Sehstärkeveränderung bei meine Tochter

    Hallo


    Meine Tochter(11) hat vor einem halben Jahr ihre erste Brille mit den Werten -1 und -1,25 bekommen. Ich habe damals hier im Forum gute Unterstützung und Information erhalten.


    Nun waren wir auf Anraten des Schularztes heute beim Augenarzt, der eine Verschlechterung ihrer Augen um mehr als eine Dioptrie festgestellt hat. Wahrscheinlich sollte sie die neue Brille nun ständig tragen. Aber wie bringe ich sie dazu? Ich war froh, dass sie sich einigermaßen damit abgefunden hat in der Schule und vor dem Fernseher etc. die Brille zu tragen, aber wie erkläre ich ihr, dass sie diese nun immer braucht? Und ist zu erwarten, dass sich die Augen weiterhin so schnell verschlechtern?

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    Das kann man nie genau sagen, ob sie sich weiter so schnell verschlechtern. Möglich ist natürlich alles und es ist sehr wahrscheinlich, dass sie sich verschlechtern. Bei mir wurdes auch immer schlechter mit der Zeit.


    Vor allem sollte sie echt immer die Brille tragen (da sie jetzt -2,25 hat wenn ich das richtig verstanden hab sieht sie doch ohne auch schon ziemlich mies, nehme ich an???). Hmm... eigentlich wird sie die Brille von selber tragen, da man ab -2 echt ziemlich schlecht sieht, zumindest wenn was weit weg ist. Wenn sie z.B. in der letzten Reihe sitzt in der Schule, dürfte alles verschwommen sein, keine Chance noch was zu lesen...


    Das Verschlechtern "aufhalten" kann man evtl., wenn sie nicht so oft am PC sitzt, nicht so viel liest bzw. wenn dann mit gutem Licht und regelmäßig Pausen machen und wirklich bei all diesen Dingen die Brille trägt. Sag ihr wenn sie merkt, dass sie beim an die Tafel gucken die Augen zukneift um was zu lesen, soll sie dir Bescheid sagen. Dann sollte man mal wieder kontrollieren, obs schlechter geworden ist.


    Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube Kurzsichtigkeit hat mit der Form des Auges zu tun, also kann mir vorstellen, dass das vielleicht grade Schubweise war, weil sie ja im Wachstum ist. Pubertät fängt an usw...


    Das Tragen erleichtern kann man vielleicht auch, wenn sie die Brille selber mit aussucht und eine findet, die ihr gefällt. Ich weiß, die sind alle scheiße ;-) aber sag ihr einfach immer wie hübsch das aussieht, dass manche sogar eine Brille tragen als Modegag oder sowas. Hat mir immer sehr geholfen. Außerdem ist sie doch nicht die einzige und Kinder werden auch nicht allein wegen Brillen gehänselt sondern es kann echt jeden treffen, wenn paar Kinder bescheuert sind. Ich dachte auch nie, dass ich meine Brille mal mögen würde aber es ist so. Bin jetzt 23 und ca. die Hälfte der Leute in meinem Alter haben Brillen. Das irgendwie hässlich zu finden oder davor Angst zu haben ist völliger Schwachsinn.

    im Wachstum stellen sich meist die größten Sehschärfesprünge heraus. Da sind Sprünge von einem Dioptrin innerhalb eines halben Jahres keine Seltenheit. Spätestens mit Ende des Wachstums festigt sich die Sehschärfe allerdings und lässt dann nur noch leicht nach, über mehrere Jahre hin. Im Wachstum kann es auch mal sein, dass sich ihre Sehschärfe wieder etwas bessert.


    Deine Tochter wird sich daran gewöhnen (müssen). Aber heutzutage ist das ja eigentlich kein Problem mehr. Es gibt so viele, die Brille tragen und hässlich sind die Dinger selten. Natürlich ist es eine Umstellung, aber auch eine persönliche Aufgabe, an der deine Tochter wachsen kann, indem sie lernt, ihre Brille zu akzeptieren und sich auch anderen gegenüber damit stark zu fühlen.

    Sie hat jetzt rechts -2,5 und links -2,75.


    Das sich mit dem Wachstum die Sehstärke verändert habe ich auch schon bemerkt und es könnte bei ihr zutreffen, da sie dieses Jahr einen ziehmlichen Schub gemacht hat.


    Soll ich abwarten, ob sie sie neue Brille von selber öfter trägt als früher oder darauf bestehen, dass sie die Brille immer trägt?

    wenn sie das Ding wirklich nicht mag, wird sie sie freiwillig wohl auch nicht tragen. Also, sie gewissermaßen dazu bringen, musst du schon, denn besser werden ihre Augen vom nichttragen und damit sehr angestrengen Sehen definitiv nicht.


