Ich war mit 26 oder 27 in einer Augenklinik zur Beratung und Voruntersuchung, ob bei mir das Lasern der Augen möglich wäre (beide Augen jeweils etwa -9,0 Dioptrien, dabei nur eine sehr geringe Hornhautverkrümmung). Der Arzt hat mir dann tatsächlich davon abgeraten, weil meine Hornhautdicke zwar im Normalbereich liegt, allerdings ist es wohl doch sehr knapp bei meiner Dioptrienzahl (machbar, er meinte aber, dass er es, wäre er betroffen, nicht machen würde). Meine Sehstärke war bis dahin gut 5 Jahre stabil und blieb es dann auch erstmal weiterhin - bis zu meinen zwei Schwangerschaften (die Kinder sind knapp 2 Jahre auseinander): Danach waren dann beide Augen jeweils 1,5 Dioptrie schlechter. Das Risiko besteht laut meinem Augenarzt und Optiker leider nämlich auch, dass eine Schwangerschaft die Sehstärke nochmal verschlechtern kann. Eine Option in meinem Fall wäre das Implantieren einer künstlichen Linse, ich trage mittlerweile aber meist eine Brille, gelegentlich noch Kontaktlinsen, das ist für mich mittlerweile ok.


    Gehe mit deiner Tochter in eine Klinik und führt ein Gespräch mit einem Arzt in ihrem Beisein - eine gute Klinik sollte das Lasern bei einer 17jährigen ganz klar ablehnen.

    Danke für Eure Hinweise. Es scheint, dass es eine Menge Argumente gibt, das Lasern erst einmal zu verschieben. Zumal die Gefahr, dass das schief geht ja auch nicht gerade beruhigend ist.


    Allerdings möchte ich dem Hinweis, dass das Kosmetisch sei für meine Tochter widersprechen, sie hat nie wirklich gerne ihre Brille getragen und inzwischen wirklich auch starke Gläser. Da sie mit Linsen nicht so gut klar kommt, denke ich, es wäre eine Erleichterung für sie und das sehe ich nicht als kosmetisch an.


    Aber selbstverständlich erst, wenn es wirklich Sinn und unbedenklich ist.


    Ich habe ihr jetzt erstmal nichts weiter gesagt. Das soll der Augenarzt unternehmen und ich denke, nachdem was Ihr geschrieben habt, brauche ich mir da keine Sorgen machen, das er vom Lasern erstmal abrät.


    Hm ... nur das wird ziemlich hart für sie werden ":/

    Und achtet darauf, dass der Augenarzt das neutral betrachtet. Ich hatte das Erlebnis, dass meiner ohne Ende dafür Werbung gemacht hat (obwohl ich keine stabilen Werte habe). War absolut unseriös.

    Zitat

    Allerdings möchte ich dem Hinweis, dass das Kosmetisch sei für meine Tochter widersprechen, sie hat nie wirklich gerne ihre Brille getragen und inzwischen wirklich auch starke Gläser.

    Dass Jugendliche eine Brille als eine ästhetische Belastung empfinden können, will ich nicht abstreiten (kenne ich ja aus eigener Erfahrung). Aber es ändert nichts an der Tatsache, dass es ein kosmetisches Problem ist, denn deine Tochter hat keinen Hydrocephalus oder keinen großen Tumor im Gesicht, Dinge die man gesamtgesellschaftlich als so große Abweichung von einer ästhetischen Norm empfinden würde, dass sie als entstellend angesehen würden. Mit 6 Dioptrien sind die Gläser, besonders wenn mit einem höhere Index, auch nicht so stark, dass das irgendjemandem auffallen würde (die meisten könnten den Unterschied zwischen 2 und 6 Dioptrien nicht erkennen). Wäre es da nicht Aufgabe der Eltern, der defizitären Wahrnehmung der Tochter entgegenzuwirken, sprich: ihr zu vermitteln, dass das es nur ein oberflächliches Problem ist und im Grunde nicht einmal das (die Aussage impliziert ja, dass sie mit der Brille irgendwie schlechter aussehen würde als ohne)? Und wäre es vielleicht nicht angebrachter, wenn man schon der Angst des Kindes folgen will, mehr Zeit und Energie investieren würde, eine bessere KL-Option zu finden (da sind sicher noch nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft). So zu tun, als fände man das Lasern ohnehin super, und es einer AA zu überlassen, die schlechte Nachricht zu überbringen - ich weiß nicht.

    Zitat

    Wir haben unseren Sohn mit 18 lasern lassen

    Ich finde die Formulierung alleine schon sehr, sehr schlimm. (Die Tatsache, dass das jemand, der oder die dem hippokratischen Eid verpflichtet wäre, macht, natürlich auch.)

