Ab wann sollte man das Jugendamt einschalten

    Hallo ihr lieben *:)


    Ich bin momentan einfach ratlos. Ich wohne in einem Mehrfamilienhaus im Altbau. Direkt über mir wohnt eine Frau mit ihrer Tochter (ich schätze die Kleine ist inzwischen ca. 3 Jahre alt).


    Es gab vor über einem Jahr ständig Streit zwischen der Frau und einem Mann (der wohnt allerdings nicht mehr da und seitdem war einigermaßen Ruhe).


    In letzter Zeit ist mir aber aufgefallen, dass die Frau ständig die Kleine regelrecht anbrüllt. Und das auch nicht nur kurz, sondern oft 15 Minuten lang. Anfangs hat man die Kleine noch weinen gehört. Inzwischen scheint sie das Gebrüll ihrer Mutter einfach zu ertragen.


    Eine Situation von neulich: Nacht um 4 hat die Kleine geweint (bin dadurch wach geworden) und man hörte wie die Mutter ins Zimmer gestürmt kam und ein "Halt die Klappe" rief.


    Wie geht man in so einer Situation vor? Ist das schon der Zeitpunkt, an dem man das Jugendamt einschaltet? Wie seht ihr das? Ward ihr auch schon mal in so einer Lage?


    Liebe Grüße, Lana

  • 7 Antworten

    ...ist denn Anbrüllen anzeigewürdig?


    Frage deswegen, weil sich bei Beschwerden über Mieter uns häufen, die ihre Kinder in der Nacht auch so anbrüllen, dass die Nachbarn wach werden. Die vermuten auch gleich Gewalt etc.., aber als Eltern weiß man normalerweise, dass man schon mal brüllt, eben, DAMIT nichts passiert, je nach Typ halt. Brüllen kann auhc ein Ventil sein, kein schönes klar, normal sollte man sich beherrschen können,


    aber manchmal brüllt man lieber, anstatt dass man schlägt. Aber die Nachbarn von meinen Mietern wollen auch zu Polizei/Jugendamt.

    Dass man als Eltern mal brüllt ist völlig normal, aber doch bitte nicht Nachts, weil das Kind aus irgendeinem Grund wach wird :|N sowas kann ich nicht verstehen, vor allem "Halt die Klappe" ist ja wohl total daneben. Kann man die Frau ansprechen? Ansonsten Jugendamt.

    Grundsätzlich ist es so - wenn die Anzeige beim Jugendamt "unangebracht" ist bzw. die Situation nicht als kindeswohlgefährdend eingestuft wird, dann ist das halt so. Ankreiden wird dir das trotzdem niemand.


    Zu entscheiden ob es aber nun noch tolerierbar ist oder nicht, liegt aber einfach auch beim Jugendamt. Im schlimmsten Fall sehen die sich eben die Familie an, sind der Ansicht dass alles in Ordnung ist, und gut. Du hast doch nichts zu verlieren.

    Was man nie vergessen sollte:


    Man bekommt nur Teile von einer Situation mit. Und diese Teile gilt es auch noch richtig einzuordnen. Hier neigt man dazu oftmals das Schlimmste anzunehmen, was sich im Nachhinein auch als relativ harmlos (zumindest nicht wirklich kindsgefährdent) herausstellen kann.


    Sicher ist anschreien keine adäquate Handlung. Niemals. Dennoch würde ich es andererseits, wenn ich nicht den gesamten Kontext kenne auch nicht als, Kindesgefährdung sehen.


    In Deinem gesamten Beitrag ist sehr viel "Lückenfüller" drin, Wertung und Spekulation, lediglich aufgrund einiger Eckteile die Du mitbekommst.


    Z.B.:

    Zitat

    Anfangs hat man die Kleine noch weinen gehört. Inzwischen scheint sie das Gebrüll ihrer Mutter einfach zu ertragen.

    Ist es so hellhörig bei Euch, dass Du wirklich Alles mitbekommst? Jedes Weinen? Jedes -eventuell- vorher stattgefundene Gespräch, jeden Versuch der Mutter sich mit dem Kind auseinanderzusetzen, ihm zu helfen?

