• Behindert und partnerlos – ein Schicksal?

    Hoi hoi, also ich hab da mal ein Problem, wobei mir klar ist, dass das vielleicht nicht so wirklich hier her gehört. Ich bin von Geburt an "behindert", ob ich eher sagen würde, ich hab ein Handicap. Mir fehlen an der linken Hand alle Finger und an der rechten hab ich nur 3 deformierte. Ich komme damit relativ gut klar, brauche aber immer ein klein wenig…
  • 275 Antworten

    Wenn der TE tatsächlich so ein Unsympath ist, dass sich Frauen allein schon durch sein Wesen abgeschreckt fühlen, wie kommt es dann, dass sie ihn scheinbar sympathisch finden, bis sie von seinen Händen erfahren und die Ablehnung dann auch noch damit begründen?


    Ich meine, wenn ich jemanden von vornherein unsympathisch finde, dann bin ich doch nicht freundlich zu ihm und mach ihm Hoffnung bis ich irgendwas an ihm finde, weswegen ich ihn abstoßend finden kann.


    Und das Verhalten in der Bank und im Restaurant erklärt das auch nicht. Da muss man doch freundlich sein und die Person bedienen, ob sie einem persönlich nun sympathisch ist oder nicht. Und solange er nicht schreit "Schneid mir mein verdammtes Fleisch klein, du Schlampe!" oder irgendwas dergleichen, kann ich auch keinen Grund sehen, warum man sich weigern sollte jemanden zu bedienen oder gar des Restaurants zu verweisen.

    Ich möchte auf alle Fälle nicht so verstanden werden, dass ich den FE für einen Unsympathen halte. Es ist nur so, dass man manchmal unbewusst falsche Signale aussendet und wenn man ein negatives Feedback bekommt, es auf vielleicht fälschlicherweise seinen wunden Punkt bezieht (wie von gummibärli beschrieben, ohne irgendwelche Parallelen ziehen zu wollen) . Deshalb kann es hilfreich sein, wenn man mal eine neutrale Meinung von einem Freund oder Therapeuten hört, wenn man auch bereit ist, eventuelle Kritik anzunehmen.


    Manchmal strahlt man, ohne es zu merken, die Einladung für schlechte Behandlung aus. Ich habe zum Beispiel eine Bekannte, die stark übergewichtig ist. Die wurde früher oft auf der Strasse beleidigt. Sie hat eine Therapie gemacht und mittlerweile ein ganz anderes Selbstbewusstsein. Seitdem ist es ihr, soweit ich weiss, nicht mehr passiert.


    Ich denke, das ist der einzige Punkt, an dem man ansetzen kann. Man kann die anderen ja nicht wirklich ändern, aber vielleicht, wie sie einen wahrnehmen oder zumindest reagieren. Ich denke, einige extreme Reaktionen sind einfach unbegreiflich und manche Menschen sind einfach unverbesserlich, um nicht dumm zu sagen, aber das es nur oberflächliche Frauen gibt, deckt sich nicht mit meinen Erfahrungen und auch nicht mit denen anderer Behinderter, die ich kenne.

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    Ich bin mir auch nicht sicher, ob's nicht am Auftreten des Threaderstellers liegt.


    Gerade, wenn ich Dinge wie "objektiver Wert" (des anderen Mannes) lese, oder dass er sich vorkommt, als würden ihm "Leckerlis" vor die Nase gehalten werden, die er nicht bekommen kann. Frauen sind halt keine Leckerlis, und welchen "objektiven Wert" haben Menschen?

    der objektive Wert eines Menschens ist durchaus da. Viele Menschen möchten ihren möglichst attraktiven Partner rumzeigen und Anerkennung dafür ernten. Das machen viele so, aber eben nicht alle.


    Was ich damit meinte war, dass ich für viele viele Frauen einfach nicht gut genug bin oder sie denken ich wäre unter ihre "Würde". Was sich auch daran zeigt, dass sie ab der Kenntnis der Tatsache meiner Behinderung immer sofort auf Abstand gehen nach dem Motto "wie kann jemand wie du es wagen sich Chancen bei mir auszurechnen und mich auch noch anzuschreiben/ treffen zu wollen".


