HILFE! Augen können nicht mehr lesen

    Hallo,


    ich suche dringend Hilfe bzw. eine Zweitmeinung zum Augenarzt oder vielleicht auch Erfahrungen!


    Alter: Mitte 20


    Problem: Augen sind total überfordert im Nahbereich; Fallen bei PC-Arbeit ins Schielen bzw. stellen unscharf; Flimmern (man fühlt sich vom Text überwältigt); Helligkeitsempfindlich (muss den Bildschirm immer ganz dunkel stellen); sehe bei Lichtquellen in der Dunkelheit nach oben versetzte Doppelbilder und Lichtstreifen; Augen können nicht fokussieren. Probleme treten vor allem beim Lesen von Text auf.


    Augenarzt: Alles ok.


    Neurologe: Alles ok.


    Brille: Verschiedene Optiker und Augenärzte aufgesucht. Brille ist seit diesem Jahr vorhanden. Brillenpass:


    R: 0,00 -0,50 176°


    L: +0,25 -0,75 175°


    Sehen mit Brille: Schärfer aber habe noch mehr Beschwerden als ohne Brille.


    Hintergrund:


    Ich habe schon mein Leben lang viel am PC gespielt - nie Probleme. Daher verstehe ich nicht, warum jetzt auf ein Mal meine Augen schlapp machen.


    Es geht soweit, dass ich momentan mein Studium nicht weiter machen kann. Ich kann einfach nicht mehr lesen. HILFE!

  • 17 Antworten

    Bloß, weil man schon immer .... was auch immer am PC ... gemacht hat, heißt das ja nicht, dass der Körper es immer noch toleriert.


    Wenn man dem Gehirn Stress bietet, wird es irgendwann schwächeln.


    Winkelfehlsichtigkeit kam mir auch in den Sinn.


    Und ich bin seit Jahren wegen meiner Augen in Behandlung mit Akupunktur. Dort geht man davon aus, dass Überlastungen und Gehirnstress ganz empfindlich die Augen treffen können. Und zusätzlich bin ich in Behandlung bei TCM Ärzten, aus deren Sicht Augenprobleme auch von Leberproblemen kommen.


    Wollte ich nicht glauben, aber man hat gerade massive Leberstörungen schulmedizinisch bei mir festgestellt, die auf Ernährungsdefizite basieren.

    Zitat

    Ist schon mal getestet worden, ob vielleicht eine Winkelfehlsichtigkeit vorliegt?

    Im Prinzip ist beinahe jeder Mensch mehr oder weniger winkelfehlsichtig. Ob das immer unbedibgt einer Behandlung/Korrektur bedarf bezweifle ich. Optiker werden es wahrscheinlich befürworten, da mit Prismengläsern eine menge Geld zu verdienen ist und eun bestimmter Kundenkreis damit (vermeintlich) zufrieden gestellt ist. Leute, die für diverse Beschwerden, für deren Ursache ggf. über einen längeren Zeitraum keine Diagnose gestellt wurde, scheinen empfänglich für solch zweifelhafte Methoden wie MKH zu sein.


    So wie man einem Baby einen Schnuller gibt, werden sogenannten Winkelfehlsichtigen gerne Prismen gegeben. Baby ist ruhig weil es am Schnuller nuckelt und "Winkelfehlsichtiger" ist still, da ihm suggeriert wird, eine Lösung für seine Beschwerden wurde mit der Prismenbrille gefunden.


    Diese ganze Sache ist unter Fachleuten sehr umstritten. Der eigentliche Zweck der Verordnung von Prismen lag ursprünglich ganz wo anders: bei bestimmten Formen echten Schielens. Latentes Schielen wäre bei den aller meisten Menschen verschiedenen Alters messbar, wenn man es darauf anlegen würde.


    Was der TE beschreibt würde ich, wie schon Meronymy ansprach, aber auch eher im nicht-organischen Bereich vermuten.

    Swatch, du hast vollkommen Recht. MKH und die Existenz von Winkelfehlsichtigkeit sind sehr umstritten bzw. leichte Abweichungen von der Norm sind bei sehr vielen Menschen vorhanden, zumeist ohne Beschwerden zu verursachen.


    Soweit ich aber informiert bin, propagieren auch die Anhänger von MKH nicht, dass jede Winkelfehlsichtigkeit korrigiert werden muss, sondern nur dann, wenn sie Beschwerden macht. Und der TE hat doch offensichtlich Beschwerden, was wäre falsch daran, mal zu einem MKH-Spezialisten zu gehen?

    Zitat

    Optiker werden es wahrscheinlich befürworten, da mit Prismengläsern eine menge Geld zu verdienen ist und eun bestimmter Kundenkreis damit (vermeintlich) zufrieden gestellt ist.

    Glaub ich nicht! MKH ist auch bei Optikern umstritten, die meisten haben keine Ahnung davon bzw. stehen der Sache ablehnend gegenüber. Es gibt leider nur sehr, sehr wenige Fachleute, die wirklich Ahnung davon haben und damit umzugehen wissen.


