• Ärztliche Vermittlungsstelle- wisst ihr mehr?

    Ich hab erst in 2 Wochen einen Termin beim Neurologen. Ich hab 2 Überweisungen von 2 verschiedenen Ärzten mit 2 unterschiedlichen Diagnosen für Neurologen. Einmal Überforderungssyndrom. Einmal zur Abklärung von Krankheiten, die das ZNS betreffen (ich habe unabhängig davon unklare Symptome, die sowohl für eine Krankheit als auch für die Psyche…
  • 46 Antworten

    Die 116 117 gilt seit Anfang des Jahres bundesweit einheitlich und ersetzt die bisherigen unterschiedlichen Rufnummern der Terminservicesstellen der einzelnen kassenärztlichen Vereinigungen. Man benötigt dazu aber eine Überweisung MIT Dringlichkeitscode, der aufgeklebt wird (Zahlen-/Buchstaben-Kombi).

    Bei der Vermittlung über die TSS hagt man aber keine freie Arztwahl und kann auch in Nachbartorte geschickt werden. Behandler sind angehalten, eine best. Anzahl an Terminen für die Vergabe durch die TSS zu reservieren, so dass man ggf. eher einen Termin beim selben Arzt über die TSS bekommt, als wenn man dort selber anruft.


    melb1985

    Ich denke, auch ein Laie weiß, ob es nun "nur" Fieber ist oder Hexenschuss - oder ein bedrohlicher Notfall.

    116117 ist für alles, mit dem man sich zum Hausarzt schleppen würde, was aber nicht bis zum nächsten Tag warten kann (Fieber, Durchfall, Bauchschmerzen,...). 112 bei akuten Verletzungen, akuten Brustschmerzen, akuter Atemnot, akutem Allergienotfall, Schlaganfall. Also Dingen, mit denen man sich nicht in ein Wartezimmer beim Arzt setzen würde.


    Bsp.: Ich hatte neulich eine mehrere Tage alte Brandwunde, die sich am Wochenende inkl. Unterarm ziemlich entzündet hatte (Rötung, Schwellung, Schmerzen, konnte nicht mehr zupacken). Es konnte nicht noch 2 Tage warten, bis der Hausarzt da ist. Es war aber kein Notfall für die 112. Ich wusste aber nicht, ob nun Notaufnahme oder Notfallpraxis. Also 116117 angerufen. Situation geschildert, Rückmeldung: Bitte Notfallpraxis, das ist kein Fall für die Notaufnahme. Also Notfallpraxis (am Krankenhaus); die brauchten dann aber Spezialverbandszeug aus der Notaufnahme nebenan. Hat leztlich gut funktioniert, ich habe aber nicht die Notaufnahme blockiert. Denn da hätte ich Kapazitäten für echte Notfälle wie Unfälle etc. blockiert.

    Melb, du übertreibst aber wirklich. Die meisten Menschen werden sehr wohl einschätzen können, ob das, was sie gerade haben, ein Fall für 112 oder 116117 ist oder auch sogar noch bis Montag warten kann, um.zum niedergelassenen Arzt zu gehen. Ich kann das bei mir zumindest sehr gut. Man kennt doch sich und seinen Körper. Als ich mir einmal tief in den Daumen geschnitten habe und es sehr stark blutete (vorher Aspirin genommen) war mir klar, dass das unverzüglich beim ärztlichen Bereitschaftsdienst versorgt werden muss, ich aber keineswegs über 112 einen Rettungswagen rufen muss, sondern da mit dem Bus hinfahren kann. Nach meinem Fahrradsturz vor einigen Jahren war mir klar, dass ich die Knie röntgen lassen muss, aber ich ebenfalls keinen Rettungswagen brauche, sondern nur die nächste Notfallpraxis mit Röntgenmöglichkeit. Also 116117 anrufen und fragen, wo man hin muss.


    Es ist ja nicht gleich alles ein Herzinfarkt oder Schlaganfall, was sich außerhalb der normalen Sprechzeiten ereignet.


    Ebenso war mir klar, als mein Vater die Treppe runtergefallen ist und mit einer stark blutenden Kopfwunde im Flur lag, dass man dann sofort die 112 wegen Rettungswagen ruft.

    Na ja, was man unter Notfall verstehen kann, um die 112 anzurufen, ist ja aufgelistet.

    Da braucht auch niemand Zurückhaltung üben, ganz im Gegenteil.


    Es gibt aber genügend, die sich z.B. die ganze Woche mit Bauchschmerzen rumschlagen, nicht zum HA gehen, da müssen sie ja auch wieder warten usw.

    Dann wird G wieder bemüht und schon hat man einen lebensbedrohlichen Darmverschluss, Blut im Toilettenpapier, wahnsinnige Verstopfung weil nicht genug getrunken wird, oder kriegt Durchfall. Und alles ist plötzlich aufgetreten.


