Habe jetzt mal mit meiner besten Freundin drüber gesprochen. Sie war ein bisschen entsetzt, dass ich jetzt trotz meines "Fauxpas" zwei Wochen für lau voll arbeiten soll. So habe ich das noch gar nicht gesehen. Ich weiß schon, dass es gang und gebe ist, ein paar Tage unentgeltlich Praktika zu machen, um zu sehen, ob der Bewerber was kann, aber ich meine, TROTZ, dass ich jetzt nen anderen Schulabschluss habe als die annahmen:


    1. Ich habe drei TOP-Arbeitszeugnisse abgegeben


    2. Offenbar wurde, wie beim letzten Gespräch vom Chef an den Personaler angeordnet wurde, mein Ex-Chef angerufen, der ebenfalls positives Feedback gab (sonst hätten sie ja nicht zugesagt)


    3. Ich hab mehrere Jahre Berufserfahrung


    Versteht mich nicht falsch, ich möchte die Chance schon haben und mich reinhängen, aber ich fühl mich schon degradiert irgendwo, zwei ganze Wochen so ranklotzen zu müssen ohne einen Cent, weil ich weiß, was ich kann und keine 18-jährige Schulabgängerin bin, sondern eine vollwertige Kraft mit Erfahrung.


    Was sagt ihr dazu?

    Auch von mir erst mal herzlichen Glühstrumpf zum bekommenen Ausbildungsplatz! :)*


    Hast dich ja lange genug verrückt gemacht deswegen....


    Und genau deshalb verstehe ich nicht, dass du dich jetzt wegen des zweiwöchigen unbezahlten Praktikums "beschwerst"!


    Du wolltest die Stelle!


    Jetzt hast du sie und meckerst!


    Willst du die Stelle deswegen sausen lassen?! ":/

    @ Kirschlein

    Ich empfand schon die eine Woche Probearbeiten reichlich unverschämt, nur weil die Personaler an der richtigen Stelle nicht nachgefragt haben :-/ Als ich dann gelesen habe, es sind zwei Wochen, habe ich lieber nichts dazu geschrieben.


    Ganz ehrlich: mach deine Ausbildung dort, zieh das ordentlich für dich durch, sieh zu dass du gute Noten bekommst und dann schau dich anschließend um, was du mit abgeschlossener Ausbildung woanders erreichen kannst. Es sei denn, es gefällt dir dort und du wirst nicht mehr ausgenutzt.


    Viel Erfolg und auch Spaß @:)

    Zitat

    aber ich fühl mich schon degradiert irgendwo, zwei ganze Wochen so ranklotzen zu müssen ohne einen Cent, weil ich weiß, was ich kann und keine 18-jährige Schulabgängerin bin, sondern eine vollwertige Kraft mit Erfahrung.

    Du machst dort eine Ausbildung. Also bist du keine vollwertige Kraft mit Erfahrung, sonst müsste man dich nicht ausbilden.


    Das Probearbeiten hat ja auch den Sinn, dass du vor dem Beginn des eigentlichen Ausbildungsplans unverbindlich und locker in verschiedene Bereiche reinschauen kannst, Leute kennenlernst, und dann beim Ausbildungsstart direkt mit etwas Erfahrung im Hinterkopf einsteigst, viele Begriffe einsortieren kannst usw..


    Entspann dich wegen der zwei Wochen. Ich empfinde das als Praktikumszeit nicht als unverschämt. In der Firma, in der ich arbeite, gibt es viele Auszubildende, die 2-3 Wochen vor Ausbildungsbeginn auch freiwillig einsteigen. Und das ist nicht nur von der Personalabteilung gern gesehen, sie haben auch echte Startvorteile.

    Probearbeiten für lau und ein bezahltes Praktikum ist schon ein Unterschied.


    Angesichts der Angebotslage würde ich die Ausbildung abschließen, weil wenig andere Möglichkeiten bestehen in dieser Region.