    Bei Leuten, deren Augen von Natur aus nicht perfekt zueinander stehen, ohne dass ein Schielen vorliegt, leisten die Muskeln ständig Schwerstarbeit, um ein vernünftiges Sehen ohne Doppelbilder o.ä. zu erreichen. Ich habe mal einen guten Vergleich dazu gehört: Es ist so, als würde man den ganzen Tag mit waagerecht zur Seite ausgestreckten Armen herumlaufen müssen.


    Es ist natürlich Ansichtssache, ob man MKH von Grund auf verteufelt oder nicht. Ich kenne genug überaus vertrauenswürdige Augenoptiker, die in Fällen, in denen Beschwerden vorliegen, eine Prismenkorrektion befürworten. Ich stehe weiterhin zu meiner Empfehlung an den TE, auch in dieser Richtung nach den Ursachen seiner Probleme zu forschen.

    Zitat

    Soweit ich aber informiert bin, propagieren auch die Anhänger von MKH nicht, dass jede Winkelfehlsichtigkeit korrigiert werden muss, sondern nur dann, wenn sie Beschwerden macht.

    Jo. Nur sind es wohl hauptsächlich Menschen, die sich mit irgendwelchen "Beschwerden" beschäftigen für die bislang keine Ursache gefunden wurde, die gerne in Winkelfehlsichtigkeit DIE Lösung sehen. Zumindest scheint es in diversen Beiträgen zum Thema so.

    Zitat

    was wäre falsch daran, mal zu einem MKH-Spezialisten zu gehen?

    Vermutlich wird der Spezialist dann auch was finden - aus den von mir in meinem ersten Beitrag genannten Gründen.


    Also ich sehe die Winkelfehlsichtigkeits-Geschichte sehr kritisch. Ob man da was in Gang bringen will, sollte gut überlegt werden.


    Als Kurzsichtiger mit leichtem Schielen und spiradisch auftretender Migräne habe ich mich mit dem Thema befasst. Bisher nur in der Theorie. Ich bin mir sehr sicher, dass ich als Ergebnis eines Tests für Prismenkorrektur die Empfehlung für solche Gläser hätte. Ob damit aber Migräne-Attacken der Vergangenheit angehören würden?? Man weiss es nicht, investiert aber zuvor viel Geld und zwingt seinen Augen die Gewöhnung an diese Gläser auf, die man dann nicht ohne weiteres wieder los wird..

    Ja man kann das mit den Prismen kritisch sehen, mir haben sie aber sehr geholfen.


    Doppelbilder, Kopfschmerzen, Schwindelanfälle, Lichtempfindlichkeit, alles weg.


    Ja sie sind teuer aber wenn man schon alles probiert hat, verschiedene Ärzte durch usw ist man froh wenn man eine Lösung hat. ;-)


    Seitdem geht es mir wieder gut, so wie es war hat es mich wahnsinnig beeinträchtigt.


    Im übrigen hatte ich Anfangs Prismenfolien um zu schauen obs überhaupt hilft. Sieht zwar bissel doof aus, aber sie sind nicht teuer, wenns nichts bringt kann man es lassen und hat keine Unsummen für die teuren Gläser rausgeschmissen. ;-)

    Wie gesagt, bei Beschwerden, die wirklich im Zusammenhang stehen wie deine Doppelbilder, finde ich die Prismen-Geschichte nicht grundsätzlich verkehrt. Bei einigen anderen Symptomen, wegen denen manche meinen Prismen seien das Mittel der Wahl, vermute ich aber eher einen Placebo-Effekt.

    Zitat

    Kopfschmerzen, Schwindelanfälle, Lichtempfindlichkeit, alles weg.

    In Zusammenhang mit Migräne? Das würde mich interessieren, da ich wie bereits erwähnt von Zeit zu Zeit immer wieder Probleme damit habe und überlege, ob mein leichtes Schielen evtl. Auslöser sein könnte.

    Zitat

    Nein Migräne nicht

    Anscheinend gibt es mit der Kombination Migräne/Schielen/Fehlsichtigkeit recht wenig Erfahrungen mit Prismen. Ich fragte nur, weil ich irgendwo gelesen hatte, das Prismen bei dieser Kombi was bringen könnten aber nirgends ein Statement eines Betroffenen dazu zu finden ist.


    Na ja, ich glaube eh nicht, dass man Migräne damit beikommen kann und dickere Brillengläser wegen der Prismen kann ich auch nicht gebrauchen.

    Dann würde ich mich hier gerne mal der Diskussion anschliessen: Die Kombination Migräne/Schielen/Fehlsichtigkeit habe bzw. hatte ich auch.


    Bei den Migräneanfällen war es ziemlich klar, dass meine Augen dabei eine Rolle spielen, hatte es vorher mal vom Hausarzt abklären lassen.


