@ Sascha

    Zitat

    bin ich nach Empfinden der Allgemeinheit nicht das Paradebeispiel dezent wirkender Brillengläser. Deshalb trifft man mich dienstlich nur sichtbar leicht kurzsichtig mit "ästhetisch dünnen" Brillengläsern an.

    Ich kann aus Deinem Text nicht erkennen, ob die Stärke Deiner Brille nicht ins Bild passt oder ob die Tatsache daß Du nicht die teuren High-Index-Gläser trägst im Geschäft nicht gern gesehen ist ":/ . Für mich klingt es so, daß Du Dich mit Deiner Dienstbrille eher freiwillig anpaßt ???

    Antigone

    Zitat

    Klingt sehr nach dem Optiker mit F am Anfang. Eine Freundin arbeitete dort und musste auch ohne Fehlsichtigkeit eine Brille (ohen Stärke) tragen. :(v

    Ich denke auch daß was Sascha beschreibt, in einem Schloß in Norddeutschland von GüFi und seinen Beratern ausgeheckt und als Order an die Untertanen herangetragen wird, die in dem Niederlassungen für ordentlich Umsatz sorgen sollen :-X


    Bitte nicht persönlich nehmen Sascha :)_ selbstverständlich erwartet hier niemand, daß Du Deinen Arbeitgeber (ob GüFi oder nicht) durch den Kakao ziehst. Für die Thematik hier im Faden tut es ja auch nichts zur Sache.

    @ Sascha_knows-best

    Zitat

    Ästhetik ist hier das Stichwort. Und da ist die Masse der Meinung dünnes Brillenglas = ästhetisch. Nicht nur in unserem Unternehmen ist die Wahrnehmung so, sondern in der ganzen Branche.

    Damit triffst du den Nagel auf den Kopf!!! Und diese Meinung der Masse wird von fast allen Optikern vollkommen kritiklos übernommen, quasi als gottgegeben! Nicht nur von den Optikern, die bei Filialisten arbeiten, nein, auch von vielen Einzeloptikern mit allerhöchster Fachkompetenz! "dünn=ästhetisch" eben, ist so, war immer so, warum darüber diskutieren?


    Und der Kunde, soeben mal wieder an Dioptrien zugelegt, auf der Suche nach einem selbstbewussten, positiven Selbstbild von sich als Brillenträger, würde er es wagen, dem Optiker zu widersprechen und zu sagen: "Ja, ich möchte hochwertige Gläser, mit allerbester Vergütung, in einer Fassung, die perfekt zu den Stärken und zu meinem Gesicht passt, aber ich möchte NICHT den höchstmöglichen Index!"??? Würde er wohl kaum, denn wer hat schon das Selbstbewusstsein, um es auszuhalten, von seinem Stamm-Optiker hässlich gefunden zu werden.


    Es ist also ein Kreislauf, die Katze beißt sich in den Schwanz, so lange fast kein Optiker sich traut, Kunden auch zu Brillen mit dickeren Gläsern zu ermutigen (natürlich, sofern diese Sinn machen, bessere Abbildungsqualität und so) und ihnen das Gefühl zu geben, auch mit einer solchen Brille, wenn sie denn gut gemacht ist, hohen ästhetischen Ansprüchen zu genügen.

    @ California

    Zitat

    Ich kann aus Deinem Text nicht erkennen, ob die Stärke Deiner Brille nicht ins Bild passt oder ob die Tatsache daß Du nicht die teuren High-Index-Gläser trägst im Geschäft nicht gern gesehen ist ":/

    Die Frage ist berechtigt. Es ist nicht meine Fehlsichtigkeit, die im Job nicht gerne gesehen wird. Dickes, nach Empfinden der Allgemeinheit hässliches Brillenglas, anstatt hochwertigem und hochpreisigem High-Index, ist beim Augenoptiker verkaufspsychologisch einfach ungeschickt. Darauf nehme ich natürlich Rücksicht - wenn auch eher ungern.

    Zitat

    Für mich klingt es so, daß Du Dich mit Deiner Dienstbrille eher freiwillig anpaßt ???

