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    Schielstellung

    Hallo!


    Ich hatte letztens einen Sehtest bei einem Optiker und mir wurde eine Schielstellung diagnostiziert.


    Der Optikermeister erklärte mir das etwa so: Das eine Auge fixiert einen anderen Punkt als das andere. Deshalb muss das Gehirn dies wieder ausgleichen, was zu Kopfschmerzen führen kann. Letzteres ist bei mir massivst der Fall. Deshalb muss ich jetzt einen so genannte Prismenmessung machen und bekomme wahrscheinlich eine Brille, die zwar 0 Dioptrien hat, jedoch das Glas auf der einen Seite dicker ist als das ande. Diese Brille würde dann die Aufgabe des Ausgleichens vom Gehirns übernehmen.


    Ich bin sehr verunsichert was nun auf mich zukommt. Leider habe ich hier noch nichts passendes gefunden. Gibt es hier Leute die sowas haben bzw. hatten? Wie wird so etwas ausgelöst? Hat man das von Anfang an? Kann man es wieder los werden? Muss man die Brille dann immer aufhaben oder nur zB beim lesen? Fragen über Fragen, mir fallen sicher noch einige ein.


    Ich hoffe ihr könnt mich etwas informieren.


    Lg


    Peter

  • 25 Antworten

    Hallo Peter!


    Kann sein, dass du diese (wahrscheinlich leichte?) Schielstellung schon immer hattest, es bisher aber durch Anstrengung ausgeglichen werden konnte. Irgendwann führt das dann zu Kopfschmerzen/ Müdigkeit. Bei der Brille musst du selbst entscheiden, wie oft und zu welchen Gelegenheiten du sie trägst. Wenn du dir bei der Messung nicht sicher bist, frag doch nochmal wo anders bzw. einen Augenarzt. In manchen Fällen ist ein Prisma nicht zwingend nötig. Theoretisch kann man sowas sehr vielen Menschen ausmessen, wenn man unbedingt will. Bei vielen Menschen ist das gering vorhanden, aber muss nicht korrigiert werden.


    Diese prismatischen Gläser kosten halt einiges mehr als "normale". Wenn´s die allerdings wirklich hilft, lohnt sich diese Ausgabe. Ein Prisma, je nach Stärke (wieviel hat er denn gemessen?) ist nix Tragisches, ich würd ne 2. Meinung einholen. Oft kan das auch durch "normale" Gläser ausgeglichen werden.


    Der beste Rat, den ich dir geben kann: Geh doch da nochmal wohin und löcher den. Denn da bist du ganz sicher, dass du es mit einem Fachmann zu tun hast, der dir garantiert und richtig antworten kann. Und Fragen, die während des Gesprächs noch aufkommen, können sofort geklärt werden.


    Liebe Grüße*:)

    Hallo Peter


    Das hatte ich auch. Mir sagte damals, dass mein "verstecktes" Schieln in der Kindheit hätte ausgeglichen werden sollen. Ich hatte eine Brille mit Prismen drin. War schon eine ganz andere Optik, aber halt extrem dick und schwer. Ich hab dann "Augengymnastik" nach Anleitung gemacht. Heute ist nur noch meine Weitsichtigkeit ausgeglichen. Aber die Gleitsichtgläser sind auch nicht gerade billig. Kopfschmerz ist aber so gut wie weg. Da hat aber auch noch eine Ernährungsumstellung mitgeholfen.


    Alles Gute:)*

    Zitat

    Kann sein, dass du diese (wahrscheinlich leichte?) Schielstellung schon immer hattest, es bisher aber durch Anstrengung ausgeglichen werden konnte. Irgendwann führt das dann zu Kopfschmerzen/ Müdigkeit. Bei der Brille musst du selbst entscheiden, wie oft und zu welchen Gelegenheiten du sie trägst. Wenn du dir bei der Messung nicht sicher bist, frag doch nochmal wo anders bzw. einen Augenarzt. In manchen Fällen ist ein Prisma nicht zwingend nötig. Theoretisch kann man sowas sehr vielen Menschen ausmessen, wenn man unbedingt will. Bei vielen Menschen ist das gering vorhanden, aber muss nicht korrigiert werden.

