• Arbeit Tierheim/Tierschutz...erschöpft von den Menschen

    Puhh...ich versuche mich kurz zu fassen... Ich bin durch Corona in die Kurzanleitung gerutscht und habe mir eine ( wie ich dachte) schöne Aufgabe gesucht- Ehrenamt im Tierheim. Und was soll ich sagen? Ich liebe Tiere, mag die Kollegen und die Aufgabe an sich. Ich bin aber am verzweifeln wie rücksichtslos und scheinbar ahnungslos die Menschen sind, die…
  • 73 Antworten

    Neulivh schrieb im Katzenforum eine langjährige Nutzerin, dass für die Haltung zweier Wohnungskatzen schon eine 100Quadratmeterwohnung da sein sollte. Da dachte ich mir auch, es sind immer mehr weltfremde Menschen unterwegs, die die Ideale so hoch ansetzen, dass kaum mehr Tiere vermittelt werden könnten.

    EdenRose schrieb:

    Ich wollte gerne ein/zwei Katzen in reine Wohnungshaltung und bin berufstätig. Keiner wollte mir Katzen geben, entweder da berufstätig oder kein Freigang.

    Genau solche Erfahrungen haben wir auch mit dem örtlichen Tierheim gemacht, nur bei uns waren die Kinder das KO-Kriterium.

    Nachdem unser alter Kater verstorben war, haben wir uns auf die Suche nach einem Katzenpärchen gemacht, weil wir halt allesamt nicht ohne Haustiere können. Im hiesigen Tierheim waren gefühlte 200 Katzen zu vergeben, aber bei keiner einzigen sah sich das Tierheim in der Lage, sie an uns zu vermitteln weil ich zwei kleine Kinder in der Wohnung habe oder, weil es sich eben um eine Wohnung handelt. Da fragt man sich dann schon, wo die Prioritäten liegen.

    Wir haben dann über eine private Straßenkatzenrettungsinitiative (was für ein Wort...) einen Kater bekommen und, weil wir ja ein Pärchen aufnehmen wollten, eine Kätzin dazugenommen, welche sich laut der Dame dort gut mit dem Kater vertragen würde. Das war genau solange der Fall, bis wir die Wohnung betreten hatten, der Kater sofort den Alpha-Kater raushängen ließ und das kleine Katzen-Schüchti ständig sekkiert hat, worauf die überall hingepinkelt hat. Drei Tage hab ich durchgehalten, dann hab ich die Kätzin zurückgebracht, weil keine Aussicht auf Besserung bestand.

    Katze 2 hab ich dann auch privat übernommen von einer Dame, der sie zu lebhaft war. Sie hat dann dem Macho-Kater sofort Paroli geboten und seither haben wir mit zwei Kindern und dem pelzigen Duo Infernal recht viel Action in der Wohnung...

    Aquilia


    Es gibt tatsächlich Katzen, die den Lärm und das Gewusel von kleinen Kindern nicht mögen, das betrifft natürlich nicht alle.

    Schade, dass das Tierheim euch da keine Hilfe war.

    Dass du die schüchterne Katze nach 3 Tagen abgegeben hast, kann ich verstehen. Manchmal pendelt sich soetwas jedoch nach 1-2 Wochen ein. So war es bei meinen beiden.

    (Nicht als Vorwurf gemeint)

  • Anzeige

    Zwar abgesehen davon dass es sicherlich, wie hier schon mehrfach angesprochen, zwei Seiten gibt, aber ich denke, dieses "Ich hol mir mal eben ein Tier ohne mich zu informieren, nur um es dann wieder zurückzugeben", vielleicht vermehrt der aktuellen Corona-Situation geschuldet ist.

    Lockdown, viele Menschen daheim, teilweise einsam und plötzlich der Gedank "ja, ein Tier wäre nett" um dann eben festzustellen dass hiermit auch Verpflichtung/ Verantwortung mitgetragen werden muss.


    Mich würde interessieren, was deine Kollegen sagen - war dies schon so extrem vor Corona oder häuft es sich jetzt einfach nur?

    Zumindest meiner Erfahrung nach, war das vor Corona auch schon so. Dürfte sich aber sicher jetzt häufen. Wenn man mal bei Ebay Kleinanzeigen reinschaut und sieht welche Preise für vermeintliche Rassekätzchen ohne Stammbaum verlangt werden, kann man sich vorstellen, dass gefühlt halb Deutschland gerade auf Haustiersuche ist.

