Depression wg. Kurzsichtigkeit...

    hallo,


    ich (25) komme aus China und lebe seit fast vier Jahren in Deutschland. Ich hatte glaub ich schon mit 19 ne Stärke von 6 Dioptrien oder so auf beiden Augen. Vor ein paar Monaten bin ich zum Augenarzt zur regulären Untersuchung gegangen und da wurden an einer Stelle von Netzhaut aufm l. Auge mehrere Löcher festgestellt. Ich wurde gelasert, ungefähr einen Monat danach habe ich Glaskörpertrübung bekommen. Natürlich habe ich auch neue Glasstärke bekommen, 6,50 und 6,75.


    Irgendwie hat sich mein Leben seit dieser Reihe von Arztuntersuchungen geändert. Ich war zwar früher auch kurzsichtig, aber ich hatte nie wirklich Probleme damit gehabt. Nun muss ich immer an die 6 Dioptrien denken und an die anderen schlimmen Folgen, die die Kurzsichtigkeit mit sich bringt. Oft sitze ich alleine rum und heule... Ich leide außerdem unter komischen Zwänge, die ich früher nie gekannt habe, z.B. immer auf die Randdicke der Brille (bei mir 5 mm) schauen, obwohl ich die meiste Zeit Linsen trage, oder vergleichen wie kleiner ich die Welt sehe mit Brille als ohne.


    Ich hoffe, ich könnte hier mit einigen Erfahrungen austauschen, damit die Depression langsam nachlassen könnte...

  • 16 Antworten

    Depressionen wegen Kurzsichtigkeit oder Depressionen, die sich ein Thema zum Grübeln suchen und sich (bzw. die du) somit auf die Kurzsichtigkeit projezieren?


    Grundsätzlich finde ich es ja eigentlich normal, dass man bei Löchern in der Netzhaut besorgt ist (ich kenne die Situation, habe sehr ähnliche Werte und wurde auch Mitte 20 drei Mal in zwei Jahren gelasert – hatte aber seit damals (fast 15 Jahre her) keine Probleme mehr). Wenn's dich 5mm Glasdicke belasten (ich persönlich finde das ästhetisch noch nicht sehr schlimm, und mit geeigneter Fassung auch leicht versteckbar), ist es auch normal, dass du zumindest vorerst etwas darauf fokussiert bist.


    Also die einzelnen Aspekte kannst du hier sicherlich besprechen (und sehen, dass du da wahrlich nicht alleine bist). Auf jeden Fall würde ich mir nicht zu viele Sorgen um das Besorgt-Sein machen. Außer du hast das Gefühl, dass es eigentlich darum geht, sprich: dass du eine Tendenz zur Depression (oder was immer für eine psychische Problematik) hast. Dann solltest du dich wahrscheinlich primär darum kümmern, weil du sonst einen Umweg über die Augen nimmst.

    Hallo aliciapy,


    ich denke, jeder Mensch hat etwas an seinem Körper, was ihm nicht so gut gefällt, was sich aber nicht ändern lässt. In Zeiten, in denen wir an uns selbst zweifeln, sind es solche Dinge, auf die sich unsere Aufmerksamkeit fokussiert und die dann zum Ziel negativer Gefühle werden, was unsere Unzufriedenheit wiederum verstärkt.


    Bei uns stark Kurzsichtigen sind es sicher die Augen, die so etwas auslösen. Man kann Kurzsichtigkeit eben so und so sehen: In guten Zeiten als eine Kleinigkeit, die sich – vor allem mit Linsen – so ausgleichen lässt, dass man im Alltag fast so leben kann wie ein Normalsichtiger. In schlechten Zeiten als eine Sehbehinderung, die einen einschränkt, weil man auf die Sehhilfe angewiesen ist, und die wegen der Netzhautrisiken sogar die Gefahr der Erblindung mit sich bringt. Ich kenne das auch beides.


    Darum denke ich, dass die Konzentration auf deine Kurzsichtigkeit bei dir vergehen wird, wenn du insgesamt wieder positiver mit dir umgehen kannst. :)*

    Ich bin auch kurzsichtig, hab auf beiden Augen -8 bei Linsen und -9,5 bei der Brille. Da ich die Brille eh nur daheim trage und tagsüber immer Linsen, wissen die meisten gar nicht, dass ich kursichtig bin. Mich stört das auch ein bisschen, dass ich ohne Sehhilfe ganz orientierungslos bin, aber ich werde mich irgendwann operieren lassen. Bis dahin lebt es sich wunderbar mit Linsen. :)*

    Eine Bekannte von mir ist auch sehr stark kurzsichtig.


    Sie leidet auch sehr darunter und hat so beiläufig erwähnt, dass sie sehr unter ihrer Sehschwäche leidet und wohl bald zum Psychiater müsste.

    Bei mir auch.


    Bin Kurzsichtig und mit Hornhautverkrümmung bin ich bei über 10 Dioptrien.


    Trage fast immer Kontaktlinsen weil ich mit denen viel besser sehen kann, weil die Verkleinerung der Brille wegfällt.


    Mit Brille sehe ich grade mal um die 70 Prozent. Mit den Linsen grade so 100 Prozent.

    Ich schließ mich dem Beitrag von Meronymy an.


