@ beetlejuice21

    Zitat

    wird scheiße bezahlt

    Zu diesem Thema: Ich hätte in der ambulanten Pflege mit 8,50 Euro netto/Stunde angefangen, als Arzthelferin verdiene ich lächerliche 7 Euro netto/ Stunde (und das als Fachkraft mit dreijähriger Ausbildung :|N )




    Ich möchte nocheinmal sagen, dass ich Absagen gut wegstecken kann und ich mich davon auch nicht einschüchtern lasse. Was ich krass fand war, wie plötzlich denen eingefallen ist, dass ich doch ungeeignet bin und vorallem die Art und Weise (darüber habe ich heute Nacht geträumt :-/ ).

    Zitat

    Ich habe Arzthelferin gelernt, arbeite also in einer Arztpraxis, schreibe EKGs oder EEGs, lege Verbände an, nehme Blut ab, helfe bei kleinen chirurgischen Eingriffen, mache die Verwaltung und Abrechnung etc.


    Ich habe NIE die Pflege alter Menschen erlernt und auch nicht, wie man diese beobachtet, um festzustellen, wie es ihnen geht. Auch die Pflegedokumentation habe ich nie gelernt.

    Vielleicht lag hier auch das Problem? Die arzthelferische Taetigkeit ist anscheinend anspruchsvoller im handwerklichen Sinn, waehrend man im Pflegedienst eher "zupacken" muss. Und letzteres duerfte vermutlich recht schnell erlernbar sein (das habe ich zufaellig mal im Fernsehen gesehen, weil sich die Pflegekraefte ueber diesen albernen Aufwand jeden "Pups" in ein Formular eintragen zu muessen, beschwerten. Wie lernt man denn alte Menschen zu beobachten? Wenn sie Dir vorwarfen, Du koenntest das nicht, dann klingt das nach Vorwand.

    Zitat

    Ich musste um 7 Uhr morgend dasein, meine Kollegin und ich hatten eine bestimmte Tour, die 3-4 Stunden dauerte. Meine Kollegin hat die Patienten versorgt, ich sollte beobachten und mir Notizen machen. Nach anderthalb Wochen (also 9mal mitfahren), sollte ich dan mal ran. Da aber Welten zwischen GUCKEN und MACHEN liegt, musste ich ein paar mal nachfragen. Es waren aber wirklich wichtige fragen, zb Wie verschließe ich den Katheter jetzt richtig? Meiner Meinung nach bin ich verpflichtet dazu, solche Fragen zu stellen, wenn ich unsicher bin, da es um den Patienten geht.

    Ich koennte mir gut vorstellen, dass das der entscheidende Punkt war. Mir laege so eine Taetigkeit auch nicht, aber vermutlich haben die gedacht, Du packst dann kraeftig zu zack zack sauber gewischt, schnell fertig und weiter zum naechsten Patienten. Zoegerliches Fragen, Bedenken u.ae, dafuer haben die vermutlich gar keine Zeit (auch wenn das eine Schande ist). Die haben vielleicht gleich gemerkt, dass Dir das eigentlich gar nicht liegt.

    Zitat
    Zitat

    Viele Subtaetigkeiten koennen auch von totalen Laien ausgefuehrt werden. Sonst waere es ja auch gar nicht moeglich, dass viele Pflegefaelle nur von Angehoerigen gepflegt werden.

    Ich hatte auch vorgeschlagen, dass ich "klein" anfange. Also nicht mit großen Waschungen, sondern es gab auch Patienten dort, die brauchten nur einen Verband+Salbe angelegt bekommen oder Blutzucker messen oder Insulin spritzen. Das habe ich in meiner Ausbildung alles gelernt. Bei manchen mussten wir auch nur Frühstück vorbereiten und die Leute eben schnell aus den Bett holen. Aber daraufhin wurde entgegnet, dass es nicht möglich sei, Touren so auseinanderzupflücken für mich.

    Siehe oben. Ich denke, das hier das Problem lag. Du duerftest eine falsche Vorstellung von dem Job haben (ich habe selbst keine Ahnung, sondern spekuliere nur). Alte Menschen "abfertigen" hat nichts mit dem anspruchsvollen Pflegen im Sinne aerztlicher Taetigkeit zutun. Da muss man anzunehmend zupacken koennen und alles so schnell wie moeglich durchziehen.

