassenbeitrag für die eigene Gesundheit ausgeben muss, um so eher ist man auch bereit, das Geld gleich in eine länger und grundsätzlich wirkende Leistung zu investieren und damit langfristig zu sparen. Die wirkliche Heilung passiert im Körper selbst. Er ist ein kybernetisches System und versucht, ständig die Balance aller seiner Einzelsysteme selbst und untereinander aufrechtzuerhalten. Das Symptom ist ein Signal, die Aufmerksamkeit auf die Störung zu lenken. Spürbar krank wurde der Körper, weil diese natürliche Regelung behindert wurde. Die Blockaden aufzulösen erfordert fast immer eine Änderung der krankmachenden Denk- und Verhaltensmuster. Und sei es nur mehr Entspannung oder die Rückkehr zu ausreichendem Schlaf, in dem die Heilung verstärkt passiert.


    Es gibt Ärzte, die zu einer begleitenden Therapie auf psychischer Ebene raten. Sie können ein Lied davon singen, wie oft dieser Rat in den Wind geschlagen oder empört zurückgewiesen wird. Man ist doch nur krank, aber nicht gaga. Körperlich erkrankt zu sein wird akzeptiert. Das ist handfest und etwas zum Vorweisen. Wenn es noch nicht zu einer erkennbaren körperlichen Veränderung gekommen ist, obwohl die ersten Symptome da sind, liegt es eben an den Ärzten, die zu dumm sind, etwas zu finden. Es geht den wohl meisten Menschen nicht um das Erkennen von Ursachen und Wirkungen, sondern um ganz einfache Schuldzuweisungen. Am besten an andere.


    Aus dieser Sicht frage ich mich, was Du unter einer "qualifizierten Therapie" verstehst. Wird man durch eine Ausbildung qualifiziert oder durch Können? Werden in der Ausbildung alle notwendigen Dinge vermittelt und in der Prüfung abgefragt? Welchen Zulauf haben Ärzte, die zwar einen Abschluss haben oder sogar einen akademischen Titel, aber nicht mit ihren Patienten umgehen können? Welchen Zulauf hätten Heilpraktiker, die einfach nur diese amtsärztliche Prüfung abgelegt hätten aber sonst nichts könnten? Denn rein vom Gesetz her wäre das ja möglich. Und auf der anderen Seite: Warum bekommt man bei vielen Ärzten so schwer einen Termin? Und warum gibt es Heilpraktiker, die trotz der vergleichsweise niedrigen Entlohnung (die dem selbst zahlenden Patienten natürlich sehr hoch erscheint) ein respektables Einkommen erwirtschaften?

    @ schnattergusche

    schöner beitrag.... es kommt kaum drauf an welche ausbildung jemand hat. Arzt oder hp haben im prinzip die selbe ausbildung und wie erwähnt die selbe prüfung. ich sehe einen kleinen vorteil bei den hps, weil die nicht die gehirnwäsche durchlaufen wie die ärzte. es gibt wohl genau soviel fähige ärzte wie hps und leider auch soviel unfähige.


    das schlimme an dem system ist diese spezialisierung, denn die meisten beschwerden z. b. im orthopädischen bereich haben ihren auslöser an einem anderen ort. wenn also ein knie weh tut aufgrund von problemen im sprunggelenk oder der hüfte, wird das ein kniespezialist nicht erkennen. deshalb sind auch ca. 80 % der ops nicht mit dem erhofften erfolg gesegnet.


    und leider stecken die meisten therapeuten die menschen in schubladen.... das heisst, wenn du einmal bestimmte probleme hattest, dann wirst du immer daran festgemacht. man muss aber immer aufs neue schauen ob nicht diesmal ein anderer grund vorliegt.


    das größte problem ist, dass es kaum noch gute diagnostiker gibt.


