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    Und wenn der eine Mechaniker dein Auto nicht richtig repariert, rennst du dann zum Klempner? Ist ja auch ein Handwerker, oder nicht?

    Wenn es ein Karoserieklempner ist, und er das besser Werkzeug dafür hat, klar JA.


    Aus der Sichtweise ist der Arzt, wie auch der Heilpraktiker im selben Gewebe tätig und sollten das gleiche Ziel vor Augen haben. Der Patient ist gleich Kunde, und dessen Wünsche oder Sorgen müssen von beiden respektiert und auch die Probleme glöst werden, kann es der eine nicht, so ist er eben falsch am Platze (der Kunde wendet sich dann an den anderen).

    Zitat

    War es einfach nur ein unfähiger Arzt und ein anderer hätte ihm helfen können?

    Das Wort unfähig, hört sich so toll an, wie " ich kann alles, die anderen sind Pfuscher". So ein schwarz/weis denken gibt es nicht, auch Ärzte deuten Symtome mal falsch, und ein menschlicher Fehler kann jedem passieren. Hast Du noch nie Fehler gemacht?

    Zitat

    Warum hast du deinen Vater dann zu einem anderen Schulmediziner gebracht und nicht zu einem Heilpraktiker, wenn die doch soviel besser sind?

    Aha, auf Seite 3 diese Treades schreibt Du folgendes:

    Zitat

    Dann gehört diesem Arzt definitiv die Approbation entzogen. ;-) Welcher Internist sagt sowas?

    Der Vergleich ist typisch Äpfel mit Birnen verglichen. Es gibt nun mal den Unterschied, zwischen chronischen Krankheiten, wo ein Arzt wenn er nicht mehr weiterkommt, auf die Phyche schiebt, und akuter Kranheiten /Unfälle wo ein Krankenhaus, mit all den notwendigen Geräten nur helfen kann.

    Zitat

    Einem unfähigen Arzt die Approbation zu entziehen ist allerdings schon fast ein Ding der Unmöglichkeit, da scheuen die Gerichte doch zurück

    Gehe ich davon aus, wenn Du mal fertig mit Deiner Ausbildung bist, und Du nur mal den kleinsten Fehler machst, dann hängst Du freiwillig deinen Beruf an den Nagel?

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    Wieso? Imho braucht es gar keine Heilpraktiker! Diesen Unsinn gibt es nur in Deutschland und sonst nirgendwo!

    Woher beziehst Du denn dein Halbwissen?


    Schau mal hier:


    http://www.gesund.ch/index.html?info?/verz/info.html


    Schweiz / Lichtenstein


    In Italien gibt es nicht mal ein Heilpraktikergesetz:


    http://www.natur-forum.de/forum/viewtopic.php?f=21&p=89763


    Willst Du noch mehr Beispiele? Google hilft weiter, bevor man alles als Unsinn beschreibt. Am Ende kann der Kunde / Patient frei entscheiden, ob er sich einen Arzt aussucht, der Heilpraktiker nicht nur als Konkurenz ansieht, der Job wegnimmt (den Eindruck habe ich bei dir), oder als Ergänzung, wo er nicht mehr weiter weis.


    Aber das größte Problem an der deutschen Schulmedizin ist einfach die Abhänigkeit von der Pharmalobby. In anderen Ländern gibt es dies nicht:


    http://www.focus.de/gesundheit/gesundleben/alternativmedizin/chinamedizin/akupunktur/aktuelle-studie_aid_19882.html


    Alles was nicht Kosten verursacht, und Provit bringt, ist aus der Sicht der Schulmedizin als nicht wirksam.

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    Wenn du den Unterschied zu Lehre (die ich schon hinter mir habe) und Studium nicht kennst tut es mir leid, aber da kann ich nichts dafür.

    Studium ist Ausbildung, oder willst Du dich jetzt schon als Arzt hier nennen?


    OK es gibt hier einen gewaltigen Unterschied, in der Lehre werden noch praktische Kenntnisse mit den Auszubildenden beigebracht, das kommt ja erst nach dem Studium.

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    Dazu müsstest du dann ja wohl zumindest ein Medizinstudium abgeschlossen haben...