    Jeder Mensch plagt sich mit irgendwas rum. Du darfst dich davon aber nicht runterziehen lassen und ins grübeln verfallen. Wenn es das nicht wäre würdest du wahrscheinlich einen anderen Grund finden der dich deprimiert. Ich trag übrigens auch eine Brille. Aber es gibt schlimmeres :°_

    Zitat

    Es gibt wirklich schlimmeres. ;-)

    Depressiv bin ich wegen meiner starken Kurzsichtigkeit nicht, aber die letzte Netzhautuntersuchung hat mich doch etwas beunruhigt. Er stellte "Schneckenspuren" fest. Zuerst musste ich lachen, weil ich das Wort noch nie gehört hatte, aber das Lachen verging schnell, als er mir erklärte, dass an diesen Stellen die Netzhaut sehr sehr dünn ist.

    Ich kann sie sehr gut verstehen, dass sie deswegen depressiv ist. Letztes Jahr im Oktober ging es mir genauso, ich habe mich total reingesteigert, dass ich nach einem Jahr schon wieder das Gefühl hatte, schlechter zu sehen und bei mir ist diese Angst sehr groß, dass ich irgendwann mal gar nichts mehr sehe. Nehme deswegen sogar Antidepressiva und mache eine Psychotherapie.


    Ich achte auch total drauf, ob ich gut sehe, und wenn ich mal einen schlechten Tag habe, an dem ich das Gefühl habe, ich sehe schlecht, mach ich mich wieder total verrückt.


    Ich bin zwar "erst" bei -3,75 und Augenarzt und Optiker haben mir beide versichert, viel schlechter kann es eigentlich nicht mehr werden, bin nämlich schon 37, aber das glaube ich irgendwie nicht ganz.

    @ sandy33,

    wie die Zukunft aussieht wissen wir alle nicht. Und es kommt wie es kommt, kann man ja nicht beeinflussen. Daher denke ich, was ich nicht beeinflussen kann, damit versuch ich zu leben. Hör auf daran zu denken und leb deinen Alltag. Sagt sich leichter als es ist denkst du bestimmt. Aber sieh es mal so: mal angenommen du bist im ungünstigsten Fall in zB 10 oder 20 Jahren blind. Dann hättest du dir die Zeit bis dahin und die Zeit ab dann "versaut". Was wenn du zB 80 Jahre wirst (wir werden ja alle mal alt). Darüber müsstest du mit der Einstellung genauso verzweifeln. Weil im Alter geht es mit so Dingen bei uns allen bergab. Aber bis dahin lebt man. :)* :)* :)*

    @ Meronymy

    was für ein schlauer Kommentar von dir (hab ich jetzt grade erst gesehen)... Dass man sich sowas, wie ich geschrieben habe, evtl. mal nicht verkneifen kann (und das, was mir eigentlich durch den Kopf gegangen ist, hab ich mir verkniffen zu schreiben), sollte wohl verständlich sein,


    wenn bei einem selbst unter anderem durch Zufall gerade noch rechtzeitig eine lebensbedrohliche Krankheit erkannt wurde, was aber jederzeit, evtl. auch unentdeckt, wieder schlimmer werden könnte,


    einem eine angeborene Entwicklungsstörung quasi das ganze Leben kaputt macht,


    man dadurch und durch gewisse zusätzliche körperliche Einschränkungen eine Sportart, die zu den Dingen gehört, die einem im Leben am wichtigsten sind, nicht so ausüben kann wie die meisten anderen Leute (und sowas meinte ich nichtmal mit "Leben kaputtmachen", sondern buchstäblich ALLES, die elementarsten Dinge),


    UND man z.B. auch eine Fehlsichtigkeit von -5 bzw. -6 Dioptrien hat, also auch noch auf beiden Augen verschieden, die leider nicht durch Lasern zu korrigieren ist und anscheinend kontinuierlich fortschreitet (mein Vater hat -10, oder sogar mehr, weiß es nicht mehr genau, und natürlich auch nicht, ob das dann bei mir wenigstens das "Limit" wäre),


    UND einen, auch in Verbindung mit der Entwicklungsstörung, massivst beeinträchtigt, weil die Augen, obwohl die Sehschärfe angeblich laut Ärzten immer noch die gleiche ist, total überlastet sind, man draußen dadurch, was andere Menschen angeht, total unsicher ist (auch allgemein im Umgang mit anderen Menschen, was ohne dieses zusätzliche Augenproblem längst nicht in dem Ausmaß der Fall wäre) und sich unwohl fühlt, auch Entfernungen teilweise schlecht abschätzen kann...


    davon abgesehen, gibt es in diesem Forum, und nicht nur hier, SO viele Dinge, gegen die das hier... na ja, ich verkneif's mir lieber wieder.

    @ fairydust84

    Ich wollte zuerst noch etwas dazu schreiben, habe ich dann aber auch nicht, weil ich mir gedacht habe, dass du aus persönlicher Betroffenheit schreibst und dir damit ein emotionales Urteil zusteht.


    Aber ich wollte zu bedenken geben, dass eine Depression, so wie in den Fällen in diesem Thread geschildert worden sind, nicht einfach Reaktion auf äußere Umstände ist, sondern eine Stimmungs- und Gefühlsstörung ist, die sich eher ihr Problemobjekt sucht, als dass sie davon ausgelöst worden wäre (deswegen hilft es depressiven Menschen nie, wenn man sie zu überzeugen sucht, dass die äußeren Umstände eh nicht so schlimm sind).


    Also wenn die Frage ist, ob deine gesundheitlichen Probleme größer sind als eine Brille mit 6 Dioptrien und deine Besorgnis objektiv legitimer ist, dann auf jeden Fall ja. Aber wenn eine Depression vorliegt, sind die Dinge einfach nicht vergleichbar. Müssen sie ja auch nicht.


    Alles Gute, viel Kraft und mehr gutes Karma für dich.