    gestern habe ich zweimal den glauben verloren. patient knapp 2 jahre alt vor zwei wochen aus 2 m höhe abgestürzt. gehirnerschütterung zwei tage klinik. danach hat sich das kind nicht mehr so bewegt wie vorher. es wurde mit diclo vollgepumpt und der mutter erklärt sie spinnt. wir haben dann die füsse neu justiert und u. a. den atlas korrigiert. und siehe da.... es hüpft wieder. die schulmedizin hat den bereich gehirnerschütterung sehr gut versorgt, aber leider nicht wirklich komplett kontrolliert.


    aber ... never ending story :-)

    Verzeihung


    aber Ärzte und Heilpraktiker haben nicht die selbe Ausbildung und die selbe Prüfung und zwar aus mehreren Gründen.


    1. Um eine durchschnittliche Heilpraktikerprüfung zu bestehen, reicht in der Regel das intensive Studium der Apotheken-Umschau (ich gebe zu, beim Mündlichen kann man auch Pech haben). Für die Statsexamina dürfte das nicht ganz reichen.


    2. Es ist schlicht unmöglich. Kleiner Tip: erst die eigene Sprache lernen, bevor man mit englischen Phrasen daherkommt


    Übrigens: Kniebeschwerden kommen in den meisten Fällen vom Knie und nicht von anderswo her, nur weil du dein Geld damit verdienst.


    Grüsse vom Maasai

    Kleiner Tip: erst die eigene Sprache lernen, bevor man mit englischen Phrasen daherkommt! Ja, dann man an die eigene Nase fassen.


    Kniebeschwerden kommen eben in den meisten Fällen nicht vom Knie. Die können ganz andere Ursachen haben. Das Knie


    regiert nur darauf und kann schmerzen.


    Er verdient sein Geld damit, weil er weiss, wodurch das Knie schmerzen und damit auch Abhilfe schaffen kann. Nicht mit Schmerzmittel.


    Ein Arzt behandelt nur Dein Knie, die Ursache meist nicht.


    Gute Diagnostiker habe ich schon lange keine mehr kennen gelernt. Schade, die fehlen wirklich.

    @ moonnight

    Zitat

    und ein HP arbeitet ja auch hauptsächlich mit pflanzlichen dingen wie u.A. auch mit akupunktur

    Uups – wieder was dazugelernt. Da geht ein HP also in den Wald und sammelt Stachelkräuter für die Akupunktur.

    Klaus F

    Zitat

    Arzt oder hp haben im prinzip die selbe ausbildung und wie erwähnt die selbe prüfung.

    Arzt wird man nicht nach einer bestandenen amtsärztlichen Prüfung. Der Ausbildungsweg ist um einiges umfangreicher als der für den HP notwendige. Wobei die Apotheken-Rundschau mit Sicherheit auch für den HP nicht reicht, sondern eher die BILDungszeitung für den kleinen Patienten ist. ;-D Der Weg nach der Prüfung kann ebenfalls sehr verschieden sein. Ein Arzt hat, wenn er sich niederlassen sollte, nur noch wenig bis gar keine Zeit für seine Weiterbildung. Ein Arzt im klinischen Alltag wird in erster Linie nach einer Möglichkeit suchen, sich mal wieder richtig auszuschlafen. Beim HP fehlt es dafür eher an Geld für die Weiterbildung, wenn er nicht zu den ausgesprochen guten gehört, denen betuchte Patienten jeden Betrag zu zahlen bereit sind. So ein HP wird sich allerdings eher auf wenige Bereiche beschränken, um dort möglichst gut zu werden und sich so aus der Masse abzuheben.