    Ich habe sehr lange überlegt, ob ich den Schritt in Richtung Prismen wagen soll und habe mich dann dafür entschieden. Ich habe meine Augen allerdings nicht von einem MKH- oder sonstigen Optiker ausmessen lassen, sondern habe mich mit meinem Beschwerdebild bei einem Augenarzt mit Sehschule vorgestellt. Da sind die ganz alleine auf die Idee mit den Prismen gekommen ;-) aber ich war halt vorbereitet. Es ist bei mir so, dass mein Gehirn ständig ein "unpassendes" Bild ausblenden oder sonstwie verarbeiten muss, und unter bestimmten Bedingungen - z.B. nach einem langen Arbeitstag am PC - war das nicht mehr möglich. Die Folge waren rasende Kopfschmerzen, die sich etwas abmildern liessen, indem ich ein Auge abgedeckt habe. Das war für mich allerdings keine Dauerlösung. Die Prismen legen die unterschiedlichen Bilder quasi zusammen, ich sehe mit beiden Augen ein gemeinsames Bild. Auch das abweichende Auge nimmt jetzt am Sehen teil und sieht aktiv mit, statt einfach nur ausgeblendet zu werden.


    Mit einem relativ kleinen Wert von 1,5 Prismen pro Auge sehe ich seitdem wunderbar scharf, habe tatsächlich nie wieder diese Migräneanfälle gehabt, und die Visussteigerung auf dem schielenden Auge war noch das Sahnehäubchen obendrauf! :-D

    @ 100swatch,

    auch ich stehe der Ansicht, dass Prismen ein Allheilmittel sind, sehr skeptisch gegenüber. Das war u.a. auch ein Grund, mit meinen Beschwerden zu einer Sehschule zu gehen statt zu einem MKH-Optiker. Und ja, auch bei mir wurde erstmal der gemessene Wert mit Folien auf Verträglichkeit geprüft, bevor ich die Prismen eingeschliffen bekommen habe. Zumal bei meinen Werten nicht auffällt, dass ich Prismen trage, und die Gläser sind weder dick noch waren sie wesentlich teurer als normale gute Gläser (auf die "Hausmarke" von Optikerketten sollte man dabei aber verzichten...). Was spricht dagegen, es mal zu probieren - wenn es dir helfen könnte?

    @ auchsoeine

    Danke für deinen Bericht. Dass bei dir die Prismen indiziert sind, da ja wohl ein echtes Schielen vorliegt, kann ich mir gut vorstellen. Bei mir kam noch kein Arzt auf die Idee die Ursache meiner Migräne mit den Augen in verbtindung zu bringen. Evtl. ist das so weil ich diese Migräne-Anfälle nur sporadisch, vielleicht 4 mal pro jahr, habe. Dann aber das komplette Programm mit Sehtstörungen, Übelkeit usw.

    Zitat

    Was spricht dagegen, es mal zu probieren - wenn es dir helfen könnte?

    Nun ja, ich habe halt Bedenken da was in Gang zu bringen, da unsicher ist ob die Migräne überhaupt damit zu tun hat. Ausser dieser hab ich ja keine Beschwerden wegen des Schielens. Und wie gesagt noch dickere Brillengläser brauch ich auch nicht - ich vermute, dass bei meiner Kombi die gläser vielleicht weniger dezent verändert würden als bei dir.

    Hallo! Nun hat der TE ja leider echte Sehprobleme. Ich glaube mal dem Augenarzt, dass seine Augen in Ordnung sind. Also muss es an der Verwertung der Sehreize und damit an den Nerven liegen, wenn ich nicht total blind bin. Bevor man hier die Frage um eine Prismenbrille endgültig klärt, wäre dem TE vielleicht eher mit Hilfe in dieser Richtung (Neuro) besser geholfen?

    Zur Migräne mal was: ich habe auch ein leichtes Schielen (was allerdings massive Auswirkungen bei mir hat, ich seh nämlich auf einem Auge fast gar nichts dadurch...) und Migräne, aber Migräne wird bei mir wahrscheinlich eher durch Stress, besondere Lichtverhältnisse (also solche Verhältnisse, wodurch bei manchen Leuten auch epileptische Anfälle ausgelöst werden) und auch durch die Pille z.B. ausgelöst (erheblich seltener, seit ich die Pille abgesetzt habe). Einen Zusammenhang zum Schielen, Kurzsichtigkeit usw. habe ich da noch nie vermutet und da ich nach Abstellen der anderen Faktoren auch kaum noch Migräne hab, verfolge ich das auch nicht weiter. Ein Erlangen der Sehkraft auf dem einen Auge ist eh nicht möglich, egal mit was (meine Hirnentwicklung dahingehend ist durch das Schielen schiefgelaufen...) und wegen dem anderen kurzsichtigen Auge lass ich halt alle 2-3 Jahre mal meine Brille neu anpassen. Und die Migräne ist bei mir auch familiär bedingt.


    Wenn ich Beschwerden beim Sehen hätte, würd ich auch zum Augenarzt gehen und wenn der nix findet, dann weitersuchen natürlich. Erst zum Schluss auch mal im psychischen Bereich.


    Mit meiner Migräne (ich bekomme da alles bis hin zu Sprachstörungen ;-)) war ich beim Hausarzt und der hat mich zum MRT geschickt. Die Idee mit Augenarzt hatte ich gar nicht, da war ja alles gut eingestellt.