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    Und hier hackt keiner auf Schwangeren herum. Ich persönlich sehe es lediglich kritisch, wenn man sofort nach der Verbeamtung schwanger wird, und dann anderen aber erzählt, dass man nach eigenen Wunsch schwanger werden soll. Denn letztendlich ist diese Schwangerschaft nach der Verbeamtung auch sehr gut geplant, weil einem da nichts mehr passieren kann. Denn man hätte auch sehr gut davor schwanger werden können, aber scheinbar war einem der Job dann doch wichtig.

    ich finde es völlig normal, wenn man einen kinderwunsch hat, der noch nicht so drängend ist, dass man ihn sofort umsetzen muss, auf gewisse "meilensteine" (verbeamtung, festvertrag) in der karriere zu warten und ihn dann sofort umsetzt, wenn dieser meilenstein oder mindestanspruch erreicht ist. wenn die te für sich aber noch unbedingt noch den meilenstein beförderung möchte, dann soll sie es machen, ist doch ok. ich hätte zu bestimmten zeitpunkten meiner karriere auch kein kind geplant, weil mir das berufliche zu dem zeitpunkt noch wichtiger war. ich habe vorerst das, was ich beruflich wollte und deswegen war mir dann der kinderwunsch wichtiger - unabhängig davon, dass mir jetzt weitere möglichkeiten dadurch entgehen und es für meinen arbeitgeber und insbesondere für meine kollegen scheiße ist.


    wäre ich in der beamtenlaufbahn hätte ich wohl bis verbeamtung gewartet, sofern der kinderwunsch vorher nicht bereits übermächtig gewesen wäre. die te muss halt selbst entscheiden wie wichtig ihr diese beförderung ist, wobei sich eine beförderung und eine verbeamtung schwer vergleichen lassen. auf eine verbeamtung wird gewartet, weil der job dann sicher ist, bei der te gehe ich mal davon aus, dass sie einen unbefristeten vertrag und damit eine sichere stelle hat, es geht quasi nicht mehr nur um sicherheit.

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    Und ja, wenn jemand nach der Verbeamtung praktisch jahrelang nicht mehr arbeitet, dann finde ich das menschlich, aber für den Rest des Umfeldes suboptimal.

    aber es ist doch immer suboptimal. egal, ob kurz danach, 5 oder 10 jahre später. insofern würde ich meinen kinderwunsch nicht davon abhängig machen wie gerade die aktuelle situation bei meinem arbeitgeber ist. sofern ich der meinung bin beruflich erstmal gewisse dinge für mich selbst (eine gewisse position, unbefristeter vertrag, verbeamtung usw.) erreicht zu haben und diese standards, die ich mir selbst als voraussetzung für ein kind gesetzt habe, erreicht habe, kann ich das doch nicht noch von der aktuellen lage meines arbeitgeber abhängig machen. wenn es danach geht, wird der kinderwunsch dann niemals umgesetzt.

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    ich finde es völlig normal, wenn man einen kinderwunsch hat, der noch nicht so drängend ist, dass man ihn sofort umsetzen muss, auf gewisse "meilensteine" (verbeamtung, festvertrag) in der karriere zu warten und ihn dann sofort umsetzt, wenn dieser meilenstein oder mindestanspruch erreicht ist.

    machen frauen es anders, wird es ihnen ja auch zum vorwurf. dann heißt es, frau hätte erstmal so lange arbeiten sollen bis sie berufserfahrung hat, beruflich etabliert und auf eigenen beinen steht, eine sichere stelle hat. dazu wird geraten (würde ich auch zu raten)


    was meinst du denn, wie frau es machen sollte,Hatschepsut_ ? zu beginn der karriere ist scheiße, mitten drin ist scheiße, aber wann dann?

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    Nun, es klingt auf mich, dass du durchaus auch wirtschaftliche Gesichtspunkte zugrunde gelegt hast. Und da finde ich es einfach ein wenig seltsam, wenn man so argumentiert, dass man dem eigenen Bauchgefühl folgen soll.

