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    oder wärst du (jetzt auch mal provokativ formuliert) für [...] aller arbeitslosen, welche jünger als 30 jahre und länger als 12 monate arbeitslos sind

    das kommentiere ich jetzt mal nicht :-)


    Ich wäre dafür diesem Personenkreis die Unterstützung nur noch auf Gutscheinbasis zu geben. Und wirklich auf das Allernotwendigste zu reduzieren.

    @ lipper44

    Zitat

    Das Arbeitsamt hats gefördert

    ja DAS wundert mich nicht. ich schreib jetzt nicht wieso. ich würde sonst das amt einer straftat bezichtigen.


    ausserdem: wenn du nen vertrag hast (mit bedingung amt muss helfen), dann kriegste jede hilfe. haste aber den vertrag nicht, weil die hilfe noch nicht kam, tja...

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    Ich wäre dafür diesem Personenkreis die Unterstützung nur noch auf Gutscheinbasis zu geben. Und wirklich auf das Allernotwendigste zu reduzieren.

    Das "allernotwendigste" haben wir mit ALG2 schon ]:D


    Hier nur mal was für dich zum "zu Gemüte führen" (ich suche weiteres)

    Hier der Warenkorb, den Bund und Länder für einen westdeutschen Alleinstehenden für ausreichend halten, um das angebliche Lotterleben von ALG-II-Beziehern zu bezahlen.


    * Für Nahrungsmittel, Getränke und Tabak sollen 132,71 Euro im Monat reichen. Das sind 4,42 Euro am Tag. Fleisch gibt’s da nur am Wochenende.


    * Für Bekleidung und Schuhe (inkl. Reinigung, Reparaturen) gibt’s 34,26 Euro im Monat oder 1,14 Euro pro Tag.


    * Für Wohnungsrenovierung (tapezieren, streichen) und Strom gibt’s 25,93 Euro.


    * Für Möbel, Teppiche, Kühlschrank, Waschmaschine, Geschirr, Glühbirnen usw. sind 27,70 Euro im Monat oder 6,40 Euro pro Woche veranschlagt.


    * Für Pharmaprodukte und den Besuch beim Arzt gibt’s 13,17 Euro im Monat. Nach einmal Praxisgebühr wird’s eng.


    * Für Fahrräder und Ersatzteile sowie »Verkehr« gibt’s 19,20 Euro im Monat. Wie soll man davon eine Monatskarte bezahlen?


    * Für »Nachrichten« (Postkarte an die Lieben, Telefon, Internet) gibt’s 22,37 Euro. Nach Abzug der Grundgebühren fürs Telefon bleibt gerade noch Geld für zwei Päckchen, zwei Briefe und ein Telefonat. Aber schließlich sollen ALG-II-Bezieher auch nicht kommunizieren, sondern Arbeit suchen!


    * Für »Freizeit, Unterhaltung und Kultur« gibt’s 39,48 Euro – 1,32 Euro pro Tag. Das reicht für eine Zeitung, soll aber auch den »Besuch von Sport- und Freizeitstätten« ermöglichen, Ausleihgebühren in Bibliotheken, neue Bücher, Radios und Fernseher. PISA läßt grüßen!


    * Auch an »Verzehr außer Haus« ist gedacht – 10,06 Euro im Monat sind dafür bereitgestellt. Für eine Mutter mit zwei Kindern reicht das für ... aber lassen wir das!


    * Letzte Position ist »andere Waren und Dienstleistungen«. Das sind z. B. der Friseur, der Haartrockner und die Kontogebühren. Dafür gibt’s 20,13 Euro im Monat.


    Insgesamt ergibt das die sattsam bekannten 345 Euro im Monat. Für einen Westdeutschen.


    Der vorliegende Regelsatz enthält keine Summe für kostenpflichtige Vorsorgeuntersuchungen (= individuelle Gesundheitsleistungen laut IGEL-Liste) und Zahnersatz. Außerdem wird der seit Anfang 2004 geltende Eigenanteil für Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung nicht ausreichend im Regelsatz berücksichtigt.


    Der vom Gesetzgeber beschlossene Regelsatz sieht keine Ausgaben für Rechtsschutzversicherung, Hausratsversicherung, private Unfallversicherung und private Haftpflichtversicherung vor.


    Die Ausgaben z.B. für Telefon werden nicht mehr zu 100%, sondern nur noch zu


    60% anerkannt. 17,85 Euro mtl. stehen dafür zur Verfügung, statt der


    tatsächlich ausgegebenen 29,75 Euro. Die zwölf Euro werden im Wesentlichen


    über Verzicht bei der Ernährung wieder "hereingeholt".