    Und noch mal ganz klar: die allermeisten Frauen sind abgeschreckt durch die Tatsache und brechen den Kontakt ab. vorher war ich ihnen ja sympatisch genug ihre Nummer zu kriegen und näheren Kontakt zu haben. Die Tatsache alleine lässt sie sich sofort abwenden.


    und dann frage ich dich: an welchem Punkt spielt dabei das Auftreten meinerseits eine Rolle?


    und dann noch ein Fakt: ich hatte noch ein Date. Date im Sinne eines Treffens mit einer Frau, bei dem die Entscheidung, ob eine Beziehung zustande kommt oder nicht, offen wäre.


    ein Hund, der mit einem Leckli gelockt wird und hinter einer Scheibe sitzt, bekommt niemals das, was er sich gerade wünscht.


    ich sehe überall Paare die Händchen halten, die sich zärtlich über die Wange streicheln, sich verliebt angucken, im Kino vielleicht engumschlungen dasitzen.


    mir ist das bisher nicht vergönnt gewesen. Frauen finden ja meistens, dass Berührungen von mir eine meinen Händen nicht schön, ekelhaft und abartig sind.


    weist du wie es ist, dass immer sehen zu müssen, aber vielleicht niemals haben zu dürfen?


    da kommt man sich genau so vor, wie Frauen meinen mich behandeln zu müssen: wie jemand, der niemals dazugehört. der immer gucken darf, aber niemals jemanden lieben darf und niemals geliebt wird.


    und das ist daran das schlimmste. niemals zu lieben oder geliebt zu werden. niemals zu spüren wie schön es sich anfühlen könnte, Händchen zu halten. das sind Dinge, die mich manchmal alles andere als selbstbewusst sein lassen.

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    Wenn der TE tatsächlich so ein Unsympath ist, dass sich Frauen allein schon durch sein Wesen abgeschreckt fühlen, wie kommt es dann, dass sie ihn scheinbar sympathisch finden, bis sie von seinen Händen erfahren und die Ablehnung dann auch noch damit begründen?


    Ich meine, wenn ich jemanden von vornherein unsympathisch finde, dann bin ich doch nicht freundlich zu ihm und mach ihm Hoffnung bis ich irgendwas an ihm finde, weswegen ich ihn abstoßend finden kann.

    richtig, ganz genau das ist der Punkt. es spielt sich in einem "Raum" ab, in dem mein Auftreten völlig gleichgültig war.


    Frauen gaben mir ganz oft von sich aus ihre Nummer und man verständigte sich über SMS oder andere Nachrichtendienste. teilweise in hunderten von Nachrichten.

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    Es ist nur so, dass man manchmal unbewusst falsche Signale aussendet und wenn man ein negatives Feedback bekommt, es auf vielleicht fälschlicherweise seinen wunden Punkt bezieht (wie von gummibärli beschrieben, ohne irgendwelche Parallelen ziehen zu wollen) . Deshalb kann es hilfreich sein, wenn man mal eine neutrale Meinung von einem Freund oder Therapeuten hört, wenn man auch bereit ist, eventuelle Kritik anzunehmen.

    ich gestern mal zwei Freunde gefragt, die beide meinten, dass ich durchaus freundlich und höflich rüberkomme. gut, wenn ich mal schlecht drauf bin oder wieder mal n Korb bekommen habe, dann strahle ich nicht gerade Sympathie aus, aber das ist, denke ich, normal. und auch nicht jeder wird einen auf die gleiche Weise wahrnehmen.


    aber was soll ich vom Verhalten halten, in Leute auf meine Hände gucken und mit ihren Bekannten drüber tuscheln oder vielleicht noch auf mich zeigen?


    nicht jeder Mensch bewertet Dinge auch gleich. wenn ich für den einen sympatisch und selbstbewusst rüberkomme, fragt sich der andere warum ich denn selbstbewusst bin und ein Dritter legt das Selbstbewusstsein nun wieder als negativ aus.


    objektiv ist an einer Meinung über eine Person und ihr Auftreten kaum etwas.