    Ich habe nie gesagt, dass man allein aus dem Bauchgefühl heraus entscheiden sollte! Dann hätte ich vielleicht schon mit 20 ein Kind bekommen, obwohl das von fast allen rationalen Punkten noch überhaupt nicht gepasst hätte. Natürlich muss man abwägen, wie gut es in das eigene Leben passt. Ein Punkt von mehreren ist, wie sehr sich mein "Bauch sehnt", ein anderer zum Beispiel, wie es zur Arbeitssituation passt. Und natürlich spielen meist auch wirtschaftliche Überlegungen mit rein - wo hab ich je gesagt, dass man sich bar jeder Überlegung in eine Schwangerschaft stürzen soll? Das würde ich schon für ziemlich unklug halten!


    Ich denke, das Problem vieler Akademikerinnen liegt ja gerade darin, dass man die Möglichkeit überhaupt noch schwanger werden zu können schon fast verpasst, wenn man immer wieder nur auf diese rationalen Punkte hört, denn 100% passen tut es nie, schon gar nicht, wenn man auch noch überlegt, wie das der Arbeitgeber wohl findet. Es muss reichen, die vielen Punkte, die da ins eigene Leben reinspielen mit im Blick zu haben, die Belange meines Arbeitgebers habe ich allenfalls noch nebenbei im Blick, z.B. wenn nach einer für alle gangbaren Elternzeitregelung gesucht wird.


    Als Akademikerin war ich eben auch schon jenseits der 30, als ich endlich eine Stelle hatte

    . Sicherlich habe ich die Schwangerschaft nicht von der Verbeamtung abhängig gemacht - ich war es einfach sofort. Und zwei Jahre später hätte es meinen Arbeitgeber eben vor die selben Probleme gestellt, die zugegeben, in meinem Fall nicht so gravierend waren wie es wohl in der freien Wirtschaft sein kann.


    Ich wollte mit meinem Beispiel aber v.a. deutlich machen, dass nicht jeder Arbeitgeber so unsachlich reagiert wie in dem Beispiel der anderen Lehrerin. Keinesfalls wollte ich je raten, sachliche Argumente völlig zu vergessen, aber wie mein Arbeitgeber meine Schwangerschaft findet ist eben kein Punkt, der mich davon abhalten würde, schwanger zu werden. Mein Arbeitgeber hat übrigens noch darauf hingewiesen, dass ich etwas beitrage, damit Lehrer nicht arbeitslos werden.


    Kinder werden in Deutschland gebraucht. wo sollen sie herkommen, wenn alle gut ausgebildeten Frauen noch mehr Steine in den Weg gelegt bekommen? Gerade gut ausgebildete Frauen tun sich meist ohnehin schon schwer genug, irgendwann den richtigen Zeitpunkt zu finden. Manchmal habe ich das Gefühl, dass da eher der Neid mit reinspielt nach dem Motto: die will alles haben, jetzt hockt sie einfach auf dieser Stelle und gibt sie nicht mehr frei. Ja, manche Frauen wollen alles haben und geben ihr Bestes, leisten viel, das ist kein Grund, auf Kinder zu verzichten!

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    wenn man sich in seiner lebensplanung so sehr von anderen abhängig macht, plant man sein leben nicht selbst, es wird von anderen verplant.

    Wenn man von anderen abhängig IST, tut man aber sehr gut daran, diese anderen in seine Planungen einzubeziehen, soweit einem das möglich ist. Prioritätensetzung und Risikoabwägung ist dann wieder eine persönliche Sache.


    Wenn ich zB nach Familiengründung weitgehend berufstätig sein/ bleiben will, das Kind während meiner Arbeit aber nicht selbst betreuen kann, bleibt mir nichts anderes übrig, als das mit anderen Menschen zu planen, zB mit dem Partner, den Großeltern des Kindes, Freunden, Einrichtungen usw.


    Und wenn ich jobmäßig nicht auf der Strecke bleiben will, muss ich mich ebenfalls mit den möglichen Reaktionen zB meines Arbeitgebers auseinandersetzen, ob diese Reaktionen fair und "richtig" sind oder nicht.

    Ich kann CoteSauvage da nur voll zustimmen.


