• Arbeitsverteilung

    Hallo zusammen, ich werde wahnsinnig work . Wir haben seit einem halben Jahr eine neue Kollegin, der wir immer wieder aus der Patsche helfen müssen. Sprich: läuft es nicht, machen wir die Arbeit für sie, denn die Teamleitung ist der Meinung wir lassen hier nichts eskalieren. Jetzt wieder die nächste Aktion: sie verspricht dem Kunden Features, die es…
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    ich meine die vorhandenen Ressourcen so einteilen, dass einer nicht zu 120% ausgelastet ist und der Rest zu 60%.

    Man muss aber auch bedenken, dass nicht alle genau gleich viel schaffen in der gleichen Zeit. So kann es schnell mal vorkommen, dass der Output sich auch dann deutlich unterscheidet, wenn 2 Personen je zu (ihren persönlichen) 100% ausgelastet sind. Im Extremfall kann es sogar sein, dass jemand mit 60% Auslastung unter dem Strich mehr liefert als eine Person, die sich mit 120% ins Burnout arbeitet.

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    Man muss aber auch bedenken, dass nicht alle genau gleich viel schaffen in der gleichen Zeit.

    Es kann aber nicht sein, dass die einen dann den Rest der Arbeit für die anderen mit erledigen. Da kann ich den TE schon verstehen. Wenn alle notwendigen Voraussetzungen gleich sind, kann man auch erwarten, dass alle die gleiche Arbeitsleistung bringen.

    Und wenn ich das richtig verstanden habe, dann geht es ja darum, dass andere nicht so viel liefern, weil sie von vornherein nicht so viel zu tun haben. Das muss irgendwo seine Gründe haben.

    Und wer seine geforderte Arbeitsleistung nicht erfüllt, fliegt in aller Regel wieder. Das funktioniert nur in großen Ausnahmen, wenn das Unternehmen tatsächlich um jede Arbeitskraft kämpft.

    Und das eine Person mit 60% Auslastung mehr Output liefert ist auch logisch, weil da konzentrierter dran gearbeitet werden kann und alles bis aufs i-Tüpfelchen erfüllt werden kann. Wer zu 120% ausgelastet ist, lässt auch mal was unberücksichtigt. Wenn dann aber trotzdem 100% Leistung erwartet werden, dann arbeitet sich der betroffene ins Burnout. Das liegt aber nicht am Arbeitnehmer, sondern an denen, die die Aufträge annehmen und verteilen. Ob die in der Lage sind das anders zu organisieren, entscheidet darüber, ob es für den Einzelnen am unteren Ende der Nahrungskette besser werden kann.

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    Und wenn ich das richtig verstanden habe, dann geht es ja darum, dass andere nicht so viel liefern, weil sie von vornherein nicht so viel zu tun haben. Das muss irgendwo seine Gründe haben.

    Jop, es liegt am technischen KnowHow und der Unterbesetzung. Ich habe zumindest erkämpft, dass ich Arbeit liegen lassen darf.


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    Und wer seine geforderte Arbeitsleistung nicht erfüllt, fliegt in aller Regel wieder.

    nicht bei uns, weiss nicht ob lachen oder weinen soll.


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    dann arbeitet sich der betroffene ins Burnout. Das liegt aber nicht am Arbeitnehmer, sondern an denen, die die Aufträge annehmen und verteilen

    Das kann ich so bestätigen und es ist unheimlich schwer für seine Interessen zu kämpfen, um nicht A. zu überlasten, B. die Arbeit von Kollegen auffangen, C. Absurditäten auf's Auge gedrückt zu bekommen.


    Bei uns in der Arbeit ist nicht alles schlecht, aber auch nicht alles gut. Letztendlich ist es das nirgends, wie ihr schon angedeutet habt. Allerdings muss ich mich schon fragen, muss ich mir diesen Kampf gegen Windmühlen jeden Tag antun ":/


    Immerhin habe ich jetzt ein Vorstellungsgespräch. Will mal gucken was die anbieten, wie das Klima so ist, etc.


    Danke vielmals @:) für Eure Eindrücke und Einschätzungen. Hilft mir zumindest meine Gedanken wieder gerade zu rücken

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    Jop, es liegt am technischen KnowHow und der Unterbesetzung. Ich habe zumindest erkämpft, dass ich Arbeit liegen lassen darf.

    Na das ist doch schon mal was.

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    nicht bei uns, weiss nicht ob lachen oder weinen soll.

    An sich ist das bequem. Dann würde ich auch nur so viel machen, wie ich in meiner Arbeitszeit schaffe. Was liegen bleibt, bleibt liegen. Und es ist fertig, wenn ich damit fertig bin.

