• Behindert und partnerlos – ein Schicksal?

    Hoi hoi, also ich hab da mal ein Problem, wobei mir klar ist, dass das vielleicht nicht so wirklich hier her gehört. Ich bin von Geburt an "behindert", ob ich eher sagen würde, ich hab ein Handicap. Mir fehlen an der linken Hand alle Finger und an der rechten hab ich nur 3 deformierte. Ich komme damit relativ gut klar, brauche aber immer ein klein wenig…
  • 275 Antworten

    Hier schreiben so viele Frauen, dass sie kein Problem mit deiner Behinderung hätten – dann solltest du da draußen doch auch eine finden?! Oder es wird hier nur geschrieben um dich aufzubauen. Wer weiß.


    Ich bin ganz ehrlich und ich hätte auch ein Problem damit. Genau, wie warscheinlich auch viele Männer umgekehrt ein Problem damit hätten. Viele Frauen stehen auf große, maskuline Männerhände. Ich auch. Ich achte sehr auf Männerhände. Und wenn du nur 3 Finger hast, dann ist das optisch natürlich nicht ansprechend. Eine Frau beim Date bitten dir das Essen zu schneiden ist jetzt auch nicht gerade vorteilhaft. Eine Frau will einen Mann und nicht jemanden, dem sie das Essen schneiden muss (dass muss sie, wenn sie mal ein Kind hat, oder auch im Alter, eh mal). Auch wenn das jetzt hart klingt. Unsere Gesellschaft ist nun mal oberflächlich, auch wenn viele das Gegenteil behaupten – und meist sind die es im realen Leben dann auch, oft noch mehr als andere (geben es nur nicht zu, aber du hast deine Erfahrungen ja gemacht).


    Kannst du dir keine Protesen machen lassen? Gibts da gar keine Lösung? Ich meine, wie lebst du? Wie schreibst du, wie tippst du, wie schneidest du usw.? Was meinen die Ärzte? Heutzutage kann man doch so viel machen...

    Slowgan hat meines Erachtens in seinem langen Beitrag die Sache absolut auf den Punkt gebracht - noch dazu als "Betroffener". Das macht es ggf. auch leichter, anzunehmen, als wenn jemand scheinbar nicht betroffen ist (wobei - woher weiß man das hier, vor dem Screen sind wir schließlich alle gleich, gelle?).


    Mein Eindruck ist auch, dass dePosa unbedingt in dieser Situation verharren und die Menschen zwingen will, ihn so zu akzeptieren. Ich wage zu behaupten, dass er auch ohne Handicap diese Problematik hätte, dann wären die Frauen eben auf anderer Ebene "schuld".


    Ich persönlich ziehe mir den Schuh absolut nicht an, dass "die Frauen" eben so sind. Gleichwohl kann ich die Wut wohl nachvollziehen.


    Ich hatte mal ein Erlebnis mit einem mir sehr lieben (noch jungen) Freund, dessen blöde Grunderkrankung so entartete, dass er sterbenskrank wurde. Er musste dennoch am Rücken operiert werden (im Rahmen dieser Krankheit), damit er wenigstens ein wenig seine Gehfähigkeit erhalten konnte. Aber in der Konsequenz war er stark gehbehindert und litt vor allem unter großen Schmerzen. Wir waren gemeinsam einkaufen (alleine wäre gar nicht mehr gegangen) und er quälte sich total aus dem Auto raus und in den Supermarkt rein. Wie er da so mit seinem Gehstock gebückt und offensichtlich schmerzgeplagt mit dem Einkaufswagen im Gang steht, kommt jemand, rammt den Wagen und sagt: "Sie stehen mitten im Weg!".


    Diese Wut, die dann in mir aufstieg, war riesig. Zuerst konnte ich es nicht fassen, dann aber fragte ich meinen Freund, ob der Typ wirklich genau das gesagt hat... nun ja, er bekam dann von mir eine sehr laute und sehr passende und offensichtlich für ihn sehr peinliche Antwort, denn er hat sich schnell verdrückt.


    Aber diese Situation hat mich lange beschäftigt und ist mir sehr ans Herz gegangen.


    Aus anderen Gründen weiß ich auch so sehr genau, wie Menschen "allgemein" so sind.


    Einen anderen Menschen gefragt, warum er nicht Bescheid gesagt hat, dass jemand im Rollstuhl sitzend offensichtlich bewusstlos vor der Türe stand, antwortete dieser "er habe sich nicht einmischen wollen". Tja.