    Mit den 17,85 Euro mtl. sollen vor allem "die Grundgebühren für Telefon und


    ein durchschnittlicher Verbrauch an Gesprächsgebühren erfasst" sein.


    Die


    Grundgebühr für den einfachsten Anschluss der Telekom macht 15,66 Euro aus.


    Es bleiben 2,21 Euro für den "durchschnittlichen Verbrauch".

    Zitat

    Und wirklich auf das Allernotwendigste zu reduzieren.

    das da wäre? ein leib brot und eine flasche wasser am tag?


    ich formulier dir die lage der langzeitarbeitslosen mal so:


    wenn ich drei monate lang die miete (1Z-anreiner-wohnung (od. wie dat heisst)) nicht zahle, kann ich mir die oft verlangten weiterbildung leisten. dann passiert aber folgendes:


    - ich hab keine wohnung mehr


    - das amt sagt "sie können's ja selber zahlen, wir kürzen ihnen alle ansprüche weg"


    ... und so gäbs einen obdachlosen mehr.

    Liebe Arbeitslose,


    habt ihr auch schon mal daran gedacht eine Arbeit anzunehmen als Hilfskraft oder die nicht eurer eigentlichen Ausbildung entspricht?


    Ich möchte gerne das Beispiel von dem 25-Jährigen aufgreifen. Lass es so sein, dass er in seinem erlernten Beruf keine Stelle mehr findet, da mittlerweile Abitur gefragt ist. Warum arbeitet er nicht im Supermarkt hinter der Kasse, im Getränkemarkt, in der Bäckerei als Verkäufer, in der Gastronomie, an einer Tankstelle? Ich weiß, dass sind alles keine Wahnsinns-Jobs, aber zumindest ermöglicht es einen eigenen Verdienst und keine Abhängigkeit von Staat.


    Ich habe auch studiert und wünsche mir, dass ich immer meine Stellung im Berufsleben halten kann. Wenn nicht dann beiße ich in den sauren Apfel und gehe wieder hinter die Kasse, wie ich es als Schülerin auch gemacht habe. Ich kann doch nicht darauf warten, dass mir das Amt eine Stelle zugeschnitten nach meinen Bedürfnissen backt. Wenn keine da sind, sind halt keine da. Dann muss ich mir was anderes überleben.


    Kompromisse muss man immer machen, also kann man auch erwarten, dass man für einen Job umziehen, eine blöde Arbeit annehmen, körperliche Belastung etc. auf sich nehmen muss.

    Zitat

    habt ihr auch schon mal daran gedacht eine Arbeit anzunehmen als Hilfskraft oder die nicht eurer eigentlichen Ausbildung entspricht?

    Also, als was glaubst du denn, bewerb ich mich?


    als malerin? Nee, ich bewerb mich auf alles, was nur irgnedwie möglich scheint. Ob das Produktionshelfer oder Putze is, is mir völlig wumpe.


    Ich weiß, du KANNST nicht den ganzen Faden gelesen haben, dasuert ja auch, aber lies doch enigsteens mal 10-12 Seiten zurück.


    Steht doch alles shcon hiert.,

    @ erdnüsschen

    auch nicht berücksichtigt: kosten für schriftliche bewerbungen! dossiers, kopien, fotos, sowie das papier für anschreiben & CV... (leider sind unternehmen heute auch nicht mehr so zuverlässig wie bsp. 2005, wo die schriftlichen dossiers noch ohne lochung, heftklammern, kaffeefleken oder gefaltet zurückkamen; sodas man wenigstens noch n paar kopien wiederverwenden konnte; heute kannste froh sein, wenn man kaffee-verschmierte dossiers "zur entlastung" zurückbekommt)

    Diese Aufzählungen klingen natürlich nicht gut. Allerdings soll es ja auch nicht wirklich gut sein. Da andere Leute das Geld dafür erarbeiten müssen darf es auch nur die Grundbedürfnisse befriedigen. Mehr nicht. Auf gar keinen Fall. Außerdem scheint es doch mehr als nur gerade ausreichend zu sein: es gibt Hartz 4 Bezieher die tatsächlich noch Geld zum rauchen ;-) Den letzten Satz bitte nicht zu ernst nehmen. :-)

    @ Souriceau

    Zitat

    habt ihr auch schon mal daran gedacht eine Arbeit anzunehmen als Hilfskraft oder die nicht eurer eigentlichen Ausbildung entspricht?

