Amtsärztliche Untersuchung

    Liebes Forum,


    ich erstelle diesen Thread aus gegebenem Anlass als Alias, da ich keine Rückschlüsse auf meine Person in jedweder Art hinterlassen möchte. Ich bitte da um Verständnis.


    Ich habe eine Stelle als Angestellte in der öffentlichen Verwaltung (keine Beamtenstelle) in Aussicht. Nun muss ich vorher zu einer Amtsärztlichen Untersuchung und habe nun ein wenig Panik, dass es trotz guter Voraussetzungen daran scheitert.


    Ich rauche nicht, habe nie Drogen genommen, trinke nur extrem selten Alkohol, mein BMI ist im grünen Bereich, keine psychologische Vorgeschichte.

    Allerdings hatte ich bis Anfang diesen Jahres Probleme mit meinem Rücken. Bei der Untersuchung bestand kurzweilig Verdacht auf ein rheumatisches Problem, dies hat sich aber letztlich als unbegründet herausgestellt. Gefunden wurde allerdings eine, laut Aussage der Radiologin, ganz leichte Protrusion der untersten Bandscheibe und eine leichte Krümmung der Wirbelsäule, wo sie gerade sein sollte, die aber nicht Grund für die Beschwerden sind. Habe außerdem schon seit ich ein Kind bin ein recht ausgeprägtes Hohlkreuz. Ich habe dann mehrmals Physiotherapie bekommen und Akkupunktur, seitdem habe ich durch zusätzlich viel Bewegung und regelmäßige Dehnübungen keine Beschwerden mehr. Außerdem hat sich eine sehr belastende Lebenssituation seitdem geändert, sodass es auch eine "stressbedingte" Erklärung für die Rückenschmerzen gibt. Ich hatte Anfang des Jahres angedacht, ein Rückenschmerzzentrum zu Rate zu ziehen, weil mir immer gesagt wurde, es sei alles gut und ich das nicht glauben konnte, weil ich ja Schmerzen hatte. Ich hatte da auch schon eine Überweisung etc. besorgt, bin dann aber letztlich nie dort gewesen, weil die Schmerzen dann letztlich recht "plötzlich" verschwunden sind. Krank geschrieben war ich wegen der ganzen Sache übrigens nicht ein einziges Mal. Bewegungseinschränkungen gibt und gab es ebenfalls nie.

    Dennoch habe ich jetzt Angst, dass diese "Rückenvorgeschichte" sich negativ auf meine Einstellung auswirken könnte, besonders, wenn ich die behandelnden Ärzt ggfs. von der Schweigepflicht entbinden muss. Immerhin handelt es sich um eine hauptsächlich sitzende Tätigkeit und da sind Rückenprobleme auf Dauer ja irgendwie eher die Regel als die Norm. Und wenn man da schon vorbelastet ist... Wäre es da sinnvoll, den MRT Bericht, wo sinngemäß drinsteht, dass alles gut ist und ich ein leichtes muskuläres Defizit habe, direkt mitzubringen, um eine weitere Nachfrage beim behandelnden Arzt zu vermeiden?


    Hat jemand mit so etwas Erfahrungen und könnte ein wenig berichten? Ich hörte, dass grade der BMI ein kritischer Punkt ist bei solchen Untersuchungen, dass aber auch Rückenprobleme durchaus ein k.o. Kriterium sein können. Ich habe Angst, dass es daran scheitert. Ich habe wirklich lange nach einer Stelle gesucht, die so perfekt ist wie diese und es wäre wirklich extrem schade, wenn es daran scheitert.

    Das ganze zu Verschweigen ist für mich übrigens absolut keine Option. Solche Dinge kommen am Ende immer raus und dann hab ich erst recht schlechte Karten. Kann mich jemand ein wenig beruhigen?


    Viele Grüße,


    euer Alias *:)

  • 27 Antworten

    Erfahrung hab ich keine aber vielleicht beruhigt meine Meinung. :-)


    Es gibt Fälle, bei denen eine psychische Krankheit oder ein Bandscheibenvorfall reichte um nicht verbeamtet zu werden (aber auch das ist kein muss, das ist wohl immer sehr individuell ....). Aber bei Dir gehts doch gar nicht um eine Verbeamtung und Du hast keine wirkliche diagnostizierte Krankheit.


    Ich glaube es gibt auch kein MRT bei dem nichts gefunden wird. Die Radiologen erwähnen alles, was irgendwie etwas anders aussieht. Daraus könnte sich, wenn Du jetzt dein restliches Leben keinen Sport machst, falsch sitzt, etc, mal was schmerzhaftes entwickeln .... Aber sowas hat doch jeder?


    Wie Du richtig sagst, ist unterschlagen keine gute Idee. Wenn Du gefragt wirst solltest Du natürlich niemals lügen und sagen "ich war noch nie in einem MRT" oder sowas. Aber große Sorgen würde ich mir nicht machen, nur weil mal eine Untersuchung statt fand die nichtmal zu einer ernsthaften Krankheit führte.