    Aber dennoch, hier wurde sich so viel Mühe gegeben und am Ende wird das nicht nur nicht gewertschätzt, sondern dePosa zieht sich wieder auf die - für ihn zunächst sicher einfachere - Opferschiene zurück. Das finde ich sehr schade und ich denke, das wird auch "draußen" nicht viel anders sein.

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    Ich habe die Stelle leider nicht mehr gefunden, aber du hattest geschrieben, dass ein Freund mal zu dir meinte, du würdest arrogant und abschreckend wirken: Ich denke es wäre Wert sich das noch einmal anzuschauen.

    Er schrieb:

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    die Leute, die ich nicht mag, würden sagen, ich bin arrogant und wortkarg. aber das liegt in der Natur der Sache.


    aber die Frauen, die ich manchmal treffe, sozusagen meine Bekannten, verbringen sehr gerne Zeit mit mir.

    Aber ich gebe dir Recht, dass man sich das nochmal anschauen sollte, denn man kann auch wortkarg sein, ohne arrogant zu wirken. Vielleicht hast du (Te) ja das "Glück" ein Gesicht zu haben, das in "Normalzustand" arrogant wirkt. Ein sogenanntes "Bitch Face". Leute, die dich nicht kennen, könnten deshalb Handlungen oder Nicht-Handlungen in diesem Kontext interpretieren. Er sagt nichts => arroganter Arsch; Er begrüßt mich "herzlich" => falscher Typ.

    Also viele hier haben tolle Beiträge geschrieben...erwähnen möchte ich Kleio und Dumal (der die von mir immer wieder beneidete Gabe hat, sehr viel in wenigen Worten auf den Punkt zu bringen :)^ )....


    An den TE brauche ich da gar nichts mehr zu schreiben, zumal ich das Gefühl habe, dass er nicht wirklich versteht was man ihm sagen will, bzw. auch Vieles verdreht....aber...Paul....Du reizt mich doch noch auf so Einiges einzugehen ;-D:


    Paul_Revere

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    Wenn die Mehrheit der Menschen subjektiv findet, dass eine Person unter ihnen steht spielt es für den Alltag dieser Person kaum eine Rolle ob es subjektiv oder objektiv ist.

    Das kommt ganz auf die Person selbst an:


    Mache ich mich abhängig von einer "Mehrheitsmeinung" oder konzentriere ich mich auf die Menschen mit denen ich Umgang im Alltag habe? Suche ich mir diese Menschen selber aus oder lasse ich mich aussuchen?

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    Wir Menschen sind uns in unserer Beurteilung eines Menschen dann doch zu ähnlich als dass sie so willkürlich subjektiv wäre dass sie keine Rolle spielt.

    Entschuldige? Ich entscheide noch immer über meine eigenen Kriterien.

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    Eine behinderte Person steht aber unter einer gesunden Person wenn man sich auf den körperlichen Aspekt konzentriert. Und der Körper ist einer der Hauptkriterien bei der Partnerwahl, für jeden Menschen ("Blablabla "ein Charakter, blablabla oberflächlich" incoming ;-D ). Wäre dem nicht so würde es die Menschheit schon längst nicht mehr geben :P

    Umgekehrt wird ein Schuh draus: Würde alle Menschen so denken (wie Du z.B.) – DANN würde es die Menschheit schon längst nicht mehr geben. Oder bekommen nur "allgemeingültig hübsche" Menschen Kinder?? ":/

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    Und deswegen stehen manche Menschen bei der Partnerwahl einfach unter anderen, weil die Mehrheit es so sieht. Die Minderheit die es nicht so sieht ist dabei so klein, dass es knifflig wird einen geeigneten Partner dort zu finden.

    Ich sehe es umgekehrt.


    Wenn ich mein reales Umfeld betrachte (und hier meine ich auch das erweiterte Umfeld), dann finde ich dort kaum Einen, der körperlich/äußerlich auch nur annähernd nahezu "perfekt" ist, bzw. der den angeblich allgemeingültigen "Geschmack" trifft, der in solchen Fäden wie diesem hier immer wieder so angepriesen wird. Solchen Menschentyp kenne ich fast nur aus den Medien...und egal wie "natürlich" sie da aussehen mögen, da steckt dann immer noch jede Menge "Schummel" dahinter – den man bei realen Menschen sehr schnell erkennt. Kein Mensch ist so makellos wie es uns (immer mehr?) in den Medien dargestellt wird.

