Brille - Übernimmt die Krankenkasse einen Teil?

    Hallo,


    ich bin Kontaktlinsenträgerin, brauche aber dringend eine Brille. Ist halt unangenehm sie jeden Tag 16-17 Std. zu tragen, sie werden trocken, u.s.w. An meinem neuen Arbeitsplatz ist das eh nicht so gut, wegen der Klimaanlage. Da sind alle Kontaktlinsenträger auf Brille umgestiegen. Ich will die Brille eigentlich nur für zu Hause, und evtl. für die Arbeit. Muss ich die Kosten zu 100% selber tragen? Ich bin Auszubildende, falls das zur Sache tut.

  • 10 Antworten

    Sehhilfen


    Durch die Gesundheitsreform erhalten seit dem 01.01.2004 nur noch Kinder und Jugendliche bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres sowie stark sehbehinderte Erwachsene einen Zuschuss. Die früher gezahlten Zuschüsse sind entfallen. Für Versicherte, die das 18. Lebensjahr vollendet haben, besteht der Anspruch auf Sehhilfen, wenn sie auf Grund ihrer Sehschwäche oder Blindheit, entsprechend der von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen Klassifikation des Schweregrades der Sehbeeinträchtigung, auf beiden Augen eine schwere Sehbeeinträchtigung mindestens der Stufe 1 aufweisen (§ 33 Abs. 2 SGB V)

    Die gesetzlichen Bestimmungen zur Kostenbeteiligung der gesetzlichen Krankenkassen haben sich mit Inkrafttreten des Gesetzes zur Modernisierung des Gesundheitswesens (GMG) zum 01.01.2004 geändert.


    1. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren


    Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren ändert sich nichts. Alle gesetzlichen Krankenkassen beteiligen sich an den Kosten für Contactlinsen mit einem Festbetrag (Zuschuß) bei Vorliegen der folgenden Indikationen:


    * Myopie (Kurzsichtigkeit) ab 8,00 Dioptrien


    * Hyperopie (Übersichtigkeit) ab 8,00 Dioptrien


    * irregulärem Astigmatismus (seltene Form von Hornhautverkrümmung, die mit Brillengläsern nicht korrigiert werden kann)


    * regulärem Astigmatismus (Hornhautverkrümmung) ab 3,00 Dioptrien bzw. ab 2,00 Dioptrien bei schräger Achsenlage


    * Keratokonus (siehe unter Keratokonus)


    * Aphakie (Linsenlosigkeit)


    * Aniseikonie (ungleiche Netzhautbildgröße)


    * Anisometropie ab 2,00 Dioptrien (unterschiedliche Fehlsichtigkeit R/L)


    * Verbandlinsen (nach Hornhauterkrankung oder -Verletzung)


    * Okklusionslinsen (als Hilfsmittel bei der Schielbehandlung)


    * Irislinsen (bei Teil- oder Totalverlust der Regenbogenhaut)


    In den oben genannten Fällen übernimmt die Krankenkasse bei Minderjährigen einen Festbetrag zwischen 58,80 und 145,72 Euro pro Linse.


    In besonders schwierigen Fällen und falls besonders aufwendige Contactlinsen erforderlich sind (Sonder- oder Einzelanfertigungen), können die Krankenkassen nach Einreichen eines Kostenvoranschlags auch die Gesamtkosten übernehmen. Die Kostenübernahme ist jedoch nicht verpflichtend für die Krankenkassen.


    Trifft keine der obigen Indikationen zu (z.B. schwache Kurz-oder Weitsichtigkeit unter 8,00 Dioptrien), werden von den Kassen bei Minderjährigen die Kosten für entsprechende Brillengläser bezahlt.


    2. Erwachsene


    Bei der Versichertengruppe der Erwachsenen, für die bis Ende 2003 die gleichen Bestimmungen galten, wie oben geschildert, gibt es seit der Gesetzesänderung erhebliche Einschränkungen in der Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen. Es werden nur noch in wenigen Ausnahmefällen die Kosten für Sehhilfen übernommen. Solche Ausnahmefälle liegen vor, wenn


    1. die maximale Sehschärfe auf beiden Augen mit Sehhilfe (also mit aufgesetzten Contactlinsen) unter 30 Prozent liegt.


    2. eine Augenverletzung oder eine Augenerkrankung vorliegt, die eine therapeutische Sehhilfe erfordert. In den neuen Richtlinien werden hier speziell genannt:


    2.1 Irislinsen bei Fehlen oder Beeinträchtigung der eigenen Iris (Regenbogenhaut).


    2.2 Okklusionslinsen (Contactlinsen, die die eigene Augenoberfläche verdecken, z.B. zur ästhetischen Wiederherstellung von funktionell und optisch zerstörten Augen nach einem Unfall).


    2.3 Verbandlinsen/Verbandschalen bei/nach


    * Erosionen, Epitheldefekten, Hornhautgeschwüren.


    * Abschürfungen nach medizinisch notwendigen Operationen.


    * Verletzung.


    * Verätzung.


    * Verbrennung.


    * Hornhautperforation.


    * Keratoplastik (Hornhautverpflanzung).


    * Hornhautentzündung.


    * kontinuierlicher Medikamentenzufuhr als Medikamententräger.


    2.4 Kontaktlinsen bei Keratokonus mit Verdünnung der Hornhaut um mindestens 50%, kegelförmiger Vorwölbung und Vogt-Linien, sowie Keratitis punctata superficialis.


    Da ich noch unter 18 bin, bekomme ich eine komplette Brille in einfacher Ausführung bezahlt, allerdings sehr einfach. Bei Kontaktlinsen gibt es einen Zuschuss, aber nur bei formstabilen, wurde mir gesagt. Hinterher gibt es null komma null :(v