    Kate.Boston


    Beim Gepinkel waren wir leider gebrannte Kinder. Meine frühere, alte Katzendame wurde mit zunehmendem Alter immer schwieriger und hat bei kleinsten Unstimmigkeiten angefangen, zu pinkeln. Couch, Bett, meine Arbeitsunterlagen, ... Und es war immer höchst unklar, was ihr gerade nicht paßte. Die Wohnung hat irgendwann durchgehend nach Pissoir gerochen, weil ich den Geruch nicht mehr aus den Möbeln rausgebracht hab. Und ich bin morgens mit Beklemmungsgefühlen durch die Wohnung geschlichen und hab nach Pfützen oder Flecken gesucht, wo ihr diesmal was "passiert" ist (körperlich war alles abgeklärt).

    Da war dann keine Freude mehr an oder mit dem Tier, weil diese Protestpinkelei soviel Raum eingenommen hat - weggegeben habe ich sie trotzdem nicht, weil sie mein halbes Leben bei mir gewesen ist.


    Als dasselbe dann aber mit der "neuen" Katze wieder losging, ich die Kinderbetten mehrfach auskochen mußte, ich unseren Sitzsack wegschmeißen mußte weil der nicht zum Reinigen ging und ich schon wieder dauernd Uringeruch in der Nase hatte beim Betreten der Wohnung war ich zugegebenermaßen recht kompromißlos und auch nicht bereit, es länger zu versuchen...

  • Anzeige

    Re-ace

    Es war schon vor Corona so, seit Corona häufen sich solche Fälle jedoch tatsächlich.

    Manche müssen leider ihre Tiere bringen, weil sie sich die regelmäßigen Tierarztbesuche chronisch kranker Tiere inklusive Medis, nicht mehr leisten können. Job durch Corona verloren etc. Das finde ich besonders hart:°(

    Eine Omi kam ganz verzweifelt mit ihrer Katze, die eine Erkrankung hat und regelmäßig zum TA muss. Sie konnte es sich wegen Mieterhöhung nicht mehr leisten.(hat jetzt nichts mit Corona zu tun) Dieser Dame konnten wir mit Spendengeldern helfen, so dass sie ihre Mimmi behalten konnte:)*

    Das geht natürlich nicht immer...

    Aquilia

    Totales Verständnis!


    Katzenurin stinkt enorm und setzt sich überall fest. Was habe ich früher Handtücher wegschmeißen müssen, weil meine Katze drauf gemacht hat. Der Geruch blieb selbst nach 90° Wäsche noch leicht haften.

    Meine alte Katzenoma uriniert leider auch manchmal vor das Katzenklo, da bleibt nur direkt alles mit Sagrotan zu reinigen. Aber auf Couch, Matratzen etc ist natürlich der Horror, da kann ich dich gut verstehen...

    Schade zu hören dass es schon immer so war :(

    Bei triftigen Gründen verstehe ich es vollkommen, sich ans Tierheim zu wenden. Und wenn ihr, dann im Falle der älteren Dame, die Arztkosten übernehmen konntet, ist das klasse. Zumal es dann besser ist als das Tier auszusetzen.


    Andere Gründe "Tier haart, etc." fehlt mir das Verständnis.

    Vielleicht solltet ihr einen Fragebogen an die Kunden austeilen.

    Erst wenn die bestätigen, dass ihnen bewusst ist, dass Tiere einen eigenen Willen haben, fressen müssen oder sonstiger Pflege bedürfen, dürfen sie überhaupt eines mitnehmen..


    Jedenfalls - tolle und wertvolle Arbeit die Du da machst:)^:)^:)=

  • Anzeige

    Ich musste mal vor 7 Jahren kleine Katzen vermitteln, weil mein Mitbewohner meinte kastrieren seiner Katze wäre nicht nötig die Pille tuts auch.

    Wir haben die Kitten entwurmt abgegeben, und hätten es toll gefunden wenn jemand eine Spende da lässt.

    Aber da kamen Leute im nagelneuen Mercedes an, die meinten für Kätzchen könnte man ja nichts verlangen, sie würden jedenfalls nichts bezahlen.