    Ach wenn ich zum Arzt oder Heilpraktiker gehe, muss ich das erst studiert haben, also wenn ich ein Auto in die Werkstatt bringe, muss ich erst meinen Ing machen?


    Ich sehe mich in beiden Fällen als Kunde, und deshalb ist es auch gut so, das es Ärzte, wie auch Heilpraktiker gibt. Sonst wären unsere Phychiaterischen Kliniken wohl nur noch voll, wenn ein Arzt keine weiteren Behandlungsmöglichkeiten mehr kennt.


    Man muss im Berufsleben einfach aktzeptieren, das es einen Mitbewerb gibt, der manches besser kann als der eigene Arbeitgeber oder Berufszweig. Und so ist es auch im Gewerbe der Gesundheit, manches kann ein Arzt besser als der Heilpraktiker, aber es gibt auch vieles wo einfach nicht von den Kassen anerkannt ist (und es wird bestimmt nicht besser), jedoch hier der Heilpraktiker freier ist, was die Wahl der Behandlungsmöglichkeiten betrifft (in jedem Berufszweig muss man auch fähig sein, über den Tellerrand zu blicken).


    Noch mal was zum Nachdenken:


    " Wissen ist Macht, haste gedacht, Können ist König!" Den letzten Endes zählt nur der Erfolg, und kein Titel.

    Es mag auch gute Heilpraktiker geben, nur ist dies kein geschützter Begriff. Wenn ich zum Arzt gehe, weiß ich dass er eine anspruchsvolle Ausbildung durchlaufen hat und wissen sollte, was er tut. Als Heilpraktiker kann sich praktisch jeder bezeichnen.

    Hoppelfuss du willst mich falsch verstehen, oder?

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    Es mag auch gute Heilpraktiker geben, nur ist dies kein geschützter Begriff. Wenn ich zum Arzt gehe, weiß ich dass er eine anspruchsvolle Ausbildung durchlaufen hat und wissen sollte, was er tut. Als Heilpraktiker kann sich praktisch jeder bezeichnen.

    Das stimmt allerdings nicht, sie müssen eine Prüfung ablegen um sich so nennen zu dürfen. Man kann das umgehen indem man sich "Auratherapeut" oder "Fachenergetiker" etc. nennt ja aber "Heilpraktiker" dürfen sich nur die nennen die diese Prüfung gemacht haben.


    Ob es gute Heilpraktiker gibt? Da muss man halt auch definieren. Ich kenne eine (für mich!) "gute" Heilpraktikerin. Sie benutzt hauptsächlich Phytotherapie und kennt sich da auch aus. Bei allem was schlimmer ist als eine Erkältung möchte sie, dass ein Arzt behandelt, sie begleitet nur und würde niemals eine ernsthafte Erkrankung ohne ärztliche Begleitung behandeln.


    Für andere ist ein Heilpraktiker gut wenn er möglichst viele pseudowissenschaftliche Methoden kennt und bei Homöopathika anständig repertorisieren kann.

    Zitat

    Hoppelfuss du willst mich falsch verstehen, oder?

    Ich zeige Dir nur auf, das man falsche Behauptungen so man will wiederholen kann, sie werden niemals Tatsachen.


    Wenn Du fadenscheinliche Argumente gegen Heilpraktiker nur hast, und die meisten wurden hier widerlegt, dann kann man dich nicht verstehen. Mal ein Beispiel aus deinen Postes:

    Zitat

    Diesen Unsinn gibt es nur in Deutschland und sonst nirgendwo!

    Auch hier wurde wieder sonnenklar, das Gegenteil bewiesen. Hast Du vielleicht phychische Existensängste, das dein Beruf, falls du zu Ende gelernt, nichts mehr wert ist?


    Oder persönliche Abneigungen / schlechte persönliche Erfahrungen auf Heilpraktiker?


    Die Existensängste kenne ich von einem Nachbarn von mir, er hat eine Elektrofachfirma, und fürchtet so wie der Teufel das Weihwasser, den eventuellen Wegfall des Meisterzwanges. Und da ich mich als ing von dieser Materie auskenne, muss ich sagen, es gibt Meister die sind die größten Pflaumen und Facharbeiter die können mehr als viele Meister. Und deshalb ist das Stück Papier für mich gesehen nicht allzu viel wert.