    Zitat

    Zu diesem Thema: Ich hätte in der ambulanten Pflege mit 8,50 Euro netto/Stunde angefangen, als Arzthelferin verdiene ich lächerliche 7 Euro netto/ Stunde (und das als Fachkraft mit dreijähriger Ausbildung

    Das ist ja total extrem. Du verdientest 1120 Euro brutto im Monat?? Das tangiert ja schon die Armutsgrenze. Bei Arzthelferinnen stellte ich mir eigentlich einen recht gut bezahlten Beruf vor. In einer netten Privatklinik, der reiche Schoenheitschirurg der zahlt gerne und gut.

    Wie wäre es denn mit medizinischem Sekretariat?


    Oder medizinisches Schreibbüro, kannst Du 10-Finger-System?


    Unsere Bürokräfte haben teilweise eine Ausbildung als Arzthelferin gemacht, vielleicht wäre das also etwas, bei dem deine fachlichen Kenntnisse Dir weiterhelfen.

    Zitat

    Bei Arzthelferinnen stellte ich mir eigentlich einen recht gut bezahlten Beruf vor. In einer netten Privatklinik, der reiche Schoenheitschirurg der zahlt gerne und gut.

    Die Arzthelferinnern bei den Hausärzten schmeißen fast die ganze Praxis: Terminplanung, Telefon, vorbereitete Rezepte und Überweisungen drucken und unterschreiben lassen, Koordination der im Wartezimmer wartenden Patienten, Blutentnahmen etc...


    ... als ich krank war, habe ich teilweise im Gang der Praxis gesessen, und es kamen unglaublich viele Patienten, die nur von den Arzthelferinnen betreut wurden und den Arzt gar nicht sehen mussten.


    Keine Ahnung was die alles gemacht haben, die sind ja in ein Räumchen gegangen und haben die Tre zugemacht, aber das ging zackzackzack einer nach dem anderen – und dazu dann noch Telefon, Terminplanung, nachfragende Patienten aus dem Wartezimmer, Überweisungen & Rezepte drucken und unterschreiben lassen und und und.


    kein Job, den man so haben möchte.

    @ huhngesicht:

    man merkt einfach nur, dass du da echt wenig ahnung hast... schönheitsklinik? netter chefarzt? und wer arbeitet bei den 1000000 Ärzten hinterm Tresen? Und du glaubst die verdienen gut? ich krieg 10,00 brutto die Stunde mit Nachtidensten, feiertagen wochenenden und ner locker 48 stunden woche... und ich arbeite im intensiv bereich, da werden wirklich nur echte Fachkräfte angestellt.


    Die einstellung "Hintern abwischen kann ja jeder" da werd ich echt aggressiv... als wäre es das... stimmt, das können auch angehörige.... komisch das die es dann nicht machen???? wenn es doch das einzige ist was man tun muss... *augenroll*


    Und zum Thema klein anfangen, gerade Verbände anlegen sind eben KEINE Grundpflege und dürfen NUR von examiniertem Pflegepersonal durchgeführt werden. Ob man das als MFA lernt, keine ahnung, aber ich weiß, dass das bei uns auch keine durften (bei uns heißt in dem Fall als ich in der Ausbildung ambulante Pflege mitgefahren bin 12 wochen, da gabs 2 touren nur für die Laienkräfte, Arzthelferinnen und die haben echt nur frühstück gemacht und strümpfe angezogen)


    Selbst wenn man es kann die KK zahlt es einfach nicht. Die Pflegekasse zahlt, eben weil es die Grundpflege ist. Behandlungspflge wird mit der KK abgerechnet und da musst du das Examen vorweisen.

    Waere das besser bezahlt, klingt das doch nach einem guten Job. Abwechslungsreich, nicht langweilig, mit Verantwortung ohne Ueber- oder Unterforderung. Aktiv und nicht anspruchslos, aber auch nicht koerperlich oder intellektuell stressig. Sowas will man nicht?

    nicht stressig?? in welcher Welt lebst du eigentlich? lach


    Da blaffen dich dauernd Patienten an weil sie denken sie wären der König auf Erden und der einzige Patient in dem Laden...


    Da hast du den Chef (arzt) hinter dir, der ungeduldig wird, und sehr oft unfair, weil auch er unter strom steht... musst 100 Arme gleichzeitig haben....