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    Außerdem kann man auch davon ausgehen, dass Kritik die an ihm/seiner Persönlichkeit geäußert wurde zum Teil nur durch seine Behinderung verursacht wurde.

    Wieso kann man davon ausgehen? Ich sagte es schon: Wenn ich will, kann ich auch sämtliche Kritik die mir so entgegenschwappt darauf beziehen, dass ich dicker bin. Genauso kann es aber auch sein, dass "ihm" meine Lache nicht passt, meine Lebenseinstellung, meine Lebensweise, dass ich rauche, dass ich Kinder habe....und, und, und....aber was soll's? Dann ist das eben so, dann passt es eben nicht.


    Und selbst wenn es an seiner Behinderung liegt – dann ist das eben so und passt genauso nicht.


    Das ist aber eben nur ein Attribut von Vielen und die Frage die sich da bei mir automatisch stellt: Wenn es für jemanden schon ein Ausschlußkriterium gegenüber meiner Person gibt, dann entwickelt sich doch auch gar nicht weiter was, oder? Also warum darüber groß schwadronieren? Warum sollte ich eine solche Ablehnung persönlich nehmen? Auf ein bestimmtes Attribut von mir beziehen, eher gesagt, auf meine ganze Person umlegen?


    Ich lerne 100 Männer kennen und keiner verliebt sich unsterblich in mich? Huhuuuu....*schluchz*...ich bin feeeeeeeeeettt und doooooooooof....sorry, aber ist doch so.

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    Die Anzahl der Personen die sie als Partner haben wollen (und umgekehrt) ist einfach so gering dass es höchst unwahrscheinlich ist sie überhaupt zu finden ;-)


    Und dann wühlt man sich durch die riesengroße Anzahl von Leuten die nichts mit einem zu tun haben wollen, erfährt nur Ablehnung und findet keine Person aus der Minderheit.


    Es gibt keinen Menschen für den es keinen Partner gibt. Es gibt dennoch unzählige Menschen die keinen Partner trotz intensiver Suche finden. Weil sie einfach für zu wenige attraktiv sind.

    Siehe oben: wenn man/frau keinen Partner findet, dann liegt es an so vielen Dingen/Umständen – aber doch nicht ausschließlich am Aussehen oder einer etwaigen körperlichen Behinderung.


    Und frage doch mal diejenigen nach ihren Erfahrungen, die ständig von einer Beziehung zur nächsten hopsen. Weil beide Seiten lediglich die geringen Ansprüche bezügl. gewisser äußerlichen Eckdaten stellen. Das kann gut gehen – aber nicht selten sind das die Menschen, die in 10 Jahren auch 10 oder mehr Beziehungen haben oder an unglücklichen, destruktiven Beziehungen festhalten – ist das für Dich erstrebenswerter?

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    Am Ende ist es hier im Forum immer "die Art" des Threaderstellers die unausstehlich ist. Auch wenn keiner den Threadersteller wirklich kennt. Kannst du bei "ähnlichen" Themen beobachten: Sofern ein Mann schreibt dass er irgendein Problem hat wegen dem er glaubt nicht bei Frauen zu landen läuft es am Ende darauf hinaus, dass der Threadersteller einen fürchterlichen Charakter hat.

    Das ist doch völlig aus dem Zusammenhang gerissen. Es gibt aber nun mal ein Verhalten, Charakter oder eine Einstellung welches sich schon in schriftlicher Form äußern kann.


    Und wenn Jemand sagt, dass ihn alle wegen seiner Behinderung (oder sonstigen Makeln) ablehnen – dann kann das nun mal nicht stimmen. Die 1000enden von Behinderten mit Partner belegen das.

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    Liegt ganz einfach daran dass sich hier manch einer persönlich angegriffen fühlt wenn jemand von "den Frauen" im allgemeinen schreibt.

    Wenn jemand in dieser Form schreibt, also verallgemeinert – dann meint er auch zwangsläufig mich damit. Ist doch nur logisch. Also widerspreche ich dem, wenn es bei mir nicht so ist. Ganz einfach.

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    Ich kann mir gut vorstellen, dass der TE oftmals nur Ablehnung aufgrund seiner Behinderung spüren muss.

