Mobbing bzw. Diskriminierung wegen Behinderung auf der Arbeit

    Hallo,


    ich würde gerne einmal wissen, wer von euch wegen seiner Behinderung auf der Arbeit gemobbt bzw. diskrminiert wird.


    Manchmal habe ich es schon gehört, dass das wohl öfter passieren soll. Wem geht es denn so?


    Mir geht es so seit bald 2 Jahren. MIttlerweile ist auch das Integrationsamt eingschaltet und die geben mir überraschenderweise sogar recht. Bestätigen also, dass es Mobbig bzw. Diskriminierung wegen der Behinderung ist.


    Bei mir läuft so das ganze Programm! Letztes Jahr habe ich erst 4 Monate gar keine Arbeit zugewiesen bekommen und dann eine Arbeit, bei der man Dipl. Kaufmann sein muss (habe aber nur eine Lehre gemacht). Dann werden am laufenden Band meine Zugangsdaten für den PC gelöscht (Sorry, dachten Sie hätten schon gekündigt!!!), Akten verschwinden, Post kommt ca. 4-6 Wochen später bei mir an bzw. ich bekomme irgendwann eine Mahnung von dem Absender. Das Schloss von meinem Büro wird immer wieder ausgetauscht oder meine Namensschild verschwindet eigenartigerweise über Nacht. Unterlagen verschwinden aus meinem Büro und tauchen dann wochen später irgendwo anderes im Haus auf. Immer wieder werden von meinem PC Programme oder sogar ganze Dateien gelöscht (schicke teilweise meine Arbeit zum Feierabend per Mail an meine Privatadresse!!). Termine bei der Geschäftsführung werden plötzlich gestrichen und für neue ist keine Zeit da, usw. usw.


    Der Hammer ist aber der Betriebsrat bei uns. Die Vorsitzende hat mir doch kackfrech ins Gesicht gesagt:"Ich weiss, dass Sie diskrimiert werden bzw. dass das Mobbing bei Ihnen ist! Aber das ist nun einmal so und kann ich auch nicht ändern!"


    Nicht schlecht was?


    Momentan bin ich krankgeschrieben, da ich bis zum Oberschenkel amputiert worden bin.


    Das Neuste ist, dass man mir jetzt vorwürft, dass ich eine "Beweiskette" aufbauen will, da ich meine Krankschreibungen per Einschreiben mit Rückschein schicke. Das bräuchte ich doch nicht! Soll doch nicht so mußtrauisch sein.


    Am Anfang habe ich mich auch darauf eingelassen und die AU so geschickt. Und was für ein Wunder, sie kam natürlich nicht an!!!!


    Das ist doch wirklich komisch oder? Ich verschicke jedes Jahr dutzende Brief mit der Post in die USA, Südafrika und nach Russland zu meinen Verwandten und Freunden. Eigenartigerweise kommen alle die Briefe an. Sogar nach Russland ist noch keiner verloren gegangen. Jedoch in die Nachbarstadt (zu meinem Arbeitgeber) verschwindet die Post immer. Wahrscheinlich ist dort ein "Bermuda-Dreieck" für Briefe!!!


    Sorry, dass es länger geworden ist!! Der Text ist irgendwie aus mir rausgesprudelt. Würde mich freuen, wenn Ihr auf meine Ausgangsfrage mal antworten würdet.


    LG


    Garou78

  • 26 Antworten

    Hallo Garou@@:)

    mir geht es zwar nicht so,weil ich in keine Behinderung habe,aber ich muss trotzdem was schreiben.Ich bin emoört über die Leute in deiner Firma,also unfassbar:|N:(v,wie kann man nur so grausam sein!!!!Wie hältst du das nur aus?Hast du denn keine Rechte,anstatt dich zu Unterstützen,mobben die dich,also ich bin echt fassungslos.......:-o:|N:-(.


