• Behindert und partnerlos – ein Schicksal?

    Hoi hoi, also ich hab da mal ein Problem, wobei mir klar ist, dass das vielleicht nicht so wirklich hier her gehört. Ich bin von Geburt an "behindert", ob ich eher sagen würde, ich hab ein Handicap. Mir fehlen an der linken Hand alle Finger und an der rechten hab ich nur 3 deformierte. Ich komme damit relativ gut klar, brauche aber immer ein klein wenig…
  • 275 Antworten
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    Ich will Dir damit nichts unterstellen. Nur kann ich es mir schlicht und einfach nicht vorstellen, dass auf eine doch relativ normale Bitte nur wegen Deiner Behinderung derartig reagiert wird. Als Einzelfall – ok, klar gibt es solche Menschen, auch im Dienstleistungsbereich. Ist für mich dennoch nicht vorstellbar.


    Oder kann es sein, dass DU hier die Ausnahme zur Regel machst?

    was meinst du mit Ausnahme zur Regel machst? dass ich jedes Mall wenn ich Essen bestelle fragte, ob man es mir schneiden kann.... nunja, entweder ich bestelle nichts, was man schneiden muss, oder ich frage. manchmal fragen mich männliche Kellner sogar danach, ob sie es schneiden lassen sollen.

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    Auch was Deine Datinggeschichten angeht? Hast Du nie eine Frau abgelehnt weil sie Dir insgesamt nicht gefallen hat? Oder kann es nicht sein, dass es auch bezüglich der Ablehnung der Frauen andere Gründe gewesen sein könnten?

    mit 90% derer, die ich im Internet kennenlernte, traf ich ja nicht. manche fanden zwischenzweitlich in ihrem sozialen Kries einen Partner, andere haben kein großartiges Interesse mehr gezeigt und viele wollten halt dann nicht mehr.


    ich hab ein oder zwei Frauen getroffen, die halt mir gegenüber sehr zurückhaltend waren und nicht wirklich mit mir geredet haben. aber so richtig offen waren sie halt auch bei einem Treffen nicht. deswegen kann ich nicht genau sagen, ob ich sie als Partnerin in Betracht zöge oder nicht.

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    Ich will das jetzt dePosa nicht unterstellen – aber es ist nun mal einfach so, dass sich manche Menschen auf ihren Behinderungen (oder sonstigen, oft eingebildeten Makeln) ziemlich "ausruhen" und dabei vergessen vielleicht mal ihr Verhalten, ihre Persönlichkeit ein wenig zu hinterfragen, zu reflektieren.

    was meinst du mit ausruhen?


    setz dich mal an dich Tisch, nimm eine Hand auf den Rücken und versuch dir mal dein Essen zu schneiden oder n Brötchen zu schmieren. es wird dir nicht gelingen.


    ich kann mit der linken Hand nicht zufassen und hab keine Greiffunktion. mit der rechten kann ich zwar greifen, aber n Messer festzuhalten wird auch schon schwer.


    gut, klar, lasse ich mir bei allem helfen, was ich nicht kann. wenn du das als ausruhen bezeichnen möchtest, dann ruhe ich mich drauf aus.

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    Vielleicht aber auch davon, dass Du ewig lange mit ihnen Kontakt hattest und sie dann damit überfällst? Wenn ich mit jemandem schreibe/telefoniere, wir uns währenddessen näher kommen – ja, dann wäre ich auch mindestens irritiert, dass er mir das nicht erzählt hat. Spätestens dann, wenn wir uns eben näher kommen und man eben auch über Alltagsprobleme spricht etc. – auch eine nicht zeitnahe Erwähnung eines zwar eventuell nicht entscheidenden aber dennoch nicht unerheblichen Umstandes kann der Grund für eine Ablehnung sein. Das ist doch genauso als wenn Du eine Frau kennenlernst die Kinder hat und Dir das über einen langen Zeitraum nicht erzählt. Fühlst Du Dich dann nicht in gewisser Weise "verarscht", bzw. bekommst Zweifel am Vertrauen insgesamt?

