Ablenkung vom Lernen

    Ich habe oft Probleme damit, mich auf meine Aufgaben zu konzentrieren und da voran zu kommen.


    Ich habe sehr viel Lernstoff, der sich schnell überfordernd auftürmt wenn man nicht täglich daran arbeitet. Und ich kenne auch diese tollen Apps, die bestimmte Seiten sperren oder auf dem Handy Bäume wachsen lassen je länger man es nicht benutzt.


    Mein Problem ist eher, dass ich ja trotzdem von der Existenz der tollen sozialen Netzwerke weiß. (Ist nur ein Beispiel, mich lenken viele andere Sachen auch ab).


    Ich denke dann lieber stundenlang drüber nach, was ich alles noch tun und erledigen könnte, oder was ich wohl grade verpassen könnte, als einfach mal mit dem Lernen anzufangen. Und dann ist schon wieder ein Tag vorbei und die Prüfung rückt näher. Und am Ende muss ich dann wieder alles unter Druck und auf den letzten Drücker machen und ärgere mich darüber. Und jedes mal nehme ich mir vor, dass sich das ab jetzt ändern wird und es klappt nie.


    Hat da irgendwer hier den ultimativen Rettungstipp oder selbst Erfahrungen damit gemacht?

  • 9 Antworten

    Eigentlich einfach: Aufhören, was sonst?


    Die Frage ist, warum du diese Ablenkungen zu brauchen scheinst --> (Nach)denkaufgabe.

    Zitat

    Ich denke dann lieber stundenlang drüber nach, was ich alles noch tun und erledigen könnte, oder was ich wohl grade verpassen könnte, als einfach mal mit dem Lernen anzufangen.

    Statt stundenlang darüber nachzudenken, was du noch zu tun hast: aufschreiben. Erstelle eine kurze To-Do-Liste, was du erledigen möchtest, wenn du den Studienstoff durchgearbeitet hast. Dann schwirrt dir das schon einmal nicht mehr so penetrant durch den Kopf. Und: Was verpasst du denn? In erster Linie doch vor allem die gründliche Vorbereitung auf deine Klausuren, die ja mindestens genauso wichtig ist wie die Zeit für deine Hobbys, Freunde und Familie. Vielleicht hilft dir ja, mal eine Woche aufzuschreiben, mit was du täglich deine Zeit verbringst. Und dann abzuwägen, wie viel davon tatsächlich sinnvoll genutzt oder nur sinnlos verplempert wurde.

    Zitat

    Hat da irgendwer hier den ultimativen Rettungstipp oder selbst Erfahrungen damit gemacht?

    Du weißt ja schon, dass es einige Hilfsmittel gibt, um sich zum Arbeiten zu zwingen. Letztendlich - und das hast du auch schon erkannt - braucht man trotzdem und vor allen Dingen Selbstdisziplin. Kneif die Pobacken zusammen und setze dir feste Aufgaben und Zeiten pro Tag, an denen du konsequent und konzentriert den Stoff durcharbeitest. Je routinierter du darin wirst, desto leichter fällt es dir. Das Ganze ist ein Gewohnheitsding. Die Anfangszeit ist hart - alte Gewohnheiten sind ziemlich hartnäckig und der innere Schweinehund verteidigt sie ausdauernd und unermüdlich -, wenn du aber dranbleibst, werden die neuen Strukturen irgendwann ebenfalls Routine und du im besten Fall insgesamt effizienter.

    Zitat

    Die Frage ist, warum du diese Ablenkungen zu brauchen scheinst --> (Nach)denkaufgabe. (yukumu)

    Ja. Geh mal auf Ursachenforschung.

    Zitat
    Zitat

    Die Frage ist, warum du diese Ablenkungen zu brauchen scheinst --> (Nach)denkaufgabe. (yukumu)

    Ja. Geh mal auf Ursachenforschung.

    In der Regel sind die Ursachen ganz profan. Prokrastination entsteht dann, wenn die Möglichkeiten der Ablenkung zur Vermeidung der Pflichten genutzt wird (Ausrede gegenüber sich selbst). Ein Gegensteuern funktioniert nur mit Plan und Disziplin.


    Das Resultat dieses Verhaltens ist übrigens Stress. Weil die Arbeit mehr statt weniger wird, und weil Erfolgserlebnisse ("abhaken") fehlen. Und diesen Stress schiebt man dann gerne fälschlicherweise auf die wartenden Pflichten und hat den Eindruck, dass das alles zuviel wäre. Dabei ist es gar nicht mal das, was den Stress ausmacht.