    Vielmehr wäre es sinnvoll die Haftungsfragen, auch für Ärzte und Heilpraktiker so zu ändern, das wenn einer Mist baut, das sich dieser nicht hinter einer Ärztekammer oder einem Träger eines Krankenhauses verstecken kann. Bei erwiesenen Fehlern, muss der Arzt / Heilpraktiker voll dafür geradestehen. In der heutigen Zeit ist es Unfug, das ein Arzt, auch gleichzeitig Gutachter sein kann. Das Haftungsrecht sollte bei uns eher so, wie in den Staaten ausgelegt werden, es kann ja nicht sein, das man in Deutschland wegen eines Ärztepfusches nur wegen eventueller Erwerbsminderung usw. ein paar Euro Schadenersatz bekommt, die eingeschränkte Freizeitvergnügen, die unter Umständen jahreweise eingenommen Schmerzmittel (sind für mich auch wie Körperverletzung, man ist gezwungen Chemie seinem Körper zuzuführen) können gar nicht eingeklagt werden.


    Das Vertrauen in eine Behandlung ist nicht abhängig, ob es ein Arzt (es gibt auch sehr gute) oder Heilpraktiker ist, einzig ist es das eine Krankheit in den Ursachen beseitigt wird, nicht oberflächlig die Symtome.


    Und der Arzt, wie auch der Heilpraktiker haben das gleiche Ziel, nur kann man weder einen guten Arzt noch einen guten Heilpraktiker von aussen erkennen (keiner schreibt auf sein Türschild: Mittelmässiger Arzt / Heilpraktiker).


    Die meisten Ärzte, es sind ältere, die schon seit Jahrzehnten Praktizieren (und nicht erst wollen), sehen im Heilpraktiker eine sinvolle Ergänzung zum deutschen Gesundheitssystem. Und diese erkennen auch die Alternativen Heilmethoden an, weil sie vielleicht ein paar Jahre, dann in den USA in Kliniken ihr Praktikum machten, und dort wird einfach anders Behandelt (alles was dem Patienten hilft, ist dort gut). Nur muss sich dann der Arzt, wenn er nach DE zurückkommt gewaltig umstellen, was hier von den Kassen anerkannt wird oder nicht.


    Aber zurück zu deinen Post gegen Heilpraktiker, welche ja nur aus deiner Sicht Fehler begehen, oben stellte ich die Frage:

    Zitat

    Gehe ich davon aus, wenn Du mal fertig mit Deiner Ausbildung bist, und Du nur mal den kleinsten Fehler machst, dann hängst Du freiwillig deinen Beruf an den Nagel?

    Andere kannst Du ja gut kritisieren, aber wie ist es mit einer ehrlichen Antwort auf diese Fragen.

    Ich möchte hier nur einiges anmerken zu der wissenschaftlichen Fundierung der Ärzteausbildung. Schaut man sich die Prüfungsfragen im Medizinstudium an, dann könnte man tatsächlich zu dem Schluß kommen, daß jeder Arzt ein Universalgenie sein muß. Die Realität sieht aber leider anders aus: bis auf ganz wenige Ausnahmen lernen die meisten Medizinstudenten nur für die jeweils anstehende Prüfung und wenn man den Schein in der Tasche hat dann ist die Sache abgehakt und wird nie wieder gerpüft. So hangelt sich der typische Medizinstudent von Schein zu Schein. Und wenn es beim ersten Anlauf nicht klappt (was in den Fächern Chemie, Physik, Biochemie und Physiologie nicht selten vorkommt), dann wird halt solange wiederholt, bis man per Zufall bestanden hat. Denn irgendwann kommen ja auch mal die Fragen dran, die man gelernt hat. So hatte ich eine Studentin getroffen, die ihren Schein in Biochemie erst im 7. Anlauf(!) geschafft hat. Eine Woche nach der Prüfung hatte sie null Ahnung von Biochemie, weil sie bereits für den nächsten Schein gelernt hat.