    Dem ist so. Unterschwellig wird es so von mir erwartet, direkt kommuniziert vom Vorgesetzten jedoch nicht. Firmeninterne und Schulungen bei Zulieferern, etwa Glasherstellern, vermitteln unisono: dünnes Brillenglas = schönes Brillenglas.

    @ Luftschiff-Fan

    Nun ja, die Sache ist etwas komplizierter. Nicht ganz grundlos wird ein dünnes Brillenglas von den meisten als schönste Lösung empfunden. Warum ist das so? Es hat mit Perfektion zu tun. Beim tapezieren z.B. würde man auch nicht über die Sockelleiste kleben, sondern die Tapete so passgenau wie möglich an der entsprechenden Kante enden lassen. Ähnlich verhält es sich bei der Kombination von Brillenfassung und Brillenglas. Was an Material aus der Fassung heraus steht, stört hier die Ästhetik, wird als vielleicht weniger hochwertig, nicht präzise gefertigt angesehen. Es handelt sich hier schließlich um einen Handwerksberuf, verbunden mit der entsprechenden Handwerkskunst.


    Im Übrigen ist es in vielen Fällen so, daß man als Augenoptiker im Verkaufsgespräch gar nich dazu kommt, dem Kunden die verschiedenen Möglichkeiten den Brechungsindex betreffend :=o aufzuzeigen. Oft "verlangt" der Kunde von sich aus möglichst dünnes Material. Und das nicht erst bei Werten von mehr als -3,00 dpt.


    Interessant finde ich, daß wirklich viele davon ausgehen, daß mit höherem Index auch Effekte wie verkleinertes Erscheinen der Augen und Myopieringe bei stärkeren Minus-Gläsern quasi nicht existieren. Was natürlich nicht so ist. Ein Brillenglas mit einer korrigierenden Wirkung von -4,50 Dioptrien wird niemals so neutral aussehen wie eines mit -1,00. Unabhängig vom Brechungsindex und vom Preis: man sieht bei -4,50 die entsprechende Stärke, auch bei dünnem Material.

    @ Sascha_knows-best

    Du bist gut geschult, alle Achtung! Ich hatte ja schon ein schlechtes Gewissen, dich als Neuling bei med1 gleich mit kritischen Fragen zu behelligen, aber du meisterst das ja locker.


    Was machst du denn beim Tapezieren, wenn die Gegebenheiten mal so sind, dass ein perfektes Endergebnis nicht möglich ist? Richtig, improvisieren und es so zurechtfummeln, dass hinterher alle meinen, es sollte genau so sein! Ist sicherlich nicht nach jedermanns Geschmack, aber ich liebe z.B. meine Acetatfassung mit 1,5er Gläsern mit polierten Rändern! Und dein Kollege, der die Übergabe der auf meinen Wunsch so gefertigten Brille abwickelte, war auch beeindruckt. Eine Brille, die vielleicht nicht "schön" ist, denn es steht einiges an Glasrand über, aber auf jeden Fall interessant und ein Statement! Aber das weißt du ja alles, da du privat eh gern Brille trägst.

    Zitat

    Oft "verlangt" der Kunde von sich aus möglichst dünnes Material. Und das nicht erst bei Werten von mehr als -3,00 dpt.

    Ziemlich traurig, dass auch die schon so sehr auf dünn=ästhetisch gedrillt sind!

    Zitat

    Interessant finde ich, daß wirklich viele davon ausgehen, daß mit höherem Index auch Effekte wie verkleinertes Erscheinen der Augen und Myopieringe bei stärkeren Minus-Gläsern quasi nicht existieren. Was natürlich nicht so ist. Ein Brillenglas mit einer korrigierenden Wirkung von -4,50 Dioptrien wird niemals so neutral aussehen wie eines mit -1,00. Unabhängig vom Brechungsindex und vom Preis: man sieht bei -4,50 die entsprechende Stärke, auch bei dünnem Material.