    Zitat

    Und das auch nicht nur kurz, sondern oft 15 Minuten lang.

    Ich habe noch niemals einen Menschen 15 Minuten lang einen Anderen durchweg anschreien hören. Nicht, ohne, dass da auch was zwischendrin vom Anderen kam.


    Verstehe mich nicht falsch. Ich glaube Dir absolut, dass das Schreien der Mutter zu viel ist. Wenn es eben schon so auffällt. Und dass das sicher nicht gut ist. Aber ich möchte eben auch drauf hinweisen, dass man hier die eigene Wahrnehmung und damit einhergehende Spekulation genau beobachten sollte.

    Hallo und danke für eure Hilfe.


    Ich war jetzt einige Tage nicht zuhause, sodass ich nichts in den letzten Tagen beobachten konnte. Natürlich ist es besser man brüllt, als das man schlägt.... aber ist das dann nicht psychische Gewalt?


    Ich glaube nicht, dass die Mutter ihr Kind schlägt (obwohl ich weiß, dass sie ihren -inzwischen wahrscheinlich Exfreund- geschlagen hat). Auch habe ich aus den Streitereien mitbekommen, dass sie aus einem schwierigen Elternhaus kommt, in dem der Vater Alkoholiker war und Frau und Tochter geschlagen hat. Möglicherweise hängt das alles zusammen. Ich weiß, dass es mich nichts angeht, aber andererseits mache ich mir einfach Sorgen, um das Kind.

    Zitat
    Zitat

    Und das auch nicht nur kurz, sondern oft 15 Minuten lang.

    Ich habe noch niemals einen Menschen 15 Minuten lang einen Anderen durchweg anschreien hören. Nicht, ohne, dass da auch was zwischendrin vom Anderen kam.

    Ich weiß nicht, was die Kleine zwischendurch gesprochen hat. Wenn überhaupt dann war es sehr leise und kaum hörbar. Normale Gespräche hört man in unserem Haus nur, wenn man im Hausflur steht. In den Wohnungen hört man Sätze oder Musik erst, wenn es doch lauter wird.


    Ich werde dem Jugendamt mal schreiben und fragen, wie ich mich verhalten kann.

    Für mich würde das Anbrüllen nachts um 4, gepaart mit dem üblichen Schreien schon eine Art der Kindeswohlgefährdung darstellen. Meine Nachbarin (auch alleinerziehend) schreit ihren Sprössling auch öfter mal an, in meinen Augen auch zu oft, aber ich weiß, dass sonst alles super ist zwischen den beiden.


    Da du aber nicht die genauen Hintergründe kennst (wobei die mir nachts um 4 am A... vorbei ginge!!), würde ich mir mal über einen Zeitraum von 3, 4, 5 Wochen Notizen dazu machen. Das ist wichtig, um dich selbst zu "kontrollieren". (z.B. Ob es dir nur viel vorkommt oder wirklich so ist.) Außerdem wird dir das auch helfen, wenn du das Jugendamt oder einen Kinderschutzbund kontaktierst.


    Ich würde das Thema nicht einfach auf sich sitzen lassen!


    Ich meine: Ohne etwas Böses zu unterstellen, vielleicht ist die Mama im Moment auch nur ausgebrannt weiß nicht weiter. Das JA kann in solchen Situationen auch professionell helfen. Die holen ja nicht überall massenhaft Kinder aus den Familien. Das könnte kein Mensch bezahlen.


    Ich würde wahrscheinlich sogar versuchen die Mama mal diplomatisch darauf anzusprechen. An der Reaktion kann man vielleicht schon etwas erkennen. So ala: Ich hab heute Nacht die Kleine weinen hören, war da alles ok,


    hatte wohl einen Alptraum?


    Aber wie gesagt, alles langsam angehen, notieren und im Zweifelsfall nicht schleifen lassen.


    In meiner wurden die Nachbarkinder schwer misshandelt, ohne dass es laut war. Bis sich mal jemand der Erwachsenen getraut hatte, etwas zu sagen ....... Aber ja, als Laie kann man das eben schwer einschätzen. Daher erst mal notieren & weitersehen.