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    In welcher Stadt lebst Du? Diese Reaktionen auf Dich und Deine Hände würde ich mir gerne persönlich aussetzen wollen. Ich kann das mir einfach nicht vorstellen daß jemand das tatsächlich als "abartig" bezeichnet und sich derart menschenverachtend und auch behindertenfeindlich benimmt, heute noch.

    ist mir schon durchaus in unterschiedlichen Städten passiert. hier zuhause, in meiner Uni-Stadt, in einer anderen großen Stadt in meiner Nähe, sogar in Berlin, wo ich einige Zeit wohnte.....


    manchmal glaube ich, dass ich unbewusst irgendwie die Aufmerksamkeit der Leute mehr auf mich ziehe, als viele andere Menschen. ich kann nicht sagen woran das liegt.


    letztens war ich in meiner Uni-Stadt unterwegs und an der Ampel stand plötzlich n Mann und sprach mich an. Bisschen wie son Alt-68er. Wir unterhielten uns ne zeitlang. Irgendwann guckte er auf meine Hände und fragte mich, was mir denn passiert sei. Er habe das gar nicht gesehen. Er fands irgendwie toll, dass ich trotzdem meines Handicaps studiere (naja, son richtiger Kompliment wars nicht, aber ich lass es mal als nicht so ganz negativ durchgehen). Es war so, als ob ich ihm in der Masse der Menschen die an der Ampel stehen am ehesten auffiel.


    oder anderes Beispiel: Vorlesung von 350 Leuten. es wird worklich nur vorgelesen. nach zwei Wochen kommt mein Prof zu mir und hat mich für die Uni angeheuert. und man kann das kaum auffallen, schon gar nicht unter sovielen Leuten. auch mein Handicap spielte dabei keine Rolle.


    meine Bekannten meinen auch immer, dass ich was an mir habe, was Leute anzieht. vielleicht daher soviele negative Reaktionen.

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    Das ist ein wichtiger Punkt, glaube ich. Hände sind ein extrem wichtiger Teil des Menschen, man braucht sie für fast alles. Gerade für Berührungen. Und ja, es macht einen Teil Männlichkeit aus, wenn ein Mann mit seinen Händen geschickt oder stark ist. Für Männer sind Frauenhände umgekehrt bestimmt auch ein Attraktivitätsmerkmal. Dem Partner bei Alltagssachen wie Brötchen schmieren helfen zu müssen ist nicht jedermanns Ding.


    Aber das erklärt nicht, warum Kellnerinnen in einem beruflichen Kontext so stark negativ reagieren. Oder warum Leute mit Bemerkungen wie "abartig" um sich werfen. Das ist so daneben.

    wenn man so durch die Internetforen klickt, scheinen Hände eben wirklich sehr wichtig zu sein. gerade auch, dass man halt zärtlich an intimen Stellen berührt werden will.


    ich traf mal eine junge Frau, die sehr schwer psychisch krank war. also richtig mit jahrelang in geschlossener Abteilung usw. die fand meine Aufmerksamkeit sehr schön, war aber nicht in der Lage mich an sich heranzulassen.


    sie lehnte mich ab, weil sie meinte ich könne mir ihrer Krankheit oder mit den Merkmalen ihrer Krankheit nicht umgehen, weil ich davon eben selbst nicht betroffen bin. spielt aber keine Rolle.


    naja, sie meinte dann mal ganz offen zu mir, ob ich sie beim Sex anfassen könnte, wie und wo, und ob ich dabei eben zärtlich wäre. als ich das las, war ich erstmal irritiert und geschockt, weil sie sowas plötzlich aufs Tablett brachte. wie ich später erfuhr war diese "Offenheit" wohl auch ein Merkmal ihrer Krankheit..... naja, aber das zeigte mir schon, dass das irgendwie wohl wichtiger ist, als ich mir das eingestehen wollte oder immer noch eingestehen will.

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    Ich glaub auch fast, das Problem sind nicht die Frauen. Das Problem ist es, sein Leben lang einen Tritt in die Magengrube nach dem Anderen zu bekommen, und trotzdem eine positive, freundliche und offene Einstellung zum Leben, der Frauenwelt, Intoleranz, Überforderheit usw. zu entwickeln. Keine Wut auf all die Idioten und Arschl****r in sich zu tragen, die unvermeidlich auch die Welt bevölkern. Z.B. hier auf med1 merkst du, wie viel Toleranz oder auch einfach Lockerheit es gibt.

    ja.... das ist nicht leicht zu ertragen. und irgendwie schwindet die Hoffnung immer mehr. vorallem, wenn ich mit 23 noch keine Beziehung hatte, wars nicht so unmöglich, wie mit jetzt 28. es kommt halt zu dem Handicap das Alter und die fehlende Erfahrung dazu. was durchaus auch ein berechtiger Ausschlußgrund ist.