    Ich kann das schon verstehen, ich habe auch SEHR lange gebraucht, um zu kapieren, wieso bei Plusgläsern der Glasindex und die ganzen Möglichkeiten wie MDR/Mittendickenoptimierung, Asphäre, Randscharfe Fertigung auch Einfluss auf den Vergrößerungseffekt der Gläser haben, man an der Verkleinerungswirkung von Minusgläsern aber fast nichts ändern kann. (Was nicht heißen soll, dass man Plusgläsern ihre Stärke nicht ansieht!)


    Wenn ich deinen letzten Satz lese, sehe ich ihn eigentlich als Bestätigung für meine Ansicht: Ja, man sieht die Stärke IMMER! Warum also um jeden Millimeter Randdicke feilschen? Vor allem, wenn der Glasrand eh dicker ist als die Fassung? Man kann auch bei den "dicken" Gläsern teure, hochwertige von Fernost-Billigscherben unterscheiden, wenn man genau hinschaut - warum also nicht die Entscheidung wagen (bzw. die Kunden für die Entscheidung ermutigen) für die Gläser, mit denen man am besten sieht (und - eventuell - einen ganz kleinen Tick schlechter aussieht).

    Mein obiger Beitrag soll natürlich kein Plädoyer dafür sein, dass künftig alle, egal wie fehlsichtig sie sind, mit Index 1,5 herumlaufen sollen! Selbstverständlich habe die schönen dünnen Gläser ihre Berechtigung und ein augenscheinlich starkes, aber sich harmonisch in die Fassung einfügendes dünnes Glas ist auch für mich ein eindrucksvoller Anblick!

    @ LeniKrueger

    Dein Statement hatte ich übersehen.


    Okay, wenn Deine Meinung dazu so ist. Allerdings würde ich die Sache nicht so krass sehen. Die Kompetenz von der Stärke der Fehlsichtigkeit des Optikers abhängig zu machen, halte ich für sehr oberflächlich gedacht. Wenn man danach ginge, wäre ein kurzsichtiger Augenoptikermeister weniger für die Beratung eines weitsichtigen Kunden geeignet, als ein einer, der selbst hyperop ist. Das ist definitiv nicht der Fall. Die perfekte Beratung im Verkaufsgespräch basiert auf Fachwissen - dieses sollte bei sorgfältig ausgebildeten Augenoptikern gleich sein, egal ob der Kollege kurz-, weit- oder rechtsichtig ist. Sicher kann man eigene Erfahrungen gut mit in die Beratung einfließen lassen, aber Verkaufspsychologie ist eben nicht alles. Für mich zumindest gilt das so. Das Interesse des Kunden steht für mich im Vordergrund. Ich würde niemanden für seine Werte von beispielsweise -1,50 dpt höherbrechendes Material empfehlen, obwohl das den Umsatz steigern würde. Natürlich handle ich wie jeder Arbeitnehmer aber auch im Sinne meines Arbeitgebers. Wenn also ein Kunde anstatt einer Fassung der Hausmarke lieber eine fast identische eines Marken-Herstellers möchte, bei dem man zum Teil fürs Label mitbezahlt, verkaufe ich ihm diese selbstverständlich gerne. Grundsätzlich zeige ich aber Alternativen auf. Sofern davon auszugehen ist, daß diese für den jeweiligen Kunden in Frage kommen könnten. Was ich eigentlich sagen wollte, war aber, daß ich es bedenklich finde, die Kompetenz an der Fehlsichtigkeit des Augenoptikers festzumachen. Wie würdest Du das bei einem Termin zur Kontaktlinsen-Anpassung machen? Dem Anpasser Fachwissen absprechen, weil dieser selbst eine Brille und offensichtlich keine Kontaktlinsen trägt? Oder wenn er keine Brille trägt fragen, ob der jenige selber Kontaktlinsen verwendet? Was wenn der Anpasser emmetrop ist? Hat er deswegen weniger Ahnung von seinem Beruf?

    @ Luftschiff-Fan,

    auf Deine Beiträge möchte ich später noch eingehen, da ich nun zur Arbeit muß und mir die Zeit gerade knapp wird.