    Kannst es ja so machen: wenn sie die Brille im Alltag nicht tragen will, sie dann aber zum fernsehen aufzieht, dann gibt's halt Fernsehverbot ... ;-) das funktioniert immer, denn so schlimm wie Fernsehverbot kann die Brille gar nicht sein ...

    Du hast wahrscheinlich recht, zumal ich letztens erfahren habe, dass sie die Brille in der Schule immer nur zum Lesen an der Tafel trägt und danach wieder absetzt, um sie vermutlich kurz bevor sie nach Hause kommt wieder aufzusetzen und unter dem Vorwand, sie habe die Brille ja den ganzen Morgen getragen, legt sie diese dann schnell wieder weg. Ich habe nur ehrlich gesagt keine Lust mich über solche disziplinarischen Sachen mit ihr ständig zu streiten, ich habe schon genug Ärger mit ihrer Zahnspange.>:(

    naja, sinnvoll wäre die Konfrontation damit so bald wie möglich, es wird eh darauf hinauslaufen, dass sie immer eine Brille braucht (oder zumindest Kontaktlinsen). Andererseits ist es ihr vielleicht besser klarzumachen, wenn sie selbst sieht, dass ihr Sehstärke schon so abgenommen hat, dass sie eine neue Brille braucht und damit das nicht nochmal vorkommt und schlimmer wird, muss sie die neue dann auch wirklich immer aufziehen. Vielleicht kannst du es ihr so klarmachen.


    Ich weiß, klingt etwas drastisch, aber ohne starke Linie deinerseits funktioniert's nicht. Du musst ihr schon klare Grenzen setzen, auch wenn's anstrengend ist. Und um ehrlich zu sein, da ist die Brille weitaus wichtiger als die Zahnspange. Vor allem, wie Spange lediglich "Schönheitsfehler" korrigieren soll. Mit so einem Ding kann man sich auch vieles kaputt machen, habe ich selbst erlebt. Eine Brille ist dagegen unumgänglich.

    Danke für die Tips, ich denke ich werde morgen bevor wir zum Optiker gehen, mit ihr sprechen. Dann wird sie ihre Brille ab jetzt zuhause nicht mehr absetzen. Aber wie kontrolliere ich ihre Tragezeiten in der Schule und in der Freizeit, ich kann ihr ja nicht ständig hinterherlaufen?

    nur Kontrolle ist auch nichts, du solltest ihr schon auch das Gefühl vermitteln, dass sie selbst für ihre Sehstärke verantwortlich ist und sie deswegen aus eigenem Interesse tragen muss. Wenn sie sie daheim schon konsequent tragen muss, wird ihre Rebellion, sie in der Schule oder in anderen unbeaufsichtigen Momenten abzulegen, alleine schon aus Gewohnheit verebben. Wichtig ist aber wirklich, dass du da eine klare Linie fährst und es von ihr zumindest in deinem Kontrollbereich, also daheim, konsquent verlangst.

    Kinder an die Brille zu gewöhnen ist nicht einfach . Da ich selbst etwas kurzsichtig bin ,war es für meine Tochter kein großes Problem ,als sie auch eine bekam. Nur trage ich sie auch nicht ständig ,also daheim fast nie. So habe ich bei ihr auch nur drauf geachtet ,dass sie die Brille zur Schule regelmäßig trägt. Als wir im Januar wieder beim Augenarzt waren ,bekam sie aber deutlich stärkere Gläser (fast 2 Dio mehr). Sie mußte sich erst mal an die neuen Gläser gewöhnen. Nach etwa 4 Wochen stellte sie dann fest, daß sie ohne Brille nur noch verschwommen sieht. Seitdem ist die Briile ihr ständiger Begleiter, morgens ist der erste Griff zur Brille. Im August gabs schon wieder stärkere Gläser (jetzt -4,5). Wahrscheinlich wird deine Tochter dies ERfahrung auch bald machen. Toi toi toi !

    Zieh doch das Tragen von Kontaktlinsen in Erwägung.... Ich habe bereits im letzten Kindergartenjahr welche getragen und muss sagen, je früher man sich daran gewöhnt, desto besser.


    Liebe Grüße Alice

    Alles halb so wild. Gesicherte wissenschaftliche Erkenntnis darüber, ob das Nichttragen der Brille negativen Einfluss auf ihre Sehfähigkeit hat ist mir nicht bekannt. Mit 11 Jahren führt man auch keine Motorfahrzeuge, also Thema Straßenverkehr auch nicht so gravierend.