    Das ist so weit richtig. Ich wäre vorsichtig bei einer Prismenmessung durch den Optiker(ausnahmsweise gegen meine Zunft) oder Augenarzt. An deiner Stelle würde ich einen Orthoptisten aufsuchen.

    Warum bist du denn überhaupt zum Optiker gegangen? Hattest/Hast du Beschwerden? Oder handelte es sich nur um einen Sehtest?


    Die Verordnung von Prismen sollte nur erfolgen, wenn wirklich Beschwerden vorliegen die durch Prismen verbessert werden können. Die meisten Menschen haben eine leichte, versteckte Stellungsabweichung der Augen (Phorie, latentes Schielen) und wissen ihr ganzes Leben nichts davon. Unser Gehirn korrigiert diese Fehlstellung. In manchen Fällen macht diese Korrektur aber Beschwerden (z. B. Augenbrennen, Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen). Diese Beschwerden gehen dann weg, wenn man ein Auge für einige Zeit schließt.


    Häufig werden von Optikern die Prismen sehr schnell verordnet und meist legen die Optiker dieser Verordnung nur einen Test zugrunde (Schätzungsweise 90 % aller Personen sind bei diesem Test auffällig!!!) ohne weitere Überprüfung. Prismen werden im Vorfeld auch nicht "Probegetragen"!!!


    Ich persönlich würde eine Primenbrille nur verordnen, wenn der Patient Beschwerden hat und diese Beschwerden auch mit Prismen zu bessern sind (kann man vorher mit einer Prismenfolie austesten). Außerdem kann eine versteckte Weitsichtigkeit (kommt nur raus, wenn man die Pupillen erweitert) ein Innenschielen auslösen. Erstmal müsste man diese sicher ausschließen und dann über ein weiteres Vorgehen nachdenken.


    Ich rate dir: geh zu einem Augenarzt mit Orthoptistin (!!!) und hol dir eine 2. Meinung. Prismenbrillen sind ja auch nicht gerade billig...


    Liebe Grüße


    Orthoptistin


    Noch ein Nachsatz: Man kann mit einer Prismenbrille einen Patienten auch in ein "künstliches Schielen" hineintreiben! Danach kann der Patient ohne Prismenbrille nicht mehr einfach sehen sondern hat Doppelbilder!

    Dazu sage ich nur:


    Ein Optiker muss vor der Prismengabe zuerst bestimmen, ob es sich um eine reine Heterophorie handelt oder um einen Strabismus bzw. Mikrostrabismus.


    Im Falle eines (Mikro-)Strabismus muss er den Kunden auf jeden Fall an einen Strabologen/Orthoptistin übergeben.


    Heterophorien werden mit Prismen auch nur nach einer genauen Anamnese versorgt....keine Probleme, keine Prismen.


    So muss der Grundsatz einer gescheiten MKH lauten.

    Hallo Peter!


    Ich schreibe dir als jemand, der ähnliche Probleme hatte wie du. Deine Verunsicherung ist angebracht, doch bedauerlicherweise gibt es keinen Königsweg bei Binokularsehproblemen.


    Wie bei den obigen Beiträgen durchschimmert, gibt es dort eine gewisse Kontroverse; grob gesagt stehen sich Optiker/Optometristen und Augenärzte/Orthoptistinnen durchaus nicht wohlwollend gegenüber. Kern der Problematik sind verschiedene Messverfahren auf beiden Seiten, denen eigene Prinzipien und eine jeweils unterschiedliche Philosophie zugrundeliegen. Daraus ergeben sich oftmals unterschiedliche, wenn nicht widersprüchliche Messergebnisse und Korrektionsempfehlungen.


