Angst um Eltern wegen ihrem Beruf

    Hallo,


    ich bin neu hier und habe ein Problem.

    Meine Eltern sind beide bei der Polizei und in letzter Zeit mache ich mir irgendwie immer mehr Sorgen um sie.

    Früher als Kind habe ich das gar nicht so mitbekommen, aber ich merke insgesamt auch durch die Medien, dass es immer gefährlicher geworden ist.

    Es wäre für mich ein Alptraum, wenn meiner Mutter oder meinem Vater irgendwas zustoßen würde.

    Meine Mutter arbeitet im normalen Streifendienst. Mein Vater bei der Hundertschaft. Es war auch schon im Gespräch, ob er zur Spezialeinheit geht, aber meine Mutter war darauf nie gut zu sprechen.

    Mein Papa hatte auch Dienst, als es zu den Ausschreitungen in Hamburg kam und musste extra anreisen. Das war so der Moment, als ich zum ersten Mal richtig Angst um meine Eltern hatte und auch begriffen habe, wie gefährlich der Job ist. Ich saß mit meiner kleinen Schwester vorm Fernseher und sah die Ausschreitungen und die Leute, die auf die Polizisten losgingen. Meine Schwester (7) weinte und fragte mich nur, ob der Papa auch wieder kommt. Meine Mutter musste an diesem Tag arbeiten.

    Ich hab jetzt schon sehr oft Angst und hoffe, dass mein Vater nicht zur Spezialeinheit geht.

    Kleine Verletzungen gab es hier und da schon. Gebrochene Hand, mal ein blaues Auge, aber zum Glück nichts schlimmes. Unsere Eltern versuchen das zwar von uns fern zu halten, aber man bekommt es ja doch mit.


    Wie kann ich mit meiner Angst besser umgehen? Und was sage ich meiner Schwester, die jetzt schon immer fragt?

    Mein Vater blockt oft ab, wenn ich irgendwas zur Arbeit frage.

  • 62 Antworten

    Dann beschäftige Dich doch mal mit Deinen negativen Gedanken, die alle Kopfkino sind.

    Tausende Polizeimitarbeiter kehren nach dem Dienst wieder heim.


    Du suchst Dir das Denken aus. Mistiges Denken ist eine Energie, die Du über den Eltern ausschüttest. Ebenso könntest Du auch denken, wieder gut ankommen ist das Ziel.


    Nur Du kannst steuern, wie und was Du denkst. Steht schon in der Bibel, was du fürchtest, kommt über dich. Also, was meinst Du, was besser ist?


    Man kann sich die sich selbsterfüllende Prophezeiung machen. Mit heil zurückkommen oder

    jetzt sind sie Krüppel.


    Was Du willst, was geschieht, liegt in Deinem Denken.

    sunshine-spring schrieb:

    Ich saß mit meiner kleinen Schwester vorm Fernseher und sah die Ausschreitungen und die Leute, die auf die Polizisten losgingen.

    Wieso guckst du dir das mit einer 7-jährigen an? Ist doch klar, dass sie dann anfängt zu fragen.

    sunshine-spring schrieb:

    Und was sage ich meiner Schwester, die jetzt schon immer fragt?

    Das wäre Aufgabe der Eltern.

    sunshine-spring schrieb:

    Wie kann ich mit meiner Angst besser umgehen?

    Nun ja. Sie üben den Beruf aus für den sie sich damals entschieden haben, also das was sie gerne machen möchten. Das Risiko gehört dazu und das wissen sie.

    Auch andere Berufe haben Gefahren wie Feuerwehr, Soldaten, Rettungsdienst usw

    Man könnte noch unzählige Berufe nennen wo die Gefahr immer eine Rolle spielt wie z.B. Stahlarbeiter, Gerüstbauer, Berufskraftfahrer.

    Du solltest dir aber Gewiss sein das deine Eltern sich bestimmt im Dienst schützen z.B. Sicherheitswesten tragen usw um ihr eigenes Leben zu schützen. Zudem haben sie auch gelernt achtsam zu sein und auf sich aufzupassen in Krisensituationen.


    Das Risiko gehört aber nun mal zu dem Beruf und das musst du lernen zu akzeptieren.

    Um deine Angst vielleicht zu verkleinern kann es helfen wenn du dich mehr mit der Polizei und den vielfältigen Aufgaben informierst. Vielleicht mal ein Praktikum dort ect. so du siehst welche Ausrüstungen es zum Schutz der Beamten gibt, Fahrzeuge, Westen der Arbeitsalltag.

    sunshine-spring schrieb:

    Wie kann ich mit meiner Angst besser umgehen?

    Indem du dich nicht nur von tagesaktuellen Nachrichten beeinflussen lässt, sondern indem du dir Wissen über die tatsächlichen Risiken, die relativen Häufigkeiten aneignest, um die ein besseres Bild von den tatsächlichen Risiken und nicht nur von den empfunden Risiken machst: Viele Risiken werden vollkommen übertrieben, andere Risiken vollkommen unterschätzt. Ein Gradmesser zum Vergleich sind z.B. das Risiko im Straßenverkehr verletzt oder getötet zu werden. Ich weiß aber auch, dass es nicht immer einfach ist, an zuverlässiges statistisches Zahlenmaterial zu gelangen.

