• Behindert und partnerlos – ein Schicksal?

    Hoi hoi, also ich hab da mal ein Problem, wobei mir klar ist, dass das vielleicht nicht so wirklich hier her gehört. Ich bin von Geburt an "behindert", ob ich eher sagen würde, ich hab ein Handicap. Mir fehlen an der linken Hand alle Finger und an der rechten hab ich nur 3 deformierte. Ich komme damit relativ gut klar, brauche aber immer ein klein wenig…
  • 275 Antworten
    Zitat

    achso, wenn ich dann da sitze mir nicht geholfen wird, dann hab ich eben Pech gehabt? was hindert Menschen daran, es einfach zu tun?

    Es ist doch umgekehrt. Du bittest um Hilfe.


    Die Frage lautet: Was könnte ein Grund sein, Deiner Bitte nachzukommen?


    Mitleid mit Behinderten, christliche Nächstenliebe, ...


    Wie ist Deine Meinung dazu? Was könnte für einen fremden Menschen eine Motivation sein, Dir zu helfen?

    Zitat

    Kannst Du ja, nur ändert es doch für Dich nichts. Du gehst ja auf die Möglichkeit einer Prothese nicht ein. Vielleicht ist es ja aus irgend einem Grund nicht möglich, aber um etwas wie eine Gabel festhalten zu können, würde eine steife Hand völlig reichen, damit Du essen kannst. Vielleicht ja auch nicht, aber darauf gehst Du ja gar nicht ein.

    Korrekt. Daher auch meine Frage schon heute viel früher (die übergangen wurde), wie offensiv er mit der Sache umgeht.


    Und das hier:

    Zitat

    damit die anderen vom dem Anblick nicht gestört werden?!

    bestätigt den Eindruck, der sich mir hier darstellt.


    Er will dieses Handicap behalten und er will mit aller Macht die anderen zwingen, dies so zu akzeptieren. Die Crux ist nur, dass er sich selber so nicht akzeptiert.


    Im Umkehrschluss ist er also der Meinung, dass er so nicht liebenswert sei und transportiert das auf sein Gegenüber. Das nennt man Übertragung.

    Zitat

    Er will dieses Handicap behalten und er will mit aller Macht die anderen zwingen, dies so zu akzeptieren

    du bist zu 100% davon überzeugt, dass es zwei Prothesen gibt, die mir so helfen können, das ich alles selber kann?


    woher weist du das?


    wo sind Belege dazu?


    hast du beruflich damit zu tun?


    kennst du jemanden mit genau meinem Handicap, der zu 100% alleine mit seinen neuartigen Prothesen klarkommt?


    sonst ist das nur ins Blaue geraten.

    Zitat

    Die Frage lautet: Was könnte ein Grund sein, Deiner Bitte nachzukommen?

    so hab ich das noch nie gesehen. so gesehen sind die Reaktionen eigentlich nur wirklich milde. also werd ich jetzt alles meiden, wo mir jemand helfen muss.


    warum soll man Menschen überhaupt helfen?

    Zitat

    warum soll man Menschen überhaupt helfen?

    Ich habe 2 Gründe dafür aufgeschrieben. Was für Gründe fallen Dir ein?

    Zitat

    du bist zu 100% davon überzeugt, dass es zwei Prothesen gibt, die mir so helfen können, das ich alles selber kann?

    IceLady spekuliert hier doch nur, weil Du ihre Frage nicht beantwortet hast.


    Warum trägst Du keine Prothese(n)? Wie ist Deine Meinung zum Thema Prothesen?

    Zitat

    du bist zu 100% davon überzeugt, dass es zwei Prothesen gibt, die mir so helfen können, das ich alles selber kann?

    Schrieb ich das so?


    Ich bin mir aber sicher, dass es eine Lösung geben könnte, die zumindest ästhetisch dafür sorgen könnte, dass Du nicht immer ständig zuerst darauf reduziert würdest.


    Ich frage mich allerdings, ob Du Dich dafür generell überhaupt interessierst.


    Wie ich schon mehrfach schrieb, glaube ich aber nicht, dass Du dass möchtest - was ja auch legitim wäre, wenn Du dann selber damit klar kämest. Ich schrieb oben etwas von Übertragung.


    Und genau diese langjährige Frustration kommt dann zu Tage:

    Zitat

    so hab ich das noch nie gesehen. so gesehen sind die Reaktionen eigentlich nur wirklich milde. also werd ich jetzt alles meiden, wo mir jemand helfen muss.


    warum soll man Menschen überhaupt helfen?

    Wenn ich von Dir in diesem Ton angesprochen würde - und der Ton lässt sich aus den Beiträgen hier erahnen - wenn Du Hilfe einforderst (und nicht darum bittest), dann würde ich Dir auch nicht helfen. Eine Behinderung ist kein Freibrief für rotzige Kompensation an der Außenwelt.