    (Auf Optiker-Seite kommt hinzu, dass sich mit Prismenbrillen prima verdienen lässt, weswegen es dort wohl überproportional viele schwarze Schafe gibt.)


    Soviel zur Theorie. Jetzt zum praktischen Teil.


    1.) Es wäre hilfreich, mehr über das Verfahren und die Ergebnisse des Optikers zu erfahren, den du aufgesucht hast. Wichtig sind insbesondere die Prismenstärke, die dazugehörige Basisrichtung als auch die verwendeten Teste. Am besten aufschreiben lassen!


    2.) Spontan möchte ich dir folgende Vorgehensweise empfehlen:


    - Suche einen Augenarzt mit Orthoptistin auf und schildere deine Probleme. Frage explizit nach Strabismus und Mikrostrabismus und lasse dir den Befund schriftlich mitgeben.


    - Falls letztere ausgeschlossen werden können und keine (sinnvoll erscheinene) Therapieempfehlung ausgesprochen wurde, solltest du einen Optiker aufsuchen, der die MKH beherrscht. Dies kann entweder der sein, bei dem du schon warst, oder (vielleicht besser) einer, den du auf www.ivbv.org aufspürst. Dabei immer die ermittelten Werte aufschreiben und mitgeben lassen!


    Weitere Informationen findest du bspw. auch auf www.optometrieonline.de (Stichwort: Winkelfehlsichtigkeit).

    @ Seggel

    Wie prüft denn der Optiker ob es sich um einen Mikrostrabismus handelt??? Ich habe noch nie einen Optiker gesehen, der einen Covertest (oder Synoptophor, Synoptometer) gemacht hat und die Korrespondenz getestet hat. Um einen Mikrostrabismus zu diagnostizieren muss ich die Korrespondenz testen bzw. während der Binokularfunktionen testen ob eine manifeste Abweichung vorliegt.


    Das was ich aber leider immer wieder sehe ist: Patienten gehen ohne (!!!!) Beschwerden zum Sehtest (überprüfung ihrer Brille), es wird mal kurz MKH gemacht und dort eine Abweichung gefunden. Aufgrund dieser Abweichung wird dem Patienten zu einer Prismenbrille geraten. In der Regel sind diese Abweichungen konvergent. Es wird in den meisten Fällen nicht gegengeprüft ob diese Abweichungen durch Akkommodation oder auch Gerätekonvergenz entstanden sind.

    @ Monoxid

    Die beiden Gruppen stehen sich nur deshalb nicht wohlwollend gegenüber, weil die Augenärzte und Orthoptisten (die MKH übrigens durchaus ebenfalls machen!) sagen, dass Prismen nicht nur nach dieser Messmethode verordnet werden sollten. Die Anzahl der Gründe würde den Rahmen hier sprengen...


    Mein Problem ist, dass sehr viel Geld mit Prismen verdient wird. Und ich habe schon einige Patienten gesehen, die keine Prismen bräuchten und durch die verordneten Prismen in einen Schielwinkel getrieben wurden, der nicht mehr abgebaut werden konnte, was letztlich zu einer OP geführt hat! Übrigens waren darunter auch Kinder unter 10 Jahren!!!


    Es gibt in allen Sparten "schwarze Schafe", keine Frage!!!


    Und zum Thema Winkelfehlsichtigkeit gehen die Meinungen sicher extrem auseinander. Leider ist mir bisher noch kein Optometrist begegnet, der sich fachlich "ausdiskutieren" möchte. Alle steigen dann aus, wenn es um das Thema Korrespondenz der beiden Augen geht. Hier kommt man dann nämlich in Erklärungsnot wenn es um Prismen und Winkelfehlsichtigkeit geht... Aber vielleicht hat hier ja ein Optometrist/Optometristin Lust auf eine Diskussion per E-Mail: weltbeste.sahneschnitte@hotmail.de