    Auf dieser Basis bloß keine Gefälligkeiten anbieten. Seine Arbeit machen und am Ende der Arbeitszeit nach Hause gehen. Gibt man da einmal den kleinen Finger, nehmen sie gleich die ganze Hand.

    Ansonsten ist es zum Weinen, weil da von oben ständig die Forderung nach mehr und mehr Leistung kommt. Die ist aber in einem einzelnen Menschen nicht unbegrenzt vorhanden.

    Meiner Erfahrung nach ist in solchen Unternehmen die Fluktuation auch recht hoch? Wie ist es denn bei euch? Halten die Neuen bei euch lange durch oder wechselt das Personal ständig?

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    Immerhin habe ich jetzt ein Vorstellungsgespräch. Will mal gucken was die anbieten, wie das Klima so ist, etc.

    Ich drück dir die Daumen. Langfristig ist das der bessere Weg.

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    Was liegen bleibt, bleibt liegen. Und es ist fertig, wenn ich damit fertig bin.

    Auf dieser Basis bloß keine Gefälligkeiten anbieten.

    das merke ich mir gut!


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    die Fluktuation auch recht hoch? Wie ist es denn bei euch?

    ja, ich habe den Eindruck die Leute sind nach 1 - 1.5 Jahren ausgebrannt, dann suchen sie das Weite


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    Ich drück dir die Daumen.

    Danke @:)


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    Langfristig ist das der bessere Weg.

    Es wird mich Überwindung kosten den Arbeitsplatz zu wechseln. A. Kann ich mich hier weiterentwickeln. B. ich kann Arbeit liegen lassen C. meine Aufgaben sind jetzt klar(er) definiert, D. zumindest haben die Teamleitung und Teamleitung-Chef nach langem Ringen in meinem Sinne entschieden":/

    Zitat

    ja, ich habe den Eindruck die Leute sind nach 1 - 1.5 Jahren ausgebrannt, dann suchen sie das Weite

    Dachte ich mir. Das ist keine Basis für eine Personalplanung. Wenn ich mir überlege, dass man sich nach ein paar Monaten erst mal so richtig eingegroovt hat, dann ist 1 Jahr ein Witz.

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    Es wird mich Überwindung kosten den Arbeitsplatz zu wechseln. A. Kann ich mich hier weiterentwickeln. B. ich kann Arbeit liegen lassen C. meine Aufgaben sind jetzt klar(er) definiert, D. zumindest haben die Teamleitung und Teamleitung-Chef nach langem Ringen in meinem Sinne entschiedens41.gif

    Kann ich nachvollziehen. Aber letztendlich hast du im alltäglichen Arbeitsstress immer diese "Feuerwehrtätigkeit". Vor allem, wenn die so häufig Leute kündigen und neue dazu kommen. Und die Leitung kann das scheinbar nicht beheben.

    Weiterentwickeln kann man sich auch woanders. Ich gehe mal davon aus, dass du noch jung bist und ein paar Arbeitsjahre vor dir hast.

    Arbeit liegen lassen können ist gut. Macht aber nur Sinn, wenn man sie dann auch nachholen kann. Wenn der Berg immer größer wird oder immer mehr zukünftige Aufgaben liegen bleiben, weil noch Altlasten abgearbeitet werden müssen, geht das dauerhaft so auch nicht. Und du wirst aus dem Liegenlassen nicht rauskommen, solange ihr zu wenig Arbeitskräfte habt.

    So klar definiert sind deine Aufgaben jetzt auch nicht. Oder siehst du es als deine klar definierte Aufgabe an ständig für andere einzuspringen?

    Und eine Entscheidung in deinem Sinne kannst du nicht dauerhaft erwarten. Vor allem wenn das Chaos noch größer wird.


    Hast du eigentlich mittel- bzw. langfristig private Pläne? Sind die mit deiner derzeitigen Arbeitssituation überhaupt vereinbar?

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    Und die Leitung kann das scheinbar nicht beheben.

    Können sie schon, wenn man ihnen das Messer auf die Brust setzt, einen adequaten Ersatz finden sie im Moment nicht.


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    Weiterentwickeln kann man sich auch woanders. Ich gehe mal davon aus, dass du noch jung bist und ein paar Arbeitsjahre vor dir hast

    Ja, Anfang 30


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    So klar definiert sind deine Aufgaben jetzt auch nicht. Oder siehst du es als deine klar definierte Aufgabe an ständig für andere einzuspringen

    Teamleitung-Chef war ganz stolz mir zu erklären, deine Arbeiten überschneiden sich nicht mehr mit deiner ungeliebten Kollegin.


