myopie und glaukomrisiko

    dazu habe ich gefunden:


    http://www.augeninfo.de/leit/leit15c.htm


    hier wird das glaukomrisiko für myope ab -5 dpt mit etwa dem 5-fachen des durchschnitts angegeben. es lägen aber nur vereinzelte studien dazu vor. absolut wäre das für menschen zwischen 40 und 54 jahren ein risiko für ein behandlungsbedürftiges glaukom von 2% nach derselben quelle. mit raschem anstieg danach. im alter von 75 bis 89 jahren läge dann das risiko bei 35% für behandlungsbedarf und bei 19% für sehnervenschäden (für myope ab -5 dpt).


    eine andere quelle:


    http://www.cvr.org.au/bmes.htm


    gibt das glaukomrisiko für myope pauschal mit 2-fach erhöht an. hier wird aber keine unterteilung nach myopiehöhe vorgenommen.

    @Rotauge

    Rotauge schrieb:


    wenn die hypothese stimmen soll, dass anhaltende akkommodation das entstehen einer myopie begünstigt, dann frage ich mich, wieso niemand empfiehlt, bei naharbeiten eine lesebrille zu tragen.


    Wer behauptet denn, dass das niemand empfiehlt?


    Das Lesebrille-Tragen (bzw. Bifokalbrillen bei jüngeren Leuten) wurde in den letzten Jahren wiederholt als Vorbeugungsmaßnahme diskutiert und auch in eingehenden Studien untersucht.


    http://www.focus-online.de/D/DG/DGB/DGB07/DGB07D/dgb07d.htm


    http://www.weltwoche.ch/artikel/?AssetID=2047&CategoryID=60


    Wenn ich mich recht erinnere, hielt der vorbeugende Effekt nach dem dauerhaften Ablegen der Pluskorrektur nur bedingt an.


    Als sicher gilt jedoch nach Biophysiker Frank Schaeffel, Leiter des Instituts für Experimentelle Kurzsichtigkeit der Uni Tübingen:


    "Naharbeit (z. B. Bildschirmarbeit), die länger als 30 Minuten andauert, kurbelt das Längenwachstum des Augapfels an und macht kurzsichtig."


    "Zu schnelles Ausgleichen der Kurzsichtigkeit verstärkt die Anzahl der Dioptrien"


    Diese experimentell bewiesenen Erkenntnisse werden in den Kreisen, die an Brillenverordnungen verdienen, bedauerlicherweise nicht allzu gerne gehört.


    Liebe Grüße


    Raindrop

    @ raindrop:

    Zitat:

    Zitat

    "Zu schnelles Ausgleichen der Kurzsichtigkeit verstärkt die Anzahl der Dioptrien"


    Diese experimentell bewiesenen Erkenntnisse werden in den Kreisen, die an Brillenverordnungen verdienen, bedauerlicherweise nicht allzu gerne gehört.

    Also das ist doch wieder Quatsch. Du gehst hier wieder davon aus, dass wissenschaftlich schon längst "eure" These bewiesen worden ist und die Kurzsichtigkeit reversibel ist. Das ist jedoch nicht so und nur weil es einige Quellen gibt, auf die du dich berufen kannst. Diese stehen aber gegen 98% anderlautender Aussagen und Untersuchungen.


    Wenn die Kirzsichtigkeit nur teilweise auskorrigiert wird kann dies sogar eher die Myopie begünstigen, und jetzt auch mal eine Quelle:


    http://www.optikum.at/modules.…News&file=article&sid=301


    Und das hat nix mit "An Brillen verdienen wollen" zu tun...

    5. Schlussfolgerungen


    Unsere Erkenntnisse unterstützen die Hypothese, dass Myope einen anomalen Mechanismus zur Erkennung der optischen Defokussierungsrichtung mit Hilfe des Netzhautbildes aufweisen. Wir vermuten, dass die auftretenden Unschärfen beim kurzsichtigen Auge mehr eine Stimulation des Augenwachstums als die erwartete Hemmung des Wachstums hervorrufen. Wir kommen auch, dass die populäre, therapeutische Strategie der Unterkorrektion einer Myopie bei Kindern nicht nur sinnlos sondern sogar potentiell schädlich sein kann

    P.S. Und zum dritten möchte ich noch zu folgendem Satz was bemerken:

    Zitat

    Diese experimentell bewiesenen Erkenntnisse werden in den Kreisen, die an Brillenverordnungen verdienen, bedauerlicherweise nicht allzu gerne gehört.

