Ausgenutzt, aber zu "blöd" mich zu wehren

    Ich arbeite auf 450€ als studententische Hilfskraft in einem kleinen Architekturbüro. Meine Aufgabe ist es, Daten über ökologische Bauweisen in Tabellen einzugeben und weitere Computeraufgaben. Neben mir gibt es noch 6 andere 450€-Jobber, wir arbeiten alle im Schnitt 25 Stunden. Um Kosten zu sparen, hat unsere Chefin keine Putzfrau. Stattdessen solle jeder von uns mal eine Putzschicht übernehmen, sagte sie in der Teamsitzung. Jeder einmal im Monat sei ausreichend. Fand ich okay, denn die Büroräume sind jetzt nicht riesig. Es gab aber nie einen Putzplan oder eine Einteilung, wer wann.


    Nun ist das Komische, dass der Putzdienst komplett an mir hängen bleibt. Die Chefin fragt immer nur mich, ob ich Zeit "hätte". Am Anfang habe ich das mitgemacht, weil ich dachte, die anderen seien vielleicht mal verhindert. Die Chefin schwänzt ihren eigenen Dienst sowieso und brummt ihn mir auf. Sie müsse "dringend weg" komischerweise immer dann, wenn sie Dienst hätte. Aber sie fragt auch sonst niemanden im Team, ob er mal putzen könnte ":/ Mittlerweile habe ich es in zwei Monaten 8x gemacht. Die anderen waren ganz geschockt, sie wären nicht mal gefragt worden, ob sie heute mal putzen könnten.


    Daraufhin sind zwei Arbeitskollegen hingegangen und haben angeboten, selbst mal zu putzen. Dazu meinte die Chefin aber, das bräuchten sie nicht.


    Nun, ich kann mir keinen Reim drauf machen.


    Die Chefin kann mich nicht besser oder schlechter leiden als andere und wir kamen auch gut miteinander aus, weil wir oft zusammen im Büro sind. Natürlich hab ich auch Respekt vor ihr.


    Aber so langsam will ich die Sache mal ansprechen und will vor allem auch mal ablehnen.


    Der Punkt ist, davor hab echt Schiss, obwohl ich weiß, dass sie mich ausnutzt. Hatte in meiner alten Arbeitsstelle schon mal Nein zu etwas gesagt mit dem Ergebnis, dass ich da beim Schichtführer auf ewig schlecht dastand. Habe ziemlich Angst, dass das wieder passiert....


    Weiß jemand, wie man souverän nein sagt?

  • 12 Antworten

    Hallo strawberryqueen,


    Da ist nicht einfach, du willst ja deinen Minijob ja nicht verlieren. Heute habe ich was vor .......


    Es wäre schon anders wenn sie sich erkenntlich zeigen würde.


    Liebe Grüße *:) @:) :)* :)^

    Wie wärs, wenn ihr das einfach unter euch ausmacht?


    Es muss doch nicht jeder zur Chefin rennen und fragen, ob er putzen darf oder?


    Erstellt einen Putzplan, legt ihn ihr vor und gut ist.


    Wenn sie dann anfängt rumzumosern, dann wird es vermutlich etwas arg auffällig ;-)

    Sowas könnte mir auch passieren, bzw. ist mir früher oft passiert, weil ich immer schlecht "Nein" sagen konnte. Und ich kenne/kannte auch das Gefühl "Schiss" zu haben, anzuecken, wenn ich Nein sage. Mir ist es bei einer Chefin auch schon Mal passiert, dass es hinterher richtig schlimm wurde und diese Person mich dermaßen auf dem Kieker hatte, obwohl ich höflich und sachlich einfach nur abgelehnt habe, ihre Aufgaben, die definitiv nicht meine waren, abzulehnen. Das habe ich aber nach Außen hin mit Ignoranz und Klarheit durchgestanden, meinen inneren Konflikt versucht, mit mir auszumachen.


    Es nützt aber nichts. Dich stört es ja zu putzen und es ist auch eigentlich nicht dein Job. Ich persönlich finde das von deiner Chefin nicht in Ordnung, aber es kann gut sein, dass hier Einige schreiben werden, dass du das ruhig mal machen kannst.


    Dass du aber die Einzige bist, die sie putzen lässt, geht meiner Meinung nach gar nicht. Ich finde das respektlos und auch unklug, denn ein Konflikt ist so ja vorprogrammiert.


    Meiner Erfahrung nach haben solche Menschen einen Riecher dafür, ob sich jemand gut abgrenzen kann. Auch, dass dir wichtig ist, dass sie dich gerne mag und dass du "Respekt" vor ihr hast, spielt da vielleicht mit rein. Sie wird dir das Abgrenzen vielleicht nicht so zutrauen und sich denken, "ach, die macht das schon für mich".


    Also: Ich an deiner Stelle wäre mutig und würde es ansprechen. Höflich und sachlich sagen, dass dir aufgefallen ist, dass du die Einzige bist, die putzt und dass du dich gefragt hast, weshalb das so ist. Ob sie dir eine Rückmeldung dazu geben könnte. Danach wirst du ja sehen, wie sie reagiert. Vielleicht kannst du ihr noch anbieten, dass du das einmalige Putzen im Monat gerne machst, aber du darum bittest, dass es auf alle aufgeteilt wird. Wenn sie nicht ganz gaga ist, wird sie sich doch darauf einlassen. ":/

    Wenn man mit so einer Chefin, wie die TE sie hat, zutun hat, geht das nicht höflich zu regeln. Da gibt es keine einzige Vorgehensweise, egal wie höflich, mit der die TE zu ihrem Recht kommen könnte, da diese Chefin es anscheinend ganz bewußt so macht, dass nur die TE putzen soll. Wenn sich andere schon freiwillig angeboten haben, hätte die Chefin doch einfach nur zusagen brauchen. Aber nein, es soll und MUSS die TE putzen.


