Das Gehirn eines 9-Jährigen ist flexibel genug, um mit zwei Arten von Sehen zurechtzukommen, besonders angesichts der Tatsache, dass der Unterschied nicht wirklich so dramatisch ist (könnte entscheidend sein, ob man etwas von der Tafel/Leinwand lesen kann, aber im Großen ist das wirklich nicht schlimm). Also medizinisch wäre es egal (die Kopfschmerzen wären wahrscheinlich schon vorher aufgetreten).


    Wenn Lukas das Sehen mit Brille super findet und sie immer trägt, kein Problem für ihn und seine Eltern. Wenn er aber keine Brille will (und selbst vor der Pubertät sind nicht alle Kinder von äußerlichen Veränderungen, die sie plötzlich von anderen Kindern unterscheiden, begeistert), dann ist ein lockerer Umgang (also nur dann tragen, wenn er ohne das nicht sieht, was er sehen sollte; und eventuell bei Radfahren im Straßenverkehr) wahrscheinlich zielführender.

    Aus meiner eigenen Erfahrung - ich bekam die erste Brille so mit 15 oder so: Mit -0,5 dpt auf beiden Augen ging es noch einigermaßen, die Brille nur in der Schule zu tragen. Ab -0,75 dpt auf beiden Augen habe ich sie freiwillig vom Aufstehen bis zum Schlafengehen getragen, weil ich ohne Brille einfach viel zu schlecht gesehen hab. Eine leichte Hornhautverkrümmung war bei mir damals auch schon dabei.


    Ich schätze also, vom Seheindruck her wird er die Brille gern benutzen. Es muss "nur" noch ein Gestell sein, das ihm zusagt. Nehmt Euch da lieber ein paar Tage mehr Zeit, bis er selbst weiß, was ihm gefällt. @:)


    Alles Gute,

    Hallo ronja,


    auch ich fände es besser, wenn er die Brille ständig tragen würde, es würde ganz bestimmt seine Lebensqualität deutlich erhöhen. Aber es sind eben auch keine Schäden/Verschlimmerungen o.ä. zu befürchten, wenn er das nicht tut. Als ich in dem Alter war und meine erste Brille bekam, mit ähnlichen Werten, hätte ich sie liebend gern immer getragen, weil es einfach toll war, alles klar zu sehen. Ich stand mir damals leider selbst im Weg und habe mich nicht getraut, weil auch von meiner Familie nie ein ermutigender Kommentar kam. Deshalb finde ich, Eltern sollten auf jeden Fall ermutigen und immer wieder betonen, wie gut dem Kind die Brille steht. Aber wenn das Kind seine Brille im Prinzip mag und sich damit auch akzeptiert fühlt, ist die Freude daran, gut zu sehen, bestimmt ein stärkerer Antrieb als es der Zwang durch die Eltern wäre.


    LG

    Hi,


    Dass er die Brille akzeptiert, braucht man evtl sehr viel Zeit bis er die Brille findet.


    Bei uns waren es insgesamt 3 Läden gewesen. Die Läden hat sie aus ihrer Intuition ausgesucht. Glücklicherweise liegen in der Stadt bei uns bestimmt 10 Stück in näherer Umgebung.

    @ TE:

    habt ihr denn schon mal nach Brillen geschaut?

    Zitat

    ralf

    Wir waren auf Anraten der Kinderartztes beim Augenarzt.


    Ja, wir haben gestern mal einen "probebesuch" beim Optiker gewagt, er war aber noch sehr scheu und fühlte sich, beim anprobieren sichtlich unwohl.


    Ich habe ihm gesagt, dass wir uns zeitlassen, bis er zufrieden ist, habe ihm allerdings auch klar gemacht, dass er sich schlussendlich für eine Brille entscheiden muss.


    Ich habe das Rezept auch nochmal eine Freundin gezeigt, die sagte, dass er bei dieser Stärke definitiv eine Brille braucht.


    Mal sehen

    Hallo Evasil,


    Ziemlich genau vor einem Jahr, war ich mit meiner Tochter in der gleichen Situation. Inzwischen ist ein Jahr um und ich habe mich damit abgefunden, dass das Ding in ihrer Schublade verschwunden ist. Nachfragen und Aufforderungen ignoriert sie gekonnt. Aber beim Fernsehen setzt sie sich immer ganz vorne auf das Sofa. Inwiefern sie in der Schule beeinträchtig ist, kann ich nicht sagen, weil sie es mir gegenüber nie zugeben würde.


    Allerdings ist sie inzwischen 12. Ich denke, mit 9 Jahren sind Kinder da noch offener und Jungs haben vermutlich auch weniger Probleme mit der Eitelkeit.

    Ich würde immer den Satz fallen lassen, mit Brille hätte man den absoluten Durchblick...


    Und das zielt auf die Wahrheit ab. Ohne Brille ist es nun mal verschwommen und im Straßenverkehr bei noch mehr Dioptrien sogar gefährlich.


    Immer wieder nachfragen, ob er sich in ein Verkehrsmittel setzen würde, von dem er wüßte, der Fahrer könne das gar nicht richtig sehen...


    Auch ein Kind sollte soviel Verstand haben, zu begreifen, dass gute Sicht wichtig ist.


    Und ihn mal anhalten, auf jeden Brillenträger zuzugehen und ihm ins Gesicht zu sagen: du siehst mit Brille aber sche.ße aus... Nimm die sofort ab.


    Aber komisch, das passiert Brillenträgern eben absolut gar nicht, weil es anderen Menschen wurscht ist, ob man selbst ne Brille trägt oder nicht. Aber es werden da im Gegenzug gerne eigene Kopfkinofilme gedreht, es könne so sein.


    Klar, wenn ein Kind plötzlich Brille trägt fällt das erst mal auf, aber für den Rest des 90 jährigen Lebens läßt da niemand eine Bemerkung fallen....


    Und man könnte mit dem Kind für diesen ersten Tag ja ein paar witzig formulierte Erwiderungen ausstatten.