    Und du bist sicher überfordert... lach aber schön wenn du den neuen Traumberuf gefunden hast ;-)

    Zitat

    man merkt einfach nur, dass du da echt wenig ahnung hast... schönheitsklinik? netter chefarzt? und wer arbeitet bei den 1000000 Ärzten hinterm Tresen? Und du glaubst die verdienen gut? ich krieg 10,00 brutto die Stunde mit Nachtidensten, feiertagen wochenenden und ner locker 48 stunden woche... und ich arbeite im intensiv bereich, da werden wirklich nur echte Fachkräfte angestellt.

    10 Euro nannte ich immer noch (zu) wenig, aber immerhin schon mehr als 7. Zudem gibt es vermutlich solche und solche Arbeitsplaetze. Der Chefarzt der privaten Schoenheitsklinik braucht ja auch eine Arzthelferin.

    Zitat

    Die einstellung "Hintern abwischen kann ja jeder" da werd ich echt aggressiv...

    Ich bezog mich auf die einfachsten Pflegedienste und betonte die Achtung, die ich vor dieser Taetigkeit habe. Nur koennen, kann das jeder.

    Zitat

    als wäre es das... stimmt, das können auch angehörige.... komisch das die es dann nicht machen ?

    Meine Mutter starb recht qualvoll ueber einen laengeren Zeitraum. Die notwendige Pflege fuehrten mein Vater mit Hilfe meiner Grossmutter und meiner Schwester aus.


    Wie muehsam das ist, weiss ich, aber man muss das nicht lernen.

    Zitat

    wenn es doch das einzige ist was man tun muss... *augenroll*


    Und zum Thema klein anfangen, gerade Verbände anlegen sind eben KEINE Grundpflege und dürfen NUR von examiniertem Pflegepersonal durchgeführt werden.

    Aber genau das hat die TE doch erlernt. Oder reicht die Qualifikation Arzthelferin nicht aus, um Verbaende anzulegen?

    Zitat

    Ob man das als MFA lernt, keine ahnung, aber ich weiß, dass das bei uns auch keine durften (bei uns heißt in dem Fall als ich in der Ausbildung ambulante Pflege mitgefahren bin 12 wochen, da gabs 2 touren nur für die Laienkräfte, Arzthelferinnen und die haben echt nur frühstück gemacht und strümpfe angezogen)

    Ich verstehe den Satz nicht. Galten die Arzthelferinnen als Laienkraefte und diese durften nur Fruehstueck machen? Was ist das denn fuer eine Verschwendung von manpower? Machen im Pflegedienst die einfachen Taetigkeiten wie Waschen usw nicht mindestens 80% aus? Je nach Teamgroesse wuerde ich da maximal eine ausgebildete Toppflegekraft und/oder Arzthelferin plus notwendige Anzahl Ungelernte erwarten. Das gaebe Menschen ohne Ausbildung Arbeit und hielte die Kosten in Grenzen.

    Zitat

    Selbst wenn man es kann die KK zahlt es einfach nicht. Die Pflegekasse zahlt, eben weil es die Grundpflege ist. Behandlungspflge wird mit der KK abgerechnet und da musst du das Examen vorweisen.

    Was faellt denn alles unter Behandlungspflege, und wie gross ist deren Anteil an der Gesamtpflegearbeit?

    Zitat

    nicht stressig?? in welcher Welt lebst du eigentlich? lach


    Da blaffen dich dauernd Patienten an weil sie denken sie wären der König auf Erden und der einzige Patient in dem Laden...


    Da hast du den Chef (arzt) hinter dir, der ungeduldig wird, und sehr oft unfair, weil auch er unter strom steht... musst 100 Arme gleichzeitig haben....

    Ich versuche nur, mir aus den Schilderungen ein Bild zu machen. Die wenigstens Jobs sind voellig stressfrei, es klingt nur relativ angenehm.

    Zitat

    Ich versuche nur, mir aus den Schilderungen ein Bild zu machen. Die wenigstens Jobs sind voellig stressfrei, es klingt nur relativ angenehm.

    Ich wirkte mal an einer Studie mit, die eigentlich einen anderen Hintergrund hatte, aber ein nettes Nebenergebnis war, dass die Arzthelferinnen in einer Gemeinschaftspraxis einen höheren Anteil bestimmter Stresshormone im Blut hatte, als die Börsenbroker, die auch daran teilnahmen (beide nach acht Stunden Arbeit).