    Zahnschmerzen, Augenprobleme, HNO, nur um mal einiges anzuführen, sind auch keine Fälle für die 112.


    Dafür wurde ja die 116117 eingerichtet. Nach Angabe der PLZ und der Beschwerden, wirst Du mit einem zuständigen Arzt verbunden. Der entscheidet dann, ob das bis Mo warten kann, ob man sich in die Praxis in ..... begeben soll, ein Arzt rauskommt, direkt ein KTW/RTW geschickt wird oder auf Anforderung nach Besuch des Arztes.


    Übrigends wird mit Einrichtung der 116117 verhindert, dass die Ärzte rund um die Uhr tel. angerufen werden können. Für die geht die Sprechstd. am Mo auch weiter und da fragt auch niemand nach, wie es ihnen geht.


    Und das gelogen wird bis sich die Balken biegen, ist doch auch nichts Neues. In meinen 20 Jahren kamen viele in die Notfallsprechstunde, ohne jemals wirklich in Behandlung gewesen zu sein. Die liessen sich nur einfach weiterbehandeln, weil keine Zeit, AG macht Terror, hatten gerade nichts anderes zu tun usw. Wobei ich z.B. angelogen wurde als ich sagte, sie waren doch schon mehrfach hier und fragte, von wem sie sonst behandelt werden. Da hiess es dann, neeein, ich war noch nie hier, das ist eine Unverschämtheit mir sowas zu unterstellen.


    Die kommen gar nicht auf die Idee, dass das auch mal auffällt.


    Es ist ja auch sicher nicht zuviel verlangt, welche Einsatzwagen frei bleiben sollten, wenn es sich nicht um einen lebensbedrohlichen Einsatz handelt.


    Wer hier mal genaueres wissen will, kann sich ja mal erkundigen, welcher Unterschied zu einem RTW und KTW besteht. Dann dürfte auch klar sein, mit welchem Personal die besetzt sind.

    Zitat

    Die 112 ruft man an , wenn es ein dringender Notfall ist, der stationärbehandelt werden muss. Bei Verdacht auf Herzinfarkt oder Schlaganfall z.B. , oder Bewusstlosigkeit, Unfälle etc.

    Die möglichen Symptome von Schlaganfall und Herzinfarkt sollten auch Laien kennen. Das gehört meines Erachtens zum Allgemeinwissen...

    Dass das echte Notfälle sind, traue ich mir auch zu beurteilen. Also 112.


    Mir geht es eher um die Fälle, wo ich nicht weiß, dass es ein Notfall ist.

    Wie eben in dem Beispiel von Sunflower. Wäre das doch ein Notfall gewesen, hätte ich mit dem Anruf bei der 116117 auch wertvolle Zeit vertrödelt.


    Und bei Fieber schickt auch die 116117 keinen Arzt. Selbst erlebt. Und wenn es mir schwummerig wird, weil das Fieber weiter steigt, ist das meinem laienhaften Verständnis nach ein Notfall.

    Zitat

    Man kennt doch sich und seinen Körper.

    Bei mir selber ist das auch was anderes. Mir geht es um die Fälle, in denen ich für jemand anderes ärztliche Hilfe benötige. Solange ich in der Lage bin selber für mich zu telefonieren, kann es so schlimm nicht sein, das stimmt schon. Und das der die Treppe runtergefallene Vater ein Notfall ist, weiß ich auch.

    Zitat

    Dafür wurde ja die 116117 eingerichtet. Nach Angabe der PLZ und der Beschwerden, wirst Du mit einem zuständigen Arzt verbunden. Der entscheidet dann, ob das bis Mo warten kann, ob man sich in die Praxis in ..... begeben soll, ein Arzt rauskommt, direkt ein KTW/RTW geschickt wird oder auf Anforderung nach Besuch des Arztes.

    Wenn es aber so ist, dass die 116117 auch entscheiden kann, dass da ein Rettungswagen geschickt werden muss, wozu dann die 112?

    Dann könnte ich entgegen meiner vorherigen Annahme auch immer da anrufen.

    https://www.116117.de/de/index.php


    Ich finde, diese Seite erklärt das noch mal gut.


    Bislang war ich nämlich auch der Meinung, dass die Nummer nur dafür gedacht war, um im Fall des Falles den Bereitschaftsarzt der Umgebung zu benennen und diesen zu informieren >> also der Fall, wenn es nichts lebensbedrohliches ist (was die 112 erfordern würde). Denn gerade bei uns auf dem Land sind Notfallpraxen gerade für ältere Leute nicht so ohne weiteres zu erreichen - aufgrund der Entfernung. Mag in der Stadt vielleicht anders sein. Oder eben die nächste NOtfallpraxis mitzuteilen.

    Das scheint sich wohl geändert zu haben. Das ist jetzt wohl auch über die 116117 möglich. Da braucht man dann aber den Vermittlungscode - der auf der Überweisung vermerkt sein muss - bzw. für überweisungsfreie Fachrichtungen über die o.g. Seite angefordert werden kann.