    ob es den richtigen Zeitpunkt gibt, kann ich nicht sagen. ich hab schon öfter ausprobiert es gleich von Anfang zu sagen, aber das ist halt in der Weise zu früh, dass man es nicht vielleicht aus Sympathie erstmal so annimmt und versucht sich vorzustellen, obs nicht durch klappen könnte.


    ich habe das Gefühl, dass es dafür keinen richtigen Zeitpunkt gibt.


    oder ich muss sagen, dass mein Handicap keins ist, für mich normal ist, ich es also keiner Frau gegenüber vorher sage. sie muss es also entweder so normal hinnehmen, wie ich das dann tue, oder gleich gehen.


    aber ehrlich gesagt finde ich das wenig fair.


    darüber zu erzählen, ist egal wie man es macht, ist immer irgendwie ne Sache, die man dann in den Vordergrund stellt, weil man ja daraufhinweist, nicht "normal" zu sein.

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    Und naja, ganz ehrlich: Wenn derartige Offenheit das Merkmal einer (psychischen) Krankheit ist – dann bin ich auch krank. Denn von mir dürftest Du solche oder ähnliche Fragen auch erwarten.

    ich habe gesagt, dass es ein Symptom ist, dass sie Dinge einfach fragt, weil sie in den Kopf kommen, wo andere Menschen das nicht tun.


    der Kernpunkt ihrer Krankheit war eine schwere dissoziative und schiophrene Störung mit mehreren Selbstmordversuchen, langen stationären Aufenthalten in der Psychiatrie.


    sie erzählte mir auch dann, dass sie vor ihrem ersten Aufenthalt ihren ersten Freund mit 14 niedergestochen hat. deshalb wurde sie dann zwangsweise eingewiesen. Stimmen hätten ihr das befohlen usw.


    als wir uns trafen driftete sie auch immer wieder richtiggehend ab. sie dissozierte eben, war nicht mehr ansprechbar. ganz plötzlich. im anderen Moment konnten wir uns völlig normal unterhalten.


    sie meinte damals, dass sie zwar mitbekommt was um sie herum geschieht, aber nicht mehr antworten kann oder will. sie sieht, sie hört, sie versteht, aber kann nicht handeln. sie konnte aber laufen, an der Ampel stehen bleiben usw.

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    Irgendwie....ich weiß nicht....erwartest Du, dass Du so akzeptiert wirst wie Du bist und es totgeschwiegen wird? Nur so zwischendrin mal eine Bitte das Brötchen zu schmieren, welche stillschweigend erfüllt wird?

    ich hab nie gesagt, dass es tozuschweigen ist. ich gehe offen damit um, wenn mich jemand darauf anspricht und ich würde auch mit einer Partnerin offen umgehen. wie sollte das auch sonst gehen?

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    Aha.....öhm...hast Du nicht gesagt, Du wirst zu 100prozent wegen Deiner Behinderung abgelehnt? Und jetzt kommt dann doch noch ein anderer Aspekt, aber der ist ja "wirres Zeug"?

    meistens deswegen, ja. aber nicht zu 100%


    manche wollen eben auch keinen unerfahrenen Mann haben. meistens kam halt dabei das Thema Handicap auch nicht auf, weil es vorher schon eben solche Gründe gab, weshalb sie nicht mehr schreiben wollten.

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    Er sagt doch genau das Gegenteil: Er würde ständig wegen seiner Behinderung abgelehnt werden und zwar eindeutig.

    wenn dir jemand sagt, du könntest nicht zärtlich sein, dann lehnt er dich ja nicht wegen des Handicaps, sondern wegen der Folgen dessen hab. oder sagen wir: wegen der vermuteten Folgen


    genauso mit dem schlechten Aufnhemen des sozialen Kreises. das hat nur mit vermuteten Folgen zu tun.


    aber wenn jemand sagt "ich will dich nicht, weil du 2 cm zu klein bist", menst du, dass die betreffende Person das ernst meint oder vielleicht nur etwas vorschiebt?


    ich hab mal länger nach einem Treffen mit einer geschrieben, die mir immer neue Gründe lieferte. meine Schuhen seien hässlich, meine Klamotten sein hässlich und altmodisch. dann wars mein Studium was sie doof fand.