    Aber nicht nur im studentischen Bereich konnte ich solche Beobachtungen machen; ich habe mehrfach niedergelassene Ärzte angetroffen, die seit vielen Jahren praktizieren und elementare physiologische Vorgänge nicht mehr erklären konnten, die eigentlich im dritten Semester bekannt sein sollten.


    Und letztendlich hatte ich sogar Defizite ausgerechnet da, wo man sie am wenigsten vermutet – nämlich bei den Dozenten – erlebt. Da faselte ein Biologieprofessor während seiner Vorlesung tatsächlich von einer Carboxylgruppe an einem Glucosemolekül!!! Auf die Frage, wo sich denn eine solche bei der Glucose befände antwortete er nur verlegen: "Fragen Sie besser Herrn X, der die nächste Vorlesung macht, der ist Chemiker!"


    Eine Professorin für Neuroanatomie hatte gleich von vornherein zugegeben, daß sie von Biochemie keine Ahnung hätte und sagte nur: "Auf dem Gebiet wissen Sie mehr als ich, das ist bei mir schon zu lange her!"


    Was ist davon zu halten? Ich würde sagen, Quantität ist nicht immer Qualität und weniger ist manchmal mehr. Mir ist ein Heilpraktiker, der die Dinge, der er ausübt zu 100% beherrscht lieber als ein Arzt, der (rein formal) zehnmal mehr gelernt hat, aber von dem ganzen Stoff vielleicht noch 2 % versteht. Selbstverständlich gibt es auch Ärzte, die das was sie tun auch beherrschen und Heilpraktiker, die weder Ahnung noch Fähigkeiten haben. Ich denke, der Arztberuf wird von jenen Leuten, die nie eine Universität von innen gesehen haben, zu sehr idealisiert. Und der Heipraktiker wird entweder als unqualifiziert abgestempelt, oder als "letzte Rettung" betrachtet. Aber diese Einstellungen sind allesamt gleichermaßen irrational. Fazit: jeder sollte das, was er vorgibt zu können, auch tasächlich beherrschen, egal, wieviel oder wie wenig er an Wissen konsumiert (und meist wieder vergessen) hat.

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    Was ist davon zu halten? Ich würde sagen, Quantität ist nicht immer Qualität und weniger ist manchmal mehr. Mir ist ein Heilpraktiker, der die Dinge, der er ausübt zu 100% beherrscht lieber als ein Arzt, der (rein formal) zehnmal mehr gelernt hat, aber von dem ganzen Stoff vielleicht noch 2 % versteht.

    Du solltest aber beachten, dass Ärzte nur deshalb den ganzen Stoff wieder vergessen, weil sie ihn (beinahe) nie wieder in ihrem Berufsleben anwenden müssen. Den Stoff, der notwendig für die Ausübung des Berufes ist, wird selbstverständlich nicht vergessen, da er auch im Berufsleben durch seine Anwendung ständig wiederholt wird. Daher würde ich nicht schlussfolgern, dass Ärzte keine Ahnung davon haben, was sie tun, sondern dass sie einfach die falschen Dinge lernen. Welcher Arzt muss bitte irgendwelche biochemischen Grundlagen für seinen Beruf kennen? Keine, denn er lernt, welche Krankheit mit welchen Symptomen und welchen Behandlungsmöglichkeiten zusammenhängt, und das hat er ohne Zweifel drauf. Da er die Grundlagen für diese Erkenntnis nicht wirklich wissen braucht, müsste er sie theoretisch auch gar nicht lernen. Leider sieht die Realität ganz anders aus, denn in die kommenden Ärzte werden Wissensbruchstücke aus allerlei Wissenschaften hineingepumpt, wobei (und da hast du Recht) nur ein Minimum relevant ist und daher in den Köpfen der Studenten bestand hat. Das macht einen Arzt aber nicht unfähig, da die Dinge, die er vergisst, sowieso irrelevant für seinen Beruf sind. In den allermeisten Fällen. Die Dinge, die Ärzte wissen müssen, lernen sie sowieso zu einem Großteil in ihren klinischen Praktika.