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    Da war er sehr erleichtert und erzählte mir, dass er oftmals ganz andere Reaktionen bekommt, alle Frauen wären doof und gemein und diskriminierend, sie würden den Kontakt abbrechen, wenn sie davon wüssten. Ich habe ihm geschrieben, dass ich das sehr unfair finde und weiterhin Interesse an ihm hätte. Keine zwei Tage später änderte sich seine Art des Schreibens, er wurde mir richtig unangenehm und schrieb nur noch über Sex, wollte intime Dinge von mir wissen. Ich habe ihm gesagt, dass mich das stört. Er änderte nichts. Daraufhin habe ich den Kontakt abgebrochen und nochmals betont, dass das NICHT an seiner Behinderung liegt, sondern nur an seinem Auftreten.

    ich glaube solche Leute findest du überall. aber Menschen die es nicht respektieren, wenn man über Sex und Intimes nicht reden will, gibts halt wirklich überall. mich fragen Frauen auch ständig, ob ich noch Jungfrau bin. ich find das teilweise echt beschissen, aber nicht auf die Frage zu antworten, weil die Antwort peinlich ist oder weil man nicht drüber reden will, nimmt zB die Antwort vorweg.


    der Charakter eines Menschen ist eben etwas, was sehr ambivalent sein kann – von Mensch zu Mensch oder auch bei einem Menschen.

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    Ich bin mit Menschen aufgewachsen die Behinderungen hatten (Down Syndrom und/oder körperliche Behinderungen) und hab auch keine Probleme damit weil es für mich Alltag ist. Aber.... vergiss nicht, dass die Menschen durch Dich vielleicht das erste Mal mit sowas konfrontiert werden und überfordert sind. Du siehst nur Deine Seite und ich verstehe, dass Du sauer bist wenn man Dich zurück weist. Aber anstatt mit Sprüchen zu kommen könntest Du auch den Leuten erklären was Sache ist und ihnen so die Scheu vor Dir nehmen. So "verscheuchst" Du auch eine mögliche Partnerin nicht.

    ich werfe den betreffenden Damen sicher nicht die Tatsache als Knochen vor die Füsse nach dem Motto "Friss oder stirb". ich versuche es ihnen ganz normal und ohne irgendwelche Versuch Mitleid zu erzeugen zu erklären.


    aber wie willst du jemandem erklären, was dabei der Punkt ist, wenn dieser Mensch das einfach nicht hören will, weil er das nicht einfach auch nicht möchte.


    viele Menschen sind dafür auch einfach nicht offen. und wenn mit Menschen mit Behinderungen aufgewachsen bist, dann dürfte dir das ja auch bekannt sein.


    viele schließen das eben aus, weils Probleme mit sich bringt. weils nicht so unbeschwert sein dürfte, wie mit jemandem ohne Handicap.


    und du bist eben für das Thema sensibilisiert. aber viele eben nicht.

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    Auf mich hast Du eine eher unangenehme Art und Weise (alleine beurteilt durch das Thema hier) und ich würde Dich eher ablehnen

    hmm.... was soll ich dazu sagen? dann ist das eben so. nur vom Schreiben her finden mich eben doch deutlich mehr Frauen sympatisch und angenehm.


    aber nochmal: wenn ich mich mit einer Frau wirklich gut verstehe, vom Schreiben her, sie mir ungefragt ihre Nummer gibt, lange mit mir schreibt, glaubst du dann, sie würde mich unsympatisch und unangenhm finden?


    und wenn sie sich sogar mit mir treffen möchte? dann bin ich sicher nicht unangenehm und unsympatisch.


    aber wenn ich ihr erzähle, dass ich eben ein Handicap habe, das aber mich im Alltag nicht so sehr einschränkt, aber ich manchmal eben doch Dinge nicht machen kann, sie mir dann vor den Latz knallt, dass sie sic keine Bezuiehung vorstellen kann, sich nicht treffen will und auch keinen Kontakt mehr möchte, liegt das dann an meiner von Anfang an unanhemen Art und Weise?


    ich finds durchaus interessant, dass du, ohne mich zu kennen, nur durch ein paar wenige Beiträge von mir, mir eine unangenehme Art und Weise unterstellst.


    du magst Recht haben, es gibt bestimmt Frauen, die meine selbstbewusste Art nicht toll finden, weil sie vielleicht auch lieber einen zurückhaltenden Mann als Partner möchten.


    soll ich mich deshalb verbiegen und mir alles gefallen lassen? alles Schlucken, was mir andere an den Kopf werfen?


    wiest du wieviel Kraft es kostet immer wieder den Leuten, die mir dumme Kommentare an den Kopf werfen, Parole zu bieten?


    oder wenn wildfremde Menschen tuscheln liegt bestimmt nicht an meiner unangenhmen Art, denn das können sie ja nicht wissen.