    Das kann ja sein. Jeder von uns erfährt mal Ablehnung aufgrund von irgendwas an seiner Person. Was mich – und wohl auch einige der anderen Schreiber/Leser hier stört, ist die Ausschließlichkeit und Verallgemeinerung derartiger Fäden/Beiträge.

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    Ich kann kaum hacnvollziehen wie jemand glaubt, dass die Lebensgeschichte eines einzigen Menschen anwendbar auf ein ganz allgemeines für viele Menschen schwerwiegendes Problem ist.

    Aber umgekehrt funktioniert das?

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    Das kann unzählige Gründe haben: Riesiges Glück, dass er eine der wenigen gefunden hat. Evtl hat er sie auch gefunden bevor er die körperlichen Einschränkungen hatte.

    Er ist genauso viel oder wenig repräsentativ wie ein Topmodel im umgekehrten Fall (also körperlicher nahezu allgemeingültiger Perfektheit).


    Im Übrigen ist er so geboren worden. Das war kein Unfall oder eine Krankheit. Kannst ja mal nachlesen: Nick Vujicic. Ich möchte dazu noch sagen: Ich identifiziere mich nicht mit seinen Veranstaltungen (ziemlich missionierend und so) – mir geht es lediglich darum, was er aus seinem Leben gemacht hat. Und wo er heute steht.

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    Die Tatsache dass körperliche Attribute ein Ausschlusskritierium sind wird damit in keinster Weise widerlegt.

    Aber sicher wird es das. Nicht nur durch ihn, sondern durch -siehe oben- zig1000ende von -nicht nur körperlich!!- behinderte oder sonstig eingeschränkten Menschen (zu dick, zu dünn, große Nase, Narben....usw.), die einen Partner haben.

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    Jemand der aus einem Pool von 200 Menschen, 100 anspricht und bei 150 von denen die Chance hat zu landen, dessen Wahrscheinlichkeit jemanden zu finden ist einfach höher als jemand der ebenso 100 anspricht aber nur bei 10 die Chance hat zu landen.

    Genau DAS ist es doch: Was, wenn ICH aus einem Pool von 200 Menschen gar keinen finde, in den ich mich verliebe oder auch nur annähernd eine Partnerschaft möchte? Völlig egal ob die nun was von mir wollen oder nicht?


    Warum meinst Du denn, dass solche Fernsehkonzepte wie "Bachelor/Bachelorette" und Co. zwar als Fernsehsendung funktionieren, aber nie eine wirklich basierte Beziehung hinbekommen? Da werden die wunderschönsten Menschen (die ja laut Dir jeder anstrebt) zusammengebracht und was kommt dabei raus? Nix, außer ein wenig Rumgeflirte und Geknutsche. Aber wirkliche Nähe? Eine Beziehung die sich aufbaut? Der überhaupt die Möglichkeit gegeben wird sich aufzubauen?


    Das Alles umfasst doch die Problematik die sich auch in diesem Faden zeigt, aber eben auch in den Fäden die hier schon erwähnt wurden: Jungmannfäden, zu-klein-Mann-Fäden.....ständig mit dem Ziel durch die Gegend zu rennen einen Partner zu finden.


    Zum Beispiel: Ich gehe nacher auf die Kerb in unserem Ort – was meinst Du wie ich zurückkehren würde, wenn ich mit dem Ziel dorthin gehe mir da heute einen Partner zu angeln??? Dann sitze ich heute nacht irgendwann hier am Rechner und heule Euch die Ohren voll, dass mich ja keiner will, weil ich zu alt bin, zu dick und H4 beziehe.....natürlich können das Gründe sein – es können aber auch ganz andere Gründe sein....was weiß denn ich, ist mir aber auch egal! Denn ich gehe dahin weil ich einfach unter Leute gehen möchte, dort Einige kenne und einfach Lust drauf habe.


    Denn auch wenn ich mich gerne mal wieder verlieben würde so weiß ich ganz genau: Das ist eine beidseitige Geschichte. Das muß sich ergeben.


    Und es kann sich sicher auch auf Internetportalen und Co. ergeben – aber auch da: Alles kann – nichts muß. Sonst braucht man es gar nicht erst zu versuchen weil der Frust vorprogrammiert ist.


    Ich habe in ähnlichen Fäden schon (immer und immer wieder) geschrieben: Würde ich es drauf anlegen, dann hätte ich weit mehr Absagen als Zusagen (um es mal so auszudrücken).