    Wenn dies als Argument für dich zählt, dann kann ich genau so gut behaupten, die Leute, die Untersuchungen anstellen, die angeblich deine These unterstützen, handeln aus gleichen Motiven, nämlich um durch irreführende Aussagen und Sehtraininingsangebote ("Myopie wegtrainieren") Kohle zu scheffeln.

    Warum nicht vorbeugen ???

    Also ich find das auch sehr interessant was hier empfohlen wird, und bin dankbar für solche Links:

    Zitat

    Das abwechselnde Training der Sehschärfe-Einstellung auf einen nahen Gegenstand (z. B. einen Finger) und ein in der Ferne liegendes Objekt (z. B. einen Baum am Horizont) verbessert die Augenleistung bei regelmäßigem Training nach ein paar Wochen geringfügig, also um eine halbe bis eine Dreiviertel Dioptrie.

    http://www.focus-online.de/D/DG/DGB/DGB07/DGB07D/dgb07d.htm


    Eine dreiviertel Dioptrie in ein paar Wochen würde mir persönlich schon reichen, um mit meiner alten Brille wieder top zu sehen, denn mit der starken komm ich immer noch nicht richtig klar. Ich fühle mich so furchtbar angespannt damit, und nach dem Ablegen seh ich richtig schlecht und erst nach einer Stunde wird es wieder besser. Die beschriebene Übung hat mir mein Optiker auch schon mal empfohlen, hab es nur noch nicht konsequent genug gemacht.

    @ Queenfeger,

    Zitat

    Wer sich nur ein wenig Medizin und Physik auskennt wird schnell bemerken, dass die Sache mit dem Sehtraining ausgemachter Schwachsinn ist. Koma - Patienten müssten ja nach 3 Monaten blind sein da sie ihre Augenmuskeln nicht trainiert haben!

    Nun ja, ich denke schon, dass ein Biophysiker etwas Ahnung von Medizin und Physik haben dürfte. (Die Uni Tübingen hat soviel ich weiß einen guten Ruf in Augenheilkunde.) Weiß jemand ob das ein eigenständiger Studiengang oder ein Doppelstudium von Biologie und Physik ist?


    Warum sollten Komapatienten blind sein, Queenfeger? Versteh ich nicht ganz, denn im Koma müssten sich verspannte Augen doch am ehesten entspannen? Ich seh nach ausreichendem Schlaf auch meistens deutlich besser als nach langem Lesen.


    Werde mir jetzt auch mal die Nah-Fern-Übung intensiver vorknöpfen, mal sehen, ob's was bringt. :-) Kostet nichts, und schaden wird es sicher auch nicht.


    Hier hab ich auch noch ein paar Übungsempfehlungen gefunden:


    http://www.optik-fesser.de/Ser…aining/augentraining.html


    Die Augen sind wirklich zu mancher Überraschung gut, besonders deutlich wird das, wenn man sich mal den Spaß macht "Augenverwirrungen" herunterzuladen und anzusehen.


    http://www.buntes-allerlei.ch/…pps_bemerkenswert_003.php


    Wer sich so etwas ausgedacht hat?


    Ciao


    Sehstern

    Also bezgl. des Focus-Links kann ich nur die von mir genannte Quelle erneut nennen, denn eine Unterkorrektion der Myopie macht keinen Sinn und ist sogar eher schädlich.


    Alle die an "Ihren Glauben" festhalten möchten will ich nicht bekehren, aber Falschaussagen sollte man nicht unkommentiert


    lassen. Ich habe auch mal eine Mail an die Focus Redaktion geschickt, vielleicht wird der Artikel ja auch mal richtig gestellt.

    P.S. Ich habe nicht grundsätzlich was gegen Augenübungen, aber gegen die Art von Übungen, bei denen behauptet wird eine Fehlsichtigkeit sei reversibel.


    Man muss jedoch die vielen Trainingsalternativen unterscheiden. So machen bestimmte Übungen durchaus Sinn, und kein Optiker bietet ein Training an, bei dem er verlauten lässt, dass sich die Myopie z.B. reduzieren lässt.