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    weist du wie es ist, dass immer sehen zu müssen, aber vielleicht niemals haben zu dürfen?

    Sagt ein 28-Jähriger. ;-) Ich versteh dich, ich war ja auch mal jung. ;-D Auch wenn du's jetzt vielleicht noch nicht sehen kannst, das Leben ist noch verdammt lang. Und die Frauen werden toleranter, bzw. die Ansprüche verändern sich. Das ist eine Folge der Lebens- und Beziehungserfahrungen die man macht, und wird auch dich nicht verschonen. ;-) Ich vermute deine Chancen steigen mit jedem Jahr. Aber nur wenn du nicht verbittert, frustriert, neidisch, gehässig wirst.


    Einer Frau die sich wirklich für dich interessiert, der wird deine fehlende Beziehungs- und Sex-Vorgeschichte ziemlich egal sein. Wegen deiner Behinderung allein bist du schon nicht der klassische Jungmann, bei dem Frau sich vielleicht fragt ob es gute Gründe für diesen Umstand gibt. Ich kann mir gut vorstellen wie sehr der Wunsch nach einer Partnerin in dir drängt. Aber weder beschweren noch jammern noch drängen noch sonst etwas bringt etwas. Die Zeit dafür ist da, wenn sie da ist. Geduld und innere Ruhe könnten dir helfen, die Zeit bis dahin angenehmer zu erleben. Wie lange (oder kurz) auch immer das sein wird.

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    der objektive Wert eines Menschens ist durchaus da. Viele Menschen möchten ihren möglichst attraktiven Partner rumzeigen und Anerkennung dafür ernten. Das machen viele so, aber eben nicht alle.

    Mit solchen Gedankengängen würde ich aufpassen. Das macht tatsächlich unsympathisch, wenn du dich zum Richter über den objektiven Wert von Menschen aufspielst. Ganz abgesehen davon dass es vielen unschönen Gedanken (wie z.B. Selbstgerechtigkeit, Neid) Tür und Tor öffnet.


    Auch das was du ansprichst ist ein rein subjektiver Wert. Nämlich die subjektive Einschätzung einer bestimmten Frau, wie gut Mann X zum Angeben taugt. Auch der Zahnarzt mit Porsche und Mercedes Cabrio in der Doppelgarage hat keinen objektiven Wert, weil nicht jede Frau oder Mann solchen Attributen (überhaupt) einen (hohen) Wert beimisst. Und wie du richtig sagst, es gibt genügend Menschen denen das Vorzeigen egal ist. Ich würde mich immer an solche halten. :-)


    Ich glaube diese ganze objektive Wert-Nummer liegt daran, weil du Erklärungen suchst. Verständlich, gerade weil du offenbar recht analytisch veranlagt bist. Aber welche Schlüsse kannst du aus deinen Erklärungen ziehen? Bringen dich diese Erklärungen überhaupt weiter? Versteif dich nicht zu sehr darauf, Kontakt mit Menschen durchzuanalysieren. Es harmoniert mit Männlein oder Weiblein, oder es tut es nicht. Ich kann dir aus eigener Erfahrung sagen, dass deine Einstellung dabei zentral ist. Wenn du dich selbst magst, und zwar im Ganzen, wenn du dich selbst positiv siehst, dann brauchst du keine Erklärungen. Dann freust du dich über kleine Dinge wie den Ampel-Kontakt, und alles was eben nicht läuft, da hat es eben einfach nicht gepasst. Es liegt nicht an dir, auch nicht an deiner Hand. Die Konstellation hat einfach nicht gepasst. Man sollte zwar offen bleiben sich selbst kritisch hinterfragen zu können, aber es nicht übertreiben.

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    ich sehe überall Paare die Händchen halten, die sich zärtlich über die Wange streicheln, sich verliebt angucken, im Kino vielleicht engumschlungen dasitzen.