    Darf ich fragen wie es dazu kam?War es ein Unfall,oder hast du das seit deiner Kindheit?Und wielang arbeitest du in dieser Firma schon?Gibt es denn gar keine Kollegen die hinter dir stehn???Ich bewundere deine doch sonnige Art,du kommst sehr aufgeweckt und gefasst rüber,:)*bewundernswert aber auch richtig,das du dich da nicht unterkriegen lässt:)^.Ich weiss nicht ob ich da so stark wäre:-/.


    Glg Tchibo@:)

    Vielleicht kannst du dich an den Vdk oder andere Beratungsstellen wenden. Soviel ich weiß, hat der VdK öfters mit derartigen Problemen zu tun und es ist einfach nicht in Ordnung bzw. ja kaum auszuhalten! :|N


    Ich wünsch dir ganz viel Kraft und sorry, dass ich Dir nicht mehr dazu sagen kann - ich kenn mich leider nicht aus in dem Bereich. |-o

    Hallo Garou,


    vieles was du schreibst kommt mir so bekannt vor.


    Ich wurde während der Schulzeit gemobbt. Aber das war noch nichts gegen das was ich gleich nach Ende meiner Ausbildung bis Februar 2002 durchgemacht habe.


    Da erging es mir so ähnlich wie dir. Das war die pure Hölle! Ich war frisch mit der Ausbildung fertig und wußte einfach nicht weiter und lies mir die erste Zeit das alles gefallen. Bis ich aber merkte ich geh Psychisch kaputt und da fing ich an mich zu wehren - aber es wurde nur schlimmer.


    Es ging sogar so weit, dass ich dem Personalrat drohte ich würde bis vors Gericht gehen (es ging da konkret um eine total unfaire Beurteilung). Da meinte der Personalrat doch "Sind sie in der Gewerkschaft?" ich verneinte. Da grinste er " Na dann wird das aber teuer für sie". Ich grinste und meinte nur "Ne ich hab eine Rechtschutzversicherung und die gilt auch für den Beruf" Da guckte er blöd und war gleich um einiges freundlicher. Aber ich ging trotzdem durch die Hölle!! Echt schlimm war das. Ich war damals nahe dran alles hinzuschmeißen weil ich mich fast kaputt gemacht hab dadurch. Aber dann wurde miene Damalige Abteilung zwangsaufgelöst im Rahmen einer der vielen Reformen und ich kam in eine andere Abteilung wo es mir bisher ganz gut ging.

    Hallo,


    also meine Abteilung wurde aufgelöst und damit ging es los. In meiner alten Abteilung konnte ich wunderbar arbeiten. Jetzt jedoch sieht das ganze jetzt anders aus. Mein Büro ist nun am weitesten von allen entfernt. Auf gut deutsch:"Wenn ich ein Herzinfarkt bekommen würde und sterbe, dann findet mich die Putzfrau am Abend kalt!"


    Meinen alten Chef haben sie auch raus geekelt! Leider!!! Mit dem konnte ich wunderbar!!!


    Vor drei Jahren haben sie mich extra wegen meiner Behinderung eingestellt. Immerhin gab es ja eine nicht unherbliche Förderung vom Arbeitsamt.


    Wenn es eine Möglichkeit zum Wechseln geben würde, dann wäre ich sofort weg! Nur leider gibt es dort ein nicht gerade kleines Problem. Ich hatte in einem BFW umgeschult zum Sozialversicherungsfachangestellten und durch die wunderbare Politik, ist es unmöglich einen Job heute bei einer Krankenkasse zu bekommen. Selbst meine ehemaligen Chefs bei der AOK haben schon alles versucht, mich einzustellen. Leider ohne Erfolg.

    Ich habe zwar auch nichts mit dem Thema zu tun gehabt, außer dass ich selbst von der Grundschule bis zum Abi gemonbbt worden bin, aber da verschlägts einem ja wirklich die Sprache. Ich wünsche dir, dass du das bis zu einem für dich befriedigenden Ausgang durchstehst. Lass dich nicht unterkriegen und gib ihnen nicht das, was sie wollen, so lange du das kannst!

    Mir machen vor allem Bemerkungen Mühe wie: Oh schau, da ist die Behinderte.. Einmal als wir irgendwo anstehen mussten, hörte ich so hinter mir, dass einer sagte: Ja logisch geht es so lange, die ist ja auch behindert..