    Als ersten Tipp kann ich nur raten, eine Liste der wichtigsten fünf Dinge zu machen und darüber hinaus alles erst einmal zu ignorieren. Erst wenn davon drei Dinge gemacht sind, kann man die Liste wieder neu aufbauen. Zwing dich zu mehr Kontrolle über deinen Tagesablauf. Und nimm dir für das Handy einfach 2-3 mal eine feste Zeit von einer Viertelstunde vor, in der du z.B. Nachrichten beantwortest oder so. Keine Sorge, du wirst schon nicht für tot erklärt, wenn du mal ein paar Stunden stumm bleibst ;-)

    Ich glaube die Ursache ist ganz einfach: mir fehlt diese Disziplin.


    Hinzu kommt, dass ich das einfach auch alles nicht klar strukturieren kann. Ich habe viele Veranstaltungen in der Uni, die sich wöchentlich von der Zeit her ändern oder verschieben können und damit ist mein Tagesablauf dann schon wieder durcheinander. Damit fehlt mir wohl also auch die nötige Anpassungsfähigkeit oder Flexibilität.


    Das mit der ToDo-Liste hab ich schonmal probiert. Am Ende brauche ich für die blöde Liste länger, als wenn ich die Aufgaben einfach gleich erledige, weil ich mich auch daran aufhänge.


    Und wenn ich grade mal nicht über Aufgaben und Erledigungen nachdenke, hänge ich einfach so meinen Gedanken nach.


    Es sind wohl tatsächlich einfach die Disziplin und der Antrieb.

    @ Comran

    Ja genau, irgendwann entsteht so ein richtiger Stressteufelskreis und man fühlt sich einfach von allem gestresst und kann sich dann nur noch weniger auf die wichtigen Dinge konzentrieren.


    Insgesamt ist ja das Problem auch gar nicht, dass den Stoff dann nicht schaffe, ich habe bis jetzt immer alles rechtzeitig geschafft und bestanden usw. Vielleicht ist das der Knackpunkt, dass mein Hirn diesen Stress am Ende doch immer mit Erfolg verknüpft. ;-D :=o

    Zitat

    Am Ende brauche ich für die blöde Liste länger, als wenn ich die Aufgaben einfach gleich erledige, weil ich mich auch daran aufhänge.

    Genau deswegen sollst du dir nicht mehr Gedanken als über die nächsten 5 wichtigsten Dinge machen. Und dann mit der Umsetzung beginnen. Und erst, wenn davon mehr als die Hälfte erledigt ist, darfst du dir neue Gedanken machen.


    Wenn die Liste immer länger wird, was du dir aufschiebst, ist es klar, dass dies zeitraubend wird. Aber 5 Dinge sind überschaubar. Du darfst sie nur nicht zu groß wählen - immer bewältigbare und überschaubare Erfolge setzen.


    FALSCH: Punkt 1 = Ich muss für die Prüfung den Stoff können. => unüberschaubar, langfristig.


    RICHTIG: Punkt 1 = Sortieren meiner Unterlagen im Fach XY. Punkt 2 = Recherchieren zum Thema ABC. Punkt 3 = Kontoänderung Strom. Punkt 4 = Übungen zum Thema ABC im Buch wiederholen. Punkt 5 = Bad putzen.


    Merkst du den Unterschied? Du musst die Aufgaben so strukturieren, dass sie dir Luft lassen, auch andere Dinge einzuplanen. Sicherlich könntest du jetzt 12 Tage am Stück durchlernen, weil das Thema am wichtigsten ist. Aber du kannst nicht 12 Tage alles andere vernachlässigen. Daher immer schöne Häppchen bilden. Von den 5 Punkten oben schaffst du es sicherlich, 3 Dinge in 2 Tagen zu erledigen. Weil eben auch kleine Dinge dazwischen sind. Und dann kannst du neu planen. :)^

    Wichtig ist, daß Du in einem Umfeld bist, in dem Dich nichts stört oder ablenkt.


    Das bedeutet: Absolute (!) Ruhe.


    Ich selbst hatte das Problem, daß ich nicht lenen konnte, weil andere um mich herum waren und meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen haben. Sobald die weg waren und auch sicher war, daß die nicht zurück kommen bin ich in Fahrt gekommen und nach 20 Minuten hatte ich einen Zustand von großer Konzentration und Meditation erreicht.


    Leider ist das sehr selten und wirkliches konzentriertes Arbeiten und Lernen ist für mich kaum moglich. Man könnte zum Medikament greifen aber ich sehe mich nicht als Ursache. Die anderen sollen Rücksicht nehmen und mich in Ruhe arbeiten lassen.


    Geht es Dir auch so?

    @ T.Trinker

    Ja oft werde ich auch von anderen Menschen abgelenkt. Bei meinem Freund zum Beispiel treffe ich da auf wenig Verständnis, wenn ich sage dass ich Ruhe brauche und am besten auch länger als 10 Minuten.

    @ Comran

    Danke für deinen Vorschlag! So sollte ich das vielleicht mal angehen.