    Leider hat der behandelnde Orthopäde den Bericht vom MRT nur grob überflogen, als ich da war. Er behauptete er habe den im Vorfeld bereits gelesen, ich bezweifle dies aber stark.

    Und deswegen Stand da als Diagnose von ihm: Protrusion L3/L4. Das ist genau das, was mir Sorgen macht. Und die Überweisung zum Rückenschmerzzentrum.

    Es gibt auch Fällle, wo die amtsärztliche Untersuchung recht oberflächlich durchgeführt wird. Den MRT-Befund würde ich mitbringen und sagen: Ich habe da einen Befund von der Wirbelsäule dabei, möchten Sie den sehen?

    Ich habe noch von keinem Fall gehört, wo ein Angestellter nicht eingestellt wurde.


    Meist geht es gar nicht um so spezielle Details, sondern eher um den allgemeinen Gesundheitszustand wie Gewicht, Diabetes, Bluthochdruck, Lunge, eventuelles Suchtverhalten.

    Mein Sohn hat eine ausgeprägte Skoliose, war völlig egal.


    Bei Bildschirmarbeit wird auch die Sehtauglichkeit (siehe "G37") überprüft. Ich musste damals lediglich vom Augenarzt ein Atest nachreichen, da der Betriebsarzt meinen speziellen Fall nicht beurteilen konnte.

    Taps schrieb:

    wo ein Angestellter nicht eingestellt wurde.

    Nur nebenbei: Es gibt im Öffentlichen Dienst schon lange keine Angestellten mehr. Es gibt Beamte einerseits und Beschäftigte (Tarifbeschäftigte) andererseits. Die Trennung zwischen Arbeitern und Angestellten wurde mit dem TVÖD 2005 abgeschafft.

    Zitat

    Den MRT-Befund würde ich mitbringen und sagen: Ich habe da einen Befund von der Wirbelsäule dabei, möchten Sie den sehen?

    Das finde ich gut, so werde ich das machen, wenn ich danach gefragt werde.

    Zu früh abgeschickt...

    Zitat

    Bei Bildschirmarbeit wird auch die Sehtauglichkeit (siehe "G37") überprüft.

    Ich bin kurzsichtig, trage sber schon seit Jahren Kontaktlinsen. Da mache ich mir lustigerweise aber gar keine Sorgen ;-)


    Zitat

    Mein Sohn hat eine ausgeprägte Skoliose, war völlig egal.

    Ich glaube, ich habe sowas auch in leicht plus Hohlkreuz, bin mir da aber grade nicht ganz sicher.

    Schlabbermaul schrieb:

    Es gibt im Öffentlichen Dienst schon lange keine Angestellten mehr.

    Weißt Du, wie man das offiziell im TvL nennt, ist eigentlich schnurzpipegal, wir sind immer noch "Angestellte".

    Alias 974453 schrieb:

    Ich bin kurzsichtig, ... Da mache ich mir lustigerweise aber gar keine Sorgen ;-)

    Musst Du ja auch nicht. Das ist ja auch was ganz normales.


    Ich habe keinerlei räumliches Sehvermögen, re/li einen Unterschied von 4,5 Dioptrien. Die G37 ist regelmäßig. also diskutieren die alle paar Jahre mit mir über das Thema, welche Kästchen nun weiter vorstehen.

    Interessant, ich trete demnächst auch eine Stelle im öffentlichen Dienst an, muss aber keine amtsärztliche Untersuchung über mich ergehen lassen, ich habe den Vertrag bekommen und Schluss.

    Taps schrieb:

    Weißt Du, wie man das offiziell im TvL nennt, ist eigentlich schnurzpipegal, wir sind immer noch "Angestellte".

    Nicht überall. Meine Frau war bis zum Ruhestand Tarifbeschäftige, und dort wo sie war, wurde das auch so genannt. Auch die Gewerkschaft verwendet nur noch diesen Begriff. Es doch schön, dass man die längst überfällige Trennung von Arbeitern und Angestellten aufgehoben hat.


    Du kannst dich selbstverständlich Angestellte(r) nennen, ist tatsächlich egal.

    Zitat

    Interessant, ich trete demnächst auch eine Stelle im öffentlichen Dienst an, muss aber keine amtsärztliche Untersuchung über mich ergehen lassen, ich habe den Vertrag bekommen und Schluss.

    Bin auch schon seit 3 Jahren im ÖD, bei der letzten Stelle gab es auch keine Untersuchung, die war aber auch befristet. Das könnte der springende Punkt sein.

    Ich wäre weiterhin interessiert an ein paar Erfahrungen.


    Habe grade nochmal im MRT Bericht gelesen: Da steht mehr oder weniger, dass alle Befunde alterstypische Verschleißerscheinungen innerhalb der Norm seien. Finde es nicht gut, dass der Orthopäde daraus eine Bandscheibenprotusion gemacht hat und ein "chronisches Lumbalsyndrom", was es letztlich gar nicht ist...


    Daher werde ich wohl auf jeden Fall den MRT Befund direkt mitnehmen und dem Amtsarzt geben. Ich hoffe, dass er dann nicht den Orthopäden kontaktiert. Falls das überhaupt zur Sprache kommt.