    Leider ist deine Angst, für ein Verletzungsrisiko für Polizisten im Dienst nicht ganz unbegründet. Deswegen halte ich auch Menschen, die zu Gewalt gegen Polizisten aufrufen, für wandelnde Arschlöcher- da können sie soviel schwafeln wie sie wollen- Gewalttäter haben sich für ich als gleichberechtigte Diskussionspartner verabschiedet.

    Auch wenn es Polizisten gibt, die selbst unberechtigt gewaltsam agieren (d.h. ohne Notwehrsituation- dazu zählt auch die Festnahme von Verbrechern), gibt es keinerlei Grund als Bürger genauso gewaltsam zu agieren- damit begibt man sich auf dasselbe Niveau unberechtigt gewaltsamer Polizisten.

    Leider muss man in manchen Berufen mit erhöhten Risiken leben. Und die Gesellschaft kann auch über die Politik oder eigenes Verhalten dazu beitragen, dass die Risiken größer oder kleiner werden.

    Mein Papa hat sich mal die Hand gebrochen. Damals kam der Anruf aus dem Krankenhaus und ich hatte echt Angst, weil es so unerwartet war.

    Und meine Mutter hatte mal Prellungen abbekommen. Ich hab eben auch das Gefühl es ist schlimmer geworden.

    Auch das Bild in der Öffentlichkeit. Als ich klein war fanden alle cool, dass ich Eltern bei der Polizei hatte. Heute traue ich mich kaum noch darüber zu reden im Umfeld.


    Ich hab eben auch Angst, wenn mein Vater doch zum Sondereinsatz geht (Sek heißt das glaub ich?), dass es dann noch gefährlicher wird für ihn.

    Auch wäre er dann sicher noch weniger da.


    Ich hab einfach Angst, dass einer von beiden irgendwann nicht mehr wieder kommt von Arbeit.

    Zitat

    Auch wenn es Polizisten gibt, die selbst unberechtigt gewaltsam agieren (d.h. ohne Notwehrsituation- dazu zählt auch die Festnahme von Verbrechern

    Ich kann nicht sagen, dass meine Eltern so sind.

    sunshine-spring schrieb:

    Ich hab eben auch Angst, wenn mein Vater doch zum Sondereinsatz geht (Sek heißt das glaub ich?), dass es dann noch gefährlicher wird für ihn.

    Auch wäre er dann sicher noch weniger da.

    Naja, wenn das sein Traum und sein Wunsch ist dort angenommen zu werden?

    Vielleicht hat er ja lange daraufhin gearbeitet das endlich zu schaffen?

    Zitat



    Ich hab einfach Angst, dass einer von beiden irgendwann nicht mehr wieder kommt von Arbeit.

    Tausche doch mal die Rolle.

    Du bist Polizistin und deine Tochter hat Angst um dich. Was würdest du tun und was würdest du ihr sagen?

    Ja, aber ich hab einfach Angst, dass die Wahrscheinlichkeit steigt, dass es für ihn gefährlich ist. Meine Mutter meinte, dann wäre er noch weniger zu Hause. Klar soll er machen was ihm Spaß macht, aber meine Eltern haben durch den Schichtdienst so schon kaum Freizeit.

    Ich würde ihr denke ich nicht die Wahrheit sagen, weil ich nicht wollen würde, dass sie Angst hat. Ich glaube auch nicht, dass mir meine Eltern immer alles erzählen. Sie blocken beim Thema Arbeit immer sehr ab. Ich hab auch schon mal gefragt, ob sie auch Kinder retten und da wurde meine Mutter sehr still.

    Ich hab meine Eltern vor ein oder zwei Jahren auch mal unbeabsichtigt belauscht und meine Mutter weinen gesehen. Es ging irgendwie um den Dienst. Was damals passiert ist, hab ich aber nicht ganz mitbekommen. Mein Vater war jedenfalls ganz betreten.

    Nun, die Angst kann dir keiner nehmen, denn sie ist Teil deiner Familie und sie ist Teil des Berufes welchen deine Eltern ausüben.

    Du musst lernen und akzeptieren das es so ist, dass sie einen gefährlichen Beruf haben. Auch gehören emotionale Ereignisse dazu die man zu Hause dann verarbeiten muss wenn man so einen Beruf hat und auch schreckliche Dinge erlebt.


    Du solltest dir aber Gewiss sein, dass deine Eltern auf sich aufpassen können und sich in Gefahrensituationen zu schützen und zu Helfen wissen, auch durch andere Kollegen.


    Wenn du akzeptierst das die Angst dazu gehört ist es einfacher damit umzugehen.

    Was euch auch helfen kann ist einfach offener miteinander Reden, also auch das Gespräch suchen über die Arbeit, den Tag, ein gemeinsamer Austausch. Natürlich muss ,an da nicht ins Detail gehen und nicht von schrecklichen Unfällen erzählen. Aber ein etwas offener Umgang könnte allen helfen, als verschweigen und abblocken.