• Mobbing bzw. Diskriminierung wegen Behinderung auf der Arbeit

    Hallo, ich würde gerne einmal wissen, wer von euch wegen seiner Behinderung auf der Arbeit gemobbt bzw. diskrminiert wird. Manchmal habe ich es schon gehört, dass das wohl öfter passieren soll. Wem geht es denn so? Mir geht es so seit bald 2 Jahren. MIttlerweile ist auch das Integrationsamt eingschaltet und die geben mir überraschenderweise sogar…
  • 26 Antworten
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    Sehr oft ist die Ansicht verbreitet, daß es Behinderten im Beruf ja leicht gemacht würde und sie bevorzugt werden. Dieses denken ist sehr verbreitet und führt oft zu solchen Konflikten.

    Nach meiner Erfahrung geht das aber auch andersherum :-/ Ich kenne Behinderte, die sich auf ihrer Behinderung ausruhen bzw. immer aus dem Hut zaubern, wenn es ihnen gerade in den Kram paßt. Das führt natürlich auch zu Konflikten innerhalb der Kollegenschaft.

    Hi.

    Zitat

    Nach meiner Erfahrung geht das aber auch andersherum :-/ Ich kenne Behinderte, die sich auf ihrer Behinderung ausruhen bzw. immer aus dem Hut zaubern, wenn es ihnen gerade in den Kram paßt. Das führt natürlich auch zu Konflikten innerhalb der Kollegenschaft.

    Ja da hast du recht, die gibt es auch. Aber das fällt dann wohl nicht unter Mobbing sondern ist wohl eher selbst verursacht.


    Wobei:

    Zitat

    die sich auf ihrer Behinderung ausruhen bzw. immer aus dem Hut zaubern, wenn es ihnen gerade in den Kram paßt.

    Bist du sicher, daß jemand anderes das auch immer so genau beurteilen kann, ob tatsächlich oder nur vorgeschoben?


    ("Man sieht nichts also ist da auch nichts"?)


    Es gibt da so Sachen, die können sich plötzlich bemerkbar machen obwohl sie monatelang keine Auswirkung hatten.


    Ich bezweifele aber nicht, daß es Leute gibt, die ihre Behinderung immer mal wieder vorschieben.

    Zitat

    Bist du sicher, daß jemand anderes das auch immer so genau beurteilen kann, ob tatsächlich oder nur vorgeschoben?

    Nunja, wenn jemand seinen SB-Ausweis ausgerechnet dann ins Spiel bringt, weil er sich mit Kollegen wegen Urlaub absprechen muß und Kompromisse eingehen soll, weil nicht alle in den Ferien gehen können, dann ist das SEHR eindeutig, nicht wahr? ;-)

    Zitat

    Ja da hast du recht, die gibt es auch. Aber das fällt dann wohl nicht unter Mobbing sondern ist wohl eher selbst verursacht.

    Klar, aber so jemand sieht sich dann auch gerne als Opfer von Mobbing und sieht aber seine eigenen Anteile nicht.

    Hallo,


    es gibt mit Sicherheit den Einen oder Anderen, der sich auf seinem SBA ausruht, dass will ich gar nicht abstreiten. Aber mit solchen Vermutungen wie:"Mal eben im passenden Moment den Ausweis zücken, wäre ich immer vorsichtig!"


    Es gibt eben bestimmte Erkrankungen, die Schubweise auftreten, z.B. MS. Oder ich kenne auch viele Behinderte (mich eingeschlossen), die Ihren Urlaub für z.B. Krankenhausaufenthalte und OP's mitausgeben. In solchen Fällen kann es eben schon einmal sein, dass man zu einer bestimmten Zeit den Urlaub benötigt.


    Nur gibt es eben auch sehr viele Behinderte (mich eingeschlossen), die zum Teil wesentlich mehr Arbeiten, um genau diesen ganzen typischen Vorurteilen entgegen zu wirken. Mein Rekord lag bisher bei 87,4 Stunden Arbeitszeit in einer Woche, bei einer eigentlichen Arbeitszeit von 38,5 Stunden.

    Schau mal hier:


    http://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/agg/gesamt.pdf


    das AGG sollte sich Dein Chef mal zu Gemüte führen. Seid ihr nicht darin geschult worden? Betriebe ab einer bestimmten Größe sind seit 2006 verpflichtet, das AGG (allgemeines Gleichheitsgestz) allen Mitarbeitern vorgestellt zu haben (die MA müssen unterschreiben, dass sie sich einer Schulung hierzu unterzogen haben) und es muss öffentlich ausgehängt / ausgelegt oder auf dem Server für alle zugänglich hinterlegt sein.