    und irgendwann fragte ich halt, ob sie mein Handicap nicht stört.... naja, doch, vor allem, dass ihre Freunde das nicht dulden werden und doof gucken. dass ihre Freunde dann sogar ihr die Freundschaft kündigen würden.


    als ich meinte, ob alle anderen Gründen wirklich wahr seien, meinte sie darauf nein, aber sie wollte es nicht so sagen, dass mein Handicap das Problem sei.


    daher vermute ich, dass es bei denen, die irgendwelche wirklich kleinlichen Gründe vorgeben, einfach nicht sein kann. gut, es mag Frauen geben, für die man 1,85m und nicht "nur" 1,83m groß sein muss.


    aber selbst solche Eigenschaften schiebt man, damit man vielleicht auch vor sich selbst rechtfertigen kann, dasses eben nicht am Handicap liegt.


    genauso wie bei Charaktereigenschaften.

    Hallo dePosa,


    wenn du da so sehr drunter leidest, gibt es denn keine Möglichkeit etwas operieren zu lassen? Bist du sicher, dass es nicht geht und hast du dich auch ausreichend informiert?


    Eigentlich gibt es heutzutage kaum noch etwas, wo ein Chirug nicht weiterhelfen könnte.


    Was ist mit einer Teil-Handprothese?


    Ansonsten finde ich wie einige nicht, dass du dir eine ebenfalls körperlich behinderte Frau suchen solltest. Wenn du das nicht möchtest. Ich glaube, dass du bisher ganz schön oberflächlichen Frauen begegenet bist. Ich denke das Hauptproblem liegt auch nicht daran, dass deine Hände deformiert sind also am Aussehen, sondern dass viele Frauen keinen Partner wollen dem sie helfen müssen, wie du schon meintest. Da kannst du ihnen ja wenn es zu einem Treffen kommt die Angst nehmen, dass sie dich "pflegen" müssen oder ähnliches. Mir kommst du zumindest sehr selbstständig vor.

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    es ist nun mal einfach so, dass sich manche Menschen auf ihren Behinderungen (oder sonstigen, oft eingebildeten Makeln) ziemlich "ausruhen" und dabei vergessen vielleicht mal ihr Verhalten, ihre Persönlichkeit ein wenig zu hinterfragen, zu reflektieren.

    Ich würde es nicht als "ausruhen" bezeichnen. Ich würde sagen, Du ärgerst Dich immer wieder über Deine Mitmenschen, aber Du ziehst keine Konsequenzen daraus.

    ... oder, um es etwas positiver zu formulieren: Als erste Konsequenz aus Deinem Ärger hast Du hier eine Diskussion gestartet.

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    ... oder, um es etwas positiver zu formulieren: Als erste Konsequenz aus Deinem Ärger hast Du hier eine Diskussion gestartet.

    jaein.... nicht deswegen.... ich wollte nur mal n Stimmungsbild


    und ich war interessiert, wie andere Männer mit Handicaps es anstellen jemanden kennenzulernen. und wie sie ihr Handicap so wenig weit in den Vordergrund stellen oder wie sie es in den Hintegrund drängen/bringen, dass nicht jede Frau gleich zurückschreckt.

    dePosa

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    mein Umfeld ist durchaus gut, wenn auch sehr klein. deswegen ist ja das Onlinedating bisher so richtig die einzige Möglichkeit gewesen. ich weiß, da tummeln sich wohl nur die oberflächlichen...

    naja, wieso ist diese Ansicht oberflächlich und diese

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    und naja, irgendwo kann ichs verstehen und sehe es auch n bisschen so. ich denke ja auch nicht ständig an mein Handicap, obwohl ichs ja schon ständig vor mir habe.

    nicht?

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    die Leute, die ich nicht mag, würden sagen, ich bin arrogant und wortkarg. aber das liegt in der Natur der Sache.

    Respektlosigkeit und Unhöflicheit liegt in der Natur der Sache?