    Aber man beachte den Verdienst beider Jobs...


    Kein Job, den ich für das Geld machen möchte – jedenfalls nicht in Deutschland.

    Zitat

    Meine Mutter starb recht qualvoll ueber einen laengeren Zeitraum. Die notwendige Pflege fuehrten mein Vater mit Hilfe meiner Grossmutter und meiner Schwester aus.


    Wie muehsam das ist, weiss ich, aber man muss das nicht lernen.

    Ja, ich habe auch meine Mutter gepflegt, die schwer krank war und dann starb. Ehrlich, ich möchte nicht wissen, was ich ihr manchmal mit meiner Unwissenheit und der Unkenntnis der notwendigen Handgriffe antat.


    Zum Glück konnte ich mir den Rat einer Freundin einholen, die Krankenschwester ist und mir viel zeigte.


    Seit dem weiß ich, dass mehr dazu gehört, als einen Waschlappen zu schwingen und habe einen Heidenrespekt vor allen pflegerisch tätigen Menschen.


    Besagte Freundin hat übrigens auch einen Pflegedienst, bei dem sie Arzthelferinnen beschäftigt. Tatsächlich arbeiten diese aber bei ihr im Büro und kümmern sich um die Abrechnung.

    @ Braunesledersofa

    Ich kenn mich jetzt wirklich nicht aus, ist nur so ein Gedanke...


    Vielleicht kannst du dich ja beim Arbeitsamt mal erkundigen ob es gewisse Pflegekurse gibt die dich weiterbringen? Dann könntest du dir eine nochmals 3 jährige Ausbildung sparen und könntest dennoch in so einem ambulanten Pflegedienst anfangen. Oder man könnte da vielleicht was verkürzen da du ja bereits Vorwissen hast.


    Wie gesagt, ich hab keine Ahnung, aber fragen kostet ja nichts ;-)


    Ich wünsch dir alles Gute und deinen absoluten Traumjob. *:)

    Ich sehe Arzthelferinnen auch nicht in der Praxis eines Schönheitschirurgen Fingernägel feilen, die Mädels bei meinem Hausarzt leisten unglaublich viel und schaffen es, dabei immer freundlich zu sein. Immer. Und das ist sicher nicht nur in dieser Praxis so. Ich jedenfalls ziehe meinen Hut.

    Zitat

    Waere das besser bezahlt, klingt das doch nach einem guten Job. Abwechslungsreich, nicht langweilig, mit Verantwortung ohne Ueber- oder Unterforderung. Aktiv und nicht anspruchslos, aber auch nicht koerperlich oder intellektuell stressig.

    Nicht, dass die Mädels das nicht schaffen würden, aber es ist wirklich viel Überforderung. Die haben eigentlich um 12 Uhr die Praxis zu und 3 Stunden Patienten-Pause, davon 1 Stunde Mittagspause – oft habe ich mitbekommen, dass die Patienten bis 15 Uhr dort saßen und es effektiv keine Pause gab (weil ich einer dieser Patienten war) und die sich kaum für eine halbe Stunde Essen vom Platz losreißen konnten.


    ich bin dann auch schonmal zum Bäcker gegangen und habe dem Team Teilchen mitgebracht, weil die da wirklich kaum zum essen kommen.


    Also soviel zu stressfrei %-|

    Zitat

    Ich wirkte mal an einer Studie mit, die eigentlich einen anderen Hintergrund hatte, aber ein nettes Nebenergebnis war, dass die Arzthelferinnen in einer Gemeinschaftspraxis einen höheren Anteil bestimmter Stresshormone im Blut hatte, als die Börsenbroker, die auch daran teilnahmen (beide nach acht Stunden Arbeit).

    Vielleicht aeussert die TE sich dazu, die ja als Arzthelferin gearbeitet hat. Bei einem Boersenmakler naehme ich an, dass der Stress auf dem Laerm, dem Zeitdruck und der enormen Verantwortung beruht (spekulativ). Diese Probleme sollten bei AHs zumindest selten extrem auftreten (selbst bei Signifikanz koennten die Stresshormone andere Ursachen als unmittelbar den Beruf haben.)

    Zitat

    (...)Laerm, dem Zeitdruck und der enormen Verantwortung beruht (spekulativ). Diese Probleme sollten bei AHs zumindest selten extrem auftreten

    Warst du schon einmal in einer Arztpraxis?