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    Und eine Entscheidung in deinem Sinne kannst du nicht dauerhaft erwarten. Vor allem wenn das Chaos noch größer wird.

    das Chaos ist vielleicht gar nicht so schlimm. Was mich besonders enttäuscht ist die Tatsache, dass die Oberindianer mind. ein Jahr auf Durchzug geschaltet haben. Ich habe ihnen erklärt, ich arbeite für zwei Leute, schaut euch den Arbeitsberg an. Was war ihre Lösung: wir machen so weiter wie bisher ":/


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    Hast du eigentlich mittel- bzw. langfristig private Pläne?

    klar, die biologische Uhr tickt. Heiraten und Nachwuchs sind bei uns schon ein Thema. Wir leben ländlich in der Oberfalz. Es ist ein schönes Pflaster, um eine Familie zu gründen.


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    Sind die mit deiner derzeitigen Arbeitssituation überhaupt vereinbar?

    Eigentlich bin ich aus Schulzeiten noch vorbelastet, was Mobbing angeht. Habe sehr feine Fühler für Mißstimmungen im Team. So wie du sagst, ein neuer Job kann ein neuer Anfang bedeutet, um auch meinen Horizont zu erweitern. Allerdings schwingt im Kopf immer diese Mobbing-Erfahrung mit. Wie sind die Kollegen, gibt es dort ein gutes Arbeitsklima, etc.


    In der momentanen Situation, weiß ich mit wem ich es zu tun habe. Ich warte das Vorstellungsgespräch ab, versuche einen Schnupper-Vormittag auszuhandeln und gehe nicht all-inn.

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    Können sie schon, wenn man ihnen das Messer auf die Brust setzt, einen adequaten Ersatz finden sie im Moment nicht.

    Ja, das habe ich gemeint. Im Moment ist keine zusätzliche Entlastung in Sicht. Die Mitarbeiter kündigen weiterhin nach kurzer Zeit und es kommen ständig neue hinzu, die erst wieder eingearbeitet werden müssen. Das bedeutet erneut für dich einzuspringen.

    Ich verstehe was du meinst. Da kann man natürlich hoch pokern, weil man weiß, dass man nicht gekündigt wird. Trotzdem bist du langfristig der Leidtragende, weil du zwangsläufig immer wieder die Einarbeitungszeit der neuen Mitarbeiter abfangen musst.

    Und ich bin mir nicht sicher, ob sich die Chefs auf lange Sicht immer wieder unter Druck setzen lassen. Sobald es einen Mitarbeiter gibt, der auch langfristig dableibt und sich von den Chefs zusätzliche Aufgaben aufhalsen lässt und sich das gefallen lässt, dann hast du genauso schlechte Karten.

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    Ja, Anfang 30

    Das ist kein Alter. Du hast noch dreißig Jahre vor dir. Und jung und ungebunden noch mal was Neues anfangen, ist leichter als später, wenn sich der Alltag eingeschliffen hat und du vielleicht Familie hast.

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    klar, die biologische Uhr tickt. Heiraten und Nachwuchs sind bei uns schon ein Thema. Wir leben ländlich in der Oberfalz. Es ist ein schönes Pflaster, um eine Familie zu gründen.

    Und genau vor diesem Hintergrund würde ich mir überlegen, ob nicht ein anderer Job die bessere Wahl ist. Wenn du erstmal Kinder hast, wird es schwieriger einen anderen Job zu finden. Du musst bedenken, dass du dann Job, Privatleben und Kind unter einen Hut bringen musst. Ein Kind ist eine riesige Verantwortung und es ist auf dich angewiesen, dass du dich kümmerst.

    Und wenn du schon mit Anfang 30 work wahnsinnig wirst, wird das mit Kind und älter geworden nicht besser.

    Mir ist schon klar, dass das jetzt eine blöde Situation ist, weil die biologische Uhr tickt. Erstmal wieder reinkommen und nicht gleich wegen des Kindes wieder ausfallen wollen.

    Ich persönlich halte das für Unsinn. Damit muss ein Chef immer rechnen. Wenn für dich die Basis stimmt, dass du ein Kind in die Welt setzen könntest, dann tu das. Bedenke aber, dass du Arbeit und Privatleben mit Kind die nächsten 20 Jahre unter einen Hut bringen musst. Wenn das nur mit einem anderen Job geht, dann würde ich das zuerst angehen. Und wenn der eingetütet ist, sich an das Kinderprojekt wagen und jobmäßig maximal die Probezeit abwarten. Einen neuen Job kann man normalerweise immer finden, Kinder kann man nicht nachholen. Das bereust du unter Umständen dein ganzes Leben.

    Zitat


    Eigentlich bin ich aus Schulzeiten noch vorbelastet, was Mobbing angeht. Habe sehr feine Fühler für Mißstimmungen im Team. So wie du sagst, ein neuer Job kann ein neuer Anfang bedeutet, um auch meinen Horizont zu erweitern. Allerdings schwingt im Kopf immer diese Mobbing-Erfahrung mit. Wie sind die Kollegen, gibt es dort ein gutes Arbeitsklima, etc.

