Oh, sorry, da habe ich dich wohl wirklich falsch verstanden, California!


    Auch mir hätte in meiner Brillen-Frühzeit ein Austausch mit anderen Betroffen gut getan, leider gab es damals noch kein Internet.


    Selbstverständlich finde ich, dass jeder Neuling hier bei Bedarf Rat, Ermutigung und Unterstützung bekommen sollte, und wenn es dabei wieder zu netten Gesprächen kommt, um so besser! Aber der Tami-Thread ist mittlerweile so lang und unüberschaubar, dass ich es besser fände, wenn die Probleme neuer Fragesteller auch in neuen Threads abgehandelt würden. Mir persönlich ist es auch weniger peinlich, irgendetwas, das mir am Herzen liegt, in einem neuen Thread zu wiederholen, als es unwissentlich zum zweiten oder dritten Mal im selben Thread zu schreiben.

    Dieser Faden ist mit seinen mittlerweilen 57 Seiten in der Tat sehr lang und dadurch auch schwer überschaubar geworden, damit hast du absolut Recht, Luftschiff-Fan :)z etwaige Wiederholungen von vielleicht schon gestellter Fragen durch neue Leser, die natürlich nicht sämtliche Beiträge durchlesen werden, finde ich aber innerhalb eines vorhandenen Fadens nicht schlimm und weit weniger nervig als in regelmäßigen Abständen neu eröffnete Threads zu einem Thema was schon in zig anderen Fäden diskutiert wurde und ganz leicht über die Suchfunktion gefunden worden wäre. Immer wieder neue Fäden mit der selben Frage finde ich für das Forum ungünstig weil dadurch Fragen und Antworten doppelt und dreifach vorhanden sind. Mir geht es dann oft so, daß ich schon beim lesen der Überschrift das Interesse verliere, wenn z.B. der 15. Faden mit der Frage "-0,25 Dioptrien, brauche ich eine Brille?" eröffnet wurde weil ohne in schon vorhandenen Ratschlägen nach einer Antwort zu suchen, wieder ein Thread mit identischem Inhalt eröffnet wurde %-|


    Wie Steeven01 hier in dem Faden veröffentlicht hat, führten die Gespräche hier ja privat zu einer ganz tollen Sache :)_ dafür möchte ich alles gute wünschen und würde mich natürlich freuen wieder mal etwas darüber zu lesen 8-) :)D

    Ich bin ja mehr durch Zufall auf diese Seite gestoßen. Als junge Physiklehrerin hatte ich nach Linsendicke und kurzsichtig gesucht. Ich bin dann hängengeblieben, weil mein Exfreund eine ähnliche Erfahrung gemacht hat wir Tami. Allerdings hat der Optiker ihm ganz offiziell gesagt, er habe minus 3, bekomme aber für die ersten drei Monate minus 2. Was mich positiv überrascht, sind die physikalischen Kenntnisse der Beteiligten, insbeosndere von Tami selbst. Die Überlegungen zur Linsendicke und zum Nahpunkt sind erstaunlich, vor allem, wenn man an den gesellschaftlichen Durchschnitt denkt. Beispielsweise ein Kollege, immerhin promovierter Germanist, kennt nur die Begriffe Nah- und Fernbrille, der Unterschied von Kurz- und Weitsichtigkeit ist ihm offenbar unbekannt.

    Hallo brilly,


    wie in Deinem Faden zu lesen war, handelt es sich bei Dir um Weitsichtigkeit, also Plus-Werte. Deine Gläser werden von der Glasdicke unauffälliger sein, als die von Kurzsichtigen, weil bei Plus der dickere Bereich in der Glasmitte liegt. Das ist besser zu kaschieren. Auch sind Plus- und Minuswerte nicht vergleichbar da Weitsichtige einen Großteil ihrer Fehlsichtigkeit durch Akkomodation ausgleichen können und darum mit Deinen Werten weniger auf ihre Brille angewiesen sind, als kurzsichtige mit beispielsweise -3,00 dpt., denen durch Akkomodation überhaupt kein Ausgleich möglich ist.


    Diese Woche ist es also soweit, dann sind wir mal gespannt wie Dir Deine neue Brille gefallen wird :)D

    Ich reiche noch was nach:

    Zitat

    aus nur das ich sie den ganzen Tag tragen soll macht mich noch etwas nervös.

    Zur Eingewöhnung ist es tatsächlich sinnvoll die neue Brille erstmal möglichst durchgehend zu tragen weil das Gehirn einige Tage braucht um sich an den neuen Seheindruck zu gewöhnen. Wenn Du diese Phase überstanden hast, kannst Du natürlich selbst entscheiden in welchen Situationen Du die Brille trägst, dabei kannst Du nichts verkehrt machen.

