• Arbeitsverhätnis bald vorbei, kaum dass es begonnen hat?

    Hallo liebes Forum, ich habe am 01.02., also letzten Freitag, meinen Job als Betreuungskraft in einem Altenheim angetreten. Es ist meine erste Stelle in dem Bereich. Ich habe keine Berufserfahrung, habe nur im Rahmen der Weiterbildung ein Praktikum von 2 Wochen gemacht. Es ist wirklich eine Tätigkeit, die ich unbedingt ausüben möchte, da ich - nach…
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    Heute war er besonders überschwänglich. Er freute sich über die Rückenmassage mit dem Massageroller und nahm anschließend meine Hände in seine und wärmte sie, weil sie so kalt waren. Dann strich er mir noch über den Arm. Außerdem machte er mir das Kompliment, dass ich ja so schön schlank sei.

    Also eigentlich wird er sich freuen dass er eine junge Frau antatschen kann.

    hast du jetzt ein notizbuch?


    leider sind demente patienten nicht „einfach“, oft launisch, das bringt der job einfach mit sich, denk positiv, wem du alles an einem tag hilfst.


    wichtig sind auch soziale kontakte zu deinen kollegen, die sollen dich ruhig „wahrnehmen“.


    wie lange dauert deine ausbildung noch? probezeit?

    TimFaber


    Ja, ich habe mir nun ein Notizbuch zugelegt.


    Es stimmt, es ist nicht leicht, mit dementen Bewohnern umzugehen. Manche reagieren so gut wie gar nicht, manche sind sehr unruhig oder aggressiv. Da braucht es halt viel Geduld, um sie zu Aktivitäten anzuleiten.


    Der alte Herr, von dem ich hier geschrieben habe, ist anscheinend sehr anhänglich.

    Möglicherweise fühlt er sich wohl, wenn er auch ein wenig körperlichen Kontakt haben kann. Nur muss ich mich da abgrenzen, denn Grenzen werden gerne schon mal von sozial isolierten und auch nur leicht dementen Menschen überschritten. Sie haben einfach kein Gefühl für eine natürliche Distanz zu Fremden.


    Mein Problem ist auch genau das, was du als wichtig beschrieben hast, und zwar der soziale Kontakt zu meinen Kolleginnen. Der fehlt mir im Moment noch völlig. Es reicht nur für ein kurzangebundenes Hallo, wenn wir uns begegnen. Auch da muss ich aufgeschlossener werden.


    Ich bin keine Auszubildende, sondern eine Angestellte.

    Meine Probezeit dauert 6 Monate, endet als am 31.07.

    Doch man plant wohl, nach Ablauf diesen Monats zu entscheiden, ob es mit mir passt oder nicht.

    ach, du bist also schon betreuungskraft? wirst jetzt eingearbeitet.


    wenn du deine arbeit machst und die arbeit nicht an den kollegen bleibt, dann ist dann schon die halbe miete.


    sehr gut ? dein notizbuch bringt dich weiter.

    Hallo ihr,


    ich wollte mich mal wieder melden.

    In meinem Job ist es nicht gerade positiv weitergegangen. Ich hatte schon im Vorfeld gewusst, dass die Karnevalsfeiern im Altenheim zu einer Bewährungsprobe für mich werden würden. Leider habe ich das überhaupt nicht gut gemeistert trotz meiner guten Vorsätze.


    Letzte Sonntag war die ganz große Feier, wo auch das Prinzenpaar kam. Sehr viele Heimbewohner kamen dorthin, teilweise mit Angehörigen. Ich bin überhaupt kein Karnevalsfan und war erst mal wie erstarrt wegen der Menge an Menschen und der wahnsinnigen Lautstärke. Ich musste schon Mut aufbringen, um einige zum Schunkeln zu bewegen. Ich klatschte auch zur Musik mit, aber ich traute mich nicht, zwischen den Tischen herumzuhüpfen und laut mitzusingen wie einige meiner Kolleginnen.


    Am Donnerstag war die zweite Feier, mit weniger Leuten, aber natürlich auch laut und stressig. Ich kam allen Anweisungen nach wie die Bewohner mit Hütchen und Luftschlangen zu versorgen und die Getränke an die Tische zu bringen. Doch auch da schaffte ich es nicht, den Clown zu spielen, sondern hielt mich mehr im Hintergrund. Ich wurde anschließend sofort von einer Mitarbeiterin vom sozialen Dienst attackiert, dass so etwas nicht gehe. Andere hätten sich zu Tode geschwitzt, während ich überwiegend an einem Tisch gesessen hatte. Wobei ich zu meiner Rechtfertigung sagen muss, dass ich mich an dem Tag gesundheitlich elend fühlte.

