• Behindert und partnerlos – ein Schicksal?

    Hoi hoi, also ich hab da mal ein Problem, wobei mir klar ist, dass das vielleicht nicht so wirklich hier her gehört. Ich bin von Geburt an "behindert", ob ich eher sagen würde, ich hab ein Handicap. Mir fehlen an der linken Hand alle Finger und an der rechten hab ich nur 3 deformierte. Ich komme damit relativ gut klar, brauche aber immer ein klein wenig…
  • 275 Antworten
    Zitat

    Soll dein Ausweichen die Frage für dich beantworten?

    Nein, nur wenn die Definitionen für Dich so ersetzbar sind, dann seheich keine Diskussionsgrundlage. Es ist nun einmal sehr wohl ein Unterschied, ob jemand über seine Kriterien entscheidet oder ob es um Präferenzen geht.

    Zitat

    Nein, eine einfache, kurze Entscheidung ist das nicht. Das ist harte Arbeit (deshalb haben ich und andere ja zum Beispiel die Hilfe eines Therapeuten vorgeschlagen) und es gelingt einem trotzdem nicht immer. Ich kann mir auch vorstellen, dass auch Isabell nicht unbedingt mit dieser Einstellung geboren wurde? Aber man kann sich entscheiden, zu versuchen, trotzdem das Leben anzugehen und sich auf die positiven Erfahrungen zu konzentrieren oder man kann eben resümieren, dass es auf Grund der negativen Erfahrungen eh alles sinnlos ist und man es gar nicht erst versuchen braucht. Das bleibt natürlich jedem selbst überlassen, wie er es halten möchte.

    Ich würde auch nicht empfehlen den Kopf hängen zu lassen, in Selbstmitleid zu baden und alles sein zu lassen, sondern eine der offenen Möglichkeiten auszuwählen. Und von denen wurden hier ja einige genannt. Und auch was du schreibst ist natürlich eine Möglichkeit, genau diese nicht zu wählen bedeutet aber nicht überhaupt nichts zu tun und in der Selbstmitleid-Starre zu verharren.


    Es kommt nur darauf an, ob diese Möglichkeit für die eigene Person annehmbar ist. Ich könnte das bspw. nicht, weil ich es gar nicht wollen würde. Eine Tatsache zu ignorieren ist für mich keine Option. Evtl geht es dem TE ja ähnlich. Evtl will er gar nicht die Augen vor der Meinung die andere über ihn haben verschließen, möchte es aber dennoch schaffen damit im Alltag besser umgehen zu können. Der Wunsch danach dass die Meinung der anderen doch eine bessere wäre ist ebenso utopisch wie verständlich. Damit meine ich allerdings nicht, dass dePosa verlangt dass sich alle anderen ändern.

    Zitat

    Nein, nur wenn die Definitionen für Dich so ersetzbar sind, dann seheich keine Diskussionsgrundlage. Es ist nun einmal sehr wohl ein Unterschied, ob jemand über seine Kriterien entscheidet oder ob es um Präferenzen geht.

    Es geht hier allerdings nicht um das "oder" sondern um das "und"

    Slowgan

    Zitat

    Ich kann mir auch vorstellen, dass auch Isabell nicht unbedingt mit dieser Einstellung geboren wurde?

    Mit der Einstellung Menschen so zu nehmen wie sie sind und als Gesamt"paket" zu betrachten....doch, bin ich. Zumindest seit ich denken kann wüßte ich nicht, dass es anders gewesen wäre. Auch meine Eltern haben mich so erzogen, spielt sicher auch eine Rolle mit. Ich hatte schon immer eine Abneigung gegen Klischees und Schubladendenken.

    Zitat

    Aber man kann sich entscheiden, zu versuchen, trotzdem das Leben anzugehen und sich auf die positiven Erfahrungen zu konzentrieren oder man kann eben resümieren, dass es auf Grund der negativen Erfahrungen eh alles sinnlos ist und man es gar nicht erst versuchen braucht. Das bleibt natürlich jedem selbst überlassen, wie er es halten möchte.

    :)^ – Darauf will ich hinaus.


    Ich habe schon sehr bittere Erfahrungen bezüglich zwischenmenschlicher Dinge machen dürfen – ich glaube, da steht niemand alleine mit da. Aber was mir (fast) fremde Menschen so hinterherrufen oder zufügen – das interessiert mich nicht die Bohne.




    Ich könnte mich ja heute abend mal ganz zielorientiert verhalten, so als Test hier für den Faden (und andere ähnliche Fäden):


    Ich gehe auf die Kerb und quatsche/flirte (mehr oder weniger wahllos) irgendwelche Männer an. Als pummelige/mollige/dicke Mittvierzigerin, mit dem ZIEL ein Date zu ergattern – ich kann fast die Garantie geben, dass ich mit NULL nach Hause komme. Weil jeder der nur noch einigermaßen alle Kerzen auf der Torte brennen hat sofort denken würde "Hey, die hat's ja nötig" oder Ähnliches.