    Gegen die Spezialisierung in der Medizin habe ich nichts einzuwenden. Das biologische System, mit dem sich Ärzte befassen, ist sehr komplex und es kann nicht jeder in allen Bereichen in die Tiefe vordringen. So wie ein guter HP erkennen sollte, wann der Patient in die Hände eines Arztes gehört, sollte ein guter Arzt auch seine Grenzen kennen und den Rat seiner Kollegen hinzuziehen, bevor er auf Verdacht am Patienten experimentiert. Da scheint mir das System zu kranken. Der holistische Ansatz, den Medizinstudenten ganz zu Anfang kennenlernen, ist oft schnell vergessen und wird häufig durch die energische Erziehung zu elitärem Denken ersetzt. Dazu kommt, dass sie lernen müssen, den vermittelten Stoff möglicht gut wiederzugeben. Wer sich mit Zweifeln aufhält oder gar eigene Gedanken entwickelt, hat es schwer, durch die Prüfungen zu kommen. Wer promovieren möchte ist gut beraten, sich mit den Mathematikern anzufreunden. Die können dann bei der Statistik helfen, wenn es in der Doktorarbeit um die Wirksamkeitsbetrachtung zu einem Medikament geht.

    maasai

    Wenn Kniebeschwerden in den meisten Fällen vom Knie kämen, wäre die Medizin um vieles einfacher. Und auch die Therapie wäre leichter und damit schneller wirksam. Ursache und Wirkung sind leider in den wenigsten Fällen so dicht beisammen. Die Palette möglicher Ursachen reicht von den Füßen über die Hüfte bis zum Gebiß. Die Schonhaltung wegen eines Hühnerauges unter der Fußsohle kann genau so zu Kniebeschwerden des anderen Beines führen wie die Schonhaltung bei einem eingeklemmten Nerv oder die Fehlbelastung durch eine Lähmung in der Schulter oder eine Skoliose. Selbst eine psychische Belastung kann Kniebeschwerden hervorrufen. Die Psychosomatik ist ein umfangreiches Fachgebiet der Medizin. Ein Arzt, der dabei nur das Knie betrachtet und nicht weiterdenkt, sollte entweder seinen Patienten abgeben oder seine Approbation. Zum Glück ist es aber wirklich selten, dass einer tatsächlich nur auswendig gelernt hat für die Prüfungen und dabei so wenig verstanden hätte.

    @ schnattergusche

    Glaub mir, das ist mir alles bekannt. Im wirklichen Leben ist es nur so, dass ein Patient, welcher unter Kniebeschwerden leidet, von dir erwartet, dass du diese Beschwerden behandelst. Er will nicht hören, dass er 20 kg abnehmen sollte, sich einer krankengymnastischen Behandlung unterziehen sollte, welche vor allem von ihm selbst erhebliche Anstrengungen und Weiterarbeit erfordert, dass er sich mehr und vor allem richtig bewegen sollte, seine Ernährung umstellen sollte etc pp. und vielleicht in 10 Monaten deutliche Besserung verspürt - er erwartet konkrete und kurzfristig wirksame Hilfe, sonst geht er zum nächsten, bis er einen findet, der ihn schmerzfrei spritzt, um dann zu verkünden, endlich einen gefunden zu haben, der sein Handwerk versteht. Ich weiss sehr wohl, dass die Ursache auch mal ganz woanders zu suchen ist, nur: die grosse Mehrzahl der Fälle haben eine fortgeschrittene Arthrose oder einen Unfall als Ursache und nicht andersherum. Wenn jemand Atlastherapie nach Arlen, craniosacral-balancing oder Osteopathie zu kennen glaubt, beschränkt sich oft das gesamte Weltbild darauf und die anderen sind alle so doof; nur die Wirklichkeit sieht eben anders aus. Ich behaupte sogar, eine wirklich ganzheitliche Behandlung ist nur bei einem Arzt möglich, weil nur ein Arzt wissen kann, wie breit das Spektrum ist (nicht jeder)


    Wenn jemand nur nichtssagende Polemik ("es gibt kaum noch gute Diagnostiker" o. ä.) von sich gibt, dazu eindeutig falsche Aussagen macht , seinen post mit einem englischen Sprüchlein abschliesst aber in seiner Muttersprache den Unterschied zwischen "das selbe" und "das gleiche" offenbar nicht kennt, muss ich einfach entsprechend antworten.