    @ drug

    Hierzu möchte ich zwei Punkte anmerken:


    1.Daß die biochemisch-physiologischen Grundlagen für den praktizierenden Arzt oder Heilpraktiker keine Rolle spielen sehe ich anders. Denn gerade weil hier sowenig verstanden wird, hat die Pharmaindustrie ein so leichtes Spiel, weil diese Denweise zu der Reflexhandlung führt, aufgrund einer gestellten Diagnose ein Rezept auszustellen. Die Realität sieht aber anders aus, denn der Mensch ist ja nicht krank, weil er beispielsweise zuwenig Aspirin im Blut hat.


    2.Daß andererseits viel dummes Zeug gelernt werden muß (was in anderen Fächern leider nicht anders ist), stelle ich damit nicht in Abrede. Aber damit sind wird ja wieder bei dem berühmten Dauerthema, daß der Arzt eben so unendlich viel mehr weiß als der Heilpraktiker. Wenn nun aber von Dir selber zugegeben wird, daß das meiste davon für den Mülleimer ist, dann fragt man sich, warum man dann nicht gleich nur das lernt, was man auch tatsächlich für sein Gebiet braucht. Und nichts anderes tut der Heilpraktiker schließlich.


    Deine Argumente enkräften meinen Einwand nicht, daß Wissen und Performance nicht in einer linearen Abhängigkeit zueinander stehen. Ein Beispiel: Wenn in einer Stadt zeitgleich zwei Konzerte auf dem Programm stehen, für welches würde sich der Konzertbesucher entscheiden? In dem einen Saal spielt ein Pianist von Weltrang, der aber außer Klavier kein anderes Instrument spielt. Im anderen Saal dagegen tritt ein Musiker auf, der neben Klavier auch noch Violine, Flöte, Oboe, Fagott, Trompete, Posaune, Cello, Kontrabaß, Waldhorn, Klarinette, Zither, Akkordeon, Gitarre, Schlagzeug, Alphorn und Harfe spielt?

    Nachtrag: ich habe nicht behauptet, Ärzte seien unfähig. Ich stelle nur fest, daß Fähigkeit nicht unbedingt mit der Menge des akkumulierten (oder besser gesagt: vergessenen) Wissens korreliert.

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    1.Daß die biochemisch-physiologischen Grundlagen für den praktizierenden Arzt oder Heilpraktiker keine Rolle spielen sehe ich anders. Denn gerade weil hier sowenig verstanden wird, hat die Pharmaindustrie ein so leichtes Spiel, weil diese Denweise zu der Reflexhandlung führt, aufgrund einer gestellten Diagnose ein Rezept auszustellen. Die Realität sieht aber anders aus, denn der Mensch ist ja nicht krank, weil er beispielsweise zuwenig Aspirin im Blut hat.

    Vielleicht habe ich mich ein wenig unglücklich ausgedrückt. Ich meinte, dass dieses Wissen für die Ärzte nicht essenziell für ihre Arbeit ist. Und das kann nicht bestritten werden, da sie trotz des Vergessens in der Lage sind, ihren Beruf auszuführen. Natürlich bin auch ich der Meinung, dass es in einigen Dingen helfen würde, wenn sie dieses Wissen besitzen würden, denn ohne dieses Wissen machen sie sich irgendwie zu Marionetten der Pharmaindustrie, da ihnen der Hintergrund fehlt, um eigenmächtig Entscheidungen in mancherlei Hinsicht (wie z.B. bei der Frage der Medikamente) treffen zu können.

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    2.Daß andererseits viel dummes Zeug gelernt werden muß (was in anderen Fächern leider nicht anders ist), stelle ich damit nicht in Abrede. Aber damit sind wird ja wieder bei dem berühmten Dauerthema, daß der Arzt eben so unendlich viel mehr weiß als der Heilpraktiker. Wenn nun aber von Dir selber zugegeben wird, daß das meiste davon für den Mülleimer ist, dann fragt man sich, warum man dann nicht gleich nur das lernt, was man auch tatsächlich für sein Gebiet braucht. Und nichts anderes tut der Heilpraktiker schließlich.