    Bin gerade ratlos.

    Zitat

    Warst du schon einmal in einer Arztpraxis?


    Bin gerade ratlos.

    Vielleicht sprechen wir nicht ueber das gleiche? Ich war tatsaechlich nur sehr selten in Arztpraxen. Wenn dann indirekt wegen meiner Frau oder Tochter, aber da herrscht doch zumindest kein Laerm. Und die Hauptverantwortung ruht beim Arzt. Nehmen wir zB die Arztpraxis von Doktor Dressler oder Floeter (der neue heisst Schrader?) aus der Lindenstrasse (die kennen vermutlich viele aus dem Fernsehen). So etwa kenne ich Arztpraxen auch, und die Serie duerfte auch den Anspruch haben, relative Normalitaet vorzuspielen (meine Erfahrungen sind vermutlich wenn zu positiv, weil meine Frau zB aufgrund privater Versicherung teilweise in Extrazimmern untergebracht wird usw). Zeitdruck durch zu viele Patienten gibt es sicher oft, aber das wollte ich nicht mit der Situation eines Boersenmaklers vergleichen.

    Zitat

    weil meine Frau zB aufgrund privater Versicherung teilweise in Extrazimmern untergebracht wird usw).

    Mein Hausarzt hat keine Zimmer zum Übernachten ;-D und auch keinn Extra-Wartezimmer für Privatpatienten. Je nachdem wo man wartet (das Wartezimmer breitet sich wegen des großen Andrangs in den Fkur aus, und je nachdem was man machen muss, gibt es diverse Schlangen, die AHs haben z.B. eine eigene, da sitzt man im Foyer/Flur) ist man 1:1 mitten im Praxisalltag drin. Und der ist garantiert nicht unstressig.


    Teilweise machen die wie gesagt nicht mal Mittagspause. Arbeiten von 9-18 Uhr durch. Essen irgendwas nebenbei oder machen 10 Minuten Pause in der Praxis.

    Zitat

    Vielleicht sprechen wir nicht ueber das gleiche? Ich war tatsaechlich nur sehr selten in Arztpraxen.

    Vielleicht wohnst du auch eher ländlich?


    Ich gehe jetzt mal von meiner orthopädischen Praxis aus in Berlin, bei der ich eine zeitlang häufig aufgeschlagen musste. Er ist Orthopäde und Unfallarzt, praktiziert mit zwei Kollegen und einem Durchgangsarzt und hat einen ambulanten OP.


    Die Dame an der Anmeldung ist allein und sie tut mir schon leid, wenn ich die Tür öffne.


    Neben zwei ständig klingelnden Telefonen nimmt sie alle Patienten auf, kassiert die Praxisgebühr und auf ihrem Drucker landen alle Krankschreibungen, Rezepte usb, die sie dann nebenbei noch an die Gehenden verteilt. Sie vereinbart auch Folgetermine, sorgt für einen reibungslosen Ablauf.


    Der Arzthelfer, der gipst, tut dies im Akkord, trotzdem muss er akkurat arbeiten und darf sich keine Fehler erlauben – ich habe ihn in den vier Stunden, die ich beim ersten mal im Wartezimmer saß, nicht einmal seinen Raum verlassen sehen (es gibt nur die eine Tür – ich wurde anschließend auch da hinein gebeten und wurde gegipst).


    Des weiteren sehe ich da selten jemanden normal gehen – alle bewegen sich im Laufschritt.


    Tatsächlich empfinde ich die Lärmbelastung schon als immens. Abgesehen von dem ständigen Geräuschpegel der klingelnden Telefone, dem ewigen Gebrabbel aus dem Wartezimmer, surrt die Klimaanlage und man hört von zeit zu zeit die Gipssäge. Weinende Kinder, komische Geräusche aus dem ambulanten OP – das ist nicht gerade ein Wellnesstempel.

    Zitat

    Nehmen wir zB die Arztpraxis von Doktor Dressler oder Floeter (der neue heisst Schrader?) aus der Lindenstrasse (die kennen vermutlich viele aus dem Fernsehen). So etwa kenne ich Arztpraxen auch, und die Serie duerfte auch den Anspruch haben, relative Normalitaet vorzuspielen

    Das ist jetzt ein Witz. Hoffe ich zumindest.


    Aber wahrscheinlich gibt es auch Menschen, die "Schwester Stefanie" für Realität halten. ":/