    Jetzt werden teilweise 100 Euro verlangt für Hauskatzen und oft wurde noch nicht einmal entwurmt.

    Und oft werden die Kitten zu früh abgegeben, laut Tierschutzgesetz müssen es 8 Wochen sein. Die, die einen unerwünschten Wurf hatten wollen die zusätzlichen Fresser oft so schnell wie möglich abgeben.

    Katzen lernen in den ersten 12 Wochen so viel was sie für das spätere Leben brauchen. Viele Katzen die ohne Not zu früh abgegeben werden, werden dadurch nicht richtig sozialisiert.

    Dieser Tage las ich eine Anzeige wo jemand ein 6 Wochen altes Kätzchen suchte.

    Ich schrieb ihn an dass es per Gesetz verboten ist so kleine Katzen abzugeben.

    Er schrieb zurück, dass seine Schwester die Katze möchte nicht er, aber er würde ihr das sagen. Aber ich vermute wenn sich jemand meldet ist das Alter egal.

    Ich könnte kotzen bei sowas.

    Ebenso bei Bauern die laufend Würfe haben und ein zweimal im Jahr via eBay Kleinanzeigen einen Schwung Katzen loswerden wollen.

    Schade, dass es nicht in allen Städten eine Kastrationspflicht für Katzen gibt.

    Plüschbiest schrieb:

    eil mein Mitbewohner meinte kastrieren seiner Katze wäre nicht nötig die Pille tuts auch.

    welche Pille?

    ich schließe mich da der Meinung des Tierarztes an:

    die Vermittlung von zwei Katzen ist eine Masche der Tierheime.

    Wo sieht man außerhalb ,dass sich zwei Freigänger freiwllig treffen außer zum Kämpfen oder Paaren?

    Die jagen ja noch nicht einmal zusammen und bilden Reviere.

    Zwei Katzen in einem Haushalt kann gut gehen,

    aber natürliche Haltung ist das nicht.

  • Anzeige

    Ich kann mir sogar vorstellen, daß diese Story von dem Hund in der Tötung nur erfunden war, um Mitleid zu erregen und so das Tier schneller zu verkaufen, oder auch einen höheren Preis zu erzielen!

    Und diese missionierenden Hardcore-Tierschützer schaden m.E. der Sache mehr und sind meistens wirklich nicht hilfreich.

    Da wird man als Tierhalter ja schon angepflaumt und als ignoranter Tierquäler behandelt, wenn man mal irgendwas in der Haltung nicht ganz richtig macht, zumindest nach deren Vorstellungen.

    So werden mögliche Interessenten an Tierheim-Tieren ja nur abgeschreckt, und andere, „normale“ Tierfreunde werden mit solchen Typen in einen Topf geworfen...


    Ich habe selber vier Wellensittiche, und ich tue für sie, was ich kann, mit meinen ziemlich beschränkten finanziellen Mitteln.

    Und musste mir auch schon von solchen Tierschützern aus dem PETA-Umfeld anhören, wie egoistisch meine Einstellung doch wäre, und daß man Vögel am besten gar nicht als Haustiere halten sollte...%-|

    Mein jetzt zweijähriges Wellihähnchen habe ich seinerzeit auch eher aus Mitleid aufgenommen, denn ich hatte damals ein Paar, und wollte auch eigentlich nicht noch mehr Wellis.

    Aber die Vorbesitzer haben den Kleinen damals Anfang 2019 quasi für ihre Kinder gekauft, und als er nicht handzahm wurde und deshalb uninteressant, wurde ich gefragt ob ich ihn nehme.

    Ist zwar etwas ungünstig, drei Wellis zu halten, zumal wenn zwei davon fest verpaart sind. Aber auf jeden Fall besser, als wenn das Vögelchen allein im Käfig in irgendeiner Zimmerecke versauert wäre...

    Inzwischen ist der Kleine, nachdem der erste Partner meiner Henne verstarb, ihr neuer Partner geworden, und die zwei hängen sehr aneinander.

    Dann habe ich Ende 2019 noch eine junge Henne von Nachbarn übernommen, aus so einer Art „aus Versehen-Brut“. Und letztes Jahr kam dann noch ein junges, zart türkisfarbenes Hähnchen dazu, denn bei drei Wellis steht ja einer meistens etwas abseits.