    Nach dem Vorlauf mit dem mißglückten Gesprächen, wäre mein commitment dem Unternehmens gegenüber nahe zu auf dem Nullpunkt.


    Ich würde mich nach absolvierter Abschlussprüfung nach einem anderen Unternehmen umsehen. Geben und Nehmen eben ;-D

    Auch der Arbeitsmarkt ist letztendlich ein Markt. D.h. Angebot und Nachfrage bestimmen die Verhandlungsposition. Es gab ja offenbar in der Wohnortnähe keine Alternative - wenn sie sich in eine starke Verhandlungsposition bringen möchte, muss sie andere Dinge (Umzug, anderer Job) in Erwägung ziehen.


    Pauschal zu sagen "zeigs ihnen" (

     :-D ) ist da kurz gesprungen. Revolutionsfantasien mögen zwar für ein tolles Selbstwertgefühl sorgen, aber man muss auch schauen, was langfristig unter'm Strich die beste Lösung ist. Das Unternehmen macht aus dem falsch verstandenen Abschluss keine große Sache, dann sollte sie auch keine große Sache aus dem Probearbeiten machen, sondern überlegen, wie sie dies zum Vorteil nutzen kann. Wenn das sonst alles gut läuft, wird einem das schon in paar Monaten egal sein. Schnee von gestern.


    Alles, was Kirschlein über den bisherigen Ablauf geschrieben hat, war doch völlig OK seitens des Arbeitgebers. Die kleine Verstimmung war schnell beigelegt und man hat in ihrem Sinne entschieden. Um jetzt mehr rauszuholen, müsste sie eine sehr gute Verhandlungsposition haben. Die sehe ich aber nicht. Der Start sollte nicht dadurch vergiftet werden. :|N

    Zitat

    Du machst dort eine Ausbildung. Also bist du keine vollwertige Kraft mit Erfahrung, sonst müsste man dich nicht ausbilden.

    Zitat

    Auch der Arbeitsmarkt ist letztendlich ein Markt. D.h. Angebot und Nachfrage bestimmen die Verhandlungsposition. Es gab ja offenbar in der Wohnortnähe keine Alternative - wenn sie sich in eine starke Verhandlungsposition bringen möchte, muss sie andere Dinge (Umzug, anderer Job) in Erwägung ziehen.


    Pauschal zu sagen "zeigs ihnen" (

     :-D ) ist da kurz gesprungen. Revolutionsfantasien mögen zwar für ein tolles Selbstwertgefühl sorgen, aber man muss auch schauen, was langfristig unter'm Strich die beste Lösung ist. Das Unternehmen macht aus dem falsch verstandenen Abschluss keine große Sache, dann sollte sie auch keine große Sache aus dem Probearbeiten machen, sondern überlegen, wie sie dies zum Vorteil nutzen kann. Wenn das sonst alles gut läuft, wird einem das schon in paar Monaten egal sein. Schnee von gestern.


    Alles, was Kirschlein über den bisherigen Ablauf geschrieben hat, war doch völlig OK seitens des Arbeitgebers. Die kleine Verstimmung war schnell beigelegt und man hat in ihrem Sinne entschieden. Um jetzt mehr rauszuholen, müsste sie eine sehr gute Verhandlungsposition haben. Die sehe ich aber nicht. Der Start sollte nicht dadurch vergiftet werden

    Das sehe ich zu 100% genauso.


    Und wenn wir ehrlich sind, hast du das (glaube ich) auch so gesehen, Kirschlein. Erst warst du überglücklich, dass du die Stelle nun trotz allem doch bekommen hast und sogar deine Reise abgesagt hast und wegen einer Freundin siehst du es nun vollkommen anders?


    Prinzipiell bin ich auch eher gegen lange "Probearbeiten" (dafür gibt es schließlich eine Probezeit), aber in diesem Fall? Hier herrscht scheinbar eher ein "Überhang" an Suchenden, also sei froh, dass du die Stelle bekommen hast. Und was sind schon zwei Wochen "gehaltlos reinschnuppern" für die Ausbildung, die man sich so wünscht und einem ja auch Spaß machen soll?