    Im Prinzip: Ja. Allerdings kenne ich die Inhalte der Ausbildung zum Heilpraktiker nicht im Detail, daher kann ich darüber nichts sagen. Dennoch denke ich, dass es mit Sicherheit bessere Ärzte machen würden, wenn sie mehr über die Grundlagen ihres Schaffens wissen würden, doch da sie dies überhaupt nicht brauchen, gibt es keinen Anreiz, sich diese Dinge zu merken. Daher liegt das Problem nicht bei den Ärzten, sondern in ihrem Beruf an sich, in der Tatsache, dass heutzutage überall spezialisiert wird, so dass der Einzelne nur noch über einen minimalen Bereich tatsächlich Bescheid weiß. Es gibt Biochemiker, Chemiker, Biologen, Pathologen, Genetiker, Molekulargenetiker, Psychologen etc., die alle in ihrem Fachbereich mehr wissen als die Mediziner, obwohl letztere all diese Fächer auch in ihrem Studium lernen mussten. Das heißt, ein Arzt kann im Grunde nur eines besser als alle anderen: Patienten behandeln. Alles, was darüber hinausgeht, liegt in der Hand anderer Leute, und da es leider immer wieder Fälle gibt, bei denen ein Arzt über sein Fachgebiet hinausgehen muss, kommt es in diesen Fällen oftmals zu Defiziten, da der Patient in diesen Fällen bei optimalen Verhältnissen von all jenen Fachleuten behandelt werden müsste, deren Fachgebiet von seinem Leiden tangiert wird. Und das ist ein Ding der Unmöglichkeit.

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    Deine Argumente enkräften meinen Einwand nicht, daß Wissen und Performance nicht in einer linearen Abhängigkeit zueinander stehen.

    Ich glaube nicht, das behauptet zu haben :-). Man muss in dieser Hinsicht differenzieren: Wissen und Performance stehen nur dann in einer (linearen) Abhängigkeit, wenn ihre Inhalte zu 100% übereinstimmen, wenn die Performance also zu 100% auf dem Wissen beruht. Und das ist beim Arztberuf natürlich überhaupt nicht der Fall, da, wie wir gesehen haben, ein Arzt zu 90% Dinge lernt, die in seine Performance überhaupt nicht eingehen.

    @ drug

    Dem stimme ich weitgehend zu. Wenn Du nun selber sagst, daß der Arzt 90% der Dinge die er gelernt hat, gar nicht für seinen Beruf braucht, dann können wir seinen Ausbildungsweg auf 10% der Zeit eindampfen! Denn mit dem Wissen, wie eine Kalomel-Elektrode funktioniert, hat noch niemand einen Patienten geheilt. Nehmen wir also all den Ballast aus dem Lehrstoff heraus, dann wären wir zeitlich gesehen ziemlich exakt da, wo auch eine seriöse Heilpraktiker-Ausbildung angesiedelt ist. Also schließe ich daraus, daß der Arzt zwar mehr gelernt hat, aber im Prinzip nicht mehr an Relevantem gelernt hat als der Heilpraktiker. Nichtsdestotrotz wird in der öffentlichen Wahrnehmung gerade auf diesem Argument der ach so schlechten HP-Ausbildung herumgeritten!!! Wenn wir aber alles Irrelevante herauskürzen, dann steht der Heilpraktiker gar nicht so schlecht da.


    Natürlich kann jeder Arzt – wie jeder andere Mensch auch – sich das Wissen eines Heilpraktikers aneigenen und dann nach denselben Methoden arbeiten. Der eine oder andere Arzt tut es ja auch mit Erfolg. Allerdings läßt sich das organisatorisch und abrechnungstechnisch nur selten mit einer Kassenpraxis vereinbaren. Also werden die wenigsten Ärzte davon Gebrauch machen. Die meisten werden sich dieses Wissen nicht aneignen, da es für ihren Betriebsablauf keinen Mehrwert bedeutet. Und wenn man sich mit einer Sache nicht beschäftigt hat, ist sie per se suspekt. Also urteilt man über Dinge, von denen man eigentlich nichts versteht. Die Heilpraktiker wollen diese Mißverständnisse argumentativ ausräumen, aber die Ärzte können den Argumenten mangels Wissen von der Materie nicht folgen und so entsteht dann nicht selten eine unreflektierte, pauschale Ablehnung der gesamten Thematik.