    Später zogen wir Betreuungskräfte mit den Mitarbeiterinnen vom sozialen Dienst noch auf allen Etagen durch die Zimmer der bettlägerigen Bewohner und grölten laut die Musik aus dem CD-Player mit. Ehrlich gesagt habe ich mich geschämt, versuchte aber, das zu überspielen. Doch auch da triezte mich diese Mitarbeiterin vom sozialen Dienst und fuhr mich an, wenn ich die Bewohner nicht schnell genug mit Luftschlagen behängte. Ich sah sie auch mit einer Kollegin tuscheln, mit einem Seitenblick auf mich.


    Auf der Rückfahrt nach Hause habe ich erst mal geweint und dachte mir, dass ich wohl für den Job einfach nicht geschaffen bin. Ich bin lieb und nett zu den Bewohnern und habe immer ein offenes Ohr, aber das reicht eben nicht.

    Diese Mitarbeiterin, die mich eh auf dem Kieker hat, kritisiert mich auch desöfteren, weil ihr meine Aktivitäten mit den Bewohnern nicht passen. Dabei arbeite ich nach dem jeweiligen Maßnahmeplan.


    Der alte Herr, der mich seit einiger Zeit so überschwänglich begrüßt, ist inzwischen fast so etwas wie ein Rettungsanker geworden. Wann immer ich zwischendurch mal Zeit habe, besuche ich ihn, und das täglich. Er wärmt mir dann meine ständig kalten Hände und scherzt mit mir. Danach geht es mir besser. Vor einer Woche muss es wohl sehr auffällig gewesen sein. Als ich Feierabend hatte, sprach mich eine Kollegin an, dass ich so strahle. Die Betreuungskraft, die mich eingearbeitet hat, meinte säuerlich, dass nur der Herr M..... das schaffe.


    Schon vor einiger Zeit äußerte er den Wunsch, mich mal zu knuddeln, aber ich verhielt mich distanziert. Ich dachte, er würde damit eine Grenze überschreiten. Doch dann las ich irgendwo im Internet, dass viele Heimbewohner sich einsam fühlen und sich nach körperlicher Nähe sehnen und sie ihnen guttut.


    Anfang der Woche kullerten bei ihm ein paar Tränen, weil "Mutter nicht mehr da ist". Ich gehe davon aus, dass er seine verstorbene Frau damit meinte. Ich legte ihm tröstend einen Arm um die Schulter. In dem Moment drückte er mich ganz fest an sich. Ich machte mich wieder los und er drückte mich noch mal an sich. Er sagte, dass ich eine ganz Liebe sei und nannte mich "Möbbelchen".


    Seitdem knuddeln wir erst mal eine Runde, wenn ich in sein Zimmer komme. Ich hoffe, dass ich damit nicht zu weit gehe. Doch er macht ja nichts Schlimmes, versucht weder mich zu küssen noch mir an die Brust zu fassen. Anschließend setze ich mich zu ihm und er hält meine Hand, während wir uns unterhalten.


    Findet ihr, es geht zu weit oder ist es in Ordnung, dass es zu körperlichem Kontakt kommt?

    Uns beiden geht es ja gut damit. Nur darf ich nicht an den Tag denken, wo er stirbt und ich vielleicht noch dort arbeite. Schließlich ist er schon 88. Das ist ein Punkt, der mich sehr beschäftigt, weil ich schon ziemlich auf ihn fixiert bin und ihn ins Herz geschlossen habe, diesen süßen Opi. :-/

    wer ist denn für deine aufgaben zuständig? mit wem sprichst du dich ab? ist dieser jemand dir gegenüber wohlgesonnen?


    wie lange läuft deine probezeit noch?


    lass dich doch nicht von anderen aus deiner ruhe bringen, denk an deine stärken, führe tagebuch mit positiven erlebnissen und stimmung auf einer skala von (1) schlecht bis (10) sehe gut.


    wenn dich deine arbeitskollegen verunsichert wahrnehmen, dann ärgern sie dich u.u. erst recht, fürsorge ist manchen mittlerweile ein fremdwort.


    mach deine arbeit gut, dann hast du dir nichts vorzuwerfen

    @ TimFaber


    Danke für deine mutmachende Antwort.

    Leider bin ich ein Mensch, der sich generell schnell verunsichern lässt. Ich denke in Situationen wie jetzt dann immer, dass ich meine Arbeit schlecht mache.


    Nach einer Einarbeitungszeit von 3 Wochen bin ich nun fast komplett auf mich gestellt. Es gibt niemanden, mit dem ich mich bezüglich meiner Aufgaben absprechen muss. Mir wurde eine bestimmte Anzahl von Bewohnern zugeteilt, die ich zu betreuen habe. Die Art der Betreuung muss ich dem entsprechenden Maßnahmeplan entnehmen, darüber hinaus aber kreativ tätig sein und mir selbst Beschäftigungsmöglichkeiten überlegen. Aus Letzterem wurde mir heute ein Strick gedreht.