    Aber im Allgemeinen muss ich sagen, dass seit ich im Rollstuhl sitze, es besser geworden ist. Als ich noch laufen konnte, einfach nicht mehr sehr gut, waren zum Teil schon sehr verletzende Kommentare dabei! Kam mehrfach vor, dass Leute dich nachahmten. Eine lachte mich mal aus und sagte zu ihrer Freundin: Ha schau mal, die kann ja nicht mal normal laufen!>:( Natürlich nie gerade mir ins Gesicht, aber immer so, dass ich es mitbekam..


    Na ja, man lernt damit umzugehen. Ich hab gottseidank das Riesenglück, dass es wieder gut werden kann.. Das macht es sicher auch erträglicher..


    Wünsche euch alles Gute!

    Also ich selbst habe auch einen Schwerbehindertenausweis. Bei behinderten Menschen kommt manchmal hinzu, daß sie aufgrund besonderer Erfahrungen sich intensiv wehren. Sicherlich begründet. Wenn ich mir deine Story so durchlese, "als Mobbing-/ Bossingerfahrener", eine neue Mannschaft wäre wohl die einzige vernünftige Lösung, damit du halbwegs wieder Ruhe findest. Ich hatte viele tatkräftige Helfer, die mich anderweitig im Unternehmen durch Machtverhältnisse untergebracht haben. Das geht nicht immer. Bedaure, eine andere Antwort weiß ich für dich nicht. Personalrat: lach, ich bin Beamter. die finde ich dort, wo es keine Arbeit gibt, Kantine, neue Gebäude besichtigen, Besprechungen, gemeinsamen Lottoschein ausfüllen. Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott = Gegenmobbing. Bedarf gute Nerven.

    Mir fällt dazu noch was ein. "Schwerbehindertenvertretung" Wir sind eine Behörde mit einzelnen Häusern und übergeordneter Behörde, darüber hinaus das Landesministerium. In den einzelnen Behörden gibt es gewählte Vertreter der Schwerbehinderten. Auch wenn sie es möchten, die haben nichts zu sagen. Hängt ein wenig von den Geschäftsstellen ab, was sie bezüglich des Arbeitsklimas zulassen möchten, bzw. zulassen müssen. Mir wurde von übergeordneten Vertretern der Schwerbehindertenvertretung, Interessenpersonen und Menschen, die es einfach gut und fair meinten, geholfen. Diese Leute sind mit mit Macht ausgestattet. Das wurde von der Politik eingeführt und muß sein. Führt aber gelentlich zu Problemen mit untergeordneten Machtpersonen. Da beißt sich die Katze in den Schwanz. :p>

    Auch wurde ich mit dem Problem konfrontiert, das ging so. Einzelne Kollegen haben sich mehr oder weniger zu Wort gemeldet, daß ihre Kinder keinen Arbeitsplatz/Ausbildungsplatz haben. Es stellten sich Probleme im Arbeitsklima mit behinderten Kollegen ein.

    Na ob dieses Mobbing etwas mit der Behinderung des TE zutun hat wage ich zu bezweifeln. Heuzutage werden so viele Arbeitnehmer gemobbt - auch Nichtbehinderte.


    Wie der TE so erzählt, erinnere ich mich an meine vorletzte Arbeitsstelle zurück. Zu Beginn beschenkte meine Chefin mich für meinen Fleiß mit Pralinen, Weihnachtsgeschenke usw. Nach einer Weile kehrte sie ihr wahres Ich heraus und ich durfte ihre cholerische Art kennenlernen. Ich wurde täglich gemobbt.