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    Vorpost:Es ist sinnvoller wenn sich beide Ärzte, wie auch HP miteinander verstehen

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    Antwort von HLodin: Wieso? Imho braucht es gar keine Heilpraktiker! Diesen Unsinn gibt es nur in Deutschland und sonst nirgendwo!

    Diese Antwort hat mal jemand in die Welt gesetzt und alle schreiben es ohne Überlegung nach – auch noch mit Ausrufungszeichen!


    Natürlich heißen nichtakademische CAM(Complementär u. Alternativ-Medizin)-Therapeuten nicht "Heilpraktiker" sondern in England zum Beispiel Naturopathen, Geistheiler, Osteopathen, Bonsetter usw. Nicht selten in Krankenhäusern tätig. In der Schweiz heißen Hp's Naturärzte und Chiropractoren. In Schweden sind eine große Anzahl Heilpraktiker-ähnlich tätig, mit staatlicher Genehmigung.


    In Belgien, Niederlande, Frankreich sind Osteopathen offiziell tätig. In USA gibt es seit über 100 Jahren Chiropractoren und Osteopathen.


    In Spanien und Italien werden CAM durch Medizinische Hilfsberufe straflos geduldet.


    In den Ländern wo es explizit CAM Therapien durch nichtakademiker verboten sind, ist die Grauzone und Hinterhof-Medizin unübersichtlich und üblich. Siehe zum Beispiel Österreich. Alle diejenigen die Heilpraktiker verboten sehen möchten, sollten sich im klaren sein, dass man einen Berufsstand gesetzlich verbieten kann, aber "Naturmedizin" gehört zur Medizinhistorik und vor allem Familientradition.


    Fazit: Complementär- und Alternativmedizin gibt es in jedem Land, nur in Deutschland ist sie reguliert und kontrolliert.


    Gruß Cetus, der kein Heilpraktiker ist und wird

    Es ist sogar so, daß in vielen Ländern der Stellenwert der Alternativmedizin viel höher angesiedelt ist als in Europa. Insbesondere in den größten und ältesten Kulturkreisen der Welt, wie z.B. Japan, China, Indien, ist die Anwendung naturheilkundlich-alternativer Methoden nicht nur selbstverständlicher als in Europa, sie sind darüberhinaus auch in Traditionen des Alltags integriert. Das beginnt bereits damit, daß man Streß vermeidet, indem man höfliche Umgangsformen pflegt, Probleme nicht während des Essens bespricht, meditative Techniken wie Massagen, Reflexzonenbehandlung, Gebete etc. in den Tagesablauf integriert, die Essenszubereitung nach klassischen Gesundheitslehren ausrichtet u.s.w. Es ist daher sicherlich kein Zufall, wenn dort die ältesten und gesündesten Menschen Leben und das Gesundheitssystem dort nur einen Bruchteil jener Kosten verschlingt, die in Europa leider immer noch der Pharmaindustrie in den Rachen geworfen werden.

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    Es ist daher sicherlich kein Zufall, wenn dort die ältesten und gesündesten Menschen Leben

    In China ist die aktuelle Lebenserwartung liegt für Männer bei 70 und Frauen bei 74 Jahren.


    In den 30er Jahren lag sie noch bei circa 35 Jahren – trotz TCM.


    (Quelle: http://www.china.uni-koeln.de/papers/No%201986-1.pdf)


    In Indien ist die durchschnittliche Lebenserwartung für Männer 63,9 Jahre (1971 waren es nur 44 Jahre) und für Frauen 65,6 Jahre (1971 waren es nur 46 Jahre).


    (Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Indien)


    Auch wenn bei über 1 Milliarde Chinesen und auch 1 Milliarde Inder logischerweise auch einige wenige sehr alt werden verzichte ich dankend auf diese Alternativmedizin.

    Zitat

    Auch wenn bei über 1 Milliarde Chinesen und auch 1 Milliarde Inder logischerweise auch einige wenige sehr alt werden verzichte ich dankend auf diese Alternativmedizin.


    FriedemannB

    ..und was möchte uns der Autor jetzt mitteilen ":/