    Abgesehen davon, dass Du ein Handicap hast, erinnert mit der Faden sehr an die typischen Jungmann-Fäden. Frauen werden nur als potentielle Partnerinnen-Objekte betrachtet – Gefühle egal, es geht nur darum, dass Mann noch keinen Sex hatte, nie Zärtlichkeiten erleben wird, also soll gefälligst jetzt eine her. Ich finde, es fehlt das Wesentliche.

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    der objektive Wert eines Menschens ist durchaus da. Viele Menschen möchten ihren möglichst attraktiven Partner rumzeigen und Anerkennung dafür ernten. Das machen viele so, aber eben nicht alle.

    Meiner Meinung nach ist der objektive Wert nur bei Menschen da, denen es an Selbstbewusstsein fehlt, denen es anderen gegenüber an Respekt fehlt. Falsches Beuteschema?

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    Und noch mal ganz klar: die allermeisten Frauen sind abgeschreckt durch die Tatsache und brechen den Kontakt ab. vorher war ich ihnen ja sympatisch genug ihre Nummer zu kriegen und näheren Kontakt zu haben. Die Tatsache alleine lässt sie sich sofort abwenden.

    Das heißt aber noch lange nicht, dass sie Dich als potentiellen Partner gesehen haben, bevor sie wussten, dass Du ein Handicap hast. Ich denke, Du versteifst Dich zu sehr auf Deine Behinderung. Ich habe ja schon die "Jungmann-Fäden" erwähnt – die haben ein anderes Handicap und keine Freundin, dasselbe hat Isabell erwähnt mit der Größe, etc. Der Tenor ist der Gleiche, wie hier – es liegt an meinem Handicap, das ich selbst nicht akzeptiere, beziehungseise kann es gar nicht an etwas anderem liegen. Zumindest in den Jungmannfäden liegt es allerdings eben absolut an anderne Dingen, als der Unerfahrenheit.


    Du hast auf diese Frage noch nicht geantwortet:


    1) Irgendetwas an der Situaton, sprich deinem Handicap, ändern. Gibt es Operationen oder Prothesen?


    Wie kann ich es mir vorstellen, wie Deine Arme/Finger ausschauen?

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    ein Mann muss alleine klarkommen und darf sich nicht von seiner Partnerin helfen lassen, weil er kein Mann dann ist. ich hielt das zwar für dämlich, aber ich glaube in unser ach so toleranten Welt ist die Denke vielleicht mehr in Köpfen, als man das noch denkt oder sich wünscht. es scheint wohl ein Problem mit der Augenhöhe zu geben, wenn man jemandem hilft.

    Das ist doch auch so. Wenn jemand sich einen selbständigen Partner wünscht, so erfüllt jemand, der zeitweise Hilfe braucht, schlichtweg das Kriterium nicht, genauo wenn jemand sich einen Nichtraucher als Partner wünscht und der erst nach 5 Wochen damit herausrückt, dass er Raucher ist. Beim Raucher kann sich die Nichtraucherin der Illusion hingeben, dem Raucher das Rauchen schon abzugewöhnen - in Deinem Fall gibt es die Möglichkeit ähnlichgelagerter Illusion nicht.

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    ich finds durchaus interessant, dass du, ohne mich zu kennen, nur durch ein paar wenige Beiträge von mir, mir eine unangenehme Art und Weise unterstellst.

    Wieso ist das eine Unterstellung? Ich finde Deine Art des Schreibens auch nicht ansprechend. Es schwingt sehr viel Selbstmitleid in Deinen Beiträgen, ein Vorwurf, dass die Frauen alles soooo oberflächlich sind, weil sie Dich nicht wollen und das ja nur wegen dem Handicyp. Umgekehrt wirfst Du ihnen etwas vor, was Du Dir zugestehst – oberflächlich zu sein – also eine "normale" Partnerin zu wollen, damit Du Dir "normaler" vorkommst. Meiner Meinung nach ist beides legitim. Mich erinnern Deine Beiträge an den einen und anderen Faden in letzter Zeit – analytisch und etwas "herzlos". Verständnis für Dich einklagend, aber viel weniger Verständnis einbringend. Alles legitim, aber dann muss es auch klar sein, dass es da nicht so viele potentielle Partnerinnen gibt und die musst Du dann finden.