    Zitat

    Es geht hier allerdings nicht um das "oder" sondern um das "und"

    Ein und sehe ich für mich da nicht. Eine Präferenz ist für mich Veranlagung - da brauche ich mich nicht zu entscheiden, über Kriterien entscheide ich, da es eine Sachebene und eine Gefühlsebene gibt, die für eine Beziehung passen müssen. Allerdings würde ich doch sagen, dass mir beides bewusst ist.

    Zitat

    Mit der Einstellung Menschen so zu nehmen wie sie sind und als Gesamt"paket" zu betrachten....doch, bin ich.

    Das sieht man ja an Kleinkindern - da gibt es ein ich mag Dich oder nicht, aber Vorurteile wie Hautfarbe, Gewicht, etc. - das gibt es noch nicht.

    Zitat

    Ich gehe auf die Kerb und quatsche/flirte (mehr oder weniger wahllos) irgendwelche Männer an. Als pummelige/mollige/dicke Mittvierzigerin, mit dem ZIEL ein Date zu ergattern – ich kann fast die Garantie geben, dass ich mit NULL nach Hause komme. Weil jeder der nur noch einigermaßen alle Kerzen auf der Torte brennen hat sofort denken würde "Hey, die hat's ja nötig" oder Ähnliches.

    ]:D ]:D Und morgen hast Du einen neuen Freund, der 25 ist. :)^

    Zitat

    Siehe nächster Absatz.


    Es kommt auf den Blickwinkel an.


    Dann wird er eben zum Teil deswegen abgelehnt. Ja und?

    Das ist doch der Knackpunkt: Eben nicht "Ja und?". Denn genau darum geht es hier in dem Thema.


    DePosa mag es nicht wegen dieser Sache abgelehnt zu werden. Das stört und frustriert ihn (verständlicherweise).


    Genau damit hat er ein Problem. Darauf lässt sich kaum mit "Ja und?" antworten.


    Ablehnung erfährt man wegen verschiedenen Dingen, aber nicht alle davon lassen sich leicht tolerieren.


    Würde mich jemand wegen meiner Art mit Menschen umzugehen ablehnen dann wäre das zwar ein negatives Erlebnis, damit könnte ich aber umgehen. Warum? Weil genau diese Art bei genügend anderen gut ankommt.


    Würde mich jemand wegen meiner Hautfarbe ablehnen, dann wäre das auch kein Problem für mich: Diese Person würde sich als eine entlarven mit der ich gar nichts zu tun haben möchte. Würden mich jetzt aber sehr viele Personen wegen meinem Körper ablehnen, weil er auf irgendeine Art und Weise für viele Menschen abstoßend wäre...dass würde mich verletzen und stören. Denn es wäre eine Eigenschaft von mir die nur Negatives schafft (im Gegensatz zu meiner Art die auch positives bei anderen Personen schafft). Eben eine Sache die belastet.

    Zitat

    Viele Menschen werden wegen weit weniger abgelehnt. Oder eben aus anderen Gründen.

    Die Tatsache, dass andere Menschen mit anderen Problemen oder noch schlimmeren Situationen konfrontiert werden mindert aber leider nicht das Leid dass das eigene Problem verursacht.


    So kann es durchaus sein, dass ich bei einem Mann der mir so oder so unsympathisch ist, durchaus ein Kriterium mit in meinen Ausschluß einbeziehe, welches ich bei einem anderen Mann der mir gefällt gar nicht wichtig finde.

    Zitat

    Nein das kommt kaum auf die Person selbst an. Denn du wirst im Alltag mit der Mehrheit konfrontiert, ob du willst (sie dir aussuchst) oder nicht (sie dich aussuchen). Dir kann die Mehrheitsmeinung noch so egal sein, dennoch wirst du auf sie treffen.

    Zitat

    Also, sicher werde ich damit konfrontiert – aber dann drehe ich mich um und habe diesen Menschen vergessen. Deswegen ja auch meine Anmerkung:


    Suche ich mir diese Menschen selber aus oder lasse ich mich aussuchen?


    Ich bin doch nicht verpflichtet mich mit jedem der mir begegnet weiter abzugeben?

    Nein, aber andere Menschen werden auch durch Bemerkungen von Menschen verletzt, die sie nur ein einziges Mal sehen.

    Zitat

    Wie erklärst Du Dir dann, dass ich z.B. Meinungen wie die von clairet oder dasgesundeplus nicht nachvollziehen kann*? Warum steckt das in ihnen drin aber nicht in mir?

    Weil wir, obwohl wir uns doch so ähnlich sind doch andere Leben führen und andere Erfahrungen machen. Was in ihnen steckt, ist bei dir evtl verloren gegangen. Dafür werdet ihr evtl viele andere Meinungen gemeinsam haben. Aber das geht wieder in Richtung Einzelbeispiel und ein Einzelbeispiel ist in diesem Fall nicht geeignet um eine These zu widerlegen/bekräftigen.