    Danke, Meronymy! Du hast hundertprozentig das zum Ausdruck gebracht, was auch mir dazu eingefallen ist.


    Zum kosmetischen Problem würde ich sagen: Wenn jemand durch das Tragen einer Brille (oder durch verhältnismäßig kleine Brüste oder durch überdurchschnittlich große Ohren) so schwerwiegende psychische Probleme bekommt, dass er sich deswegen in Behandlung begeben muss, ist es natürlich schon mehr als ein kosmetisches Problem. Ich glaube aber nicht, dass das hier der Fall ist. Und Gläser in der genannten Stärke müssen niemanden entstellen! Das Problem ist hier wohl eher der nicht fehlsichtige Rest der Familie, ich habe mich auch immer blöd gefühlt als einzige Kurzsichtige in der gesamten näheren Verwandtschaft.

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    Wir haben unseren Sohn mit 18 lasern lassen

    Ihr konntet euren Sohn doch gar nicht lasern lassen, wenn er bereits 18 war! Er musste doch wohl selbst unterschreiben, auch wenn ich davon ausgehe, dass ein junger Mensch in diesem Alter die Tragweite seiner Entscheidung noch gar nicht überblicken kann. Trotzdem wird er, wenn es irgendwann Spätfolgen geben sollte, sich selbst dafür verantwortlich machen müssen und nicht seine Eltern, so wie es im Fall der Tochter von akamalak wäre.


    Abgesehen davon würde ich, wenn schon ein Eingriff erfolgen soll und wenn man vielleicht noch ein paar Jahre Zeit hat damit, auch andere Möglichkeiten in Erwägung ziehen. Vielleicht ist die Kurzsichtigkeit ja in ein paar Jahren noch etwas angestiegen und man könnte auch über das Einsetzen einer zusätzlichen Kunstlinse nachdenken. Das hat natürlich wieder andere Risiken, es ist ja ein Eingriff INS Auge, aber es ist reversibel, während die Hornhaut ein für alle Mal hin ist, wenn es schief laufen sollte. Ich will nicht zum einen oder anderen raten, für mich persönlich käme keins von beiden in Frage, aber wenn man bereit ist, für ein paar Jahre Brillenfreiheit Risiken in Kauf zu nehmen, sollte man die Risiken und Vorteile aller in Frage kommenden Möglichkeiten gegeneinander abwägen.

    Zitat

    Und achtet darauf, dass der Augenarzt das neutral betrachtet. Ich hatte das Erlebnis, dass meiner ohne Ende dafür Werbung gemacht hat (obwohl ich keine stabilen Werte habe). War absolut unseriös.

    Auch dieses Problem sollte man nicht unterschätzen! Wer selbst daran verdient, entweder, weil er solche Eingriffe vornimmt, oder weil er Provision bekommt (und davon muss der Patient ja nicht unbedingt etwas mitbekommen), entscheidet im Zweifelsfall vielleicht eher für seinen Geldbeutel als für das Wohl des Patienten.


    Wenn der Fachmann der Siebzehnjährigen zum Eingriff raten sollte, hat die Mutter mit ihren Bedenken sehr schlechte Karten!

    @ Meronymy und Luftschiff-Fan

    ich weiss ja nicht, ob ihr selbst betroffen seid oder euch wenigstens ansatzweise vorstellen könnt, wie das ist, bei einer so hohen Dioptrienzahl überhaupt in die Welt zu blicken.


    Es ist alles vernebelt und verschwommen, von der Brille (oder auch KL) ist man TOTAL abhängig.


    Ich hätte noch nicht mal ohne einfach so über die Strasse gehen können.


    Schön für die, die nicht betroffen sind, einfach die Augen auf machen und einfach alles klar sehen können.... für Kurzsichtige: absolut unvorstellbarer Luxus, der mit so einer OP in die Nähe rücken könnte.


    Zu behaupten (wenn auch indirekt), man solle wohl an seinem psych. Charakter zu arbeiten und doch eine Brille zu akzeptieren, weil alles andere ja oberflächlicher Schnörkel sei, finde ich geradezu abstrus...


    Die OP-Methode derart zu verteufeln ist lächerlich... da dürfte man ,euren Ängsten nach , noch nicht mal über die Strasse gehen.


    Hier geht es nicht um irgend eine Brust-OP o.ä. (selbst das hat seine Berechtigung, wenn die Person es nun mal wünscht) , sondern darum, seine Sinne im vollen Bereich wieder nutzen zu können. Ein absolut wertvolles Gut, was nunmal heutzutage wieder herstellbar ist.


    Wenn es nur um Ängste und Risiken geht, dürfte man seinen Kindern auch keinen Führerschein erlauben .