    Grüsse vom Maasai

    maasai

    Dass nicht jeder Patient an seinem Übergewicht arbeiten möchte, ist mir nicht neu. Aber mir scheint, hier prallen mal wieder (Denk-) Welten aufeinander.


    Du siehst die fortgeschrittene Arthrose als Ursache der Kniebeschwerden an. Das ist für mich durchaus nachvollziehbar. Wenn Du dann erneut dazu übergehst, andere Sichtweisen abzuwerten und die Polemik nur bei anderen bemerkst, habe ich es allerdings schwer, das bei Dir zu ignorieren. Von mir selbst weiß ich, dass ich meine eigenen Fehler bei anderen Leuten am deutlichsten bemerke. Bei Dir scheint es ähnlich zu sein, wenn auch Dir offenbar nicht bewußt.


    Den Mangel an guten Diagnostikern kenne ich aus eigener Erfahrung und auch aus der Sicht von Ärzten. Die Aussage, dass es kaum noch gute Diagnostiker gibt, mag zwar überzogen erscheinen und deshalb zu einer eher emotionalen als sachlichen Antwort reizen. Aber bei genauer Betrachtung trifft das zu. Die Diagnostik gehört zu den grundlegenden Fertigkeiten eines Arztes. Ihr Ergebnis bestimmt grundsätzlich die Therapie. Wenn aber ein verletztes Zehengelenk selbst neben dem zum Vergleich danebengehaltenen anderen Fuß keinen Befund ergibt, obwohl es geschwollen und durch das Hämatom verfärbt ist, oder wenn komplett weiß überzogene Rachenmandeln, die ein Bereitschaftsarzt bereits als eitrige Tonsillitis diagnostiziert hat, als "nur leicht belegt" erkannt werden, verfestigt sich das Bild vom Mangel an guten Diagnostikern. Dann braucht es gute Fachärzte, um die Fehler zu korrigieren.

    Zitat

    Ich behaupte sogar, eine wirklich ganzheitliche Behandlung ist nur bei einem Arzt möglich, weil nur ein Arzt wissen kann, wie breit das Spektrum ist (nicht jeder)

    An dieser Stelle bin ich geneigt, Dir zuzustimmen. Aber es ist wieder Dein kategorischer Anspruch, der gleichzeitig die Ablehnung der Nicht-Ärzte impliziert, der mich zögern läßt. Eine wirklich ganzheitliche Behandlung kann ich mir nur in der Kombination aus vielen Wissensgebieten vorstellen. Deshalb bin ich ein Befürworter der Komplementärmedizin und lehne das elitäre Denken sowohl unter den Schulmedizinern als auch unter den echten "Alternativen" ab. Erst wenn jeder, der sich die Gesundheit seiner Mitmenschen auf die Fahnen geschrieben hat, auch bereit ist, die Begrenztheit seines Wissen ohne Selbstabwertung zu akzeptieren, wird er auch die Begrenztheit des Wissens der Anderen tolerieren können. Dann wird es ihn nicht mehr enttäuschen (weil er sich nicht mehr in ihnen täuscht), sondern geradezu herausfordern, seinen Teil beizutragen.


    Deshalb kann ich auch respektieren, dass Du die fortgeschrittene Arthrose als Ursache für die Kniebeschwerden ansiehst. Wenn Du Arzt bist wird das reichen. Mir nicht. Mich interessiert dann die Ursache der Arthrose. Denn als Laie muss ich mich nicht mit den Krankheiten im Detail befassen, sondern interessiere mich ganz allgemein für die Gesundheit und ihre Stärkung. Das tun Ärzte zwar auch, aber eben ers an zweiter Stelle. Ich lande dann womöglich bei der Frage nach ganz bestimmten Denkmustern an, die einerseits eine Störung des Stoffwechsels zur Folge haben und andererseits zu körperlichem Stress führten, wodurch die Arthrose ermöglicht wurde, welche dann erst in der Folge zu Beschwerden im Knie führte. Der Körper ist durchaus in der Lage, Arthrose auch im fortgeschrittenen Stadium einzudämmen. Wenn die Zeit reicht, kann er sie sogar auflösen. Nur wird kein Weg allein zum Ziel führen. Selbst der in solchen Fällen manchmal notwendige radikale Eingriff des Chirurgen löst zwar das Problem im betroffenen Knie. Er erzeugt aber nicht wirklich Gesundheit. Die tatsächliche Ursache bleibt fast immer vorhanden und kann an anderer Stelle zu einer Erkrankung führen, die dann als neu und unabhängig vom ersetzten Kniegelenk angesehen wird.