    Hi *:)


    in den vergangenen Wochen habe ich mit großem - teilweise privatem, teils beruflich bedingtem - Interesse durch den Thread hier gekämpft. Nun veröffentliche ich mal ich meine Erfahrungen zur Problematik mit der Stärke und Ästhetik von Brillengläsern.


    Auch ich bin kurzsichtig. Schon seit frühester Kindheit. Anders als die TE kenne ich also nur das Leben mit Brille. Ich entstamme einer Familie in der praktisch jeder mehr oder weniger kurzsichtig ist. Von moderaten Werten im Kindesalter kam ich mit stetig ansteigender Myopie auf heute mit 32 Jahren Werte von sph. -10,25 bzw. -10,75 dpt sowie beidseitig schwach ausgeprägtem Astigmatismus. Mit steigenden Werten wurde natürlich stets ein möglichst dünnes, komfortabeles Brillenglas angestrebt. Wobei ich heute (nachdem ich mich aus gegebenem Anlass und Leidenschaft zur Materie für den Beruf des Augenoptikers entschieden habe) sagen muß, daß sich dünnes Brillenglas und komfortables sehen nicht 100% vereinen lässt. Also Tami, da hattest Du instinktiv seit Anfang schon die richtige Entscheidung bei der Auswahl Deiner Brillengläser getroffen. Zumal die Werte moderat und noch nicht stabil waren. Selbst mit meinen wesentlich stärkeren entscheide ich mich noch für niedrigen Brechungsindex. Privat auf jedenfall. Im Berufsleben ist mir das leider nicht möglich. Mein Arbeitgeber, ein national bekanntes Unternehmen, wünscht daß vom Personal im Geschäft der aktuellen Mode entsprechende Brillen getragen werden. Von denen, die emmetrop sind, übrigens auch, halt ohne korrektur. Mit meiner auch bei hohem Brechungsindex auffallenden Fehlsichtigkeit, wegen der entstehenden Effekte bin ich nach Empfinden der Allgemeinheit nicht das Paradebeispiel dezent wirkender Brillengläser. Deshalb trifft man mich dienstlich nur sichtbar leicht kurzsichtig mit "ästhetisch dünnen" Brillengläsern an. Die kann ich tragen weil ich meine eigentliche Kurzsichtigkeit mittels entsprechend angepasster Kontaktlinsen auf einen Restwert von -1,00 dpt. reduziere. Im privaten Leben tue ich dies nicht. Ich bin das nicht. Mag mich mit starken Brillengläsern. Das entspricht aber nicht dem Geschmack des Durchschnittsbürgers, wie ich bei meiner Arbeit an der Nachfrage nach möglichst ultradünnem Glasmaterial - schon bei leichten Fehlsichtigkeiten - aber auch im Privatleben immer wieder erlebe. Man könnte vermuten, daß ein Mensch der offensichtlich starke Brillengläser trägt, nur darauf beschränkt wird. Es ist fernab des gängigen Schönheitsideals. Besonders vom anderen Geschlecht sind die Reaktionen nicht positiv. Hat vllt. mit uralten Kriterien bei der Partnerwahl zu tun.


    Auf jedenfall Tami, finde ich gut daß Du Dich für den Brechungsindex 1,5 entschieden hast und damit für Brillengläser die eine optimale Abbildungsqualität bieten. Mehr von Dir zu lesen wäre schön :)D


    Liebe Grüße

    @ Sascha_knows_best

    Ich finde es ziemlich unmöglich, was sich dein Arbeitgeber da herausnimmt! (doch wohl nicht der mit f...?).


    Ich finde es allerdings nicht nur unmöglich, sondern auch unklug von deinem Arbeitgeber. Wie angenehm würde ich als Kundin es finden, von einem Optiker bedient zu werden, der ungefähr meine Stärken hat! Da fühlt man sich doch gleich gut aufgehoben und viel kompetenter beraten, weil man sicher sein kann, dass der Optiker weiß, wovon er redet. Und dort würde ich auch gern zur Stammkundin...


    Was ist eigentlich, wenn du mal aus irgendeinem Grund keine Linsen tragen kannst? Wirst du dann krank geschrieben oder in die Werkstatt verbannt?


