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    Bin nicht betroffen, aber habe aus Neugier mal hier reingesehen.


    Ich poste als Information für die, die ebenso neugierig sind wie ich, aber zu faul zum googeln sind ;-D mal


    diesen Interessanten Link hier rein, damit man erst mal weiss um was es hier geht (auch wenn Du scheinbar ja nur Antworten von


    betroffenen wünschst):


    http://de.wikipedia.org/wiki/Asperger-Autismus


    Liebe Grüsse:


    Tammy

    Zitat

    auch wenn Du scheinbar ja nur Antworten von


    betroffenen wünschst

    Nein. Wenn sich NA's (Nichtautisten) dafür interessieren.......Gerne!


    Bitte die jeweiligen Fragen dann so konkret wie nur möglich stellen.

    Hallo snowcake,


    ich bin selber auch nicht betroffen, jedoch allem Anschein nach einer meiner Arbeitskollegen. Ich kenne ihn jetzt seit 1 Jahr und muss zugeben, dass ich große Schwierigkeiten mit seinem Verhalten hatte, das oft egozentrisch, unbeholfen, nahezu asozial und merkwürdig wirkte. Seit kurzer Zeit kenne ich das Asperger-Syndrom und es passt wirklich perfekt auf ihn. Ich wünschte, ich hätte das früher gewusst, dann wäre der Umgang einfacher gewesen. Es tut mir leid, dass es so oft zu Konflikten kam, denn offenbar kann er einfach nicht anders. Ich habe erfahren, dass unser Vorgesetzter ein Gespräch mit ihm geführt hat und ihm eine bestimmte Diagnose, die sich aufgrund seines Verhaltens aufdrängte, nahegelegt hat. Mein Kollege war dann wohl auch beim Arzt. Ich weiß nicht, welche Diagnose mein Vorgesetzter im Sinn hatte, aber offenbar war dieser Gedanke für meinen Kollegen neu. Ich nehme stark an, dass unser Chef auch an Asperger dachte. Insofern tut es mir leid, dass mein Kollege, der nun Mitte 40 ist, sein Leben mit diesem Syndrom verbracht hat, ohne zu wissen, warum er nicht so ist, wie die meisten anderen Menschen.


    Ich glaube, dass dieses Wissen es sowohl dem Betroffenen, als auch dem Umfeld einfacher macht.


    Vielleicht magst Du ja mal schreiben, wie es Dir damit geht? Ich könnte zumindest als "Beobachterin" aus nächster Nähe gerne helfen.


    *:)

    @ fischerin

    Es tut gut, dein geschriebenes zu lesen bzw. wenn jemand sich Gedanken darüber macht.

    Zitat

    Vielleicht magst Du ja mal schreiben, wie es Dir damit geht?

    Das werde ich machen, wenn wieder Computerzeit ist. Die ist nun um.

    Zitat

    Ich könnte zumindest als "Beobachterin" aus nächster Nähe gerne helfen.

    Das ist positiv von Dir!

    @ SnowCake

    du möchtest gerne ganz konkrete Fragen – nun, bist du Asperger oder bist du Autistin? Da besteht sehr wohl ein Unterschied. denn wie ich das kenne, fällt einem das Soziale leichter, wenn man "nur" Asperger ist.


    Noch weitere Fragen – wie sieht es bei dir aus, wenn du Leute triffst, grüßt du sie gerne oder findest du das überflüssig?


    Worüber redest du gerne? Tatsachen, Zahlen, oder...?

    @ fischerin

    Wenn du schon Mitleid mit dem Kollegen hast, der erst mit Mitte Vierzig von dieser Diagnose erfahren hat – ich finde es auch schlimm, daß es früher gar keinen Gedanken an derartige Erkrankungen gegeben hat – meine Mutter ist achtzig und sie definitiv Asperger und sich ein ganzes Leben lang komische Sachen zusammengereimt, warum die andern "SO" sind....

    Hallo Sinistra,


    das mit Deiner Mutter tut mir leid. Es muss hart sein, immerfort zu denken, dass man auf einem fremden Planeten gelandet ist... Irgendwo habe ich davon gelesen, Asperger-Betroffene haben wohl dieses Gefühl.


    Ich habe mir vorgenommen, mit meinem Kollegen behutsamer umzugehen. Er weiß natürlich nicht, dass ich von seiner Erkrankung weiß (zumal es ja eigentlich auch nur mein Verdacht ist und ich Laie bin). Aber wenn ich mein Verhalten ändere bzw. anpasse und verständnisvoller bin, kann das ja nur hilfreich sein.


    Es ist aber durchaus eine Gratwanderung, weil er für die alltäglichen Dinge, die der Job so mit sich bringt, gar keinen Sinn hat und alles immer vorzugsweise auf mich abschieben will. Er wird dann ganz hilflos und fahrig, selbst bei ganz banalen Sachen. Wenn es aber um Fachliches geht (er ist promovierter Geisteswissenschaftler), dreht er so krass auf, da kann ihm keiner mehr folgen. In seinem Gebiet ist er sehr sehr gut, aber das Leben überfordert ihn völlig. Ich dachte immer, dass er einfach keinen Bock hat. Er hat sich ja auch nie etwas gemerkt, alles musste ich ihm ungelogen 6-7 Mal sagen, ohne Erfolg. Er wirkt dann auch so gelangweilt und gleichzeitig aber auch verunsichert. Sehr merkwürdig von aussen betrachtet. Nun ja, ich will versuchen, verständnisvoller zu sein. Da unser Job aber auch mind. zu 50% aus organisatorischen Tätigkeiten besteht, ist es natürlich schwer, wenn er diese Sachen immer auf mich abwälzen will. Die Situation ist auch für mich schwierig...


    Ich würde mich freuen, Snowflake, wenn Du vielleicht ein wenig aus Deiner Sicht berichten könntest. Vielleicht kann das auch für mich hilfreich sein. Ich will meinen Kollegen ja auch nicht permanent vor den Kopf stoßen oder verunsichern.

    @Sinistra Asperger-Syndrom bzw Asperger-Autismus ist quasi eine Unterform von verschiedenen Autismusarten. Diese wurde halt von einem Menschen namens Asperger beschrieben.


    Demnach wäre man nur Asperger, wenn man aus der Familie Asperger stammt.