• Ab wann Schwerbehindertenausweis?

    Hallo ihr... Wollte mal wissen, ab wann man eigentlich bei psychischen Behinderungen einen Schwerbehindertenausweis beantragen kann. Welche Krankheiten bzw. beschwerden müssen da mindestens vorliegen? LG
  • 65 Antworten

    Hi.

    Zitat

    ich weiss aber bis heute nicht welche vor oder nachteile ich dabei habe

    Mit 30% bist du nicht Schwerbehindert, somit hast du keinen erweiterten Kündigungsschutz, es sei den du stellst einen Antrag auf Gleichstellung. Zudem entfallen zB steuerliche Vergünstigungen. Auch könnte es zB beim Autokauf oder bei Versicherungen Rabatte für Schwerbehinderte geben. Bei den Versicherungen scheint das aber wohl sowieso rückläufig zu sein.


    Evtl. noch dies und das. Ob der Wegfall des Kündigungsschutzes bei der Arbeitssuche wirklich vorteilhaft ist, ist eine andere Frage.

    an alle

    Ich bin eine Mutti von einem Kind was schwer entwicklungsverzögert ist, mit einer Tendenz zur leichten intellektuellen geistigen Behinderung. Sie hat ein geistiges Alter von 3,5 Jahren ist aber biologisch gerade 6 geworden. Ich habe im August einen Antrag auf Feststellung eines Behindertengrades gestellt. Kann mir jemand sagen, ob er Aussicht auf Erfolg hat. Gerade weil es noch ein Kind ist.


    Laut eines nonverbalen IQ Test liegt ihr IQ bei 68.

    Aber sicher wirst Du Erfolg haben. Bei meinem Bruder war es vergleichbar. Als er 5 war, wurde seiner Situation gezielt nachgegangen. Ergebnis: GdB von 70. Sein IQ liegt bei knapp 70, er ist zudem schwerer Epileptiker und bis heute nur bedingt in der Lage, ein eigenständiges Leben zu führen (Jg. 1962).


    Liebe Grüße


    Angie

    @ Monsti

    Ich danke dir für die Antwort. Allerding ist meine Tochter keine Epileptikerin. Sie hat eine Fehlfunktion im Gehirn und mehrere Einschränkungen, die einzeln keine große Einschränkung bedeuten, aber insgesamt doch sehr erheblich sind. So hat sie Defizite im grob- und feinmotorischen Bereich; im Logopädischen (da ist der größte Rückstand) Bereich; in der Körper- und Eigenwahrnehmung. Sie ist auch seit 3 Jahren in der Ergotherapie, ebenso lange in der Logopädie, war ein Jahr in einem Integrationskindergarten und ist seit einem Jahr in einem Förderkindergarten in einer heilpädagogischen Gruppe. Nun steht aber am kommenden Dienstag die Einschulungsuntersuchung an, und ich frage mich immer wieder, ob es sinnvoll wäre sie noch ein Jahr zurückstellen zu lassen oder sie doch auf eine Schule für geistig Behinderte Kinder (Die Empfehlung vom SPZ) zu schaffen. Bei all diesen Fragen ist es mir aber am wichtigsten, das sie so glücklich bleibt wie sie jetzt ist. Ich möchte sie keinesfalls überfordern.

    Was Du von Deiner Tochter beschreibst, ähnelt nichtsdestotrotz sehr der Behinderung meines Bruders. Er bekam nach der damals noch verpflichtenden Pockenschutzimpfung eine Enzephalitis, die in einzelnen Bereichen des Gehirns aufgrund von Vernarbungen für Totalausfälle sorgte. Teilweise konnten Fähigkeiten von anderen Bereichen des Gehirns übernommen werden, teilweise aber auch nicht. Auch er hatte sehr lange motorische Störungen, sprechen konnte er erst mit ca. 6 (hat bis heute eine recht holprige Sprache), bis zur Pupertät hatte er Darm und Blase nicht 100%ig unter Kontrolle. Er besuchte die Sonderschule.


    Liebe Grüße


    Angie

    Angie*:)


    sss76: den Antrag würde ich auf jeden Fall stellen, ich das hier gefunden, aus den Richtlinien für Gutachter im Schwerbehindertenrecht:

    sorry, etwas lang, aber direkt zu dem zitierten Text verlinken, ging nicht:-/


    Hier stehen auch einige nützliche Tipps für Eltern:


    http://www.kraniopharyngeom.de/infos/behindert.htm

    @nicewoman / Monsti

    Vielen Dank für deine Hilfe.


    Den Antrag habe ich schon mitte August gestellt. Ich werde erstmal abwarten, was die morgige Schuluntersuchung bringt. Leider bin ich mir noch nicht im klaren darüber, ob meine Entscheidung, die ich fällen muss, die richtige sein wird. Diese Frage kann mir keiner beantworten. Bin einfach total ängstlich und gleichzeitig damit beschäftigt, diese Angst und Unsicherheit zu überspielen, damit meine kleine Maus nichts davon merkt.


    Dennoch bin ich froh, dass ich hier bei euch einen Ansprechpartner gefunden habe, bei dem ich nicht das Gefühl habe, allein mit meinen Sorgen zu sein.


    Dafür danke ich euch allen.


    Ich melde mich wieder und werde berichten, wie´s gelaufen ist.


    MfG Carmen

    Hallo nicewoman,


    danke, dass Du Dir die Mühe gemacht hast, hierzu zu recherchieren. Irgendwann hatte ich das auch mal gelesen, war aber zu faul zum suchen *schäm*.


