• Sex-Tabu bei Leuten mit Behinderung, stimmt das?

    Hallo erste mal ich selber habe ein Handycap und komme damit seehr gut zurecht in mein Leben Ich bin Spastikerin mit eine Hüftplasi beider seiten sind sehen verkürtzt. Ich bekomme immer zu hören ich soll nicht mit anderen Sex haben wollte mal eure meinung zu der sache hören und würde mich auch seehr gerne drüber austauschen wollen wie ihr die sache…
  • 65 Antworten

    ich persönlich hab eine sehbehinderung und bei mir ist eventuel eine leichte geistige vorhanden.Mein freund hat damit aber keinerlei probleme,er macht zwar ab und an böse scherze,aber dass ist ok für mich.

    Hallo,


    Ich kenne beide Seiten aus eigener Erfahrung:


    Ich habe als Krankenpfleger 8 Jahre lang gearbeitet. Auch in Alten und Behindertenheimen. und in der ambulanten Pflege.


    Seit 13 Jahren kann ich wegen einer psychischen Behinderung nichtmehr als Krankenpfleger arbeiten. Das heißt, dass ich sowohl psychisch Krank bin, aber auch eine Gehirnatropie habe, die erst mit zunehmenden Alter zum Problem wird.


    Aus Erfahrung weiß ich das in Einrichtungen wie Heime, Kliniken und Werkstätten Sexualität ein Problem ist. Zum einen an den räumlichen Gegebenheiten,


    als auch an den Tagesablauf. Oft gibt es Mehrbettzimmer mit einen Gemeinschaftsbad.


    Zum anderen Arbeiten dort viele Aushilfskräfte, die schlecht ausgebildet sind.


    Bei Frauen geht das ganze ja noch recht gut. Aber bei Männer sieht man halt eine Erektion sofort.


    und die wird dann immer als persönliche anmache des Personals gesehen.


    Egal ob ein gesunder Mann in 24 Stunden über 30 Erektionen hat und nicht alle sexueller Natur sind oder nicht.


    Wer bei der Pflege einen Ständer hat wird als Sexmonster beim Personal gesehen.


    Es ist also noch nicht überall angekommen, dass Sexualität zum Menschen gehört.


    Ich habe selbst im Altenheim erlebt, dass Männer wegen Erektionen bei der Pflege


    auf drängen des Personals hin chemisch kastriert wurden.


    Etwas ganz anderes ist es bei selbstständigen behinderten Menschen, die in der eigenen Wohnung leben und über ihre Bedürfnisse reden können.


    Wer als behinderter Mensch und das gilt besonders für körperlich behinderte Menschen


    in einer Beziehung lebt, wird von der Gesellschaft anerkannt. Er hat "halt" seine Behinderung, die er/ sie mit Hilfe und Hilfsmittel überwinden kann.


    Aber man kann mit einen gelähmten Menschen im Rollstuhl noch normal reden und


    hält in nicht für verrückt oder für unfähig.


    Natürlich wird es immer einige konservative Menschen geben, die auch hier etwas anstössiges sehen. Aber die Mekern auch über anderes ständig.


    Aber wer als geistig oder psychisch behindert gilt, hat schon mehr Probleme zu sagen


    ich bin ein Mensch wie andere auch mit Stärken und Schwächen halt.


    Wer seine Selbständigkeit trotz Behinderung zeigt und lebt, hat auch gute Chancen


    als normaler Mensch gesehen zu werden und Verständniss für eine Beziehung und Sexualität zu bekommen.


    Im Grunde denke ich, dass mann Sexualität und Behinderung nicht so einfach beantworten kann. Da es sehr viele Arten von Behinderung gibt. Wir Unterscheiden in Deutschland nicht in der Umgangssprache zwischen körperliche, geistige und


    psychische Behinderung. Es ist auch die Frage wie gut das "Hilfspersonal" ausgebildet ist. Das hängt häufig vom Alter des Hilfspersonals als auch von den Beruf ab. Eine Aushilfskraft in der Altenpflge sieht diese Sache anders als eine Krankenschwester und Heilpädagogen sehen es wieder anders als Ergotherapeuten oder Sozialarbeiter.