    @ Sascha_knows_best

    Da geht es ja weniger um rational Gedankengänge, denn mehr um so eine Art "Gefühl", dass eine Person die stärker kurzsichtig ist, kompetenter ist. Auch wenn natürlich jeder, egal wie gut oder schlecht er sieht in der Augenoptikerausbildung dasselbe lernt. Einfach mehr so ein, oh, cool, der ist ähnlich kurzsichtig wie ich, der weiß wie das ist. Heißt natürlich nicht, dass ich zum Optiker gehe und dann darauf bestehe von jemandem bedient zu werden, der mindestens -5 Dioptrien hat oder sowas. Nur wenn dann tatsächlich ein solcher kommt, dann wäre er mir, zumindest auf den ersten Blick, sympathischer. Wenn er mir dann natürlich nur Mist erzählt, würde ich seine Kompetenz genauso infrage stellen, wie wenn ein anderssichtiger das tun würde.


    Angenommen es kommt ein Kunde mit ~-12 Dioptrien zu dir. Würdest du dem dann dringlichst zu den hochbrechendsten Gläsern raten, selbst wenn dieser sich vehement dagegen ausspricht?

    @ Luftschiff-Fan

    Zitat

    Du bist gut geschult, alle Achtung! Ich hatte ja schon ein schlechtes Gewissen, dich als Neuling bei med1 gleich mit kritischen Fragen zu behelligen, aber du meisterst das ja locker

    Vielen Dank - das Kompliment gebe ich zurück, denn Du scheinst eine sehr gut informierte Kundin zu sein. Kritischen Fragen stelle ich mich gern.


    Wie in meinem vorherigen Post geschrieben, hat für mich der Wunsch des Kunden Priorität. Seine Brille muß so werden, daß sie IHM gefällt. Je nach Typ Mensch sind die Anforderungen sehr unterschiedlich. Da spielt sowohl das Selbstbewusstsein als auch der persönliche Geschmack des zukünftigen Trägers der Brille eine Rolle. Wenn jemand sehr filigrane Brillen (solche für die die Marke Silhouette bekannt ist) mit entsprechend schlanken Gläsern mag und der oder die jenige sich damit wohlfühlt, verkaufe ich ihm/ihr diese Brille natürlich gerne. Ob das meinem persönlichen Geschmack entspricht, ist nicht Gegenstand des Verkaufsgesprächs. Ich bin dafür zuständig, bei der Auswahl einer dem Typ entsprechenden Fassung fachgerecht zu beraten und auf der technischen Seite das den Bedürfnissen entsprechend optimale Brillenglas zu verkaufen bzw. zu verarbeiten.

    Zitat

    wenn die Gegebenheiten mal so sind, dass ein perfektes Endergebnis nicht möglich ist? Richtig, improvisieren und es so zurechtfummeln, dass hinterher alle meinen, es sollte genau so sein!

    "Improvisieren" wäre hier schlecht, denn Ziel ist das für den Kunden perfekte Ergebnis.


    Es ist halt eine Frage des persönlichen Geschmacks, ob man eine Brille mit dickeren Gläsern unattraktiv findet oder ob man so ein individuelles Stück tragen mag. Das eigene Selbstbild und Selbstbewusstsein beeinflussen das sicherlich sehr. Aber was du geschrieben hast, stimmt. Die Herausforderung ist, ein gutes Resultat zu erhalten.

    Zitat

    Was mich noch brennend interessieren würde: Outest du dich Kunden gegenüber, wenn sich im Verkaufsgespräch das Thema ergibt?

    In der Situation, während des Verkaufsgesprächs von einem Kunden direkt nach meiner Fehlsichtigkeit gefragt zu werden, war ich noch nicht, muß ich zugeben. Das mag daran liegen, daß das Verkaufsgespräch hauptsächlich von mir als Optiker "gelenkt" wird. Oder auch daran, daß die meisten Menschen wenig Interesse haben an Dioptrien, Brechungsindex und allem was dazu gehört. Die emmetropen Kollegen könnten ja ebenso in Erklärungsnot geraten, wenn eine Frage nach deren Refraktionsfehlern gefragt würde. Ich wüsste jetzt aber niemanden, der sich dahingehend schon mal erklären mußte. Es ist mir aber schon passiert, daß ich Leuten, die mich nur mit der Brille, die ich im Geschäft trage, außerhalb der Arbeitszeit mit einer Brille in meiner eigentlichen Stärke begegnete.