    Ich kann das schlecht in Worte kleiden, aber die Art, wie Du Dich hier darstellst, ist unsympathisch, weil Du Deine Frustration in kleinkindlich-trotziger Manier vor Dir herträgst.


    Hast Du schon Mal eine Therapie gemacht?

    da ich mich jetzt nach euren Beiträgen selber hasse, es mich sehr runtergzogen hat und ich mich in der Erkenntnis bestärkt sehe nichts wert zu sein und an allem selber Schuld zu sein, hab ich keine Lust mehr zu diskutieren.....

    wollte ich nur dran erinnern.

    Du hast hier so viel Input bekommen und könntest damit ne ganze Menge anfangen.


    Aber es ist Deine Entscheidung, ob Du in Deiner Position verbleibst oder etwas ändern möchtest.

    Zitat

    achso, wenn ich dann da sitze mir nicht geholfen wird, dann hab ich eben Pech gehabt? was hindert Menschen daran, es einfach zu tun?


    daran ist nichts unangenehmes.....

    Doch, irgendwie ist es unangenehm. Weil es die Beziehung verändert. Statt auf ebenbürtiger Ebene zu sein geht es eher in Richtung Mutter-Kind, wenn jemand simple Alltagshandlungen nicht ohne Hilfe ausführen kann Wahrscheinlich ist es das, was die Kommilitonin so schockiert/angewidert auf die Bitte zum Brötchen schmieren reagieren ließ. Sie wollte nicht auf diese Ebene gehen und hat abgelehnt. Vielleicht leuchtete bei ihr auch die Frage auf: "Um was bittet er mich als nächstes? oh Gott".

    Zitat

    mich in der Erkenntnis bestärkt sehe nichts wert zu sein und an allem selber Schuld zu sein, hab ich keine Lust mehr zu diskutieren.....

    Ich möchte an dieser Stelle meine Frage (an die Teilnehmer, die dem Te eine Schuld/Mitschuld/Verantwortung/etc. für diese Aussagen gegen ihm geben) wiederholen, was man machen muss, um solche Reaktionen zu bekommen?


    Hätte die Frau im Minirock und sexy Gang eine Mitschuld, oder was ihr auch immer dem TE zugesprochen habt, wenn ich ihr "Geiler Arsch, bitch! Bock zu ficken?" hinterherrufen würde?

    Zitat

    schon als Baby wollte n Arzt irgendwas operieren.

    Das ist ewig her. Unbedingt dranbleiben am neuesten Stand der medizinischen Möglichkeiten; es könnten positive Überraschungen warten.


    Zum Thema selbst: ich kann das Dilemma durchaus nachvollziehen. Als Betroffener ist es vermutlich wahnsinnig schwierig, aus dem Teufelskreis rauszukommen und auch die sich selbst erfüllenden Prophezeihungen zu durchbrechen, wenn dieser Ablauf schon das ganze Leben prägt und zum Programm geworden ist.


    Da sind auf einer Seite z.T. wirklich oberflächliche und verletzende Menschen, die der Psyche mit ihrem gedankenlosen Benehmen nachhaltig geschadet haben.


    Da ist zum anderen ein verbittert gewordener Mensch mit Handicap, der sich aufgrund seiner Trauer, Sehnsucht und Ängste aus Selbstschutz einen harten und teils zynischen Panzer zugelegt hat und damit noch mehr Ablehnung provoziert.


    dePosa, das habe ich vielleicht etwas überspitzt formuliert; aber auch auf mich strahlst Du dies durch Deine Zeilen hindurch aus. Ich kann das wie gesagt sehr gut verstehen, aber das vehemente Verharren in dieser Position schadet in allererster Linie Dir selbst, da wenn Du noch so viele Schuldige suchst und findest.


    Veränderung (und sei es nur die der Einstellung) kostet immer viel Mut, Sprung ins kalte Wasser, Überwindung der Angst vor "noch schlimmeren" Folgen usw.


    Diesen Mut, viel Selbstachtung/-liebe, und natürlich auch das nötige Quäntchen Glück wünsche ich Dir! @:)

    Zitat

    Doch, irgendwie ist es unangenehm. Weil es die Beziehung verändert. Statt auf ebenbürtiger Ebene zu sein geht es eher in Richtung Mutter-Kind, wenn jemand simple Alltagshandlungen nicht ohne Hilfe ausführen kann Wahrscheinlich ist es das, was die Kommilitonin so schockiert/angewidert auf die Bitte zum Brötchen schmieren reagieren ließ. Sie wollte nicht auf diese Ebene gehen und hat abgelehnt. Vielleicht leuchtete bei ihr auch die Frage auf: "Um was bittet er mich als nächstes? oh Gott".

    Natürlich. Für die Leute, die eher auf der körperlichen Schiene agieren, weil sie geistig nichts anzubieten haben, stellt das ein große Problem dar.