    Angeblich gibt es doch kaum arbeitslose Optiker, hast du keine Möglichkeit, in einem Betrieb zu arbeiten, wo du du selbst sein darfst, vielleicht bei einem Einzeloptiker, der sich auf Korrektionen für höhere Fehlsichtigkeit spezialisiert hat?

    Zitat

    Mein Arbeitgeber, ein national bekanntes Unternehmen, wünscht daß vom Personal im Geschäft der aktuellen Mode entsprechende Brillen getragen werden. Von denen, die emmetrop sind, übrigens auch, halt ohne korrektur.

    Klingt sehr nach dem Optiker mit F am Anfang. Eine Freundin arbeitete dort und musste auch ohne Fehlsichtigkeit eine Brille (ohen Stärke) tragen.


    :(v

    @ Steeven 01

    Dieser Brechungsindex bietet viele Vorteile. Damit hast Du keine schlechte Wahl getroffen wenn nicht Dein Anspruch ist, die geringste mögliche Randdicke zu erhalten.

    @ Luftschiff-Fan

    Zitat

    Ich finde es allerdings nicht nur unmöglich, sondern auch unklug von deinem Arbeitgeber. Wie angenehm würde ich als Kundin es finden, von einem Optiker bedient zu werden, der ungefähr meine Stärken hat!

    Na ja, der Arbeitgeber wünscht es, wie beschrieben. Schriftliche Anweisung existiert dazu nicht, aber es wird natürlich schon erwartet, daß das Personal einen gewissen Dresscode einhält. Schließlich repräsentieren die Mitarbeiter das Unternehmen und dessen Fähigkeiten. Bei Friseuren z.B. wäre auch nicht gern gesehen, wenn eine Mitarbeiterin an Stelle einer trendigen Frisur einen Dauerwelle wie sie in 1985 modern war trägt. Daß starke, dicke Brillengläser nur von sehr sehr wenigen als attraktiv angesehen werde, dürfte klar sein. Während der Arbeitszeit bin ich so wie es gehandhabt wird einverstanden. Privat habe ich meinen eigenen Stil.


    Natürlich ist auch der Umsatz von Interesse. Höheren davon bringt höherer Brechungsindex gepaart mit Glasveredelungen.

    Zitat

    Was ist eigentlich, wenn du mal aus irgendeinem Grund keine Linsen tragen kannst? Wirst du dann krank geschrieben oder in die Werkstatt verbannt?

    Der Fall ist bisher noch nicht eingetreten aber "verstecken" würde mich der Filialleiter auch dann sicher nicht 8-)

    Zitat

    hast du keine Möglichkeit, in einem Betrieb zu arbeiten, wo du du selbst sein darfst, vielleicht bei einem Einzeloptiker, der sich auf Korrektionen für höhere Fehlsichtigkeit spezialisiert hat?

    Vor dieser Arbeitsstelle war ich in einem anderen Betrieb tätig. Auch dort galt: Im Geschäft bitte möglichst ästhetische, dünne Gläser. Ist ja Reklame für die Ware. Aus wirtschaftlicher Sicht habe ich dafür logischerweise Verständnis. Zu damaliger Zeit war für mich bzw. meine Brille dünnes Glas einfacher realisierbar, da weniger stark kurzsichtig. Da war die Brille, die ich im Job trug aber privat für mich nur zweite Wahl, weil mir der hohe Brechungsindex zu viele Abbildungsfehler verursacht. Diese werden aber von der Mehrheit der Kunden nicht als störend wahrgenommen und wenn doch, dann als gegeben akzeptiert.

    Zitat

    Schließlich repräsentieren die Mitarbeiter das Unternehmen und dessen Fähigkeiten.

    Das heißt also, die Fähigkeiten deines Unternehmens liegen schwerpunktmäßig im Verkaufen von mainstreamtauglicher Massenware - du bist also in erster Linie Brillenverkäufer und nicht Fachmann für die Lösung von Sehproblemen? Für eine Stärke von -1 dpt eine ästhetisch und optisch anspruchsvolle Brille zu verkaufen, das müsste ja eigentlich jeder AO drauf haben, der seine Ausbildung erfolgreich absolviert hat, selbst ein AO-Fachverkäufer.