    Leider können die zwei zuletzt gekauften Wellis nicht viel miteinander anfangen, statt dessen wäre die junge Henne lieber die Zweitfrau des älteren Wellihahns.:-D

    Ja, das Liebesleben von Sittichen kann manchmal genauso kompliziert sein, wie das von Menschen! Aber die zwei sind ja noch jung, vielleicht ändert sich da nochmal was...

    Tiere werden wegen allem möglichen abgegeben, wenn die Besitzer überfordert sind oder einfach die Umstände zu unbequem sind.

    Meine Katze ist auch so ein umständehalber-abzugeben- Tier. Ein "Scheidungskind" sozusagen und dann musste sie weg. Jetz ist sie bei mir :-) und da bleibt sie auch.


    Aber ich habe das auch schon mitgekriegt, dass jemand einen jungen halbwüchsigen Kater ausgesetzt (!) hat, weil in seiner Wohnung während seiner Abwesenheit etwas passiert ist, dass zu einem winzigkleinen Teil auf den Kater zurückzuführen war. Der halbwüchsige ca 7 Monate alte Kater ist auf den Spülkasten gesprungen. Der Spülkasten war aber wohl nicht richtig verankert, jedenfalls ist das Ding irgendwie von der Wand gefallen, hat die Zuleitung mitgerissen und dann ist über Stunden das Wasser aus der Leitung gelaufen und hat die ganze Wohnung unter Wasser gesetzt. Also wenn das nicht gearde ein ausgewachsener Löwe war, kann so ein 2 kg Kater nie im Leben einen vernünftig verankerten Spülkasten von der Wand reißen und selbst wenn hat er das doch nicht mit Absicht gemacht. Eher war das teil nicht richtig festgemacht, Verkettung unglücklicher Umstände. Jedenfalls ist der Besitzer total ausgeflippt und hat sich den Kater geschnappt und im Wald ausgesetzt. Glücklicherweise haben die Nachbarn das mitbekommen und wie der Besitzer ohne Kater wieder zurückkam, ihn zur Rede gestellt. Der hat das dann auch sofort zugegeben, dass er den ausgesetzt hat. Dann sind die Nachbarn in den Wald gefahren und haben nach dem Kater gerufen und dann kam der auch, die Nachbarn haben den dann mit nach Hause genommen und weiter vermittelt.


    also da wäre - wenn es denn unbedingt nötig war den kater wegzugeben- doch das Tierheim die bessere Alternative gewesen, als den im Wald auszusetzen, oder nicht? Wenn die Nachbar das nicht mitgekrigt hätten.... :-(

    (Also ich hätte nicht dem Kater die Schuld gegeben - eine Katze reißt doch keinen Spülkasten von der Wand, wenn der ordentlich festgemacht ist)

    Katzen sind Einzeljäger, aber keine Einzelgänger. Katzen sind sehr gesellige Tiere und Katzenpopulationen, die wild leben, schließen sich fast immer in Gruppen zusammen.

    Es gibt sicher Ausnahmen, also Katzen die eher Einzelgänger sind. Aber in den meisten Fällen wurde sie durch den Menschen zum Einzelgänger gemacht. Indem man die Kitten vor der 12. Woche vermittelt, fehlen den Kleinen viele soziale Umgangsformen. oder eben auch durch langjährige Einzelhaltung verlieren Katzen das Sozialverhalten.

    Aber für die meisten Katzen in Wohnungshaltung ist Einzelhaltung sehr einsam und traurig. Der Mensch freut sich vielleicht, weil sich die Katze mehr an den Menschen anschließt und verschmuster ist. Wenn's dumm läuft, fällt ihr aber auch ein Spielpartner zum Raufen und sie greift Hände und Füße vom Besitzer an.

    Und wenn eine Zusammenführung von Katzen schief geht, ist sehr oft der Mensch schuld. Am besten ist immer eine langsame Zusammenführung mit einer Gittertür.


    Sorry, wollte hier nicht belehren, aber konnte das nicht so stehen lassen, weil es so wichtig ist, dass langsam ein Umdenken stattfindet und der Trend doch zum Mehrkatzenhaushalt geht.

  • Anzeige