    Zitat

    Und zum Thema Winkelfehlsichtigkeit gehen die Meinungen sicher extrem auseinander. Leider ist mir bisher noch kein Optometrist begegnet, der sich fachlich "ausdiskutieren" möchte. Alle steigen dann aus, wenn es um das Thema Korrespondenz der beiden Augen geht. Hier kommt man dann nämlich in Erklärungsnot wenn es um Prismen und Winkelfehlsichtigkeit geht... Aber vielleicht hat hier ja ein Optometrist/Optometristin Lust auf eine Diskussion per E-Mail

    Ich studiere Augenoptik/Optometrie. Darf mich also Optometrist schimpfen. Leider gibt es von meiner Seite keinen Diskussionsbedarf, weil ich dir recht gebe. Ich schicke, wenn es um Prismenverordnung geht immer zum Orthoptisten, der ist für mich der einzig wahre Fachmann. Fertig. Auch wenn ich Schelte von meiner Zunft bekomme. Ist mir egal. Ich muss während des Studiums notgedrungen mich mit MKH herumschlagen, halte aber nicht wirklich viel davon. Zu unterschiedlich sind die Ergebnisse von Woche zu Woche beim GLEICHEN PROBANDEN wohlgemerkt.

    @ Orthoptistin

    Mein Sohn (Strabismus mit OP) war lange Jahren in einer Sehschule in Behandlung. Natürlich wohnte ich als treusorgender, interessierter Vater immer brav den Untersuchungen bei.


    Aus diesem Grund habe ich mir damals von einem erfahrenen Strabologen das Covern beibringen lassen.


    Im übrigen gibt es heute auf dem Markt den sog. MKH-Blitz, mit dem man innerhalb einer Minute über die Netzhaut-Korrespondenz einen (Mikro-)Strabismus gezielt aufdecken kann.


    Dabei wird monokular über einen Blitz bei beiden Augen der Kreuztest auf den Netzhäuten "eingebrannt".


    Anhand des Nachbildes und der Auskunft des Prüflings deckt man damit einen (Mikro-)Strabismus auf.


    Wie man sieht, dafür braucht man nicht unbedingt einen teuren Synoptophor.


    Ich persönlich bin sicherlich kein MKH-Hardliner, der alle "Abweicher" mit Prismen versorgt und schon gar nicht aus Gründen der Geldmacherei.


    Ohne Beschwerden (genaue Anamnese!) wird bei mir kein Kunde eine prismatische Versorgung erhalten. Ich halse mir doch keine unnötige Arbeit auf. ;-)


    Und was andere Kollegen so in ihrer beruflichen Tätigkeit machen, darüber kann ich nicht bestimmen.

    Dieser Diskussionsfaden ist eigentlich für Peter E. reserviert, deshalb nur ganz kurz:

    Zitat

    Leider ist mir bisher noch kein Optometrist begegnet, der sich fachlich "ausdiskutieren" möchte. Alle steigen dann aus, wenn es um das Thema Korrespondenz der beiden Augen geht. Hier kommt man dann nämlich in Erklärungsnot wenn es um Prismen und Winkelfehlsichtigkeit geht...

    Na, dann treten wir doch den Gegenbeweis an! Auf Optometrie-Online (Link oben) gibt es eine Menge ebenso kompetenter wie engagierter Optometristen. Wir lesen uns dort...

    Mit der "Nachbildblitzmethode" kann man leider auch nicht jeden Mikrostrabismus aufdecken (z. B. Mikrostrabsimus mit Identität) Und bei einem Kind das nicht sicher fixiert und bei dem die Angaben noch nicht immer sicher sind funktioniert das auch nicht einwandfrei... Man braucht also schon immer mehrere Untersuchungsmethoden...


    Jetzt begeben wir uns aber auf dieses unliebsame Streitfeld, denn ich dachte immer, dass der Optiker eigentlich nicht diagnostizieren darf - möglich dass ich mich täusche..