    Wer kann an dieser Stelle allein ganzheitlich vorgehen?

    Zitat

    ... aber in seiner Muttersprache den Unterschied zwischen "das selbe" und "das gleiche" offenbar nicht kennt, muss ich einfach entsprechend antworten.

    Solche zwanghaften Reaktionen amüsieren mich. Das nehme ich als Hinweis, dass ich auch nicht frei davon bin. Denn was ich bei anderen bemerke... ;-) Vielleicht habe ich den Vorteil, dass ich mich immer wieder entspannt zurücklehnen und auch über mich selbst schmunzeln kann. In dieser Position bemerke ich nicht nur im ähnlichen Zusammenhang Deinen Gebrauch von "offenbar", sondern bemerke auch, dass von Deiner anfänglichen Behauptung, Kniebeschwerden kämen in den meisten Fällen vom Knie und nicht "von anderswo her"

    nicht viel übrigbleibt. Klaus F hatte an keiner Stelle behauptet, dass Kniebeschwerden (fast) nie vom Knie kämen, sondern nur indirekt auf die lediglich etwa 20%ige Erfolgsquote hingewiesen. Mir liegen keine Zahlen vor, anhand derer ich diese Zahl prüfen könnte, und ich bin auch gerade zu faul zum Suchen. Seine eigentliche Aussage war aber, dass es auch Fachleute anderer Disziplinen braucht, und selbst ein erfolgreich abgeschlossenes Medizinstudium kein Garant für eine wirksame Hilfe ist. Nach meiner persönlichen Einschätzung fehlt einfach oft die Wertschätzung der Arbeit anderer Leute. Der Stolz auf die eigenen Erfolge einschließlich bestandener Staatsexamina mag den Blick dafür trüben. Standesdünkel kann aber keine Grenzen der eigenen Möglichkeiten verwischen. Den Leuten, die sich auf ein noch nicht schulmedizinisch anerkanntes Gebiet spezialisiert haben, pauschal und unbelegt zu unterstellen, dass sich oft ihr ganzes Weltbild darauf beschränke, ist in meinen Augen genau das, was Du an anderen zu Recht kritisierst: Billigste Polemik.

    @ schnattergusche

    ich danke dir für deine offenen Worte. Allerdings war ich der Meinung, ich hätte den Grund für meine überzogene Formulierung dargelegt. Wenn ich von der "meisten" Ursache sprach, dann deswegen, weil Klaus F. eben doch genau diese Formulierung verwendet, als er die Ursachen für orthopädische Beschwerden an einem anderen Ort lokalisiert-lies noch mal. Wenn jemand behauptet, es gebe kaum noch gute Diagnostiker (ebenfalls Klaus F.), heisst das doch, das es diese einmal gab und vor allem: er kann es besser; um eine solche Aussage zu machen, muss man vom Fach sein (wie könnte er es denn überhaupt sonst beurteilen?) Aber ausser leeren Phrasen (etwa:ein funktionierendes System heilt seine Patienten und gut ist) ist da nichts.


    Ich wollte niemanden verletzen und habe die Weisheit bestimmt nicht gepachtet, aber wenn wir in der Therapie so weit wären wie bei der Diagnostik, sähe die Welt anders aus!


    Grüsse vom Maasai

    Zitat

    Ich wollte niemanden verletzen und habe die Weisheit bestimmt nicht gepachtet, aber wenn wir in der Therapie so weit wären wie bei der Diagnostik, sähe die Welt anders aus!