    Ich würde mich wehren, aber es wäre auch klar, dass es zu Zoff und Nachteilen kommen würde. Aber ich würde alles in Kauf nehmen, Hauptsache gewehrt. Ich kenne es aus meinem jahrelangen Bürojob, auch hier und da gemobbt zu werden und wie eklig es sich anfühlt, sich nicht wehren zu können. Ein paar mal war da auch nichts mit Wehren und ich war den Aggressionen und Mobbingattacken ausgesetzt. Was dann immer noch hilft, die letzte Reißleine, ist krankmelden...was ich dann auch immer tat, wenn nichts anderes mehr ging.


    Und was den Minijob betrifft: lieber ihn verlieren als weiter sich unterdrücken lassen.

    Findet das Putzen innerhalb der bezahlten 25 Stunden statt oder ist das unbezahlte Extraarbeit? Davon würde ich abhängig machen, ob ich es anspreche oder nicht.


    Wenn es außerhalb der Arbeitszeit ist, solltest du es unbedingt ansprechen und wenn es bezahlt wird, kannst du dir überlegen, ob statt Computerarbeiten auch Putzen ok ist.

    Ich würde da auch nicht unbedingt von ausnutzen sprechen. Manchmal denken sich "Chefs" halt nichts bis gar nichts. Ist doch nun auch nicht so wahnsinnig schlimm.


    Bevor das so ein riesig Ding für dich ist, würd ich es halt einfach mal ansprechen, dass dir das aufgefallen ist und ob ihr nun doch nicht abwechselt, sondern du das als deinen Aufgabenbereich betrachten sollst oder so ähnlich. Und wenn sie sich möglicherweise so äußern sollte, dass es in Zukunft alleine deine Aufgabe sein soll zu putzen, musst du auch noch mal überlegen, ob dich das wirklich stört. Erst wenn du DANN merkst, dass es ein Problem ist, würde ich weitere Schritte überlegen.


    Vielleicht ist sie auch nur einfach ein Chaot und war froh, eine nun schon erfahrene "Putzhilfe" zur Hand zu haben :)

    Zitat

    Vielleicht ist sie auch nur einfach ein Chaot und war froh, eine nun schon erfahrene "Putzhilfe" zur Hand zu haben

    Und du würdest dich damit zufrieden geben, "erfahrene Putzhilfe" für eine chaotische, nicht denkende Chefin zu sein, wenn du dich als Studentin auf einen Minijob im Büro bewerben würdest? ;-)

    Ne, hab ich ja nicht gesagt. Ich hab geschrieben, vielleicht hat sie da nicht weiter gedacht als bis zu dem Punkt ihre eigenen Bedürfnisse erfüllt zu sehen, sprich, das Putzen irgendwie erledigt zu sehen. Es ist durchaus denkbar, dass sie das aber gar nicht von der anderen Seite betrachtet hat und schon gar nicht wahrgenommen hat, dass das bei ihrer Angestellten als "Ausnutzen" rüber kommen könnte. Deshalb würde ich ihr das auch nicht einfach ohne weiteres unterstellen. Gerade, wenn sonst alles soweit ok ist.

    Macht das untereinander aus und legt der Chefin dann den Plan vor - ach ja, sie müsst ihr auch mit eintragen :)

    Ich finde Menschen, die ausschließlich nur bis zur eigenen Bedürfnisbefriedigung denken wahrscheinlich genauso unangenehm wie Menschen, die es mit Absicht machen. Was jetzt genau auf die Chefin zutrifft, wissen wir wohl nicht. Aber ich weiß auch nicht, ob das hier Thema ist, bzw. Thema der TE sein muss.


    Sie möchte gerne ablehnen, aber traut sich nicht so recht. Deshalb habe ich es so verstanden, dass sie es schon gemerkt hat, dass es sie stört. ???

    Erfahrungsgemäß werden die fleißigen Bienchen in jedem Büro geliebt und ausgenutzt, aber nicht unbedingt geachtet und befördert. Respekt hat man aber vor Leuten, die klar ihren Wert kennen und auch so auftreten.

    Zitat

    Weiß jemand, wie man souverän nein sagt?

    Ja, ich.


    Mit einem Lächeln, freundlich aber sehr bestimmt. Und zwar OHNE das Wort NEIN zu benutzen. Ich würde an die Abmachung erinnern und ab sofort auf deren einhaltung bestehen:

    Zitat

    Stattdessen solle jeder von uns mal eine Putzschicht übernehmen, sagte sie in der Teamsitzung. Jeder einmal im Monat sei ausreichend.

    Sollte von ihr ein Einwand kommen, bleib standhaft. Sieh es als Trainingsstunde für dein weiteres Leben.


    Ich drück dir die Daumen, dass du dich freundlich und sehr bestimmt durchsetzt.


    Bin gespannt was du berichten wirst. @:) *:)

    Zitat

    sagte sie in der Teamsitzung...

    ihr habt also eine regelmäßige teamsitzung? wie läuft denn die ab? macht da nur die chefin ansagen, oder wäre das nicht eine gute gelegenheit zu sagen: wir hatten ja vor 2 monaten das thema büroputz und es wurde ausgemacht, dass wir abwechselnd dran sind. nachdem das wohl ohne struktur nicht klappt, sollten wir vielleicht doch einen putzplan aufstellen!?