    Ändert doch mal Euren Blickwinkel ;-).

    Du scheinst mir jetzt das andere Extrem vorzuwerfen und zwar dass ich der Meinung bin dass Aussehen sei alles und nur perfekte Menschen könnten Partner bekommen. Das habe ich so aber weder so geschrieben noch angedeutet.


    Ebenso habe ich Dinge die ich kritisiere:

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    Ich kann kaum hacnvollziehen wie jemand glaubt, dass die Lebensgeschichte eines einzigen Menschen anwendbar auf ein ganz allgemeines für viele Menschen schwerwiegendes Problem ist.

    Aber umgekehrt funktioniert das?

    nicht umgekehrt angewendet.


    Dass der TE einigen anderen Menschen auch nicht wegen seiner Art gefallen wird bestreitet niemand. Denn kaum eine Persönlichkeit gefällt jedem Menschen. Darum geht es hier aber nicht: Es geht hier um seine Behinderung, die ihm ganz klar einen Nachteil verschafft und wegen der er zum Teil ausschließlich abgelehnt wird. Wie jetzt das Verhältnis der Ablehnung aufgrund von Behinderung und Persönlichkeit aussieht das können wir hier nicht diskutieren weil wir es letztlich nicht wissen.


    Mit diesem Nachteil muss er leben und umgehen. Dass er hier rumjammert kann ich übrigens nicht sehen, er schildert lediglich seine Erfahrungen und fragt nach ähnlichen Leidensgeschichten.

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    Wenn die Mehrheit der Menschen subjektiv findet, dass eine Person unter ihnen steht spielt es für den Alltag dieser Person kaum eine Rolle ob es subjektiv oder objektiv ist.

    Das kommt ganz auf die Person selbst an:


    Mache ich mich abhängig von einer "Mehrheitsmeinung" oder konzentriere ich mich auf die Menschen mit denen ich Umgang im Alltag habe? Suche ich mir diese Menschen selber aus oder lasse ich mich aussuchen?

    Nein das kommt kaum auf die Person selbst an. Denn du wirst im Alltag mit der Mehrheit konfrontiert, ob du willst (sie dir aussuchst) oder nicht (sie dich aussuchen). Dir kann die Mehrheitsmeinung noch so egal sein, dennoch wirst du auf sie treffen.


    Wenn es dir egal ist dass immer wieder jemand mit dem Finger auf dich zeigt und in der Öffentlichkeit "Bäääh" ruft dann hast du Glück gehabt. Nicht jeder Mensch kann damit umgehen und einfach aufhören sich dadurch angegriffen zu fühlen. Wenn die Mehrheit der Meinung ist dass du "Bähhh" bist und sie es äußern wollen, dann tun sie das. Das zu ignorieren ist nicht immer eine einfache kurze Entscheidung. Ich werde mich immer angegriffen fühlen wenn man mich aufgrund einer tatsächlich vorhandenen Schwäche beleidigt. Ich kann so tun als würde es mich treffen, tut es aber dennoch. Wie man das abschalten soll konnte ich bisher noch nicht rausfinden und ich denke da geht es vielen so.

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    Wir Menschen sind uns in unserer Beurteilung eines Menschen dann doch zu ähnlich als dass sie so willkürlich subjektiv wäre dass sie keine Rolle spielt.

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    Entschuldige? Ich entscheide noch immer über meine eigenen Kriterien.

    ;-D Tja das behauptet allerdings jeder von sich. Und doch sind wir uns so ähnlich in unseren Kriterien...was wir glauben selbst entschieden zu haben steckt meist einfach schon längst in uns drin ;-)

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    ...was wir glauben selbst entschieden zu haben steckt meist einfach schon längst in uns drin

    Nicht wir - Du vielleicht.

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    Nicht wir – Du vielleicht.

    Du glaubst also wirklich alle deine Präferenzen selbst bewusst ausgewählt zu haben? ;-D

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    Interessante Fragestellung. Was nun? Entscheidung oder Präferenz?

    Das spielt keine Rolle bei der Fragestellung.


    Du glaubst dass du selbst bewusst alle Kriterien auswählst, die für dich bei der Beurteilung eines Menschen (in welchem Kontext auch immer) eine Rolle spielen?

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    Das zu ignorieren ist nicht immer eine einfache kurze Entscheidung. Ich werde mich immer angegriffen fühlen wenn man mich aufgrund einer tatsächlich vorhandenen Schwäche beleidigt.