    Welche Heilerziehungspflegerin wäre denn auch bereit jemanden bei der Sexualität zu helfen? Sie ist zur Betreuung von Behinderten da und nicht als Hure. Wie wird man beiden gerecht? Dem behinderten Menschen und dem Personal?


    Natürlich gibt es viele Ängste auch bei diesen Thema von der Vererbungslehre der


    Nazis bis hin zum sexuellen Missbrauch von Schutzbefohlenen oder Hilfebedürftigen.


    Die Ärzte haben hier besonders viele Ängste, wegen der braunen Vergangenheit in Deutschland und den Ansichten der "normalen" Gesellschaft.


    Natürlich haben hier alle Angst irgendwelche Gesetzt zu verletzen über die sie oft


    schlecht ausgebildet oder informiert sind.Sexualasitenz für Behinderte ist häufig noch ein Fremdwort. Die Nierlande sind da schon viel weiter als wir.


    Ich denke hier ist auch die Politik und die Behindertenvereine gefragt.


    Personal sollte auf jeden Fall mit den Thema Sexualität vertraut gemacht werden.


    Auch hilft es nicht wenn alle sagen jeder Mensch hat ein Recht auf Sexualität,


    es aber in der Praxis nicht umgestzt wird z.B. wegen Mehrbettzimmer oder


    weil ein Mensch ohne Arme keine Hilfe bekommt.


    herzliche Grüße


    Dante

    Ein "Recht" auf Sexualität gibt es ebensowenig wie ein Recht darauf, 100 Jahre alt zu werden. Aber man muss behinderten Menschen nicht von vornherein Steine in den Weg legen.

    Also ich sehe das als schwachsinn an, sex zu verbieten. Wobei ich immernoch unterscheiden würde, wie sehr diese Behinderung ist. Bei einem Behinderten, dersich in keinster form bewegen kann, nicht sprechen kann, dem würde ich abraten, wiel ich meine, ihm würde es eher schaden, als freude bereiten. Aber ansonsten sage ich: ja zur Sexualität auch bei Menschen mit Handycap! das wort Behinderung mag ich nicht sonderlich. Ich selbst bin stark sehbehndert. Und bei dem Wor behindert hat man sofort irgentwelche mneschen vor augen, die sehr extreme einschränkungen haben. deswegen sage ich immer: Menschen mit Handycap.

    Wer in unserer Gesellschaft optisch von der Norm abweicht, hat keine Chance auf eine erfüllte Sexualität

    Nein, das ist nicht so.


    Erfüllte Sexualität hängt nicht zwangsläufig vom Aussehen ab.


    Man muss einfach aktiv sein, am gesellschaftlichen Leben teilhaben, dem anderen seine schönen Seiten zeigen. Jeder Mensch hat schöne Seiten, auch wenn die Optik nicht dem gängigen Idealbild entspricht, kann man ein erfülltes sexuelles Leben haben. Das kommt halt auch viel auf den Partner an.


    Es gibt durchaus auch Menschen, die auf die sog. inneren Werte schauen.


    Ob Sexualität von körperlich / gestig beeinträchtigten Menschen auch von der Gesellschaft akzeptiert wird steht auf einem ganz anderen Blatt. Oft wird mit der Behinderung eine non-sexualität gleichgesetzt. Frei nach dem Motto: "Geht das überhaupt? Spürt man das was? Ist das nicht abstoßend?"


    Solange Behinderungen immer noch als Krankheit angesehen werden, ist es schwer, Menschen begreifbar zu machen, das ein Leben mit einer Beeinträchtigung durchaus auch eine sexuelle Seite hat.