Farbsehschwäche & Berufswahl

    Aufgrund meines Wunsches nach beruflicher Veränderung bin ich an ein gewisses Thema gestossen. Ich möchte in einen kreativen Beruf wechseln und im Bereich Grafik arbeiten.


    Auf einmal kam mir dann in denn Sinn, dass mir mal gesagt wurde, ich besitze eine Farbsehschwäche im Bereich Grün & Rot. Niemals im Leben hätte ich das gemerkt.

    Farbenblind bin ich nicht, ich verwechsle auch keine Farbstifte oder sonstiges.

    Probleme habe ich anscheinend dann, wenn ich gewisse Zahlen in diesen farbigen Punkten erkennen muss.


    Kurzer Hand habe ich nun online nach einem anderen Test gesucht. Bei diesem Test wurde eine "milde" Sehschwäche im Bereich grün angegeben. Mild heisst = 11/14 Bildern (Der Kategorie Rot-Grün) richtig erkannt.


    Meine Frage ist nun: Wie zuverlässig sind solche Tests & muss ich am besten zu einem Augenarzt um ein genaueres Bild zu bekommen?


    Kann ich meine beruflichen Wünsche über den Haufen werfen?

    Das wäre, anständig ausgedruckt, sehr sehr sehr schade!


    Danke für eure Antworten.

  • 14 Antworten

    Wenn du keine Probleme hast, wieso solltest du dann nicht weiter arbeiten können? Am Bildschirm ist eh etwas schwierig. Sicherheit gibt dir nur der Augenarzt.

    HerzensAngst schrieb:

    Wenn du keine Probleme hast, wieso solltest du dann nicht weiter arbeiten können? Am Bildschirm ist eh etwas schwierig. Sicherheit gibt dir nur der Augenarzt.

    Hallo.


    Erstmal danke für deine Antwort. Ja natürlich, das stimmt. Weiterarbeiten nicht ganz, ich arbeite ja momentan in einer anderen Branche.


    Das Ding, als mir das in den Sinn gekommen ist, habe ich gegooglet und gelesen, dass beispielsweise Grafiker nicht möglich ist.


    Werde eventuell einen Augenarzt aufsuchen.

    Du merkst davon nichts, hast keine Beeinträchtigung und verwechselst auch keine Farben. Warum also diese Sorgen? Viele Menschen haben eine leichte Farbschwäche und wissen das nicht mal. Einfach versuchen.

    Laurali schrieb:

    Du merkst davon nichts, hast keine Beeinträchtigung und verwechselst auch keine Farben. Warum also diese Sorgen? Viele Menschen haben eine leichte Farbschwäche und wissen das nicht mal. Einfach versuchen.

    Danke für eure aufheiternden Antworten!


    Sorgen mache ich mir deswegen, weil ich gelesen hab, Berufe wie Pilot oder Grafiker seien mit einer Farbsehschwäche nicht möglich.

    Zwischen Pilot und Grafiker liegen aber ca 300 Menschenleben. Und dann gibt es diverse Stufen der Farbensehschwäche. So wie du das beschreibst scheint es sich um eine sehr schwach ausgeprägte Schwäche zu handeln. Davon würde ich mich nicht aufhalten lassen.

    Laurali schrieb:

    Davon würde ich mich nicht aufhalten lassen.

    Ich mich auch nicht.


    Einer meiner Schwager ist komplett rot-grün-blind, allerdings arbeitet er als Arzt. Er hatte deswegen noch nie Probleme.


    Ein Neffe von mir hat eine juvenile Makuladegeneration. Er ist um 30 und gilt mittlerweile als blind. Trotzdem arbeitet er in einem Bereich, in dem er sehr viel mit digitalem Kartenmaterial zu tun hat. Mit entsprechenden Monitoren und Bildschirmeinstellungen funktioniert das anscheinend trotzdem recht gut. Er arbeitet jedenfalls schon seit vielen Jahren in diesem Bereich.