    Für das Wochenende wurde mir die zusätzliche Betreuung von Bewohnern übertragen, die eine Kollegin im Laufe dieser Woche nicht geschafft hat. Ich versuchte, diesen Bewohnern Einzelbetreuungen zu bieten.

    Als die Mitarbeiterin vom sozialen Dienst meine entsprechende Dokumentation dazu las, kritisierte sie meine Vorgehensweise. Ich hätte doch sehen müssen, dass die meisten von ihnen im Aufenthaltsraum saßen und hätte sie einfach vor den Fernseher setzen können. Ich müsse schon kreativer sein. Das müsste ich doch in meiner Weiterbildung zur Betreuungskraft gelernt haben.

    Das fand ich schon wieder so abwertend.


    Ich weiß, dass ich mit mehr Selbstvertrauen an die Sache rangehen muss. Doch das ist leicht gesagt, weil ich eben Anfängerin in dem Bereich bin und fast alle Kolleginnen sind sehr erfahren.


    Ich muss jetzt sehen, wie es sich entwickelt und versuchen, nicht schon nach einem Monat alles schwarz zu sehen.

    Ich finde, dass sich diese Kollegin vom sozialen Dienst ziemlich auf dich eingeschossen hat. Und du wirst dadurch immer verkrampfter, sie attackiert dich erneut, du noch verkrampfter und schon bist du im Teufelskreis drin, vorallem wenn du das Gefühl hast, dass negativ über dich geredet wird.


    Ich weiß natürlich nicht, ob die Kritik an der Einzelbetreuung berechtigt war, also ob es nicht sinniger gewesen wäre, die Leute im Aufenthaltsraum zu lassen, aber wenn die angekreidet wird, dass du auf der Karnevalsfeier nicht den Clown machst, dann finde ich das ungerecht. Aber auch das kann man als Außenstehender sehr schlecht beurteilen.


    Dein Verhältnis zu dem einem Bewohner finde ich sehr grenzwertig, vorallem auf der emotionalen Schiene. Er scheint dein Rettungsanker zu sein, aber du hast ja schon selbst erkannt, dass es da zwei entscheidende Faktoren gibt. Erstens das hohe Alter und zweitens, dass die Kollegen den Kontakt als zu nah (körperlich wie seelisch) empfinden können. Höre auf dieses Gefühl und versuche wieder Distanz zu bekommen. Du bist auf der Arbeit dort!


    So ganz im allgemeinen habe ich ehrlich gesagt das Gefühl, dass das auf lange Sicht nichts wird dort. Nicht, weil du zu blöd bist für den Job, sondern wegen den Kollegen und der scheiß Einarbeitung und dem daraus resultierenden Druck. Hör und sieh dich mal nach Alternativen, also anderen Altenheimen um. Es kann nie schaden, vorbereitet zu sein, wenn der Ernstfall eintritt.

    TimFaber schrieb:

    gehst du eigentlich zur psychotherapie?

    Warum sollte sie dies tun?


    Liebe Te, ist diese eine Mitarbeiterin, mit der du dich nicht gut verstehst, die Kollegin, die du schon beim Vorstellungsgespräch als unangenehm war genommen hast?

    @ BraunesLedersofa


    Danke für deine sehr hilfreiche Antwort. Alles, was du geschrieben hast, ist zutreffend.


    Ja, es scheint wirklich so, dass sich diese Mitarbeiterin vom sozialen Dienst auf mich eingeschossen hat. Es ist die Kollegin, die ich schon als unangenehm wahrgenommen habe, als ich mich ihr vorgestellt habe. Sie hat mich an meinem ersten Dienstwochenende gleich zweimal attackiert.


    Ich gebe wirklich mein Bestes, mache aber natürlich auch hin und wieder einen Fehler, weil ich noch neu in dem Job bin. Die Kollegin, die mich eingearbeitet hat, scheint jetzt auch ein Problem mit mir zu haben. Sie hat mir bei der Teambesprechung im Beisein von der unangenehmen Mitarbeiterin vom sozialen Dienst und einer anderen Betreuungskraft vorgeworfen, dass ich alles vergesse! Ich habe sie anschließend sachlich darauf angesprochen und ihr gesagt, dass ich es unfair fand. Sie hätte mich unter vier Augen darauf hinweisen können, wenn sie mit meiner Arbeitsweise nicht zufrieden ist. Sie schien das einzusehen, ist aber seitdem sehr kurz angebunden mir gegenüber.