    Was mir am meisten immer wieder auffällt, ist, dass es Leute sind, die sich selbst nix trauen und dann meinen, den Anderen auch alles ausreden zu müssen %-|

    @ Californierin

    Vielleicht hast du mich falsch verstanden - ich wollte nichts verteufeln, aber die Verantwortung für so einen Eingriff sollte der Betroffene selbst übernehmen, nicht seine Eltern! Wenn es irgendwann negative Folgen geben sollte, muss doch er/sie damit klar kommen und nicht die Eltern. Was wäre so schlimm daran, wenn die Tochter zumindest so lange wartet, bis sie volljährig ist?


    Für mich als Mutter wäre es z.B. unvorstellbar, meiner minderjährigen Tochter eine Brustvergrößerungs-OP zu erlauben. Wobei ich dir zustimme, das alles hat seine Berechtigung, wenn die Person es wünscht, aber eben nur, wenn es entweder medizinisch indiziert ist oder die Person alt genug ist, um so eine Entscheidung zu treffen.


    Du irrst dich, dass ich mich nichts traue. Wenn ich unter meiner Kurzsichtigkeit leiden würde und mit einem eventuellen Misserfolg oder gewissen Einschränkungen - z.B. trockenen Augen, Schwierigkeiten beim nächtlichen Autofahren, Dauer des OP-Erfolgs (Brillenfreiheit) eventuell nur einige Jahre, vielleicht in späteren Jahren nach der nächsten oder übernächsten Lasik-OP einem Keratokonus - leben könnte und außerdem das nötige Geld dazu hätte, würde ich es definitiv machen lassen. Ich fände es sogar spannend, so etwas einmal zu erleben.

    Liebe Californierin,

    Du kannst nicht sagen, ob wir kurzsichtig sind, aber sehr wohl, wie wagemutig wir sind? Wie auch immer.


    Zu Information: ich bin kurzsichtig, R: -6.5/L: -7.25 Also ja, ich kann einschätzen, was es heißt, in ungefähr deinem (oder der Tochter der TE) Bereich fehlsichtig zu sein. Ich trage meist Brille, seltener KL. Ich habe in meiner Jugend trotz vier Dioptrien keine Brille getragen, weil ich mir hässlich, auffällig, und alles Andere, was ungut war, vorgekommen bin, und fühlte mich erst mit KL wieder als voller Mensch. Also ich kenne auch diese Seite der Problematik.


    Luftschiff-Fan mag dir ihre Geschichte selbst erzählen.


    Deine Argumentation ist absonderlich, weil du so tust, als wäre Lasern die einzige Möglichkeit, Kurzsichtigkeit zu korrigieren, und somit als wäre ein Ratschlag gegen das Lasern ein Ratschlag dafür, unkorrigiert fehlsichtig durchs Leben zu stolpern. Und das unterstellst du uns, obwohl wir uns in der Essenz nur dagegen ausgesprochen haben, dass man eine 17-Jährige lasert, was du ja selbst auch in deinem Beitrag getan hast.


    Du darfst dich gerne an dem zweiten Punkt, den ich erwähnt habe, abarbeiten, nämlich dass LASIK oder jegliche andere Operation, mit der Fehlsichtigkeit behoben wird, eine kosmetischer Eingriff ist (da es ja in Brille und KL einfachere und gängigere Methoden der Fehlsichtigkeitskorrektur gibt) und Eltern ihren Kindern doch vor allem so viel Liebe und Selbstbewusstsein vermitteln sollten, sodass sie eigentlich immer der Meinung sein sollten, dass das nicht notwendig ist. Wenn die junge Erwachsene sich mit 25 oder 30 oder wann immer trotzdem dafür entscheidet, diesen Eingriff durchführen zu lassen, aus welchen Gründen auch immer, dann sei das so und ist zu akzeptieren. Ich finde es nur gut, dass man es nicht mit 17 macht, denn bis 30 kommen prägende Jahre, in denen man in eine eigene individuelle Identität hineinwächst, wo möglicherweise das Brille oder Brille/KL gar nicht einmal so schlecht hineinpasst (ist mir so passiert - allerdings eine Entwicklung bis in die 40iger -, auch wenn ich mit 14 gedacht hätte, ich würde auf jeden Fall eine Operation wählen *gabsdamalsnochnichtwirklich*). Vielleicht auch nicht, wir sind alles anders und das ist ja auch das Schöne.

    Zitat

    Zu behaupten (wenn auch indirekt), man solle wohl an seinem psych. Charakter zu arbeiten und doch eine Brille zu akzeptieren, weil alles andere ja oberflächlicher Schnörkel sei, finde ich geradezu abstrus...