    Du kennst vermutlich das Phänomen selektiver Wahrnehmung. Da hast du deine Erklärung. Als meine Ex schwanger war sah ich überall nur noch Schwangere. Und als die Kinder dann da waren überall nur andere Eltern mit Kinderwägen. ;-D Mein Eindruck ist dass nur wenige Pärchen ihre Verliebtheit öffentlich deutlich zur Schau stellen. Ich nehm das selten wahr. Dass du solche Pärchen scheinbar an allen Ecken und Enden siehst zeigt, wie fixiert (verbissen) du auf deinen Partnerschaftswunsch bist.

    Na ja, was halt häufig leider der Fall ist. Je mehr Ablehnung man erfährt, desto negativer wird man bzw. das strahlt man auch aus, sodass es sich häufig zur sich selbsterfüllenden Prophezeiung entwickelt, dass Freundschaften, Beziehungen usw. scheitern. Das ist jetzt sehr vereinfacht dargestellt, aber das ist das, was ich in der Therapie gelernt habe.


    Bei mir war es halt so, dass ich zeitweise sehr viel Ablehnung erfuhr, obwohl ich keine so sichtbare bzw. mich beeinträchtigende Behinderung habe – ich habe halt mit den Augen was, was aber auch nicht so auffällt, außer dass ich halt bebrillt bin.


    Ich habe auch schon jede Menge Leute kennen gelernt, die keine Behinderung haben und beim anderen Geschlecht null ankommen. Zu schüchtern, zu negative Ausstrahlung usw. I.d.R. liegt das gar nicht mal an der Optik...


    Mir sagen auch ne Reihe von Leuten, dass ich ganz gut aussehe so, aber wenn man dann so viel mit sich selbst immer beschäftigt war oder ist, dann ist das nicht einfach, bei anderen zu punkten. Die merken das.


    Ich habe auch mal Phasen dabei, wo es mir relativ gut geht --- diese Phasen sind schon mehr geworden als früher. Mein Umzug nach NRW hat mir sehr dabei geholfen und dass ich dort überwiegend positive soziale Erfahrungen mache und viele Leute toleranter sind.


    Allerdings habe ich binnen kürzester Zeit meine Oma und meine Mutter verloren und es gibt nun mal Tage, an denen kann ich kaum damit umgehen.


    Wenn es mir besser geht allerdings, komme ich recht gut bei anderen an. Mitunter auch bei Männern...


    Das wollte ich dir nur mal als Beispiel geben, zur Verdeutlichung, weißt.

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    Ich kann das mir einfach nicht vorstellen daß jemand das tatsächlich als "abartig" bezeichnet und sich derart menschenverachtend und auch behindertenfeindlich benimmt, heute noch.

    Eine gehbehinderte Bekannte hat mir dasselbe erzählt: Wildfremde Menschen knallen ihr auf der Straße spontan an den Kopf "du Abschaum", "sowas sollte gar nicht am Leben sein". Und eine andere Bekannte, die wegen einer Lähmung gefüttert werden muß, wird regelmäßig aus Lokalen geschmissen entweder mit der Begründung, ihr Rollstuhl nähme zu viel Platz weg (manchmal stimmt es, meistens nicht) oder direkt mit der Begründung, sie wäre ekelhaft und man könne sie den anderen Gästen nicht zumuten. Keine Frage, daß ich mir die betreffenden Lokale nicht mehr zumute und die auch dementsprechend "weiterempfehle"...


    Woher das kommt – vermutlich ist es Angst. Abwehr des Gedankens "mir könnte es auch irgendwann so gehen". Ich gebe zu, daß die letztgenannte Bekannte auch für mich gewöhnungsbedürftig aussieht. Aber das hat sie sich ja nicht so ausgesucht. Und wer weiß denn, was mir selbst im Leben noch passiert. Dieser Gedanke ist für viele zu unheimlich und sie weisen ihn so weit von sich, wie es nur geht: Ein Mensch mit Behinderung ist dann eben "ganz anders" als man selbst. Und daß er einen mit seiner Gegenwart konfrontiert, ist dann eine "Unverschämtheit", weil er sich sozusagen erlaubt, einem Angst zu machen. (Ein bißchen mehr Realismus würde helfen...)


    dePosa, um jetzt auf dich persönlich zurückzukommen:


    Unglaublich und schrecklich, was du dir schon alles anhören und -sehen mußtest. Und das schon bei einer vergleichsweise "harmlosen" Behinderung.


