Rot-Grün-Schwäche beim Kind

    Hallo,


    mein Sohn ist jetzt 3 Jahre und 3 Monate alt. Bei der letzten U-Untersuchung im Alter von 3 Jahren konnte er die Farbtafeln zur Bestimmung einer Rot-Grün-Schwäche nicht lösen. Laut Kinderärztin hatte er entweder keine Lust oder eine Rot-Grün-Schwäche.


    Letzte Woche waren wir beim Augenarzt (der 3. Besuch, weil er auch noch etwas weitsichtig ist). Dort wurden ihm nochmal diese Tafeln gezeigt (nachdem er beim Sehtest eigentlich ganz gut mutgemacht hatte) und er konnte wieder nichts erkennen. Die Augenärztin meinte, dass es sehr wahrscheinlich sei, dass er eine Rot-Grün-Schwäche hat.


    Ich sollte noch erwähnen, dass mein Opa mütterlicherseits auch eine Rot-Grün-Schwäche hatte.


    Wenn ich ihn allerdings bitte alle roten, blauen, grünen, gelben Legosteine oder Wäscheklammern rauszusuchen, dann kann er das.


    Außerdem kann er Farben fehlerfrei benennen, auch rot und grün. Außerdem haben wir ein Buch mit einem Apfelbaum. Dort sind alle Äpfel rot, nur ein einziger ist etwas heller und geht ins Orange und den hat er sogar noch vor mir gesehen.


    Ist hier sonst jemand mit Kindern, die unter einer Rot-Grün-Schwäche leiden und in welchem Alter wurde das endgültig festgestellt?


    LG

  • 7 Antworten

    Ich habe zwar keine Kinder, aber neulich selbst grandios bei diesen Rot-Grün Tafeln beim Augenarzt versagt. Die Helferin war völlig aufgeregt, da ich ein Gutachten für den Führerschein bzw. eine Erweiterung brauchte. Der Arzt hat es mit Humor genommen und gemeint, dass das durchaus vorkommen kann. Hat mich gefragt, welche Farbe die Ampel vorm Fenster gerade anzeigt und grinsend das Gutachten ausgestellt. Ich habe definitiv keine Rot-Grün Schwäche.

    Mein Partner hat eine Rot-(Grün)-Schwäche, die mit 5 oder 6 Jahren festgestellt wurde. Zuvor war aufgefallen, dass er dem Himmel immer lila malt - weil er den Rotanteil im Lila nicht sieht und es für ihn ein dunkles Blau war. Mit Ampeln hat er keine Probleme ("Man sieht ja, wo es leuchtet"). Rot, grün und braun kann er oft nicht unterscheiden, wenn die Farben nicht zu knallig sind. Grüne Dinge hält er allerdings oft für gelb (Kleidung z.B.)


    DanielCraig schrieb:

    Wenn ich ihn allerdings bitte alle roten, blauen, grünen, gelben Legosteine oder Wäscheklammern rauszusuchen, dann kann er das.

    Die Farben sind ziemlich knallig, da ist das wohl kein Problem. Schwieriger sind Mischfarben zu erkennen (lila, grün...) und wenn es um kleine Flächen geht, z.B. rotes Dach in einiger Entfernung in grüner Wiese.

    Danke für deine Nachricht sportfan . Ja, er verwechselt noch manchmal gelb und grün, das sind die einzigen Farben die er noch verwechselt. Und zu meinen rot lackierten Nägeln sagt er braun.


    Da wir familiär vorbelastet sind ist es auch gar nicht so unwahrscheinlich. Ich habe auch das Gefühl, dass je knalligen die farben sind, desto besser kann er sie unterscheiden.

    Pastelltöne sieht er übrigens gar nicht, da ist der Farbanteil zu gering. Türkis und lindgrün ist für ihn weiß. Ich darf zum Beispiel nicht sagen: "Bring mir bitte das hellgrüne Shirt aus dem Badezimmer mit!" - Das findet er nicht, selbst wenn da nicht viel rumliegt. Ich muss nach dem "weißen" verlangen, denke ich aber auch nicht immer dran ;-) Solche T-Shirts in hellen Farben landen hier auch immer wieder in der weißen Wäsche, aber da muss ich halt immer nochmal drüber gucken.

    Ich würde mir erstmal keine grossen sorgen machen. Erstens kann man nicht viel dagegen tun und zweitens ist dein Kind noch so klein. Sollte eine massive Farbenblindheit bestehen würde man dies viel deutlicher merken im Alltag. Ich habe sehr oft mit Menschen zu tun die an einer Rot-Grün Schwäche bzw. Farbenblindheit leiden, die wenigsten sind dadurch wirklich eingeschränkt. Wie schon erwähnt, man sieht ja wo die Ampel leuchtet. Und man lernt von klein auf, damit umzugehen. Die Übersichtigkeit würde ich beobachten und je nach dem mit einer Brille behandeln (nur wenn dies wirklich angezeigt ist, ein so kleines Kind mit einer Brille zu belasten ist nicht ohne und eigentlich nur nötig, wenn die Fehlsichtigkeit ausgeprägt ist.) oft gibt sich das mit der Zeit und wenn es Richtung Pubertät geht ist keine Brille mehr nötig.

    Ich habe eine Rot-Grün-Farbschwäche. Die wurde erst in der 6.Klasse (glaube ich) diagnostiziert. Ich merke das im realen Leben eigentlich gar nicht. Tatsächlich sind es diese Farbtafeln (viele bunte Punkte ergeben für den normal farbsichtigen eine Zahl oder einen Buchstaben) für mich eben oft nur viel bunte Punkte. Wobei ich ohne Probleme Rot und Grün trennen kann. Es sind halt die Mischfarben, die mir das Leben (sehen) schwer machen.

    Laurali er bekommt tatsächlich eine Brille. Morgen haben wir den Termin beim Optiler. Wir sind seit einem Jahr beim Augenarzt in Behandlung weil ich eine schwere Fehlsichtigkeit mit schielen habe.


    Mit 2 Jahren hat der Kinderarzt festgestellt, dass er etwas weitsichtig ist, der Augenarzt meinte damals das sei gerade so an der Schwelle zur Tolleranzgrenze in dem Alter und verordnete erstmal keine Brille.


    Jetzt 2 Termine und 1 Jahr später wurde ein leichtes Schielen festgestellt, daher bekommt er nun doch eine Brille, weil er den festen Test zum räumlichen Sehen nicht erkennen konnte. Er schielt nicht permanent aber doch ab und zu. Vor allem auf Fotos oder wenn er müde ist.


    Ich hatte seit ich denken kann eine starke Brille und Augenpflaster. Dadurch konnte sich das räumliche Sehen bei mir nicht entwickeln. Wenn möglich möchte ich das für ihn verhindern.