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    du magst Recht haben, es gibt bestimmt Frauen, die meine selbstbewusste Art nicht toll finden, weil sie vielleicht auch lieber einen zurückhaltenden Mann als Partner möchten.

    Ich erlebe Deine Aussagen nicht als selbstbewusst, sondern als selbstbewusst tuend. Analytisch und logisch versuchend - alles Dinge, die aus meiner Sicht nicht hilfreich sind, wenn es um Beziehungen geht. Es fehlt eigentlich nur noch die die Darwinsche Theorie oder auch noch Männer sind zum Jagen da und Frauen zum Sammeln.

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    oder wenn wildfremde Menschen tuscheln liegt bestimmt nicht an meiner unangenhmen Art, denn das können sie ja nicht wissen.

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    Was ich damit meinte war, dass ich für viele viele Frauen einfach nicht gut genug bin oder sie denken ich wäre unter ihre "Würde". Was sich auch daran zeigt, dass sie ab der Kenntnis der Tatsache meiner Behinderung immer sofort auf Abstand gehen nach dem Motto "wie kann jemand wie du es wagen sich Chancen bei mir auszurechnen und mich auch noch anzuschreiben/ treffen zu wollen".

    Ich habe den Eindruck, dass Du meinst, jemandem ohne Handicap hätte keine ähnlichen Probleme. Wenn die Kriterien für eine Beziehung nicht passen, dann geht man keine Beziehung ein, da ist es doch egal, ob es sich um ein körperliches Gebrechen geht, um die Weltanschauung, um Äußerlichkeiten, etc.

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    und dann frage ich dich: an welchem Punkt spielt dabei das Auftreten meinerseits eine Rolle?

    Da es sich um eine Äußerlichkeit handelt, sofort und deswegen würde ich die Partnersuche über das Internet auch nicht so wichtig nehmen bzw. so schnell wie möglich ein persönliches Treffen anbahnen – allerdings egal, ob mit oder ohne Handicap. Es geht um riechen, sehen, spüren, Ausstrahlung - dann funkt es oder nicht. Das kannst Du natürlich auch versuchen zu analysieren, nur sehe ich da keine große Aussicht. Wonach suchst Du die Frauen aus, die Du anschreibst oder schribst Du jede an?

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    das ist halt das Schlimme daran. überall sehe ich Pärchen. und oft sehe ich Prächen wo ich mir denke, dass ich sicher nicht weniger einen objektiven Wert habe, wie der Typ, den ich da sehe. aber dann muss ich wohl doch akzeptieren, dass mein Handicap einschneidender in dem Bereich ist, als ich mir das wirklich eingestehen mag.

    Es geht um eine potentielle Partnerin und um deren subjektive Werte und Kriterien für eine Beziehung.

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    ich sehe überall Paare die Händchen halten, die sich zärtlich über die Wange streicheln, sich verliebt angucken, im Kino vielleicht engumschlungen dasitzen.

    Das könnte die meisten nachvollziehen. Es ist ja nicht so, dass alle mit einen Partner/einer Partnerin auf die Welt käme. Die einen werden neidisch und sehen, was sie nicht haben, andere gönnen anderen, dass sie verliebt sind und stellen keinen Zusammenhang zu sich selbst her, etc. etc. Es geht mir jetzt gar nicht darum, Dein Handicap herunterzuspielen oder Dir abzusprechen, dass Du es schwer hast. Das glaube ich Dir sofort. Die Frage ist, was Du daraus machst und wie Du vorangehst. Gar nicht davon zu reden, dass gewisse Bemerkungen indiskutabel sind, aber nicht nur Menschen mit Handicap werden gemobbt, diskriminiert, etc.

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    es kann doch nicht sein, dass jemand diese Arbeitsstelle nur nicht bekommt, weil er Umbauten benötigt, obwohl er es rein von seiner persönlichen Eignung hinbekommt.

    Interessante Ansicht – auch nicht sehr sympathisch, weil realitätsfremd. Witzigerweise habe ich diese völlig selbstverständliche Erwartungshaltung bei Gehörlosen gehört. Was ist denn schon dabei doch mal einfach alles so einzurichten, damit sie klarkommen. Wow, habe ich mir gedacht, was für eine realitätsfremde Vorstellung.