    Aber man kann bestimmte Vorgänge verlangsamen bzw. reduzieren, dies ist aber ein Unterschied und hat nichts damit zu tun, eine Myopie sei reversibel.


    Es gibt beispielsweise Entspannungsübungen, um bei langem konzentrierten Sehen den Augen eine Pause zu gönnen und evtl. Begleiterscheinungen (z.B. Müdigkeit, Kopf- und Nackenschmerzen) zu vermeiden oder zu reduzieren.


    Zudem gibt es in ganz speziellen Fällen die Möglichkeit, das visuelle Zentrum im Gehirn zu trainieren, bei Leuten, die z.B. bei der Verarbeitung der Sehinformationen im Gehirn Probleme haben.


    Das hat aber rein gar nichts mit Myopie zu tun sondern mit der fehlerhaften Verarbeitung der weitergeleiteten elektrischen Impulse in den Sehbahnen und im Sehzentrum des Gehirns.


    Ich möchte diese Trainingsmöglichkeiten als seriös und wissenschaftlich begründbar bezeichnen.

    @babylonbob

    Zitat

    Wenn die Kirzsichtigkeit nur teilweise auskorrigiert wird kann dies sogar eher die Myopie begünstigen, und jetzt auch mal eine Quelle:


    http://www.optikum.at/modules.…News&file=article&sid=301

    Nun ja, dieser in Optikerkreisen gern genannten Studie mit gerade mal 40 Probanden, die die Compliance-Bedingungen über einen relativ kurzen Zeitraum erfüllten, steht die große COMET- Studie mit über 450 Probanden gegenüber, die vom Jahr 1997-2002 lief und Unterkorrektion als erfolgreiches Vorbeugungsmittel belegen konnte.


    Und da man immer nach einer wissenschaftlichen Quelle gefragt wird:


    Große Studien aus den letzten Jahren zeigen das Gleitsichtgläser, die die Unterakkommodation verringern oder sogar umkehren, tatsächlich die Myopieprogression verringerten (COMET Studie, ca. 17% weniger Progression, und andere)"


    http://www.dog.org/2003/abstracts/862_d.html


    COMET steht für "Correction of Myopia Evaluation Trial"


    Über die Untersuchung Chung/Leary schreibt Frank Schaeffel:


    "eine kürzliche Untersuchung behauptete, dass Unterkorrektur die Myopieprogression verstärke. Diese überraschende Beobachtung passt nicht zu den Ergebnissen von Tiermodellen."


    :(v


    Dem gibt es wohl nicht allzuviel hinzuzufügen...


    Lieben Gruß


    Raindrop

    @ babylonbob

    denn eine Unterkorrektion der Myopie macht keinen Sinn und ist sogar eher schädlich

    Zitat

    gilt das für Kinder, Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen?


    Ich dachte ja eigentlich auch noch bis vor ein paar Tagen, dass sich wenigstens in diesem Punkt AÄ und AO einig sind, bei einer Myopie Vollkorrektion anzustreben - was mir von meinem AA bisher immer so gesagt wurde -. Nur dieses Mal machte mich seine Aussage doch etwas stutzig. Obwohl bei meinem Sohn (15) sich die Myopie um 0,5 dpt. verschlechtert hat (mittlerweile auf einem Auge -7) und er dadurch auch beeinträchtigt ist, hieß es, man könnte es aber auch bei den alten Werten belassen, wenn ich nicht schon wieder neue Gläser bezahlen möchte (was für mich allerdings kein Thema war).Mich würde jetzt aber trotzdem interessieren, ob unterkorrigierte Gläser die Progression der Myopie nur bei jüngeren Kindern fördern oder ob es auf die Zeitspanne ankommt, in denen sie getragen werden (in der Vergangenheit kam es alle 6 Monate zu einer Verschlechterung von 0,5 dpt.).


    Bei Erwachsenen besteht doch aber wohl die Auffassung , dass sich die Myopie unabhängig davon entwickelt, ob man ständig Brille trägt oder nicht. Ist das so richtig?


    Hätte denn das Tragen einer zu starken Brille – mal abgesehen von evtl. auftretenden astenopischen Beschwerden- eine Auswirkung?