Hallo,


    bei mir käme es sehr auf die Topografie an. Täglich 3km steile Hänge hinauf und hinunter wäre mir auch zu viel. Im Flachland aber kein Problem. Auf die Dauer würde ich mir aber auch ein Fahrrad anschaffen, bei einem ordentlichen Lohn sollte das nach zwei bis drei Monaten ohne Probleme möglich sein.

    3 km Weg zur Arbeit sind im rechtlichen Sinne vermutlich zumutbar, vorbehaltlich entsprechenden Gesundheitszustandes.


    Es gibt vielleicht neben all den genannten Alternativen auch noch die Möglichkeit, eine Fahrgemeinschaft zu bilden, vielleicht arbeiten da noch mehr leute die zur gleichen Zeit einen ähnlichen Weg haben.


    Insgesamt versteh ich allerdings die allgemeine Echauffage bezüglich des Themas nicht. Für Bezieher jedweder Art staatlicher Sozialhilfen gibt es Regeln hinsichtlich zumutbarer Arbeitsstellen einschließlich der damit verbundenen Umstände. Wer ablehnt, muß mit Kürzungen oder Einstellung der Zahlungen rechnen.


    Darüber hinaus wird sich der Betroffene ökonomisch entscheiden; d.h. wenn ihm der Umstand, zur Arbeit zu kommen, unannehmlicher erscheint als die entsprechenden finanziellen Konsequenzen, dann macht ers halt nicht (einmal vorausgesetzt, die Stelle paßt im Übrigen). Die Ablehnung erfolgt dann vermutlich auch nicht in erster Linie wegen der Zeitdauer des Arbeitsweges, sondern vielmehr wegen des körperlichen Aufwandes. Von daher sind Vergleiche, wieviel Zeit andere Arbeitnehmer mit irgendwelchen motorisierten Verkehrsmitteln zurücklegen, auf diese Situation wenig übertragbar.

    Reine Ausrede!


    Das sind solche Spezialisten, die so richtig zu den Vorurteilen und dem Bild des "faulen Hartzianers" passen und denen man zu Recht die Leistung kürzt, wenn sie eine zumutbare Arbeit nicht annehmen.


    Er soll sich vom ersten Gehalt ein Billig-Gebrauchtfahrrad kaufen und damit fahren.


    3 km sind echt keine Entfernung.


    Und wenn er sagt, 1000 Euro netto sind zu wenig für so einen langen Weg, dann sag ihm, ich sei jahrelang für knapp 1.300 Euro netto täglich 90 km mit dem Zug gefahren und zusätzlich hätte ich noch täglich 25 Minuten Fußmarsch zusätzlich in Kauf genommen.

    Ich würd das auch machen, aber würde mit dem Rad fahren (bei Schnee usw. halt laufen). Evtl. würde ich mir dort Kollegen suchen, die ein Auto haben und mich mitnehmen können. ":/


    3km? Ich weiß gar nicht, ob ich da 45min. laufen würde, vielleicht wär das auch kürzer zu schaffen...

    Also, ich habe mich an einer Stelle wohl undeutlich ausgedrückt:

    Nein, es handelt sich hierbei nicht um 1000 € Netto Verdienst, sondern eine gute Ecke mehr. Die 1000€ hat er bei einen anderen Job ausgeschlagen, nicht die mit den 3 Kilometern.


    Na, was vorbei ist, ist vorbei... ":/


    Ich finde es beruhigend, dass nun doch die Meisten der Meinung sind, dass man durchaus 3 Kilometer als gesunder, junger Mann laufen kann, der weder Gewichts- noch Knieprobleme hat. Und ich bin nun wirklich kein Verfechter, der sagt: NImm BLOß jeden NOCH so VERACHTENDEN Job an, egal welche BEdingungen herrschen. Aber ein bisschen Laufen ist nun wirklich kein Drama. Will jetzt nicht genau sagen welcher job, aber es handelt sich schon um körperliche Arbeit, aber nicht so extrem. Halt einfach körperlicher Einsatz.