    Ich denke, Deine Tochter wird sich mit der neuen Brille bei den Werten schon recht schnell an die Vorzüge des scharfen Sehens gewöhnen, damit hat sich das Problem dann von alleine erledigt. Bitte, bitte lass sie sich aber in aller Ruhe ein Gestell aussuchen, das ihr gefällt

    Als Laura gestern wie immer ohne Brille zum Frühstück erschien, habe ich sie gleich wieder hochgeschickt, damit sie diese aufsetzt und ihr dann so schonend wie möglich die Konsequenzen ihrer Sehstärkeveränderung beigebracht. Sie war ganz schön geschockt, naja ab und zu eine Brille aufzusetzen ist doch etwas anderes als das Ding immer auf der Nase zu haben. Dafür durfte sie sich dann beim Optiker ein Gestell aussuchen. Hoffentlich gewöhnt sie sich schnell an das ständige Tragen.

    Hallo Amari,


    Was du über deine Laura schreibst hört sich fast genau so an, wie es bei mir war, als ich meine brille neu hatte. Ich war damals auch 11 und habe innerhalb von einem Jahr zweimal eine neue Brille gebraucht. Als ich bei der zweiten dann erfuhr, dass ich diese ständig tragen muss, habe ich mich innerlich sehr gewehrt. Brille tragen das war immer was für andere und auf einmal sollte es auch mich betreffen, das konnte ich mir einfach nicht vorstellen. Mir hat damals jemand gesagt, dass Leben mit Brille sei ein neuer Lebensabschnitt. ich fand das komisch aber inzwischen muss ich ihm zustimmen. Deine Tochter wird die nächsten Wochen mit dem Teil auf der Nase zu kämpfen haben, wenn sie durchhält wird es aber auch Momente geben, in denen sie die Brille als angenehm empfindet. So war (und ist) es jedenfalls bei mir.

    Das Beste ist natürlich, so wenig Zwang wie möglich ausüben zu müssen. Die reine Einsicht in die Fehlsichtigkeit wird womöglich nicht vorhanden sein, auch wenn diese schon erheblicher ist. Aber mit gutem Zureden und Zwang ist das bei mir seinerzeit auch nix geworden. Das Beste wäre natürlich, wenn andere Mädels da wären auch mit Brille, und Brillenkauf als ein modisches Event gestaltet werden könnte. Es muss halt vermittelt werden, dass es keine Beeinträchtigung ist, sondern ein hübsches Accessoire. Darüber geht bei Mädchen in dem Alter bestimmt mehr als über die reine Vernunft.

    Ich denke auch, dass nur Zwang auf keinen Fall gut ist, meine Eltern haben mich damals gezwungen die Brille immer auf der Nase zu haben und wenn ich sie mal weglegte gabs ärger. Das war einerseits gut, denn nur durchs Tragen gewöhnt man sich an die Brille und wenn sie ständig auf der Nase ist, geht das schneller, andererseits ist es aber wirklich wichtig auch zu loben, denn meine Eltern haben damals zwar dafür gesorgt, dass sich meine Augen an das scharfe sehen gewöhnen, allerdings hat das auch zu einer Abneigung gegen das Ding auf der Nase geführt. (leider vertrage ich keine KL).

    Ich finde, dass Zwang kontraproduktiv ist, weil es so viel Aufmerksamkeit auf die Brille lenkt und ich nehme an, dass Kinder/Jugendliche nichts so sehr hassen an ihrer Brille wie die Aufmerksamkeit. Also subtil vermitteln, dass eine Brille die Person weder innerlich noch äußerlich (von der Wertigkeit) verändert. Ich finde, dass deine Tochter ohnehin schon den schwierigsten Schritt gemacht hat, nämlich die Brille irgendwann aufzusetzen (hatte ich bei höheren Werten noch nicht gemacht). Dann wird sie ohnehin selbst richtig entscheiden, wann und wie sie die Brille tragen will (über -2,5D ist es eh schon ein wenig mühsam, ohne zu sein, wenn man sie schon getragen hat). Die Kurzsichtigkeit entwickelt sich unabhängig vom Brillentrageverhalten, und das Gewöhnen an eine Brille bei Kurzsichtigkeit ist auch nicht wirklich sooo ein Problem. Also das Nicht-Tragen hat nicht so viele besorgniserregende Konsequenzen (Ausnahme: Radfahren auf öffentlichen Straßen). Klar will man als Eltern das Beste für das Kind, aber mit 11-12 übernimmt sie eh schon ein wenig Verantwortung für das, was das Beste für sie ist. Wenn es ein hochdramatisches ästhetisches Problem ist (und das kann bei beginnender Pubertät noch kommen), kann man ja Kontaktlinsen in Aussicht stellen.