    1abc

    Zitat

    Ich möchte an dieser Stelle meine Frage (an die Teilnehmer, die dem Te eine Schuld/Mitschuld/Verantwortung/etc. für diese Aussagen gegen ihm geben) wiederholen, was man machen muss, um solche Reaktionen zu bekommen?

    Vielleicht gehst Du einfach auf den Beitrag ein, den Du meinst. Ich wüsste jetzt nicht, welchen Du meinst.

    Dieser Faden beeindruckt mich sehr!


    Und ich möchte Dir Mut machen! Ich habe einen GdB50 (Grad der Behinderung 50%), bin 59 und habe mich gerade neu verliebt. Glaubt ja nicht, dass man in diesem Alter nicht genauso verliebt sein kann wie mit fünfundzwanzig. Gut, man sieht mir meine Behinderung nicht sofort an, aber sie beeinträchtigt mich allerdings deutlich und das eigentlich von Geburt an. Alle meine "Frauen" wussten von Anfang an, was los ist. Sie haben sich darauf eingelassen, emotional und körperlich. Ich bin ihnen auch nach der Trennung unendlich dankbar dafür. Das wissen sie auch.


    Meine Frau hat mich übrigens als Einzige nach Verschlimmerung der Diagnose verlassen vor 2 Jahren, weil sie nicht mehr damit klar kam ihrer Meinung nach. Was hätte sie gesagt, wenn ich sie nach einer "heftigen" Diagnose verlassen hätte?


    In meinem Bekanntenkreis gibt es eine Frau (jetzt 49) im Rollstuhl mit Querschnittslähmung. Sie hat ihren Freund vor 3 Jahren im Internet kennen gelernt auf einer "normalen" Plattform (Fischkopf). Die beiden sind sowas von glücklich.


    Glaub an Dich! Was ich von Dir lese, ist wirklich sehr ermutigend!

    Zitat

    Die Frage lautet: Was könnte ein Grund sein, Deiner Bitte nachzukommen?

    Gute Frage - wann ist jemand hilfsbereit. Meiner Freundin hat mir letztens ihre Erlebnisse erzählt, als ihr Arm in Gips war. Vom Ablauf her eine ähnliche Problematik. Die Finger am Arm hatten nicht beweg werden dürfen. Sie bat z. B. beim Bäcker, dass er ihr das Brot gleich aufschneiden möge. Antwort: tun sie nicht, sie haben keine Schneidemaschine. Dann - okay, sie tun es, aber dadurch, dass sie es mit der Hand aufschneiden müssen, sollte sie die Dienstleistung bezahlten. Die Verkäuferin hatte nicht bemerkt, dass sie einen Gips hatte. Dann hat sie den Arm gehoben und dann wurde ihr das Brot geschnitten. Das gleiche, als sie Frühstücken ging - von Frühstück machen, natürlich keine Möglichkeit. Also, sie bittet Kellnerin, ihr doch die Semmel durchzuschneiden. Zuerst hat die etwas komisch gekuckt, aber als sie die Situation erfasste, hat sie es gemacht. Da war im Prinzip alles "normal" und es ging um ein vorübergehendes Handicap - ästhetisch für die Umgebung wohl keine Herausforderung.


    Ich würde also die Frage erweitern, denn es gibt hilfsbereite Menschen und es gibt Frauen, die keine Probleme mit körperlicher Behinderung haben. Müssen die beiden Eigenschaften unbedingt Hand in Hand gehen - wohl ja. Die Frage ist auch, welche Art Partnerschaft wird angestrebt?

    Zitat

    Natürlich. Für die Leute, die eher auf der körperlichen Schiene agieren, weil sie geistig nichts anzubieten haben, stellt das ein große Problem dar.

    Nicht jeder körperlich behinderter Mensch ist ein Hawking, genau wie es auch bei nicht jedem nicht körperlich behinderten Menschen der Fall ist. Nur wird der das nötige Kleingeld haben, um sich eine Armee von Leuten zu leisten, die sich um ihn kümmern. Hat der normal Sterbliche in der Regel weniger.


    Ich denke durchaus, dass hier das Alter der potentiellen Partnerinnen eine Rolle spielt und ob sie überhaupt bis zu dem Zeitpunkt mit Menschen irgend einer Behinderung in Kontakt waren. Ich denke, dass die potentielle Partnerin zumindest einen latenten Helfersyndrom haben muss. Ich kenne nicht viele, die in einer Beziehung eine zusätzliche Erschwernis mal so einplanen oder dem gegenüber offen stehen. Also ich habe es nicht getan, wobei ich Menschen nicht in solche Klassen aufteile und es ging auch nicht um eine körperliche Behinderung. Es gibt No-gos für eine Beziehung und wenn ich mich durch eine Verbindung zu sehr belasten würde, gehe ich diese Beziehung nicht ein. Wenn ich wiederum Menschen nach Handicaps einteilen würde, würde wiederum wohl jeder in diese Kategorie fallen - Du selbst hast schon ein Beispiel gebracht.