Unfall, Behinderungsgrad, was angeben?

    Hallo!


    Ich hab zwei Fragen. Zum einen - ich hatte vor 2 Jahren nen Motorradunfall (mir hat jmd die Vorfahrg genommen). Seitdem hab ich ein zu etwa 70% steifes Sprunggelenk und werd vermutlich laut Gliedertaxe etwa 20% bekommen.


    Frage 1: Gibts ne Möglichkeit aus dem Invaliditätsgrad den Behinderungsgrad zu ermitteln?


    Sollte der auch so um die 20 liegen, bringt der mir trotzdem etwas?


    Frage 2: Von Geburt an hab ich 2 kaputte Bizepssehnen die mich teilweise in meiner Bewegung einschränken (schwere Dinge heben, alles über Kopf). Eine Sehne wäre fast gerissen, wurde operiert, hat allerdings an den Schmerzen nichts geändert. Lohnt es sich dafür auch nochmal zu nem Arzt zu gehen und des dann beim GdB mit anzugeben?


    Danke,


    Maddin


    PS: Ich hab schon versucht mit Tante Google einiges rauszubekommen - aber wenn man nach GdB sucht findet man meistens nur Artikel für Schwerbehinderte.. was ich ja (zum Glück) nicht sein werd.

  • 11 Antworten

    Es gibt eine Kataloge, allerdings bekommst du vermutlich um die 20. ab 30 wird es interessant - Gleichstellung (Kündigungsschutz).


    Erst ab 50 ist man schwerbehindert.


    Man gibt alles an, was man an Symptomen/Einschränkungen hat und muss ärztliche Befunde dazu einreichen.

    Was ist denn Deine Zielsetzung? Schadensersatz/Versicherungszahlung wg. dem Unfall (dann sind die Bizepssehnen egal). Oder allg. Feststellung von Einschränkungen (sprich Einstufung GdB)? Dann zählt alles.

    Wichtig beim Antrag auf einen GdB ist vor allem, dass Du da Deine Einschränkungen angibst, die Du durch Deine Erkrankungen im Alltag hast. Das können Einschränkungen sowohl im privaten als auch im beruflichen Bereich sein. '


    Also nicht nur aufzählen, was Du alles hast (aktuelle Befunde sind da sicher eine gute Unterstützung), sondern auch, wie sich das auswirkt. Z.B., dass Du durch das versteifte Sprunggelenk keine längeren Strecken laufen kannst, Schmerzen hast o.ä.


    Wieviel Du bekommst, kann man nicht so leicht sagen, weil die einzelnen Beschwerden ja unterschiedlich gewichtet werden.


    Ich bin gleichgestellt mit einem GdB von 30 und da ich gerade um meinen Arbeitsplatz kämpfen muss, bin ich heilfroh drum!

    Schließe mich Schmidti an: Nicht die Diagnosen listen, sondern Beeinträchtigungen!


    Wie hoch der GdB ausfällt: Schwer zu sagen. Ich erlebe da auch beruflich immer wieder Erstaunliches (von Nichtberücksichtigung von Angaben bis hin zu sehr unterschiedlichen Urteilen). Ich selber habe einen GdB von 40 und die Gleichstellung, seit 12 Jahren mittlerweile. Mir wurden anfangs 20 gegeben; nach Widerspruch und 2jährigem Sozialgerichtsverfahren 40 und zwar unbefristet. Die Gleichstellung war dann eher Formsache.


    Momentan bin ich nicht wirklich eingeschränkt, aber insgesamt schon froh, den GdB zu haben. Man weiß ja nie...

    Ich habe beim ersten Antrag gleich den GdB von 30 bekommen...Unbefristet, weil es um "dauerhafte Einschränkung der körperlichen Beweglichkeit" ging.


    Beim Gleichstellungsantrag gab es immer noch ein paar Nachfragen, da musste ich dann auch noch Unterlagen nachreichen. Da ich aber die Unterstützung unserer Schwerbeschädigtenvertreter im Betrieb hatte, ging das dann letztendlich auch ziemlich glatt durch. Alles in allem hat das knapp 4 Monate gedauert, bis beide Anträge durch waren.


    Ich bin auch dem VDK beigetreten, weil die mir in Zukunft da vielleicht auch noch mal behilflich sein können. Kostet nicht viel, gilt steuerlich als Spende und unterstützt noch eine gute Sache, selbst wenn man sie gerade nicht in Anspruch nehmen muss!

    Zitat

    Ich habe beim ersten Antrag gleich den GdB von 30 bekommen...Unbefristet, weil es um "dauerhafte Einschränkung der körperlichen Beweglichkeit" ging.

    Unbefristet war es dann bei mir nach rd. 2 Jahren Rechtsstreit auch. Ich hab' eine Rechtsschutzversicherung, die es gezahlt hat. Ausschlaggebend war letztlich ein Gutachten, was ich auf Gerichtskosten selber in Auftrag geben durfte. Die "dauerhafte Einschränkung" wollte man nämlich nicht sehen...


    Manchmal ist es halt mühsamer. Dafür ging die Gleichstellung fix. Ob's daran lag, dass ich gerade erst mit dem Studium fertig und eh arbeitslos war? Ich habe lediglich ein Schreiben aufgesetzt und den Antrg ausgefüllt; 2 Wochen später der Bescheid.

    Könnt ihr mir bitte mal bitte erläutern, warum man die Gleichstellung beantragen sollte ? Ich glaube wegen Kündigungsschutz ...? .... aber was noch ?


    Ich habe GdB 30 , dauerhaft ":/ , jedenfalls stand nichts da von befristet.


    Wo beantrage ich denn die Gleichstellung.?