    Im Bereich der Diagnostik habe ich lange Zeit gearbeitet. Nur am Rande, aber so habe ich doch einen recht brauchbaren Einblick bekommen. Gerade die technischen Möglichkeiten faszinieren mich noch heute. Und sie werden immer besser, immer ausgefeilter, immer feiner. Daneben kann ich mich sehr stark für die Erfahrung von Ärzten erwärmen, die mit ihrer Diagnose bereits anfangen, wenn die Tür aufgeht.


    Daneben habe ich Erfahrungen gemacht, die in eine völlig andere Richtung gehen. Was nützen uns all diese immer feineren Methoden, wenn es uns nicht gelingt, grundlegende Dinge im Blick zu behalten? Die menschliche Wärme, die oft verlorengegangen ist, ist nur einer von vielen Punkten dabei. Deine Sicht auf Klaus F ist dafür nur ein sehr banales und doch symptomatisches Beispiel. Du bemerkst bei ihm sprachliche Schwächen, die Du nicht zu verzeihen bereit bist. Außer leeren Phrasen ist da nichts? Einem Kind geholfen zu haben, bei dem die etablierte Medizin – aus welchen Gründen auch immer – nicht helfen konnte, ist in meinen Augen sehr viel. Dass er mit seiner Hilfe Geld verdient ist in meinen Augen nicht verwerflich. Diese wirtschaftliche Notwendigkeit soll auch schon bei Ärzten beobachtet worden sein. :=o Natürlich verlange ich nicht von Dir, meine Bewertungsmaßstäbe anzunehmen. Auch wenn Du vom Fach sein solltest und Dich deshalb von Klaus' deutlichen Worten persönlich angegriffen gefühlt haben solltest, wirst Du sicher zustimmen, dass es nicht immer nur auf die prinzipiellen Möglichkeiten ankommt, sondern auf die ganz konkrete Umsetzung in der Realität jedes einzelnen Falles.


    Für mich ist es auch keine leere Phrase, dass ein funktionierendes System seine Patienten heilt. Ist nicht das die Absicht eines jeden Arztes? ??Natürlich heilt nicht er persönlich. Aber er unterstützt normalerweise den Patienten in dessen Selbstheilung.?? Zu diesem System gehört aber noch mehr. Es steht einer Vielzahl neuer oder neu erscheinender Erkrankungen gegenüber. Manchmal erscheint das nur so, weil durch die Fortschritte der Diagnostik auf dem Papier aus einer Erkrankung mehrere werden. Ein Grundübel des Systems sehe ich aber darin, dass Methoden, die sich als komplementär anbieten, rigoros abgewertet werden. Sehr beliebt ist der Ruf nach placebokontrollierten doppelverblindeten Studien. Besonders unbeschwert kommt der an, wenn diese Nachweismethode aus offensichtlichen Gründen gar nicht funktionieren kann. ??Als Beispiel sei Reiki genannt. Die Hände nur scheinbar auflegen ist genau so unmöglich wie eine unbeabsichtigte Wirkung der Berührung durch Ungeübte zu verhindern.?? Zur gleichen Zeit wird die Weiterbildung vieler Ärzte in der Hauptsache durch die Vertriebsvertreter der Pharmaindustrie übernommen. Es gibt in der modernen Medizin das bekannte Phänomen, dass Studien zur Wirksamkeit von älteren Medikamenten plötzlich schlechtere Werte liefern, sobald es neue Medikamente auf dem Markt gibt. In ihrem Buch Die Wissenschaftslüge haben Goldacre und Gabler das auf eher amüsante als wertende Weise beschrieben. Solche Dinge werden aber ausgeblendet, um den Glauben an die Medizin vor allem bei denen zu erhalten, die sie sich zum Lebensinhalt gemacht haben. Auch das ist nicht verwerflich, denn der Glauben daran ist eine Grundvoraussetzung sowohl für den Arzt als auch für seinen Patienten. Für verwerflich halte ich nur, andere Ansätze zu diffamieren, um den Glauben an sie zu erschüttern. Letztlich hilft alles, was zur Heilung führt. Sogar Placebos. Sie sind eine wunderbare Sache. Sie regen die Selbstheilung an, ohne Nebenwirkungen hervorzurufen. Außer sie enthalten Stoffe, die zwar nicht als Wirkstoff deklariert sind, aber dennoch eine Wirkung hervorrufen. Mit der überzeugten Erklärung "das ist doch nur ein Placebo" die beabsichtigte Wirkung zu zerstören, halte ich für eine bewußte, wenn auch nicht unbedingt gewollte Schädigung der Gesundheit. Es sei dahingestellt, ob dahinter eine monetäre Absicht, missionarischer Eifer einer (nichtreligiösen) Glaubensrichtung oder einfach ein verletztes Ego steht.