    Zitat

    Aber mit solchen Vermutungen wie:"Mal eben im passenden Moment den Ausweis zücken, wäre ich immer vorsichtig!"

    Glaub mir, ich bin sehr vorsichtig, ich habe über 20 Jahre Erfahrung mit Behindertern ;-) Es gibt solche und solche.

    Ich habe während meiner schweren Zeit auch mit meinem Schwerbehindertenausweis kocketiert. Meine Widersacher wollten Gespräche führen, zu ihren Bedingungen. Nur leider haben sie oft vergessen, die Schwerbehindertenvertretung dazuzuholen, was mir zustand und Zeugen darstellte. Einmal auf meine Anregung hin wurde eine Vertreterin der Schwerbehindertenvertretung hinzugeholt. Die hat sich sogleich mit meinen Kontrahenten verbrüdert. Na ja, war halt eine Erfahrung. ;-D . Ich habe auch die Erfahrung gemacht, daß die Leute, die mit ihrem Schwerbehindertenausweis herumschwenken letzendlich nichts anderes mehr im Leben haben, nirgendwo unterkommen, bzw. wenn es geschieht, dann so stark sind, daß es zu Mobbing nicht kommt. Dann gibt es welche, denen nichts anderes bleibt, als dieses Mittel zu nutzen. Manchmal steckt hinter all den Problemen die Krankheit "Faulheit" dahinter. Solche Leute stehen nicht selten einige Jahre kurz vor der Rente. Und wenn sie mal weg sind, dann fehlt der Belegschaft was.


    Liebe Kestra: Mit deinem Spruch "Es gibt solche und Solche" staubst du ganz schön herum, wie ich finde. Ich habe meinen Widersachern so manches Mal zugesetzt. Die fühlten sich wie ich in Gesprächen mit anderen Leuten herausgehört habe, geborgen, die denen oder ähnlich zugeredet haben. Allerdings fände ich es nicht schlecht, wenn du deine 20jährige Erfahrung in anonym gemachten Beispielen darlegen würdest. Ich habe auch so einige Erfahrung im Berufsleben, in Berufsförderungswerken.

    Nun, wen es interessiert. Bei mir ging es so oder so ähnlich los. Aufgrund meiner Behinderung konnte ich nicht alle Arbeiten im Arbeitsbereich meiner Behörde erfüllen, wie so manche Behinderte. Ich wurde einer Abteilung zugewiesen, dort begann die eigentliche Fehde mit einigen Leuten. Der Sachgebietsleiter war eher im unteren Bereich vom Geschäftsverteilungsplan zu finden. Hinzu kommt, daß einige Leute, die 1 bis 3 Besoldungsstufen über einen zu finden sind, schon mal Stunk proben. Es gab einige Gütigungsgespräche, wo wir uns mehr oder weniger zusammengerauft haben. Die Geschäftsstellen versuchen in solchen Fällen die Sache auszusitzen, sicherlich hier und da begründet. Wenn dabei der Schwächere an die Wand gespielt wird ist das den Leuten egal. Auf die äußere Ruhe kommt es an. Ich behaupte mal, daß gerade von Behinderten eine gewisse Rolle im Betrieb erwartet wird, teils asexueller Natur. Wenn dann einer zu selbständig wird, verunsichert das einige Leute. Oder der Mensch hat genug "Ausstrahlung", um zu überzeugen. Ich persönlich hatte irgendwann genug. Die Beziehungen zu diesen Leuten bedeuteten mir nichts mehr, meinen Lebensmittelpunkt habe ich auch verlagert, so habe ich beschlossen die Angelegenheit entgültig zu klären. Ich hatte einen Beamtenbetonschein * lebenslängliche Beamtenurkunde, genug Psychobücher gelesen, starke Nerven, einen Schwerbehindertenausweis, eine Zusage für einen neuen Einsatzort und Fürsprecher. Meine Widersacher haben sich auch einen Psychologen geholt, der hat sich das angehört und gemeint, daß nur eine Trennung hilft. Einige Leute meinten, ich solle durch meinen Einsatz anderen Behinderten den Einstieg in die Behörde nicht erschweren. Wie ich im internen Internet lese, werden weiterhin bei uns Schwerbehinderte eingestellt und gefördert. Die Leute in unseren übergeordneten Behörden haben Gott sei Dank weiter einen klaren Kopf behalten und mir einen ruhigen Einsatzort beschafft.