    Du zeigst damit auch den anderen Mitarbeitern, die den Chef gefragt haben, warum er sich überhaupt noch einen Tisch mit dir sitzt, die Gründe dafür, WARUM er das getan hat.


    Viel Spaß in der Ausbildung und Gratulation dazu!

    @ Comran

    Ich hab ja nicht geschrieben dass die TE sich gegen das Probearbeiten auflehnen soll (und das "zeigs ihnen" kann man doch auch positiv sehen im Sinne von "zeig ihnen dass sie recht hatten, dich zu nehmen", gelle ?)


    aber heutzutage ist es ja "modern" dass mindestens eine Woche kostenlos Probegearbeitet werden soll und das finde ich nicht ok. Meine Meinung. Einen oder zwei Tage, damit man sieht, was der Bewerber für ein Mensch ist, fit oder eine "Schlaftablette", ok, das seh ich ein. Oder bei Schülern.

    Ich habe mir jetzt den ganzen Faden durchgelesen und ehrlich gesagt frage ich mich, ob du dich wirklich 2-2,5 Jahre so klein machen lassen willst? Das mit dem Abitur oder auch nichts hat rein gar nichts mit der Ausbildungszeit zu tun. Mein Freund hat Realschule und auf 2 Jahre verkürzt, wenn man von Anfang an mit dem Betrieb 2,5 Jahre vereinbart. Der IHK ist das egal.


    Wenn sie soooo überzeugt waren und jetzt noch mal zwei Wochen Zeit wollen, um deine Qualitäten zu checken, weil du kein Abi hast - dann sorry not sorry.


    Auf so einen oberflächlichen Personaler würde ich bestimmt nicht reinfallen.

    Zitat

    Ich hab ja nicht geschrieben dass die TE sich gegen das Probearbeiten auflehnen soll (und das "zeigs ihnen" kann man doch auch positiv sehen im Sinne von "zeig ihnen dass sie recht hatten, dich zu nehmen", gelle ?)

    Silbermond, dann hatte ich diesen Satz im unglücklichen Kontext komplett falsch verstanden, sorry @:)

    Zitat

    aber heutzutage ist es ja "modern" dass mindestens eine Woche kostenlos Probegearbeitet werden soll und das finde ich nicht ok.

    Das mag sein, aber es gibt zwei Seiten. Ich habe seit 20 Jahren mit Azubis zu tun. Ausbilden ist in Deutschland immer mit einem Risiko verbunden. Es ist teuer (Ausbildungsvergütung, Berufsgenossenschaft, Sozialversicherung, Arbeitsplatz, Ausbilderzeit, IHK-Gebühr, Prüfungsgebühr, Urlaubsgeld, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall usw.), bürokratisch, und die Azubis sind insgesamt schwächer geworden (auch die mit Abi). Das ist insofern tragisch, als dass durch die schwachen Jahrgänge der Bedarf an gutem Nachwuchs für manche Betriebe kaum noch gedeckt werden kann. Wenn man dann investiert und einen Ausbildungsplatz belegt, dann will auch der Betrieb um alles in der Welt vermeiden, dass er sich ein Ei ins Nest legt, was er dann 2-2,5 Jahre nicht mehr loswerden kann.


    Vor 60 Jahren hat man noch Ausbildungsvergütung bezahlt anstatt zu verdienen ;-) . Da hat sich schon viel gewandelt, was auch der Demografie geschuldet ist. Man sollte sich aber auch immer vor Augen halten, dass Arbeitgeber das unternehmerische Risiko tragen und dass ohne diese alles zusammenbrechen würde. Wenn jeder nur Angestellter sein möchte mit Sozialversicherung, Kündigungsschutz und allem, was dazugehört, hätten wir irgendwann 100% Arbeitslosenquote. Irgendjemand muss das auch tragen und finanzieren wollen. Das ist ein Geben und Nehmen mit berechtigten Interessen auf beiden Seiten.