    So kraß und absolut unangemessen und unverschämt diese Tussen sich auch benehmen: An manchen Stellen deiner Erzählung habe ich den Eindruck, daß es gut sein könnte, die Situationen genauer voneinander zu unterscheiden. Natürlich ist das bei so vielen negativen Vorerfahrungen nicht einfach, aber vielleicht lohnt der Versuch.


    Ich meine das "Anstarren" oder "plötzlich nicht mehr lächeln". Beides KANN zwar Ablehnung beinhalten, MUSS es aber nicht. Daß deine Hände ungewöhnlich aussehen, ist ja eine Tatsache. Und wo etwas ungewöhnlich aussieht, da guckt man hin (und glotzt auch mal blöde). Es kann auch sehr leicht die Verlegenheit entstehen "Mist, ich habe geglotzt, das gehört sich nicht – schnell damit aufhören", dann dreht man sich weg. Oder die Frau lächelt dich an, sieht deine Hände, hört auf zu lächeln – warum? Weil sie dich jetzt "ekelhaft" findet? Bei einigen ist es ja offenbar so. Andere mögen nur einfach ernst werden, weil sie sich beispielsweise fragen, was mit deinen Händen los ist, woher das kommt, ob dir das wohl im Alltag viele Probleme bereitet etc.. und vielleicht auch wieder aus Verlegenheit, weil es sich nicht gehört, Fremden neugierige Fragen zu stellen.


    Ich finde es wichtig, dir gedanklich diese alternativen Erklärungen offenzuhalten, um nicht zu der Anzahl WIRKLICH negativer Reaktionen auch noch die hinzuzufügen, die in Wirklichkeit vielleicht bloß Verlegenheit waren.


    Und ich würde dir auch raten, die Partnersuche eher ins real life zu verlagern und zu gucken, wie du da deinen Bekanntenkreis erweitern kannst. Nach allem, was ich hier im Forum so mitkriege, gleicht Partnersuche im Internet einem "Partnershopping": Ich suche nach bestimmten Merkmalen und wenn die da sind, dann ist der Typ "gekauft". Wie ärgerlich, wenn er dann doch nicht so ist wie im "Prospekt"...


    Ich finde es aber auch zum Verzweifeln, wie viele Frauen einen Partner offenbar nicht für SICH, sondern für ihr Umfeld suchen...

    ich glaube du hast einfach die falsche Zielgruppe, Du solltest auf Menschen mit ähnlichen Handicap zugehen. Versuch mit deinem Problem ehrlich und offen umzugehen und seh den Tatsachen ins Auge. Man kann es ganz schlimm finden, nur bringt es dir gar nix, weil normale Menschen nunmal sehr empfindlich auf Missbildungen reagieren.


    Frauen selektieren bewusst und unbewusst potentielle Partner nach der Massgabe möglichst gesunden Nachwuchs bekommen zu können, die Reaktionen der Frauen sind vielleicht teilweise überzogen oder kindisch aber eben völlig normal. Gleiches gilt für Männer, nur die wenigsten Männer werden eine Partnerschaft mit einer missgebildeten Frau anstreben. Das ist ein Gesetz der Evolution und es gilt uneingeschränkt, egal wie aufgeklärt und liberal wir auch sind. Du musst dir deine Nische suchen oder aber auf die unvermeidliche Ausnahme der Regel vertrauen. Nur ist dieser Kreis sehr klein und du hast nicht ewig Zeit zur Suche.


    Es klingt vielleicht brutal und herzlos, aber ich würde empfehlen hauptsächlich unter deinesgleichen zu suchen.

    @ devilindisguise:

    ich denke auch, dass der TE die ganzen Erfahrungen zu sehr pauschalisiert bzw. das nun so hinstellt, als ob es wirklich nur so wäre. Selbst wenn 70% der Bekanntschaften so reagieren, sind das immer noch nicht alle Frauen.


    Ich kenne schon einige Leute, die auf Behinderung so nicht reagieren würden, wie der TE es erlebt. Und die Leute haben nicht alle ein Handicap!


    Ich weiß auch nicht, ob es zwingend sinnvoll sein muss, sich jetzt gezielt jemanden mit Handicap zu suchen. ":/ Das wirkt dann wieder wie so eine Trennung von behindert und nicht-behindert...