    @ LeniKrueger

    Zitat

    Angenommen es kommt ein Kunde mit ~-12 Dioptrien zu dir. Würdest du dem dann dringlichst zu den hochbrechendsten Gläsern raten, selbst wenn dieser sich vehement dagegen ausspricht?

    Nein, so würde das nicht passieren. Wie oben geschrieben hat der Wunsch des Kunden für mich Priorität. Verschiedene Optionen aufzuzeigen ist natürlich Bestandteil der Beratung, aber letztendlich entscheidet der Kunde. Sofern für die erforderlichen Glasstärken und Anforderungen das gewünschte Material lieferbar und die Kombination der gewählten Fassung mit dem favorisierten Brillenglas technisch machbar ist, verkaufe ich das dem Kunden sehr gerne. Sollte das durch irgendwelche Gegebenheiten einmal nicht möglich sein, ist die Aufgabe, trotzdem eine akzeptable Lösung zu finden.

    Hi Sascha

    Zitat

    Oder auch daran, daß die meisten Menschen wenig Interesse haben an Dioptrien, Brechungsindex und allem was dazu gehört.

    Ich bin immer wieder erstaunt, wenn viele Brillenträger nicht mal ihre Stärke wissen (wenn sie denn überhaupt wisen, ob kurz- oder weitsichtig).


    Ansonsten verfolge ich eure derzeitige Diskussion gespannt, kann da aber mit meinen geringen Werten nicht mitreden.

    Hi Antigone,

    Zitat

    Ich bin immer wieder erstaunt, wenn viele Brillenträger nicht mal ihre Stärke wissen (wenn sie denn überhaupt wisen, ob kurz- oder weitsichtig).

    Ja, das erlebe ich auch immer wieder. Auch bei Erstverordnungen besteht oftmals wenig Interesse an Erklärung der entsprechenden Werte.

    Zitat

    kann da aber mit meinen geringen Werten nicht mitreden.

    Warum nicht? Oder habe ich einen Hinweis mit dem Text "nur für Leute mit mehr als X,XX Dioptrien übersehen? ;-)

    Zitat

    Nein, so würde das nicht passieren. Wie oben geschrieben hat der Wunsch des Kunden für mich Priorität. Verschiedene Optionen aufzuzeigen ist natürlich Bestandteil der Beratung, aber letztendlich entscheidet der Kunde. Sofern für die erforderlichen Glasstärken und Anforderungen das gewünschte Material lieferbar und die Kombination der gewählten Fassung mit dem favorisierten Brillenglas technisch machbar ist, verkaufe ich das dem Kunden sehr gerne. Sollte das durch irgendwelche Gegebenheiten einmal nicht möglich sein, ist die Aufgabe, trotzdem eine akzeptable Lösung zu finden.

    Das klingt zumindest besser, als das, was ich von manch einem niedrigbestärkten Kollegen von dir schon erlebt habe. Bei manchen hatte ich schon den Eindruck, sie würden mich am liebsten gleich einweisen lassen, nur weil ich gesagt habe, "Ist mir doch scheißegal, dass die Gläser dick sind. Ich seh mich doch selbst eh nicht."

    Zitat

    Ich bin immer wieder erstaunt, wenn viele Brillenträger nicht mal ihre Stärke wissen (wenn sie denn überhaupt wisen, ob kurz- oder weitsichtig).

    Ich auch. Ich habe einen Freund, der behauptet, immer und immer wieder er sei kurzsichtig, obwohl ich ihm jedesmal wieder sage, dass das nicht stimmt. Wohl lernresistent.


    Oder lustig sind auch die, die jammern "Oh, ich bin so kurzsichtig. -2 Dioptrien, quasi blind! Was, wieviel hast du? -12? Das gibt's? Da gibt's doch aber keine Gläser mehr für, oder? Musst du da nicht Kontaktlinsen und Brille übereinander tragen? Du musst ja blind sein! Hast du einen Behindertenausweis? Darfst du damit überhaupt noch Auto fahren? usw. usf."