    Ich gehöre nicht zu den Orthoptistinnen, die im Kampf mit den Optikern sind - im Gegenteil! Unsere Berufsgruppen könnten sich gegenseitig so unglaublich unterstützen und auch fachlich gegenseitig weiterhelfen (und voneinander lernen), wenn sie nicht ständig voreinander Angst hätten wenn es ums "Patientenausspannen" geht. Ich finde es jedes Mal extrem schade, es könnte ein so schöner Austausch zwischen Optikern und Orthoptisten stattfinden... Ich bin tatsächlich der Meinung, dass auch Optiker Prismen anpassen sollten! Die Optiker sollten meiner Meinung nach nur dazu übergehen mehrere Tests (auch ohne Geräte - wegen Apparatekonvergenz) anzuwenden und nicht die MKH-Methode als die Supermethode preisen... Und leider haben die Optiker den Nachteil, dass sie nicht tropfen dürfen. Hyperopien oder überkorrigierte Myopien können unglaubliche Esophorien vortäuschen - auch wenn sie nur um 0,5 dpt nicht stimmen. Man bekommt halt manche Patienten über die subjektive Refraktion einfach nicht entspannt...:|N


    Auf Optometrie-Online habe ich bereits (unter anderem Namen) mein Glück versucht mit dem Resultat, dass ich von mehreren Seiten sachlich unkorrekt angegriffen wurde. Wirklich diskutiert hat keiner mit mir. Ein Satz war: ..wenn du an der Winkelfehlsichtigkeit zweifelst hast du hier nichts verloren... Dabei hatte ich nur versucht eine Definition des Begriffes zu bekommen, denn die Definitionen die mir gegeben wurden waren nichts anderes als latentes Schielen... Insofern denke ich nicht, dass wir uns dort nochmal lesen...]:D:|N

    @ Alien36

    Nicht nur bei der MKH-Methode bekommt man unreproduzierbare Werte - das ist der Grund warum ich so extrem auf "mehrere Untersuchungsmethoden" poche und immer versuche über Prismenfolien vorher alles auszuprobieren. Aber auch mit Prismenfolien ist das so eine Sache, denn durch den reduzierten Visus sind auch diese manchmal nicht hilfreich... Alles nicht so einfach...%-|

    Zitat

    Auf Optometrie-Online habe ich bereits (unter anderem Namen) mein Glück versucht mit dem Resultat, dass ich von mehreren Seiten sachlich unkorrekt angegriffen wurde.

    Und mit welchem Motiv? Die "Winkelfehlsichtigen", die sich dort tummeln, haben in der Regel erfolglos eine Reihe von Orthoptistinnen abgeklappert, bevor sie sich frustriert von dieser Berufsgruppe abgewendet haben (war bei mir ebenso). Wenn man die alle in einen Topf wirft, findet man immer einen Grund, sich von unliebsamen Diskussionen fern zu halten...

    Zitat

    Dabei hatte ich nur versucht eine Definition des Begriffes zu bekommen, denn die Definitionen die mir gegeben wurden waren nichts anderes als latentes Schielen...

    ... weil's im Grunde eh Synonyme sind. Wenn Orthoptistinnen von latentem Schielen sprechen, dann doch, wenn sie mit ihren Methoden ein solches ermittelt haben. Und Winkelfehlsichtigkeit ist immer dann, wenn das Ergebnis vom Polatest stammt.

    Siehst du, jetzt schreibst du genau das, wie ich es verstanden habe, aber ich wurde mehrfach darauf hingewiesen, dass Winkelfehlsichtigkeit eben keine Heterophorie sei. Also wo ist der Unterschied???


    Denn wenn Winkelfehlsichtigkeit = Heterophorie ist, dann ist es eine Krankheit (vom Gesetz so definiert) und darf vom Optiker nicht therapiert werden.