    permament; mein werdegang (kurzabriss):


    gelernter kaufmann (guter abschluss)


    dann mal bei der post (paketzentrum)


    müllabfuhr (ja, das hab ich gemacht!)


    callcenter


    und nun ne "freizeitbeschäftigung" ehrenamtlicher hilfsabwart auf abrufbasis...


    aber wie äpfelchen82 so schön schrieb: die anforderungen haben sich geändert! früher reichte es bei der müllabfuhr, wenn du zupacken konntest. container ranschieben, abfallsäcke aufladen, und so. heute ist das ja schon beinahe ein verfluchter ausbildungsberuf!! da musste ne ausbildung aus dem entsorgungsbereich haben!!

    lipper44 -

    Zitat

    Allerdings soll es ja auch nicht wirklich gut sein.

    richtig, aber wenn du den menschen die grundlage nimmst ihr leben in den griff zu bekommen, darfst du ihnen nicht vorwerfen, das sie es nicht schaffen!


    stichwort bewerbungen! weiste was so ein schriftl. dossier kostet? oder wie willst du dich bsp. online bewerben wenn du keinen anschluss hast? (internet cafe's sind a) schweine teuer für nen H4-empfänger, und b) darfste nicht überal deine unterlagen draufladen & wegmailen)


    oder wenn du n VG hast, und mal neue klamotten oder dringend nen haarschnitt brauchst, und für beides grad die kohle nicht auslegen kannst? da passieren dann die dinge, die man überal ankreidet "H4ler sind schlecht gekleidet, ungepflegt" usw... meinste es interessiert einen, das dies finanziel SEHR oft nicht drin liegt?


    nochmal: mein beispiel mit dem würgen! genau das passiert! (im übertragenen sinn)

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    Diese Aufzählungen klingen natürlich nicht gut. Allerdings soll es ja auch nicht wirklich gut sein. Da andere Leute das Geld dafür erarbeiten müssen darf es auch nur die Grundbedürfnisse befriedigen. Mehr nicht. Auf gar keinen Fall.

    Lässt man sich einsperren, gehts einem besser. Da gibts öfter Fleisch, Fernsehen und auch mal Zigaretten

    Körperliche Belastung ist nen gutes Stichwort.


    Es soll sogar Arbeitslose geben, die Behindert sind. ;-)


    Mein vater (Tiefbauer) war 2005-2006 das erste mal in seinem Leber arbeitslos.


    Er hatte 12 Vorstellungsgespräche in der Zeit.


    ALLE hätten ihn "gerne genommen", aber er war mit über 50 "zu alt".


    Er hatte allerbeste Qualifikationen, sämtliche Scheine zum führen sämtlicher Maschinen, die es aufm Bau überhaupt gibt. Verstehste, der ist nen richtiges Talent in seinem Job! Der hat damals alle weiterbildungen bekommen usw.


    Aber er wurde nicht genommen, weil er ja zu alt war. man befürchtete gesudheitliche einschränkungen bei ihm (auf die wir alle noch heute warten!). Aus reiner Spekulation heraus wurde nicht der Beste genommen, sondern der jüngere...:-(:(v


    So, und was ist er jetzt? Lagerarbeiter. Er bekommt hier im Osten als Lagerarbeiter weit weniger Lohn als eine Putzfrau im Westen.


    Da aber die Lebenserhaltungskosten stiegen, kannst du dir vorstellen, wie die wirtschaftliche Lage seitdem aussieht.


    Und wir haben KEINE Kredite oder irgendwas auf abzahlung im Haus.


    das Haus ist geerbt, das auto schon lange abbezahlt, Hier stehen keine teuren elektronikgeräte rum, hier wird nix auf raten abgestottert. Wir fahren nicht in den Urlaub, gehen nichtmal essen. Und das obwohl meine BEIDEN Eltern arbeiten.


    Ich weiß, aus meinem persönlichen Umfeld, dass es vielen noch bescheidener geht, weil sie zB ne Flatscreen-TV, den urlaub, das Haus, das auto, ja selbst die Hochzeit (!) auf pump haben.


    Uns gehts wahrlich beschissen genug.


    Wir sind heute finanziell da, wo wir vor der Wende in der DDR ware: Kein Kinobesuch, kein Urlaub (unsere Familie war noch nie im Urlaub-wichtiger war: Wir haben was zu essen!), kein Gaststätten oder Museumsbesuch, keine Feiern und wenn überhaupt gibts fleisch nurnoch am Sonntag.


    wie zu DDR Zeiten.


    Wir sind alle "begeistert"{:(