    Mir wurde auch die meine Arbeitsdatei (mit meinem Namen) gelöscht - danach wurden nichtmal die Dateien neu angeordnet sodass ein großes Loch klaffte, an der Stelle, wo meine Datei war. Als ich nachfragte hieß es " keine Ahnung - echt komisch". Allerdings war man damals zu dumm den Papierkorb zu leern und ich stellte meine Datei wieder her. :-p Ordner und Unterlagen verschwanden und Passwörter zu Programmen, mit denen ich gleich zu Beginn des Arbeitstages arbeiten musste wurden geändert - und das von der Chefin selbst, weil sie Hass auf mich hatte. Ich wurde dann zusammengeschissen, warum ich nicht arbeite - ja wie auch, wenn einem alle Arbeitsmittel genommen werden. Ich war damals auch über ein Förderungsgeld eingestellt und sie konnte mich nicht außerhalb der Fristen kündigen, um diese Forderung nicht zu verlieren - also stellte sie sich mit diesem Kindergarten täglich selbst ein Bein. Paar Tage bevor meine Förderung auslief (und mir war klar, dass sie mich nicht behält) sagte sie nur, dass ich dort weiterarbeiten darf, wenn ich zusehe, dass ich monatlich das an Gewinn reinkriege, was sie durch die Förderung bekam. (es war keine Provisionsarbeit sondern eine Immobilienfirma) %-| Krankenscheine (1) habe ich grundsätzlich auch per Einschreiben geschickt. Naja, ich könnt noch unendlich weitererzählen...


    Jedenfalls denke ich nicht unbedingt, dass Mobbing "nur" an Behinderungen liegt.

    Elsa82. Ganz Unrecht hast du natürlich nicht. Der Thread wurde halt von einem Behinderten Menschen eröffnet. Ich habe die Erfahrung gemacht, daß wenn du z. B. in einer Liebesbeziehung federn lassen mußtest und geschwächtst wirkst, ein Opfer von Mobbing werden könntest. Wer echte Probleme im Leben erlebt, der hat keine Zeit und Kraft um andere zu mobben. Es sind wohl eher Leute, die meinen, die unglücklichsten Menschen der Welt zu sein. Behinderte Menschen verkörpern nicht selten das Bild des Schwächeren.

    Ein Nachtrag noch zu meinen Beiträgen von gestern. Mir wurde von Menschen geholfen, die Macht Inne haben. Nun ist es so, daß diese Leute ihre Macht nicht ausnutzen sollen, dürfen, hoffentlich nicht wollen, können, bzw. entsprechende Anweisungen, eine Ausbildung haben. Also es geht nicht darum sich wie ein Amokläufer aufzuführen, weil man entsprechende Waffen zur Verfügung hat. Wenn Gespräche gestartet werden, in meinem Fall zwangsläufig, dann wissen eigentlich alle Parteien über ihre Möglichkeiten bescheid. Die Leute mit Macht kommen auch nicht weiter, wenn sie etwas erzwingen wollen. Diplomatie und gegenseitiger Respekt ist angesagt. Etwas Fleisch muß den Raubtieren auch vorgeworfen werden. Auf so ähnliche Weise wurde ich rausgeholt.

    Hi.


    Es hat wohl nicht immer mit "schwächer" zu tun.


    Sehr oft ist die Ansicht verbreitet, daß es Behinderten im Beruf ja leicht gemacht würde und sie bevorzugt werden. Dieses denken ist sehr verbreitet und führt oft zu solchen Konflikten.


    Oftmals wird von behinderten Arbeitnehmern mehr verlangt, weil sie es ja angeblich leichter haben als die normalen Arbeitnehmer. Da wird dann auch mal blind mit zweierlei Maß gemessen.


    Viele denken, daß Behinderten der Job ja "geschenkt" wird, da die Firmen usw. sie ja einstellen müßen. usw usw usw


    Es bestehen nunmal viele Vorurteile, auch bei Vorgesetzen, was dann zu Mobbing und Co führt.


    Die wenigsten kennen die Realität bezüglich Behinderte und Arbeitsplatzsuche oder wollen es auch garnicht wissen.


    Oftmals wird ein Behinderter auch als soziale "Störquelle" gesehen. (zB mit einem Rollstuhlfahrer zum Abteilungs-Kegel-Abend anstatt mit nur "Normalen"; Isolation wegen Abneigungen usw.)


    Man muß schon Glück haben, um als Behinderter ohne wenn und aber akzeptiert und integriert zu werden.