    Und ich wurde nicht von den Winkelfehlsichtigen angegriffen, sondern von den Optometristen.

    Zitat

    Denn wenn Winkelfehlsichtigkeit = Heterophorie ist, dann ist es eine Krankheit (vom Gesetz so definiert) und darf vom Optiker nicht therapiert werden.

    Das sind m.E. bloße Spitzfindigkeiten, sowohl juristische als auch solche der Terminologie.


    Allen Verfahren gemeinsam ist doch, dass man die Fusion teilweise oder ganz aufhebt und sich dann zeigende Abweichungen von einer wie auch immer gearteten Idealstellung der Augen prismatisch o.ä. zu korrigieren versucht.


    Nun findet man beim Polatest bei vielen Menschen solche Abweichungen (oben steht was von 90%, was ich für übertrieben halte). Wenn man bedenkt, dass kein Mensch perfekt symmetrische Gesichtshälften besitzt, und es keinen guten Grund gibt, weshalb diese Asymmetrie bei den Augen halt machen sollte, ist das nicht mehr ganz so überraschend - das Verfahren reagiert einfach recht sensibel selbst auf "natürliche" Abweichungen. Aber wo endet denn dann die Normvariante (die auch erhebliche Probleme bereiten kann) und wo beginnt die Krankheit?


    (Ich war nach mehrfachen, unabhängigen orthoptistischen Erhebungen einwandfrei gesund und musste mein Studium aufgrund massiver asthenopischen Beschwerden dennoch monatelang ruhen lassen... tja, Pech gehabt.)


    Mir wäre es persönlich lieber, wenn man die MKH in Arztpraxen finden könnte - was heutzutage nur äußerst selten der Fall ist. Bei einer durchschnittlichen Sitzungsdauer von 45-60 Minuten wäre das aber kaum zu realisieren. Andererseits: Mein Optometrist ist in puncto Präzision der Prismenbestimmung (und gewöhnlichen Refraktion) allen Medizinern, die mich bislang untersucht haben, derart überlegen, dass ich das für mich gar nicht ändern wollte... tja, Glück gehabt.

    Jetzt schreibst du, das seien doch nur Spitzfindigkeiten aber genau um diese Spitzfindigkeiten geht es in diesem Hin und Her. Die Augenärzte behaupten, dass die Optiker/Optometristen den Namen nur benutzen würden, weil sie die Heterophorie nämlich nicht mit Prismen versorgen dürfen. Im Prinzip bestätigst du das oben!


    Und genau wie du oben beschreibst: wo geht beim Polatest der Krankheitswert an??? Die meisten Auffälligkeiten sind eben normal! Und von vielen werden auch die "Normalen" mit Prismen versorgt (wie schon gesagt: ohne Beschwerden). Hier liegt das Problem. Und man findet die MKH (oder Abwandlungen davon) in den meisten Arztpraxen weil sie oft im Gerät drin ist. Die meisten Ärzte genießen die MKH halt einfach mit Vorsicht.


    Mich persönlich stört an der ganzen Geschichte nur die Einseitigkeit der Untersuchung - das ist alles.


    Übrigens waren die Optometristen, die ich bisher kennengelernt habe, alle extrem gut im Refraktionieren - aber Sie haben ja auch deutlich mehr Zeit und bekommen für Ihre Refraktionen auch deutlich mehr Geld. Ich bin mir sicher, dass auch diese Qualität sehr schnell abnehmen würde, bekämen sie für die Refraktion nur ein paar Euro... Nehmen wir mal an, die Krankenkassen würden Ihnen vorschreiben pro Untersuchung nur noch 25 Euro zu bekommen - egal wie viel sie untersuchen. Was denkst du würde passieren??? Und komischerweise sind die Leute bereit viel Geld bei einem Optometristen oder sonstigen Therapeuten zu lassen, wenn sie aber bei einem Augenarzt/Arzt eine Zusatzuntersuchung bezahlen sollen verzichten sie lieber. Was man gut an der Glaukomuntersuchung sehen kann, die inzwischen eine sogenannte Igel-Leistung ist. Die Vorsorge hier geht deutlich zurück, obwohl über viele Jahre propagiert wurde wie wichtig das ist. Ja, die Wirtschaftlichkeit hält in der Medizin großen Einzug. Nicht nur beim Augenarzt...