    Hi Sascha,

    Zitat

    Warum nicht? Oder habe ich einen Hinweis mit dem Text "nur für Leute mit mehr als X,XX Dioptrien übersehen?

    Nein, aber das höchste was ich mal hatte waren -3,5 und -3,75 dpt und das ist schon laaaange her.


    Wie es mit -5 und mehr Dioptrien ist, kann ich nicht nachvollziehen und welche Abbildungsfehler/Verzerrungen es bei einem Brechungsindex von höher als 1,6 gibt, weiß ich auch nicht aus Erfahrung.

    @ Sascha_knows_best

    Ich muss sagen, im Nachhinein staune ich über mich selbst! Natürlich war mir in den vielen Jahren als Stammkundin bei dem Filialisten zumindest unterschwellig bewusst, dass vermutlich nicht alle Mitarbeiter tatsächlich fehlsichtig waren. Aber warum nicht eine schöne Brille tragen, auch wenn man sie nicht braucht, einfach als Reklameträger und weil man Freude hat an den Produkten, die man verkauft - dabei hätte ich nie etwas gefunden! Wenn mir aber klar gewesen wäre, dass die Mitarbeiterin, die mich bedient, vielleicht genauso fehlsichtig ist wie ich, sich aber quasi entsolidarisiert, indem sie nur eine schwache Brille trägt, dann hätte das für mich bedeutet: Die Optikerin, die mich bedient, ist selbst der Meinung, dass eine Brille in meiner Stärke, also die Brille, die sie mir verkauft, nur hässlich ausfallen kann! Das wäre für mich ein ähnlicher Fauxpas wie der deines Kollegen, der sich offenbar außerstande sah, mich hinsichtlich Fassungen zu beraten und schließlich fragte: "Haben Sie schon mal über Kontaktlinsen nachgedacht?"


    Interessanterweise scheint eure Botschaft "Unsere Kompetenz bezieht sich auf die einfachen Fälle" bei mir angekommen zu sein, denn als vor einigen Jahren die Entscheidung für Gleitsicht anstand, habe ich mich zwar auch einmal in die Warteschlange eingereiht, um mich in dieser Richtung beraten zu lassen, gekauft habe ich aber am Ende beim "richtigen" Optiker. Was nicht heißen soll, dass ich "meinem" Filialisten komplett untreu geworden wäre, er punktet nach wie vor damit, dass die Mitarbeiter sich perfekt auf den Kunden einstellen, sofort checken, ob er billig oder teuer will und dann auch keine Versuche unternehmen, ihn zu etwas Anderem zu überreden, oder auch, wenn ich eine Bifo mit der von mir selbst festgelegten Einschleifhöhe will, kein Problem! (Ist allerdings bei "meinen" Einzeloptikern auch der Fall, sonst wäre ich nicht Kundin bei ihnen).


    Mich würde es noch interessieren, wie andere Kunden damit klar kommen, dass sie beim Filialisten jedes Mal einem anderen Mitarbeiter gegenübersitzen (oder -stehen, so voll, wie es dort oft ist). Ich bin schon öfter sehr gut bedient worden, von Mitarbeitern, die ich schon wenige Monate später dort leider nicht mehr angetroffen habe. Die Mitarbeiter, von denen ich aus Erfahrung weiß, dass ich mit ihnen nicht klar komme, sind dagegen der Filiale Jahre und Jahrzehnte lang treu. Ich habe für mich die Lösung gefunden, dass ich vorher anrufe und vereinbare, dass mich die Filialleiterin bedient, denn die ist wirklich gut und kennt meine Wünsche und Vorlieben.


    Ach ja, und noch eine Frage: Ich war auch schon mal in meiner Filiale, um mich nach bestimmten Gläsern zu erkundigen. Ist das auch Teil des Theaters, das ihr uns vorspielt, dass die Mitarbeiterin dann ganz selbstverständlich sagt: "Diese Gläser trage ich auch!" ?


    Und noch eine Frage (auch wenn mir schon klar ist, welche Antwort ich zu erwarten habe): Glaubst du selber die Geschichte, die ihr uns im Zusammenhang mit den Sofi-Brillen aufgetischt habt?