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    aber so richtig offen waren sie halt auch bei einem Treffen nicht. deswegen kann ich nicht genau sagen, ob ich sie als Partnerin in Betracht zöge oder nicht.

    Sorry, aber wozu dann das Ganze? Wie stellst Du Dir die Partnerinwahl vor?

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    ich kann mit der linken Hand nicht zufassen und hab keine Greiffunktion. mit der rechten kann ich zwar greifen, aber n Messer festzuhalten wird auch schon schwer.

    Aber da gibt es doch Prothesen?

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    ob es den richtigen Zeitpunkt gibt, kann ich nicht sagen.

    Für mich wäre das eindeutig ein Zeichen das Ganze zu überdenken, nicht wegen dem Handicap, sondern dem fehlenden Selbstbewusstsein.

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    oder ich muss sagen, dass mein Handicap keins ist, für mich normal ist, ich es also keiner Frau gegenüber vorher sage. sie muss es also entweder so normal hinnehmen, wie ich das dann tue, oder gleich gehen.

    Ist für mich jetzt ein Widerspruch zu dem:

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    hab ich auch mal in Betracht gezogen, aber viele behinderte Frauen, wollen einen nicht-behinderten Partner. und irgendwie ist das ja auch verständlich. ich hab da mal rumgegeoogelt und meistens ist zwar die Akzeptanz größer, aber der Wunsch nach jemand "normalen" eben auch, damit sie sich selber nicht jeden Tag an ihre eigne "Unvollkommenheit" nicht erinnert werden. man kanns halt vor sich selbst ein bisschen leichter verleugnen oder nicht dran erinnert werden, wenn der Partner/ die Partnerin "normal" ist.

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    ich will nicht sagen, ne Partnerin soll nur da sein, damit ich normal bin, aber es ist auch n Stück weit so.

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    aber wenn jemand sagt "ich will dich nicht, weil du 2 cm zu klein bist", menst du, dass die betreffende Person das ernst meint oder vielleicht nur etwas vorschiebt?

    Lies Dir doch mal im Forum einige Fäden durch – aber ja, es gibt genug Frauen, die einen Mann, wegen sein Größe (ob nun zu groß – zu klein), dem Gewicht, etc. ablehnen, übrigens genauso Männer. Bei Dir sind es ja nur die Frauen, die mit Deinem Handicap nicht umgehen können.

    also alles in allem bin ich einfach ein schlechter Mensch....?


    ich hab nur vorgetäuschtes Selbstbewussein, bin unhöflich, respektlos und unsympatisch....


    dann ists kein Wunder, das mich niemand will.... also zurecht niemand will

    Kleio, Du greifst mit Deinem Beitrag zwei meiner angeführten Punkte auf - einmal die prothetische Frage und zum anderen die Geschichte mit meiner Bekanntschaft und der völlig unrealistischen Bewertung der eigenen Situation.


    Ich glaube, dass manche sich gerne hinter ihrer Behinderung/Erkrankung verstecken.


    Ich bin fest davon überzeugt, dass es heutzutage zumindest eine passende ästhetische Prothetik geben wird. Aber vielleicht hat das ja auch was, jemanden ständig fragen zu müssen, ob er/sie mir das Essen klein schneidet. Da entsteht doch sofort ein ungleiches Verhältnis - derjenige, der diese "Hilfe" ablehnt zu leisten, ist sofort der Böse. Ist er/sie das?


    Es ging auch nicht darum, dass man ggf. etwas verändern oder basteln müsste, um den Typen, den ich beschrieb, als AG einzustellen. Vielleicht wäre das sogar günstiger, als wenn die Firma die Fehlabgabe leisten müsste, wenn sie keine behinderte Person einstellt.


    Aber die eigene Haltung dazu, die führt zum Scheitern. Ein offeneres und freundlicheres Wesen hätte da ggf. geholfen.