    Zitat

    aber genau um diese Spitzfindigkeiten geht es in diesem Hin und Her.

    Und ich dachte, es geht darum, Menschen mit Binokularsehproblemen zu helfen.


    Meine unmaßgebliche Google-Suche ergab :


    //DIN 5340-209 ist definiert: Heterophorie = "Abweichung der Vergenzstellung von der Orthostellung bei vorübergehender Aufhebung der Fusion". //


    Wenn das so stimmt, ist wohl alles klar: Denn bei den Testbildern, die bei der MKH verwendet werden, sind stets Fusionsreize, periphere und/oder zentrale, vorhanden. So oder so, solche Debatten sind doch unergiebig.

    Zitat

    Und man findet die MKH (oder Abwandlungen davon) in den meisten Arztpraxen weil sie oft im Gerät drin ist.

    Das zweifele ich an.

    Zitat

    Und von vielen werden auch die "Normalen" mit Prismen versorgt (wie schon gesagt: ohne Beschwerden). Hier liegt das Problem.

    So etwas ist natürlich hochgradig unseriös, da besteht wohl Konsens.

    Ich bin auch voll deiner Meinung dass es darum geht Menschen mit Binokularsehproblemen zu helfen und wie gesagt gehöre ich nicht zu denjenigen die der Meinung sind, Optiker sollten keine Prismen anpassen... Aber diese Spitzfindigkeiten sind der Streit zwischen den Verbänden und die Tatsache, dass man die Verbände Angst haben sich gegenseitig was wegzunehmen.


    Die Tests sind tatsächlich in den Geräten...


    Bei MKH sind wohl Fusionsreize vorhanden, aber nicht genug um eine stabile Fusion zu garantieren und zusätzlich dissoziiert die Polabrille, also kommt es auch hier zu einer Fusionsunterbrechung im weitesten Sinne - einige Tests sind so aufgebaut. Ja, solche Debatten sind unergiebig! Zu mindest aus meiner Sicht.


    Aber ich komme immer wieder darauf zurück - es ist nicht gut nur einen Test als Grundlage für die Prismenverordnung herzunehmen...

    @ Monoxid

    Zitat

    Und man findet die MKH (oder Abwandlungen davon) in den meisten Arztpraxen weil sie oft im Gerät

    Zitat

    Das zweifele ich an.

    Doch sind sie.

    @ Orthoptistin

    Zitat

    Aber ich komme immer wieder darauf zurück - es ist nicht gut nur einen Test als Grundlage für die Prismenverordnung herzunehmen...

    Erkär mir bitte, welches Verfahren ein Orthoptist anwendet, bzw. wie vermisst du Prismen?


    Ich kenne nur die MKH und bin nicht wirklich überzeugt davon.

    Zitat

    Und von vielen werden auch die "Normalen" mit Prismen versorgt (wie schon gesagt: ohne Beschwerden). Hier liegt das Problem.

    Diese Problem denke ich, werden wir hier nicht lösen können. Es kommt wohl auf die Sichtweise an. Ich kenne durchaus einen Optiker, der dies aus finanziellen Aspekten so praktiziert, leider, aber solche finden wir hier im Forum sicher nicht.


    Ich denke, dass auf beiden Seiten sehr viel Diskussionsbedarf besteht, vielleicht auch aus Ängsten heraus, man könnte sich gegenseitig etwas wegnehmen, aber letzten Endes wollen doch beide Seiten nur eines: Helfen. Die schwarzen Schafe mal ausgenommen.