    Wirklich weiter kommen wir nach meiner Überzeugung nicht einfach durch immer bessere Diagnostik, sondern durch die Rückkehr zur Achtung des Menschen, zu Mitgefühl und Zuwendung. Und das nicht nur auf medizinisches Personal bezogen.

    schnattergusche


    jetzt lässt du aber wieder schwer nach. Zunächst gibst du mir prinzipiell recht, um dich dann bei deinen Einschränkungen auf Allgemeinplätze zurück zu ziehen!


    Noch mal: ich habe mich von den Ausführungen von Klaus F. nicht persönlich angegriffen gefühlt. Meine Absicht war, sie zu korrigieren, weil sie nicht nur falsch sind, sondern auch potentiell gefährlich. Hier lesen jede Menge Leute mit, die etwa Homöopathie mit Naturheilkunde gleichsetzen. Wenn dann noch behauptet wird, ein Heilpraktiker habe "im Prinzip die selbe Ausbildung wie ein Arzt", ist das eine Mischung, die durchaus lebensgefährlich sein kann!


    Übrigens: jeder (allgemeinärztlich tätige) Arzt beginnt mit der Diagnose, wenn der Patient zur Türe hereinkommt; und: kein System hat jemals einen Patienten geheilt.


    Grüsse vom Maasai

    Schade. Du hast entweder meinen (zugegeben etwas langen Text) nur überflogen, oder nicht verstanden. Wenn Du erwartet hast, dass ich eine Position ausschließlich für oder gegen Dich beziehe und keine Anstufungen machen würde, habe ich Dich sicher enttäuscht. Dann aber mit Absicht.

    Zitat

    Übrigens: jeder (allgemeinärztlich tätige) Arzt beginnt mit der Diagnose, wenn der Patient zur Türe hereinkommt

    Och, das ist jetzt so eine Aussage, die Du sie Klaus F vorwirfst. Sie ist nicht nur völlig pauschal, sondern auch falsch. Oder ich habe das vergangene Wochenende im falschen Film gesessen. In kurzen Worten: Notfallklinik, flüchtiger Blick der Allgemeinärztin, Diagnose, medikamentöse Therapie, Verschlimmerung. Nochmal Notfallklinik, Kopfschütteln des Spezialisten, Ersatz des Medikaments, Linderung der Beschwerden schon nach einem halben Tag.

    Zitat

    ... und: kein System hat jemals einen Patienten geheilt.

    Kannst Du erklären, wie Du das gemeint hast? Hättest Du behauptet, dass kein System jemals alle Patienten geheilt hätte, würde ich sofort mitgehen. Wenn Du die Heilung auf die Selbstheilung zurückführst und ein davon unabhängiges Konstrukt (z.B. Gesundheits- oder Therapiekonzept, wirtschaftliches oder Verfahrenssystem) als das betrachtete System bezeichnest, kann ich es sicher verstehen. Aber in dieser Pauschalität kann ich dieser Aussage keine Wahrheit andichten.