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    Ich bin fest davon überzeugt, dass es heutzutage zumindest eine passende ästhetische Prothetik geben wird.

    damit die anderen vom dem Anblick nicht gestört werden?!

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    Aber vielleicht hat das ja auch was, jemanden ständig fragen zu müssen, ob er/sie mir das Essen klein schneidet. Da entsteht doch sofort ein ungleiches Verhältnis – derjenige, der diese "Hilfe" ablehnt zu leisten, ist sofort der Böse. Ist er/sie das?

    achso, wenn ich dann da sitze mir nicht geholfen wird, dann hab ich eben Pech gehabt? was hindert Menschen daran, es einfach zu tun?


    daran ist nichts unangenehmes.....


    die Weigerungshaltung verurteile ich in gewisserweise, ja....

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    Es ging auch nicht darum, dass man ggf. etwas verändern oder basteln müsste, um den Typen, den ich beschrieb, als AG einzustellen. Vielleicht wäre das sogar günstiger, als wenn die Firma die Fehlabgabe leisten müsste, wenn sie keine behinderte Person einstellt.

    das Arbeitsamt meinte zu mir, dass es für sicher besser wäre kein Abitur und kein Studium zu machen, weil das mir nichts bringen wird. ne Werkstatt wäre für mich besser. da hätte ich "gleichgesinnte" und da würde mir selbstverständlich geholfen. ich wäre gut untergebracht usw.


    wäre halt für mich insgesamt besser und fürs Arbeitsamt einfacher.


    meine Lehrer waren auch nicht begeistert, dass sie mir einen Nachteilsausgleich zukommen lassen mussten, das kannst du glauben. aber das ist eben ihre Aufgabe und das haben sie nunmal zu leisten.


    (der Nachteilsausgleich bestand im Grunde darin, dass ich Klausuren mit meinem eignen Lapotp schreiben durfte und sie dann die Klausur ausdrucken "mussten") manche sahen da auch nicht ein, warum mir das zustehen sollte. gut, in der Oberstufe war ich auf einer anderen Schule, wo das für alle überhaupt nicht das Problem war. sie mussten einfach.


    man kann jeden "Vorteil" diskutieren, denn man als Nachteilsausgleich bekommt. auch ob sinnvoll ist für einen behinderten AN einen Arbeitsplatz speziell ausrüsten zu lassen.


    du findest genug Leute, die sagen würden, dass das nicht Not tut und es doch eben solche ganz tollen Werkstätten gibt.


    vielleicht kann man es nicht ändern, dass nur wenige Menschen mit Behinderungen im ersten Arbeitsmarkt wirklich ne Chance haben. aber man kanns versuchen.

    und genauso kannst du diskutieren, ob Menschen mit Behinderungen wirklich bei gleicher Eignung wirklich bevorzugt eingestellt werden sollten, wie das bei vorallem öffentlichen Stellenangeboten immer geschrieben wird / werden muss.


    es gibt Mittel und Wege sogar bei besserer Eignung den behinderten Bewerber nicht nehmen zu müssen.


    ich hab mal auf einer Berufsmesse einen Anwalt einer großen Anwaltsozietät gesprochen. der wollte erst nicht mit der Sprache raus, meinte aber, dass er keinen Spielraum sieht, jemanden einzustellen, der eben sichtbar behindert ist. Man könnte diese Menschen ja nicht zu Kunden schicken, denn was sollten die denn von der Sozietät halten? das würde ja ne schlechte Außendarstellung haben.


    es ging dabei wirklich und eine sehr große Anwaltssozietät.


    für mich wäre der Beruf an sich nichts, aber es zeigt doch grundsätzlich, wie das auch da gehändelt wird. auf meinen Einwad, dass es da Vorschriften gibt, meinte er nur "wir sind eine Anwaltsozietät, wir wissen wie man das umgeht"


    vielleicht ist das wirklich eine schlechte Außendarstellung, aber nur bei den Leuten, die das so sehen wollen. vielen andere würden sagen "was ne fortschrittliche Anwaltskanzlei".....


    aber so strebt das auch da auseinander.