    Ich persönlich habe das Laufen bevorzugt, weil ich da nochmal abschalten kann... ":/

    Zitat

    3 km – so lang ist der Weg für die meisten Schüler, die eine weiterführende Schule besuchen.

    Oder auch erst 1 Std. 40 Minuten Busfahrt + anschließend noch 3 km Fußweg, nachmittags dann 3 km Fußweg zum Busbahnhof + 70 Minuten Wartezeit bis der nächste Bus fährt + nochmal die 1 Std. 40 Minuten Busfahrt nach Hause, wenn man auf dem Land wohnt und trotzdem Abitur machen möchte! :-D


    Und: ich hab's trotzdem überlebt.


    Und heute: jeden Tag mindestens 45 Minuten Autofahrt zur Arbeit ein Weg - und das kostet dazu richtig Geld! Da ich sowieso ne mind. 50-Stunden-Woche habe, bin ich jeden Tag zwischen 12 und 14 Stunden unterwegs... :-) Wenn ich meine Benzinkosten und sonstigen Unterhaltungskosten meines Autos von meinem Gehalt abziehe, dann bleibt mir wohl nur noch ein dreistelliger Betrag übrig...


    Also bitte, wo gibt es eine Arbeitsstelle, zu der ich morgens und mittags ne halbe stunde laufen muss, nur 8 Stunden arbeiten muss am Tag, und dazu dann noch mehr als 1000 Euro netto verdiene?? Ich würd mich sofort bewerben! :-)

    Zitat

    wenn er Arbeitslosengeld bezieht soll er den Job auch machen, ansonsten solln sie ihm das Geld kürzen...

    das wird auch getan ;-) #


    Ein Arbeitsweg von bis zu 3 Std. mit Bus und Bahn sind zumutbar, wenn man ablehnt werden die Bezüge gekürzt.


    Ich musste früher 2,9 km zur Schule laufen weil die Schule erst ab 3km eine Fahrkarte gestellt hat. >:(


    Ein Durchschnittlicher Läufer schafft 5 km in der Std., von daher ist die Angabe von 45 min. nicht so falsch.

    Ich bin 20 Jahre lang täglich bei jedem Wetter 50 Minuten zur Arbeit und 50 Minuten zurück gelaufen. Da ich im Gebirge wohne, war jeweils die Hälfte der Strecke bergan zu zu gehen. Unser Auto wurde von meinem Mann benutzt, der damit 60 km weit zur Arbeit fuhr. Natürlich ist so ein Marsch bei manchen Wetterlagen kein Vergnügungsspaziergang, zumal ich einige Jahre nachmittags auch noch in Eile war, um die Kinder pünktlich im Kindergarten abzuholen. Der Regenschirm und manchmal auch dicke Klamotten waren meine ständigen Begleiter. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, die Arbeit wegen des langen Wegs aufzugeben. Ich bin gern zur Arbeit gegangen. Mich von meinem Mann oder gar von anderen Steuerzahlern durchfüttern zu lassen, ist mir nie in den Sinn gekommen. Ich habe manchmal das Gefühl, dass in Deutschland die Zahl der Faulen und Bequemen immer mehr zunimmt. Dem einen sind die Arbeitswege oder gar die Arbeit selbst zu viel, anderen machen Kinder zu viel Arbeit oder Lärm oder was alles noch so vorgebracht wird, wenn man eine Ausrede dafür braucht, die anderen arbeiten und zahlen zu lassen. Wenn dann keiner da ist, der im Alter die durch Nichtarbeiten entstandene mickerige Rente aufstockt, ist wieder der Staat dran schuld. Damit es keiner falsch versteht, es gibt in Einzelfällen Menschen, die aus wirklich handfesten Gründen keiner geregelten Arbeit nachgehen können oder dürfen. Ein langer Arbeitsweg gehört dazu aber nicht.