    Entscheide Du selbst, ob Du Dich für diese Tätigkeit für fähig hältst oder nicht. Anscheinend ist bei Dir die Einschränkung ja nur geringfügig.

    Mein Mann hat das auch .. er wurde seinerzeit bei der Ausbildung zum Lokführer aus diesem Grund abgewiesen.


    Einschränkungen im Alltag hat er dadurch nicht... damals ging für ihn aber sprichwörtlich die Welt unter.

    Mit Farbenschwäche im graphischen Bereich? Sorry, dass wird nichts. Selbst wenn du es für dich persönlich nicht als Einschränkung erlebst, wirst du im Berufsalltag irgend wann die Situation erleben, dass dein Farbensehen nicht ausreicht und dann bist du bei Kollegen und Arbeitgeber unten durch. Das würde ich mir nicht antun.

    ich sehe das auch als ziemlich problematisch. du brauchst in dem beruf schon ein sehr sicheres farbgespür. so kann man den einen Grünton mit gewissen rottönen kombinieren, den anderen aber nicht - und umgekehrt. du musst farbkontraste setzen können, ohne aber das auge des betrachters zu überfordern usw. wenn du also rot- und grüntöne nicht richtig als das wahrnimmst, was sie sind, bekommst du ziemlich sicher probleme.

    hier mal eine farbtabelle, um dir vor augen zu führen, wie nuancenreich du arbeiten musst:

    https://www.source-werbeartikel.com/pantone

    Gerade als Grafik Designer braucht man schon ein gutes Farbgefühl. Das Problem bei den Farbschwächen ist ja, dass man als Betroffener oft die schwere verkennt. Ein Baum ist halt grün, und eine Tomate rot, dass man diese Farben aber anders als die Mehrheit wahrnimmt ist schon mal schwer zu begreifen.


    So als kleine Anekdote am Rande. Meine Oma hatte eine blau-grün Schwäche, wusste aber nichts davon. Als sie Jahre nach dem Einzug in die Wohnung jemand auf die wilde Farbkombinationen im Wohnzimmer angesprochen hat (grüne Vorhänge mit blauer Couchgarnitur), ist Oma aus allem Wolken gefallen. Damals war sie schon in ihren 40ern und hat vorher noch nie was dahingehend bemerkt.

    Menschen mit einer RG Schwäche können Farbunterschiede schon sehen, rot, grün, orange, lila, pink, .. werden zu unterschiedlich dunklen oder hellen braun Tönen. Das Problem ist auch nicht die Unterschiede festzustellen, sondern liegt die Schwierigkeit darin, dass man nicht sieht welches braun mit welchem braun harmoniert (zb rot lila) und welches gar nicht (zb grün lila).

    Aber es klingt bei dir so als hätte dir das kein Arzt je diagnostiziert, oder?

    Nofy schrieb:

    Menschen mit einer RG Schwäche können Farbunterschiede schon sehen, rot, grün, orange, lila, pink, .. werden zu unterschiedlich dunklen oder hellen braun Tönen. Das Problem ist auch nicht die Unterschiede festzustellen, sondern liegt die Schwierigkeit darin, dass man nicht sieht welches braun mit welchem braun harmoniert (zb rot lila) und welches gar nicht (zb grün lila).

    Aber es klingt bei dir so als hätte dir das kein Arzt je diagnostiziert, oder?

    Nein, es war kein Arzt. Es war lediglich ein Test bei dem man diese Zahlen erkennen muss (mit den Punkten).

    Und da habe ich anscheinend nicht ganz alle richtig erraten. Die Aussagekraft ist entsprechend klein und es der Schweregrad kann damit natürlich nicht bestimmt werden.


    Für ein richtiges Ergebnis müsste ich natürlich zu einem Augenarzt.

    Dann musst du das erst klären, denn solche Bilder sind nur ein Indiz, keine Diagnose.

    Und erst dann kannst du klären, wie realistisch ein Beruf in der Richtung wäre.