    Es wurde einfach erwartet, dass man in der Lage ist, Karneval den Clown zu spielen. Da hat man zu funktionieren und den anderen ist es gelungen. Da bin ich leider negativ aufgefallen, wobei es mir am Sonntag besser geglückt ist als am Donnerstag.


    Du hast auch in dem Punkt Recht, was den Bewohner betrifft, zu dem ich ein innigeres Verhältnis habe. Mir ist auch bewusst, dass es absolut nicht in Ordnung ist, ihn als Rettungsanker zu sehen. Ich weiß nicht, ob er das zu spüren scheint. Jedenfalls legt er keinen besonderen Wert darauf, von mir nach dem Maßnahmeplan betreut zu werden. Das Knuddeln scheint ihm wichtiger zu sein und der Rest wie eine Rückenmassage oder Gespräche werden halt notgedrungen akzeptiert.

    Heute ist mir so richtig klar geworden, dass ich mich unbedingt abgrenzen muss. Er drückte mich nicht nur an sich, sondern gab mir auch einen Kuss auf den Hals. Ich sagte ihm sofort, dass das nicht geht, was er aber nicht verstand.

    Zum Glück war ich schon dabei, ihm mit dem Massageball den Rücken zu massieren, als plötzlich die Tür aufging und seine Tochter reinkam! Ich habe mich sehr schnell verabschiedet und es war ihm anzumerken, dass er unangenehm überrascht war.


    Leider glaube ich inzwischen auch, dass es längerfristig mit dem Job nichts dort wird. Was ich sehr traurig finde, denn nach meinem Empfinden gehe ich sehr fürsorglich mit den Bewohnern um. Doch die Angst, mich falsch zu verhalten, ist immer da und lässt mich verkrampfter werden.

    Aber vielleicht kann ich in der mir verbleibenden Zeit in diesem Job ja auch etwas lernen, war mir im nächsten zugute kommen wird.

    wenn ich mich nicht täusche, ist das nicht deine einzige baustelle, deshalb die frage nach psychotherapie.


    hast du jetzt ein arbeitstagebuch, in dem du deine notizen machst, nur dem vorwurf zu entgegnen zu würdest alles vergessen ..


    leider sind soziale berufe nicht immer so sozial. kann sein, dass du unter druck gesetzt wirst, allerdings musst du weiter an deinem selbstwergefühl und stärken arbeiten und fest daran glauben, unter dem strich machst du eine gute arbeit, auch wenn es deine kolleginnen nicht so wahrnehmen oder -haben wollen.

    TimFaber


    Nein, ich mache keine Psychotherapie, bin mir aber dessen bewusst, dass ich an meinem Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen arbeiten muss.


    Ich habe ein Notizbuch, wo ich alles notiere, was mir wichtig erscheint.


    Ja, Jobs im sozialen Bereich sind nicht unbedingt einfach, schon mal gar nicht für sehr sensible Menschen. Die Mitarbeiter sind oft nicht so sozial, wie man es erwarten würde. Möglicherweise hatte ich im Vorfeld zu idealistische Vorstellungen.


    Ich werde weiterhin alles dransetzen, meine Arbeit gut zu machen. Was ich allerdings schon bemerkt habe, ist, dass es demotivierend ist, wenn die Kolleginnen oder Vorgesetzten das anders wahrnehmen.

    Wobei ich das Wort "attackieren" auch echt heftig finde. Ist es tatsächlich eine Attacke, in dem Sinne, dass du aus dem Nichts angeschnauzt wirst, dass dir die Ohren nach hinten fliegen?! Das wäre für mich eine Attacke. Oder ist es eine Zurechtweisung in einem zickigen Tonfall? Das wäre für mich zb keine Attacke. Verstehst du, was ich meine? Zwischen Zickerei und Attacke gibt es einige Abstufungen.


    Wie war das denn an Karneval? Wart ihr alle verkleidet? Wie lange ging die Feierei?


    Zu dem Bewohner musst du unbedingt Distanz wahren. Der Kuss auf den Hals geht viel zu weit. Da gehen bei mir alle Alarmglocken an, bei dir etwa nicht?


    Es kann sein, dass du gehen musst, das weiß ich nicht. Aber im nächsten Job fängst du nicht mehr bei Null an.

    die welt braucht idealisten, sonst würde die pflege in sich zusammenbrechen.


    es ist jetzt auch kein beinbruch wenn du wechselst, wichtig ist dass du in den neuen jobs hospitierst und dir einen eindruck über die kollegen verschaffst.


    die unzufriedenheit hat oft auch nichts mit dir zu tun, da spielen befindlichkeiten und egoismen eine wichtige rolle. du musst lernen dich besser abzugrenzen und hier finde ich, dass eine psychotherapie hilfreich sein kann.