    ...vor allem habe ich mir jetzt ein hausgemachtes Kopfkino beschert: Ich werde doch heute Abend da breit grinsend aufschlagen...... ;-D

    Zitat

    Ein und sehe ich für mich da nicht.

    Und ich sehe da kein "oder", welches du ja in die Diskussion gebracht hast.

    Zitat

    Eine Präferenz ist für mich Veranlagung – da brauche ich mich nicht zu entscheiden, über Kriterien entscheide ich, da es eine Sachebene und eine Gefühlsebene gibt, die für eine Beziehung passen müssen. Allerdings würde ich doch sagen, dass mir beides bewusst ist.

    Und nun sehe ich keine Diskussionsgrundlage mehr, wenn du allen ernstes der Meinung bist, dass du über alle Kriterien bewusst entscheidest ;-D

    Zitat

    Das ist doch der Knackpunkt: Eben nicht "Ja und?". Denn genau darum geht es hier in dem Thema.


    DePosa mag es nicht wegen dieser Sache abgelehnt zu werden. Das stört und frustriert ihn (verständlicherweise).


    Genau damit hat er ein Problem. Darauf lässt sich kaum mit "Ja und?" antworten.

    Es lässt sich sehr wohl mit einem "Na und?" beantworten, dieses "Na und" beinhaltet sich selbst zu akzeptieren.


    Denn jeder Mensch wird im Laufe seines Lebens immer mal wieder abgelehnt. Klar stört und/oder frustriert es.


    Es ist aber die eigene Entscheidung wieweit man sich davon beeinflußen lässt.

    Oh....das habe ich ja fast überlesen:

    Zitat

    Was in ihnen steckt, ist bei dir evtl verloren gegangen.

    Das heißt, ursprünglich vorgesehene Vorurteile, bzw. eine Entscheidungsfreiheit zu haben ist bei mir verloren gegangen.......anders gesagt: clairet und dasgesundeplus sind weiterhin fremdgesteuert....oder wie oder was??? ;-D ;-D

    Zitat

    Dafür werdet ihr evtl viele andere Meinungen gemeinsam haben. Aber das geht wieder in Richtung Einzelbeispiel und ein Einzelbeispiel ist in diesem Fall nicht geeignet um eine These zu widerlegen/bekräftigen.

    Ich hatte schon viel, viel früher mit der berühmt-berüchtigten "Ausnahme" gerechnet die solche Fäden immer wieder befällt ;-D

    Zitat

    Es lässt sich sehr wohl mit einem "Na und?" beantworten, dieses "Na und" beinhaltet sich selbst zu akzeptieren.


    Denn jeder Mensch wird im Laufe seines Lebens immer mal wieder abgelehnt. Klar stört und/oder frustriert es.


    Es ist aber die eigene Entscheidung wieweit man sich davon beeinflußen lässt.

    Ich denke damit drehen wir uns jetzt im Kreis. Ich habe ja bereits geschrieben dass das nicht jeder Mensch kann oder sogar nicht zum Teil nicht will und dass es darauf ankommt weswegen man abgelehnt wird.


    Ich denke nur nicht, dass "Ja und? Akzeptier dich halt. Ich kann das, wenn du das nicht kannst..." Pech gehabt?! dem TE oder Personen in einer ähnlichen Lage wirklich weiterhilft. Vorallem da der TE sich und seine Behinderung doch ganz gut akzeptiert hat, die ständige Ablehnung jedoch nicht (was wieder etwas ganz anderes ist als im Leben hier und da abgelehnt zu werden)

    Zitat

    Denn jeder Mensch wird im Laufe seines Lebens immer mal wieder abgelehnt. Klar stört und/oder frustriert es.

    Naja, bei mir hat sich noch nie ein Mann oder eine Frau angewidert abgewendet. "Ablehnung" klingt in dies Kontext wie ein Eu­phe­mis­mus für Anfeidungen, die der Te ausgesetzt ist/war.

    Zitat

    Das heißt, ursprünglich vorgesehene Vorurteile, bzw. eine Entscheidungsfreiheit zu haben ist bei mir verloren gegangen.......anders gesagt: clairet und dasgesundeplus sind weiterhin fremdgesteuert....oder wie oder was ??? ;-D ;-D

    Nein, dieses einzelne Vorurteil ist verloren gegangen. Du bist damit nicht zu einem Menschen geworden der überhaupt nicht mehr von Instinkten, Erziehung etc beeinflusst wird.


    Clairet, dasgesundeplus, du und ich sind also weiterhin zumindest zu einem gewissen Teil fremdgesteuert


    (meiner Meinung nach sogar komplett, da wir nichts weiter sind als das Ergebnis unserer Umwelt aber darüber lässt sich diskutieren und das würde nun wirklich den Rahmen des Themas hier sprengen)

    Zitat

    Ich hatte schon viel, viel früher mit der berühmt-berüchtigten "Ausnahme" gerechnet die solche Fäden immer wieder befällt ;-D

    Es ist die logische und korrekte Reaktion auf Einzelbeispiele.