    Kann ich nachvollziehen. Aber du hast es jetzt schon geschafft, deinen Chefs das Messer auf die Brust zu setzen. Offensichtlich kannst du für dich eintreten. Du bist nicht mehr in der Opferrolle. Ich glaube, dass vielen, die einmal Mobbing erlebt haben, das nie wieder passiert. Sie haben aus ihrer Situation gelernt. Und wenn du das für dich annimmst, halte ich es für unwahrscheinlich, dass du nochmal in so eine Situation gerätst.

    Und ganz ehrlich: Bescheidene Arbeitsorganisation und Chaos grenzt auch schon an Mobbing. Seine Mitarbeiter in den Burnout arbeiten lassen, ist nicht besser.

    jop, du hast es auf dem Punkt gebracht. Für mich ist es hier wie ein Abschied auf Raten.


    Ich habe die Konfrontation gesucht, auch um mir selbst zu beweisen, dass ich nicht das „Opfer“ sein muss. Auch der Mut „nein“ zu sagen: „So geht es nicht weiter, ich bin nicht mehr bereit die Arbeit von zwei Leuten zu übernehmen“ hat mich weiter gebracht.


    Für die langfristige Familienplanung, über mehrere Jahrzehnte, ist jetzt womöglich noch der günstigere Wechselzeitpunkt.


    Hier wird sich so schnell nichts mehr ändern, es bleibt business-as-usual, die nächsten Bewerber stehen schon in den Startlöchern. Jetzt habe ich mir tatsächlich etwas „Luft“ erkämpft, aber damit ist es vorbei, wenn ich den oder die Nächste einarbeiten muss.


    melb1985 : du sprichst wirklich weise Worte, ohne persönlich (das ist in der Arbeit auch ein Thema) oder ausfallend zu werden. Vielen Dank hierfür @:)

    Zitat



    melb1985 : du sprichst wirklich weise Worte, ohne persönlich (das ist in der Arbeit auch ein Thema) oder ausfallend zu werden. Vielen Dank hierfür @:)

    Danke, aber ich glaube du hast das schon ganz allein recht gut überblickt. Wenn du Bestätigung gebraucht hast, dass deine Sichtweise richtig ist, dann habe ich das gern getan.

    Aber das ist kein Kunststück, wenn man gewisse Situationen selbst erlebt hat.

    Und ich habe bei dir Potential gesehen, dass du dich auch mal traust den Mund aufzumachen und deinen eigenen Weg zu gehen. Das findet man leider selten. Ich finde es immer schade, wenn manche nur meckern, aber sich nicht trauen, für sich einzutreten. Es wäre insgesamt einiges besser, wenn sich mehr Leute überwinden würden.

    Und ich kenne leider Leute, die sich und teilweise andere damit kaputtmachen, dass sie sich nicht trauen auch mal ihre eigene Meinung vertreten. Das macht mich für diese immer traurig, weil die doch drunter leiden. Das ist es einfach nicht wert.

    durch den faden ist mir klar(er) geworden, ich habe fachlich als auch menschlich etwas anzubieten.


    ich erwarte keinen Applaus bei uns in der Arbeit, aber zumindest einen angemessenen Umgang miteinander, ohne die persönliche Schiene zu fahren, mal ein offenes Ohr für die Belange der Mitarbeiter zu haben, etc.


    Zitat

    Es wäre insgesamt einiges besser, wenn sich mehr Leute überwinden würden.

    durch meine Vorgeschichte wird es immer ein Kampf mit mir selbst sein, mich zu überwinden: den Mund aufzumachen. Aber es lohnt sich für die eigenen Interessen zu kämpfen, für mich, für meinen Partner, für den Seelenfrieden.

    :)z

    Ich habe heute vorgesprochen. Hat mir gefallen, was ich gehört habe :)z


    Es wird ein neues Team aufgebaut, mehr Gehalt springt auch dabei raus und die Entwicklungsmöglichkeiten sind vorhanden.


    Soll bis Ende der Woche Bescheid geben (zu- oder absagen). Mich wundert es, dass nicht der Arbeitgeber zuerst zusagt ":/


    Freudensprünge mache ich erst, wenn ich einen Zusage / Arbeitsvertrag bekomme.

    Der neue Arbeitgeber hat doch zugesagt.


    Du hast noch ein paar Tage Zeit zu überlegen, ob du zu dem neuen Arbeitgeber wechseln möchtest.


    Wenn du zusagst wird besprochen wann du anfangen kannst oder sollst, und dann wird der Arbeitsvertrag geschrieben.