    Für einen Kunden mit -10 dpt. eine von Größe und Form her geeignete Fassung zu finden, ihm zu den für seine Sehanforderungen am besten geeigneten Gläsern zu raten - das müssen nicht zwangsläufig die mit dem höchsten Index sein - und dann noch eine zwar nicht dem perfekten Schönheitsideal entsprechende, aber in ihrer Einzigartigkeit und Abgestimmtheit auf das Gesicht des Trägers durchaus als ästhetisch zu empfindende Brille zu fertigen - DAS macht für mich die Fähigkeiten eines Augenoptikers aus! In die Hände eines solchen Optikers würde ich mich jederzeit gerne begeben, weil ich sehe, dass er sich bei der eigenen Brille Mühe gegeben hat mit der Auswahl von Fassung und Gläsern - es muss nicht zwingend Index 1.74 oder 1,9 sein! Und selbst ein Optiker mit Gläsern mit -5 oder - 6 dpt strahlt für mich noch viel mehr Kompetenz aus als einer mit unscheinbaren -1.


    Versteh mich bitte nicht falsch, so lange das für dich o.k. ist, ist es ja vollkommen in Ordnung, es ist nur für mich halt schwer verständlich! Es weckt in mir nicht gerade Vertrauen in einen solchen Betrieb, aber ich muss dort ja nicht kaufen und, vor allen Dingen, ich weiß solche Interna ja normalerweise nicht. Im Grunde kann ich ja in keinem Geschäft wissen, ob der Optiker wirklich nur so schwache Gläser braucht (oder gar keine, woanders gibt es ja auch Optiker ohne Brille) oder stärkere Gläser dort nicht erwünscht sind. Optiker, die selber starke Gläser tragen, trifft man ja generell nur sehr selten an.

    Zitat

    Für einen Kunden mit -10 dpt. eine von Größe und Form her geeignete Fassung zu finden, ihm zu den für seine Sehanforderungen am besten geeigneten Gläsern zu raten - das müssen nicht zwangsläufig die mit dem höchsten Index sein - und dann noch eine zwar nicht dem perfekten Schönheitsideal entsprechende, aber in ihrer Einzigartigkeit und Abgestimmtheit auf das Gesicht des Trägers durchaus als ästhetisch zu empfindende Brille zu fertigen - DAS macht für mich die Fähigkeiten eines Augenoptikers aus! In die Hände eines solchen Optikers würde ich mich jederzeit gerne begeben, weil ich sehe, dass er sich bei der eigenen Brille Mühe gegeben hat mit der Auswahl von Fassung und Gläsern - es muss nicht zwingend Index 1.74 oder 1,9 sein! Und selbst ein Optiker mit Gläsern mit -5 oder - 6 dpt strahlt für mich noch viel mehr Kompetenz aus als einer mit unscheinbaren -1

    Dem muss ich zustimmen. Ich unterstelle einem Optiker mit (fast) Fensterglas auch schon unbewusst eine geringere Kompetenz in die Richtung. Einer mit -10 und mehr, hätte dagegen gute Chancen mein neuer Lieblingsoptiker zu werden.

    Zitat

    heißt also, die Fähigkeiten deines Unternehmens liegen schwerpunktmäßig im Verkaufen von mainstreamtauglicher Massenware

    So mag es rüber kommen, vielleicht auch weil ich die Sache nicht gut umschrieben habe. Meine starke Fehlsichtigkeit per se ist nicht Problem im Berufsleben. Fakt ist aber, daß Brillengläser wie ich sie privat trage, eine Provokation für wohl jeden Optiker sind (von mir abgesehen ]:D ). Deiner Aussage daß Mitarbeiter mit Brillen die mit Gläsern in simplen Stärken bestückt sind, "mainstreamtauglich" sind und damit vielleicht nicht unbedingt Kompetenz ausstrahlen, stimme ich teilweise zu. Man kann es auch als eine Art Uniform sehen. Das Gros der Kundschaft benötigt aber weit weniger Dioptrien, als ich und hat darum auch eine andere Einstellung dazu. Ästhetik ist hier das Stichwort. Und da ist die Masse der Meinung dünnes Brillenglas = ästhetisch. Nicht nur in unserem Unternehmen ist die Wahrnehmung so, sondern in der ganzen Branche. Der größte Anteil der verkauften Brillen hat eben weniger als -3,00 Dioptrien, das ist mainstream und prägt den Geschmack der Menschen. Nur wirklich sehr wenige finden die verkleinert erscheinenden Augen eines stark kurzsichtigen hinten dicken Gläsern schön. So ist es eben. Auch aufs private Umfeld läßt sich das übertragen. Wenn ich neue Leute kennenlerne, kommt oft nach kurzer Zeit die Frage wieso ich statt starker Brille nicht Kontaktlinsen bevorzuge "da würde man das ja nicht sehen". Auch dort zeigt sich, daß es nicht als attraktiv gilt sich mit starken Brillengläsern in entsprechender Dicke wohl zu fühlen. But who cares?