    Und es ist eben kein Wunscharzt wählbar - sondern man muss nehmen, was angeboten wird. Und das könnte - wenn du Pech hast isa2020 - dann auch der Arzt sein, bei dem du schon einen Termin hast.

    Auf der 116117 konnte ich schon problemlos einen Bereitschaftsarzt sprechen (der dann zu mir kam), eine Information bzgl eines Notdienstes bekommen (fürs Kind) und letztens sogar Rettungswagen mit Notarzt bestellen (weil ich nicht sicher war, wie ich bei wiedergekehrten Nierenkoliken nun richtig reagieren sollte). Die machen einfach alles, irgendwie. Und das auch noch richtig gut, finde ich.

    Ich berichtige mich - die KVS ist die Kassenärztliche Vereinigung und nicht die Krankenkasse.


    Die Krankenkassen bieten selbst auch noch mal einen Terminvermittlungsservice an.


    Bei der 116117 ist vermutlich der ZUgriff auf die einzelnen Ärzte aber besser, weil es ja über die KVS läuft.

    Seit Januar übernimmt die 116117 AUCH die Aufgaben der bisherigen Terminservicestellen. Einen "besseren Zugriff auf einzelne Ärzte" gibt es aber dort auch nicht. Es gibt KEINE freie Arztwahl; man kann KEINE Wünsche benennen. Im Einzelfall kann man vielleicht zwischen einem "entweder... oder..." entscheiden, aber mehr nicht.

    Ebenso sind seit Januar etliche Arztgruppen zu FREIEN Sprechstunden verpflichtet. Auch das sollte man bei einzelnen Ärzten recherchieren - und mit Wartezeit dann hingehen. Einige vergeben aber auch Termine nur für diese Sprechstunde. Das hat im Hintergrund was mit Pflichtzeiten, verändertem Honorar, Zuschlägen für besonders schnelle Versorgung (aber nur, wenn von der KV vermittel!) zu tun.


    Einzelne (nicht alle!) Krankenkassen bieten selber einen Vermittlungsservice an. Wie gut der jeweils ist: Keine Ahnung. Im Gegensatz zur KV haben Krankenkassen keinerlei Zugriff auf die Zeiten, die die Ärzte melden müssen.

    Zitat

    Die machen einfach alles, irgendwie. Und das auch noch richtig gut, finde ich.

    Wir haben einmal aufgrund von Fieber angerufen und sollten dann mit daheim vorhandenen Schmerzmitteln weiterbehandeln bis zum möglichen Arztbesuch vor Ort.


    Beim 2. Mal aufgrund von Bauchschmerzen ein Hausbesuch durch den Bereitschaftsarzt (Internist). Rezept bekommen und den Hinweis, wenn wieder Sprechstunde ist, zum Hausarzt zu gehen. 5 Tage später vom Hausarzt notfallmäßig ins Krankenhaus eingewiesen wegen astronomischer Leberwerte aufgrund von Gallensteinen.

    Meine Zimmernachbarn sind gleich mit dem Krankenwagen ins Krankenhaus.

    Sunflower_73 schrieb:

    Seit Januar übernimmt die 116117 AUCH die Aufgaben der bisherigen Terminservicestellen. Einen "besseren Zugriff auf einzelne Ärzte" gibt es aber dort auch nicht. Es gibt KEINE freie Arztwahl; man kann KEINE Wünsche benennen. Im Einzelfall kann man vielleicht zwischen einem "entweder... oder..." entscheiden, aber mehr nicht.

    Ebenso sind seit Januar etliche Arztgruppen zu FREIEN Sprechstunden verpflichtet. Auch das sollte man bei einzelnen Ärzten recherchieren - und mit Wartezeit dann hingehen. Einige vergeben aber auch Termine nur für diese Sprechstunde. Das hat im Hintergrund was mit Pflichtzeiten, verändertem Honorar, Zuschlägen für besonders schnelle Versorgung (aber nur, wenn von der KV vermittel!) zu tun.


    Einzelne (nicht alle!) Krankenkassen bieten selber einen Vermittlungsservice an. Wie gut der jeweils ist: Keine Ahnung. Im Gegensatz zur KV haben Krankenkassen keinerlei Zugriff auf die Zeiten, die die Ärzte melden müssen.

    Da hat mich das Gefühl doch nicht getrogen - dass die Reglung noch relativ neu sein muss.

    SandyErgo schrieb:

    Bei der 116117 ist vermutlich der ZUgriff auf die einzelnen Ärzte aber besser,

    So ist es. Da klappt die Verbindung sofort, während man vor dieser Einrichtung warten musste, bis der für das Wo-ende zuständige Arzt erreichbar war. Entweder wurde zurückgerufen, wenn der Arzt sich bereits einem Pat. widmen musste oder wählte öfter bis eine Verbindung zustande kam, weil schon im Gespräch.