    Hallo, ich bin Mastrodon, irgendwie konnte ich mich unter diesem Nick nicht mehr anmelden, egal. Ich will Mobbingopfern weiterhin Mut machen.


    Meine Mobbingsache ist jetz mehr als ein Jahr her. Als ich die letzten Zeilen unter dem Nick "Mastrodon" geschrieben habe, war ich noch in der Verarbeitungsphase. So schnell läßt sich die Sache nicht aus der Welt schaffen. (und bin es immer noch). An meinem neuen Einsatzort festigen sich die zwischenmenschlichen Beziehungen. Die Leute um mich lehren mich Vertrauen in andere Menschen zu fassen. Die Bindungen unter Kollegen werden immer besser. Das wirkt sich auch auf Freunde und Familie positiv aus.


    Ich habe noch Kontakt zu einigen Kollegen von früher. Die berichten mir von anderen Kollegen, die an Krebs oder Wechselstofferkrankungen, Psycheerkrankungen leiden. Ist es Einbildung oder Zufall? Aber diese Leute haben Jahre oder Jahrzehnte unter Cholerikern ihr Dasein finden müssen. Als ich angefangen habe zu rebellieren, da kannte ich schon Leute, die mit 50 Psychopharmaka nehmen mußten, weil sie unter Mobbern litten.


    Insofern komme ich weiterhin zu dem Entschluß, Aufstand lohnt sich, wenn er richtig gemacht ist und richtig organisiert ist. Es bedarf starker Nerven. Der Preis ist hoch, aber wertvoll.

    Heute Abend war ich mit ehemaligen Arbeitskollegen im Restaurant unterwegs. Wir waren locker. Auf dem Rückweg kamen wir an einem Lokal vorbei. Das war "DAS" Lokal der früheren Abteilung meiner früheren Mannschaft, bevor ich kam, vorbei. Bekanntlich "ging ich". Zu meiner Geschichte. Ich bin deutschstämmiger Schlesier, in Polen geboren. Ich bin 1982 übergesiedelt, mit 9 Jahren, habe einzig die Deutsche Staatsbürgerschaft und bin Beamter geworden. Wir haben da eine Kollegin, die ist Polin. Mir wurde gesagt, daß sie unter Alkoholeinfluß in dem Lokal vor ca 30 Jahren einen meiner Widersacher/Mobber unter Alkoholeinfluß an der Krawatte, es war und ist noch der Sachgebietsleiter(Chef) der Abteilung durch das Lokal vor allen Leuten gezogen hat. Aufgrund meiner Einstellungsdaten war es bekannt, woher ich stamme. Und ich dachte, es wäre interessant, davon zu erzählen.

    meinem partner und mir ist es genau so.


    bei meinem partner viel schlimmer als bei mir...er hat ne gebrochene schulter und adhs...als wird man diskriminiert und gemobbt...was kann man dagegen machen??


    wären froh und dankbar für jeden ratschlag...


    lg

    Hallo Lawazza


    Auch ich habe da so meine Erfahrung. Bei Mobbing gibt es meiner Meinung nur eines: Ganz frühzeitig reagieren. Das heißt 2-3 Vorfälle aufgreifen, diese müssen dann aber juristisch wasserdicht beweisbar und widerlegbar sein. Dann schriftlich bei der Geschäftsführung um einen Gesprächstermin bitten und klar und deutlich argumentieren. z. Bsp. Ich habe nicht nur das Gefühl - es ist offensichtlich dass man mir am Stuhlbein sägen will. Aus diesen und jenem Grund. Dann wie gesagt die Vorfälle wasserfdicht widerlegen. Reaktion war "Hmm was soll ich darauf sagen.. Ich kann nur sagen so ist es nicht. Was soll ich ihrer Meinung nach tun". Antwort Sie sollen gar nichts tun. Ich will nur klarstellen eine Eigenkündigung meinerseits wird es nicht geben und solange ich keine Alternative habe arbeite ich hier auch als Pförtner.


    Das zeigt mt Sicherheit Wirkung, weil bei mobbing geht es ja darum den Mitarbeiter weich zu klopfen, so dass er das Handtuch wirft bzw. selbst kündigt. Deshalb frühzeitig klarstellen Hört Leute mit mir klappt das nicht. Vorraussetzung ist natürlich, dass die Gründe unwiderlegbar sind, aber das ist bei echtem mobbing ja ein Leichtes.