    Nein, eine einfache, kurze Entscheidung ist das nicht. Das ist harte Arbeit (deshalb haben ich und andere ja zum Beispiel die Hilfe eines Therapeuten vorgeschlagen) und es gelingt einem trotzdem nicht immer. Ich kann mir auch vorstellen, dass auch Isabell nicht unbedingt mit dieser Einstellung geboren wurde? Aber man kann sich entscheiden, zu versuchen, trotzdem das Leben anzugehen und sich auf die positiven Erfahrungen zu konzentrieren oder man kann eben resümieren, dass es auf Grund der negativen Erfahrungen eh alles sinnlos ist und man es gar nicht erst versuchen braucht. Das bleibt natürlich jedem selbst überlassen, wie er es halten möchte.

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    Es geht hier um seine Behinderung, die ihm ganz klar einen Nachteil verschafft und wegen der er zum Teil ausschließlich abgelehnt wird.

    Siehe nächster Absatz.


    Es kommt auf den Blickwinkel an.


    Dann wird er eben zum Teil deswegen abgelehnt. Ja und?


    Viele Menschen werden wegen weit weniger abgelehnt. Oder eben aus anderen Gründen. Ich sagte es ja schon mehrfach: Ich bin übergewichtig und beziehe HarzIV, zudem rauche ich noch und trinke gerne Bier.....na, wie schnell hast Du da eine Klischeevorstellung im Kopf?? ;-D – so schnell konntest Du jetzt gar nicht reagieren, oder?? :-p ;-D


    Egal ;-) – der Punkt ist der, dass jeder Mensch Klischees/Vorurteilen ausgesetzt ist. Und nicht nur das: Er ist auch Ausschlußkriterien anderer ausgesetzt.


    In meinen Augen ist jedes Ausschlußkriterium absolut legitim. Ich widerspreche aber absolut, dass wir alle dieselben Ausschlußkriterien haben. Oder auch nur so hauptsächlich dieselben.


    Sich verlieben, sich näherkommen, eine Beziehung führen....das beinhaltet so viele von einzelnen Kriterien, dass man da nie von einer Ausschließlichkeit sprechen kann.


    So kann es durchaus sein, dass ich bei einem Mann der mir so oder so unsympathisch ist, durchaus ein Kriterium mit in meinen Ausschluß einbeziehe, welches ich bei einem anderen Mann der mir gefällt gar nicht wichtig finde.

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    Nein das kommt kaum auf die Person selbst an. Denn du wirst im Alltag mit der Mehrheit konfrontiert, ob du willst (sie dir aussuchst) oder nicht (sie dich aussuchen). Dir kann die Mehrheitsmeinung noch so egal sein, dennoch wirst du auf sie treffen.

    Ich habe weder gesagt, dass ich nicht auf sie treffe, noch, dass es mich nicht ärgert wenn ich mit irgendwas konfrontiert werde ohne danach gefragt zu haben (ich bin wie gesagt H4ler, auch wenn es natürlich nicht mit einem körperlichen Defizit vergleichbar ist, so doch mit Deiner Aussage. Und Du kennst die Klischees diesbezüglich sicher auch.) – aber ich muß mich doch nicht mit diesen Menschen die mir so blöd kommen umgeben? Und -auch wenn Du Dich wunderst- es gibt genug Menschen in meinem Umfeld die mich trotzdem mögen und nicht blöd anmachen.


    Also, sicher werde ich damit konfrontiert – aber dann drehe ich mich um und habe diesen Menschen vergessen. Deswegen ja auch meine Anmerkung:


    Suche ich mir diese Menschen selber aus oder lasse ich mich aussuchen?


    Ich bin doch nicht verpflichtet mich mit jedem der mir begegnet weiter abzugeben?

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    Tja das behauptet allerdings jeder von sich. Und doch sind wir uns so ähnlich in unseren Kriterien...was wir glauben selbst entschieden zu haben steckt meist einfach schon längst in uns drin ;-)

    Wie erklärst Du Dir dann, dass ich z.B. Meinungen wie die von clairet oder dasgesundeplus nicht nachvollziehen kann*? Warum steckt das in ihnen drin aber nicht in mir?


    *sorry, clairet und dasgesundeplus – das ist jetzt nicht wertend gemeint, ist Eure Meinung, Euer Ausschlußkriterium, ich brauche nur ein Beispiel gerade @:)