    Zu behaupten (wenn auch direkt), dass ich das behauptet habe, ist abstrus. Das wäre ja auch ein Plädoyer gegen KL (die ich ja manchmal selbst auch trage bzw. lange Zeit ausschließlich getragen habe). Was ich behaupten würde, ist, dass alles leichter und unverkrampfter ist, wenn man das Brilletragen nicht hasst, auch eine mögliche Entscheidung für einen Laser-Eingriff. Das geht nicht immer und daran ist auch nichts Verwerfliches - aber leichter wäre es trotzdem.


    Ich verteufle das Lasern nicht (ich wüsste auch nicht, wo du das erkannt haben willst). Ich finde es jetzt aber auch ein wenig absurd, dass du hier irgendwelche charakterliche Vorzüge (Mut und so) daraus ableitest, dass man das machen lässt, bzw. Luftschiff-Fan und mir dieselben Attribute absprichst (ich habe überhaupt keine Angst vor der Operation, aber da ich mit Brille/KL gesundheitlich, ästhetisch und sozial gut klar komme, warum sollte ich es machen?).

    @ Californierin

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    ich weiss ja nicht, ob ihr selbst betroffen seid oder euch wenigstens ansatzweise vorstellen könnt, wie das ist, bei einer so hohen Dioptrienzahl überhaupt in die Welt zu blicken.

    Ich weiss nicht, ob dir überhaupt klar ist, wie viele Menschen heutzutage etwas stärker kurzsichtig sind!?


    Kannst du dir vorstellen dass es welche gibt, die deutlich mehr Dioptrien haben als die hier genannten und trotzdem ganz normal damit leben?


    Wie Meronymy treffend beschrieb, ist der Umgang mit der eigenen Kurzsichtigkeit bei Jugendlichen anders als vielleicht 10 oder 15 Jahre später. Auch bei mir war es so. Nachdem ich während meiner Jugend nie auf die Idee gekommen wäre, Kontaktlinsen gegen Brille einzutauschen sieht das nun ganz anders aus. Anlass war eine unfreiwillige Linsen-Pause (mit Details will ich hier nicht langweilen). Jedenfalls hatte ich zum Zeitpunkt des Umstiegs auf Brille ~ 10 dioptrien. Dass es nicht leicht war sich nach langen Jahren mit KL als Maulwurf zu outen, muss ich wohl nicht extra erwähnen. Mittlerweile trage ich fast ausschließlich Brille und muss sagen, das ich gut damit leben kann. Vor einigen Jahren wäre mir das unvorstellbar gewesen.


    Und noch eins: meine Werte sind noch immer nicht stabil. Hätte ich vor 12 Jahren lasern lassen, wäre ich aktuell also wieder kurzsichtig. Wohl nicht wie jetzt an die 11 dioptrien aber gerechnet mit dem Anstieg der letzten Jahre dann auch wieder ganz ordentlich.

    Hallo zusammen!


    Sicherlich ist es verlockend für Kurzsichtige wieder ohne Sehhilfe scharf sehen zu können. Ich bin selber kurzsichtig mit ca. -4,5 Dioptrien. Allerdings ist ein Brechungsfehler keine Krankheit. Neben den eher geringen Komplikationsraten bei der OP stellt sich mir aber auch die Frage, welche Folgen eine Lasik-OP nach einigen Jahrzehnten haben kann. Ist die Hornhaut auch dann noch intakt oder neigt sie zu Deformationen, Keratokonus, Trübung etc.? Da die Behandlung ja in großem Maßstab erst seit etwa 10-15 Jahren gemacht wird, wird man schwerlich etwas dazu sagen können, was in 50 Jahren sein wird. Da ich dann auch noch gut sehen möchte und mir nicht vorstellen kann an einem gesunden Sinnesorgan eine OP durchführen zu lassen, nehme ich lieber eine Brille in kauf.


    Omikron


    :-o

    Zitat

    Auch dieses Problem sollte man nicht unterschätzen! Wer selbst daran verdient, entweder, weil er solche Eingriffe vornimmt, oder weil er Provision bekommt (und davon muss der Patient ja nicht unbedingt etwas mitbekommen), entscheidet im Zweifelsfall vielleicht eher für seinen Geldbeutel als für das Wohl des Patienten.


    Wenn der Fachmann der Siebzehnjährigen zum Eingriff raten sollte, hat die Mutter mit ihren Bedenken sehr schlechte Karten!

    Um diesem Problem zu entgehen, habe ich die Woche versucht den Augenarzt anzurufen und ihn dann auch mal tatsächlich an der Stripe gehabt, um seine Meinung schon vorher zu erfahren. Im Prinzip hat er das gesagt, was hier auch shcon gesagt worden war: Frühestens nach zwei Jahren ohne Veränderung der Werte und eigentlich nicht vor dem 25 Lebensjahr. Er meinte das seien zwar Richtwerte und man müsse in jedem Fall individuell entscheiden, aber mit 17 würde er niemandem zum Lasern raten.