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    Aber vielleicht hat das ja auch was, jemanden ständig fragen zu müssen, ob er/sie mir das Essen klein schneidet. Da entsteht doch sofort ein ungleiches Verhältnis – derjenige, der diese "Hilfe" ablehnt zu leisten, ist sofort der Böse. Ist er/sie das?

    Dir ist schon klar, dass eine "ästhetische Prothetik" keinerlei Funktion hat, oder? Da kann er die schönste Prothese haben und trotzdem ist er manchmal auf Hilfe angewiesen.



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    damit die anderen vom dem Anblick nicht gestört werden?!

    So ist es. Aber dürfte doch kein Problem sein?! Viele Frauen kleistern sich doch auch täglich zu, damit ihre Mitmenschen nicht schreiend wegrennen und sie sich schön fühlen.

    dePosa... ich lese in Deinen Postings immer nur negative Sachen. Der wollte dies nicht und der war damit nicht einverstanden, der wollte es sich hier leicht machen und der war deswegen sauer.... geh mit so ner Haltung auf eine Frau zu mit der Du näher zusammen kommen möchtest und Du bist sie los. Diese Haltung zeigst Du nach aussen. Such doch mal die positiven Sachen und freu Dich drüber anstatt nur immer das negative hervorzuheben und zu zeigen wie alle böse zu Dir sind und so weiter.


    Eine Protese ist nicht notwendig denke ich....aber eine positivere Einstellung nach aussen vermutlich schon.

    dePosa

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    naja, zumindest hab ich erkannt, dass ich kein Selbstbewusstsein habe.

    Das kannst Du ändern, wenn Du willst.

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    damit die anderen vom dem Anblick nicht gestört werden?!

    Das sind ja Fragen, die Du Dir beantworten musst. Wenn Du sagst, nein, ich nehme mich so an, wie ich bin, dann musst Du Dir schlichtweg bewusst sein, dass es viele Menschen gibt, offensichtlich viele Frauen, die Du zu 100% triffst, die sich vor dem Anblick ekeln, etc. Darum geht es Dir doch. Du kannst andere doch nicht ändern. Ob und inwieweit Du etwas ändern willst, liegt an Dir. Ich denke auch, dass das durchaus für viele Frauen einen Unterschied macht, sich dem zu nähern, wenn der Mann, den sie liebt, die Prothese herunternimmt oder man einem Fremden begegnet, der um Hilfe bittet, weil Du ein Handicap hast. Wieder – alles legitim, egal, welchen Weg Du gehst, nur lebst Du in der Gesellschaft, in die Du nun einmal hineingeboren wurdest. Auch wenn Du das Verhalten verurteilst, so bleibt es bestehen und Du bist derjenige, der darunter leidet.


    Lies Dir doch nur einige Fäden im Schönheitsforum durch und was es da für idiotische Reaktionen (aus meiner Sicht) beim Thema "rasieren" gibt. %-| Gewicht, Haare, Kleidung - ja, ob es einem gefällt oder nicht, sehr vielen Menschen sind Äußerlichkeiten ein großer Wert. Daran geht kein Weg vorbei. Ich bin froh, dass ich einer Generation angehöre, die der Diät- und Schönheitswahn nur noch streift und mich persönlich nicht mehr einholen wird. ]:D

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    achso, wenn ich dann da sitze mir nicht geholfen wird, dann hab ich eben Pech gehabt? was hindert Menschen daran, es einfach zu tun?

    Manche wollen es nicht. Punkt. Für mich ist es überhaupt keine Frage, dass es Frauen gibt, die damit überhaupt keine Schwierigkeiten haben, aber so lange Du Dein Beuteschema behälst, wirst Du wohl nur auf solche Frauen treffen, die das nicht wollen.

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    die Weigerungshaltung verurteile ich in gewisserweise, ja....

    Kannst Du ja, nur ändert es doch für Dich nichts. Du gehst ja auf die Möglichkeit einer Prothese nicht ein. Vielleicht ist es ja aus irgend einem Grund nicht möglich, aber um etwas wie eine Gabel festhalten zu können, würde eine steife Hand völlig reichen, damit Du essen kannst. Vielleicht ja auch nicht, aber darauf gehst Du ja gar nicht ein.