    Meiner Meinung nach sollte der TE sich mehr in irgendwelchen sozialen Aktivitäten austoben, wo die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass man auch Leute kennenlernt und über diese wiederum neue Leute trifft. So soziale Netzwerk-Pflege quasi. @:)

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    ich finds durchaus interessant, dass du, ohne mich zu kennen, nur durch ein paar wenige Beiträge von mir, mir eine unangenehme Art und Weise unterstellst.


    du magst Recht haben, es gibt bestimmt Frauen, die meine selbstbewusste Art nicht toll finden, weil sie vielleicht auch lieber einen zurückhaltenden Mann als Partner möchten.

    Der 1. Satz zeigt sehr deutlich was ich meine.... ich hab Dir nichts unterstellt. Aber gleich auf "Angriff" gehen und sagen, dass ich Dir was unterstelle. Ich sagte, dass Du so auf mich wirkst. Ich halte Dich absolut nicht für selbstbewusst. Ganz ehrlich nicht.


    Klar gibt es Menschen die sich daneben benehmen.... teils auch aus Angst weil sie was nicht kennen. Vielleicht müssten wir endlich mal aufhören Menschen mit Behinderungen in Schulen und Beruf von den "nicht-behinderten" Menschen zu trennen damit solche "Anblicke" Alltag werden und der Umgang mit Behinderten Menschen Alltag wird. Aber ich kenne Dich nicht und weiss auch nicht wie sehr Du Deine Behinderung als Behinderung zeigst oder wie Du im Alltag damit umgehst. Dies ist nicht als Angriff gemeint. Aber ich kenne durchaus Leute die ihre Behinderung stark in den Vordergrund stellen und so "schlecht" auf ihre Mitmenschen wirken. Wie hier schon gesagt wurde hat das eigene Auftreten auch viel mit den kommenden Reaktionen der Mitmenschen zu tun.... das merke ich auch als Mensch ohne Behinderung.


    Alles in allem wärst Du kein Typ der mein Interesse von der Art und Weise wie er sich hier gibt wecken würde. Aber ich empfehle Dir wie manch ein Vorschreiber hier auch schon... such die Frau im Alltag und nicht im Internet und wenn, dann würde ich die Behinderung nicht irgendwann als Info abgeben sondern gleich anfangs. Ich hab nen Kollegen der ebenfalls deformierte Hände hat und der ist auch nicht alleine... aber er ist ein absolut fröhlicher Mensch den alle sehr mögen. Lass Dich doch mal von Deinen Kollegen beurteilen wie Du auf sie wirkst.....

    Ich muss AlexandraT Recht geben. Wer sich direkt schon bei Kleinigkeiten immer pissed off fühlt, hat es auf Dauer auch schwer.

    Ich vertrete noch immer die Auffassung, dass eine Behinderung kein Knock-Out-Kriterium ist. Zumal bei dir ja "nur" die Hände betroffen sind. Als ich meinen Partner kennen gelernt habe, hatte er mir sehr schnell erzählt, dass er unter Epilepsie leidet. Er fand es wichtig, dass ich es weiß und frei entscheiden kann, wie weit ich in seiner Person mitgehen möchte, oder ob es mich eben stört.


    Ich selber bin auch nicht ganz gesund. Hatte da aber mit den Karten auf den Tisch legen doch etwas länger gewartet. Eben weil ich Angst hatte, dass das nen Kriterium ist, was ihn verschreckt.

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    mal wieder solche Evolutionsallgemeinplätzchen...

    nenn es wie Du willst, es ist die Realität


    was glaubst Du wo die Ablehnung herkommt die er beschreibt, weil alle dumm, bekloppt oder sonstwas sind ?


    Es hat seinen Sinn warum die Leute so reagieren wie sie reagieren, egal wie gut oder schlecht man es findet.


    Es geht hier auch nicht nur um den normalen Umgang, sondern um eine Partnerschaft in der auch der Kinderwunsch eine große Rolle spielt. Das ist quasi die Kernkompetenz der Evulotion.


    Schon viele normale Leute haben Probleme über allgemeine soziele Kontakte einen Partner zu finden, wie hoch ist dann die Wahrscheinlichkeit das es bei Ihm funktioniert ? Hier in einem Forum kann jeder behaupten besonders liberal und aufgeklärt zu sein und kein Problem mit Behinderungen zu haben, in der Realität wenn es darum geht eine verkrüppelte Hand zu schütteln sieht es dann ganz anders aus.