    Liebe Grüße


    Angie

    Zitat

    Irgendwann hatte ich das auch mal gelesen, war aber zu faul zum suchen

    in diesen Richtlinien zu lesen ist auch nervend, völlig unübersichtlich:(v


    Carmen,


    die Fachleute in der heilpädagogischen Gruppe haben doch bestimmt auch eine Einschätzung zum künftigem Schulbesuch.

    Zitat

    Dafür danke ich euch allen.

    gerngeschehen:-)


    Viel Erfolg morgen@:)

    Hallo Carmen,


    leider kann es passieren, dass Deine Tochter den Behindertenstatus vehement ablehnt. So war es jedenfalls bei meinem Bruder. Erst mit Mitte 30 schämte er sich nicht mehr dafür und sagt seitdem offen, dass er geistig behindert ist.


    Aber seine Geschichte ist sicher auch anders als die Deiner Tochter. Meine Mutter hatte in Bernies Kindheit leider den absolut unverzeilichen Fehler gemacht, ihn mindestens einmal täglich "Idiot", "Depp", "Dummdödel" o.ä. unpassend zu titulieren. Ich fand das immer zum kotzen, und mein Bruder tat mir furchtbar leid. Schließlich konnte er doch nichts dafür, dass er nicht so fit war, wie wir anderen fünf Geschwister. Das dumme Gelaber meiner Mutter hängt ihm verständlicherweise bis heute nach, er erinnert sich sehr genau daran und gerät richtig in Rage, wenn er davon anfängt (meistens ungefragt). Der Grund, warum er als Kind und Jugendlicher seine Behinderung stets abstritt, war ganz sicher das vollkommen unmögliche Verhalten meiner Mutter.


    Liebe Grüße


    Angie

    Hallo Happy Malli,


    Dir steht ein Schwerbehindertenausweis zu. Mein Sohn hat eine Entwicklungsstörung und einen IQ von 70. Er hat einen Ausweis mit GdB 80 und die Merkzeichen H, B und G.


    Liebe Grüße, Laura-Jennifer

    @nicewoman / Monsti

    Da bin ich wieder!


    Also die Untersuchung lief viel besser, als ich es für möglich gehalten hätte. Vanessa hat Sachen gebracht, von denen ich nicht wusste, dass sie sie bringt. Ein ganz typisches Beispiel, das sie mir zu hause längst nicht zeigt was sie wirklich auf dem Kasten hat. Aber nichts desto trotz bin ich sehr stolz auf meine kleine Maus.


    Eine Zurückstellung wird nicht in Betracht gezogen, weil sie 1. schon zu "alt" ist und 2. Die Ärztin ist der Meinung, dass keine wesentliche Änderung in einem Jahr sein wird.


    Kann zwar keiner genau sagen, aber vielleicht ist es ja doch besser sie einschulen zu lassen und zu hoffen, dass sie mit der Herausforderung klar kommt und daran wächst. Auf jeden Fall wünsche ich mir das. Die Empfehlung geht in Richtung Förderschule mit Schwerpunkt Lernen, also allgemein.


    Empfohlene Förderung in den Bereichen ist bei Sprachkompetenz und auditive Informationsverarbeitung; Mengenverständnis/ Simultanerfassen; visuelle Wahrnehmung und Informationsverabeitung und bei Konzentration und Ausdauer. Die Feinmotorik habe ich noch vergessen.


    ich bin erstmal froh das wir das hinter uns gebracht haben. Die folgenden Untersuchungen werden erst im Februar oder März sein, wo endgültig entschieden wird auf was für eine Schule sie genau kommt.


    MfG Carmen und jede Menge

    @ :)@:)@:)@:)@:)@:) und noch mehr....

    Hallo Carmen,

    Zitat

    Vanessa hat Sachen gebracht, von denen ich nicht wusste, dass sie sie bringt

    coolx:)x:)x:)x:)x:):)^:)^:)^:)^:)^@:)@:)@:)@:)


    bis zum nächsten Sommer ist eh noch lang hin (leider, wettermäßig gesehen:-|) und bis dahin hat sich Mäuschen auch wieder weiterentwickelt.


    Ich gebe 3 Eis aus, 2 für Vanessa und 1 für die jetzt wieder entspannte Mama:p>:p>:p>


    Liebe Grüße@:)

    @ alle

    Da bin ich wieder.


    Etwas entspannt bin ich tatsächlich. Am Mittwoch wurde offiziell von der Grundschule das Förderschulverfahren eingeleitet. Ich musste einen Haufen Papiere ausfüllen und unterschreiben. Im Frühjahr wird dann meine kleine von der Förderschule zu einem 3tägigen Probeunterricht eingeladen und der Leiter wird dann letzendlich sagen, ob er Vanessa unter seine Fittiche nimmt oder sie vielleicht doch auf eine andere Schule géhen soll. Oder, was ich nicht glaube, dass sie doch ein Jahr später eingeschult wird. Naja, da bin ich mal gespannt, wie ein Flitzebogen.


    Von dem Versorgungsamt habe ich jetzt auch Post erhalten, das der Antrag vom 22.08.2007 eingegangen ist und ich doch von Rückfragen absehen soll, da die aktuelle Bearbeitungszeit bei 5 Monaten liegt. Wir werden sehen.

    @ Monsti

    Zitat

    leider kann es passieren, dass Deine Tochter den Behindertenstatus vehement ablehnt[z/]


    Ich denke nicht das, das passieren wird, da sie damit aufwächst und es in Ihren Augen "normal" ist, weil sie es ja nicht anders kennt.