    Ich bin ledig, also von meinem Job abhängig. Erziehungsurlaub und son Spökes kann ich mir also gar nicht leisten, denn das konservative "Ernährermodell" gibt es für Singles nicht (die Ernährerin wäre ich selbst). Das heißt aber nicht, dass ich nie Kinder haben oder mich "an einen Kerl binden" möchte.


    Zurzeit befinde ich mich im Referendariat. Aber auch danach stellt sich das Problem für mich zunächst noch gar nicht, weil - wie CoteSauvage schon geschrieben hat - auch eine ordnungsgemäße Betreuung des Kindes gewährleistet sein müsste. Meine Mum kann jetzt Gott sei Dank Ende 2017 vorgezogene Altersrente in Anspruch nehmen. Ursprünglich hätte sie das schon mit 60 gekonnt, dann erst mit 65 und jetzt mit 63 Jahren und 4 Monaten. Bis dahin muss ich schön fein verhüten - und kann schon etwas die Karriereleiter hochgeklettert sein. Es wäre dann zwar auch ein Wunschkind, aber nicht (provokativerweise) direkt nachdem ich einen neuen Job bekommen habe. Aus meinem Kinderwunsch würde ich aber auch keinen Hehl machen, wenn es dann soweit wäre. Aber wohlgemerkt: Ich wäre dann auch bereits mindestens 30.


    Insbesondere darf man Kinderwunsch und Karriere nicht gegeneinander ausspielen, sondern muss beide Ziele im Auge behalten und deshalb den geeigneten Moment abwarten, um sich keins von beiden kaputtzumachen. :)^

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    Ich bin ledig, also von meinem Job abhängig.

    Der Satz erstaunt und irritiert mich, muss ich zugeben. ":/ Klingt wie eine Aussage aus den 1960ern oder so. Ich würde soetwas jedenfalls niemals schreiben. Zum einen, da ich es als recht unerheblich finde, dass ich unverheiratet/ledig bin. Und noch wichtiger: Auch in einer Beziehung bin ich ja weiterhin von (m)einem Job abhängig. Ich würde da nie einen Zusammenhang zu meinem Beziehungsstatus sehen. Das Einkommen eines Partner ist sein Einkommen, nicht meines. Ich würde auch nicht freiwillig die Abhängigkeit von einem Arbeitgeber durch die Abhängigkeit von einem Partner tauschen wollen.

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    Insbesondere darf man Kinderwunsch und Karriere nicht gegeneinander ausspielen, sondern muss beide Ziele im Auge behalten und deshalb den geeigneten Moment abwarten, um sich keins von beiden kaputtzumachen. :)^

    Tja, nur dass man sich den Kinderwunsch sehr, sehr gut auch durch "den geeigneten Moment abwarten" kaputtmachen kann. ;-D Und auch in Bezug auf Karriere erscheint mir "Abwarten" nicht gerade als die beste aller möglichen Strategien zu sein.

    Vielleicht sollte man das Wort 'Abhängigkeit' auch einfach nicht zu hoch hängen. Es ist doch eine Tatsache, dass man bei 2 Einkommen pro Haushalt eher von seinem Job abhängig ist.


    Das heißt ja nicht, dass man als Vergebene den anderen arbeiten schickt und den Herd hütet. Aber bei 2 Gehältern wird es nicht gleich so eng, wenn eines wegfällt, wie wenn noch das Gehalt des anderen als "Notpflaster" vorhanden ist.

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    Ich würde da nie einen Zusammenhang zu meinem Beziehungsstatus sehen. Das Einkommen eines Partner ist sein Einkommen, nicht meines.

    Spätestens wenn man zusammenlebt - auch wenn man getrennte Kassen und 50:50 macht - ist doch eigentlich selbstverständlich, dass man sich im Fall der Fälle gegenseitig aushilft und nicht sagt "Puh Schatz, jetzt wo du deinen Job verloren hast musst du ausziehen, ich komme bis zum nächsten Job nicht für deinen Mietanteil auf". "Abhhängig" würde ich das jetzt rein gefühlsmäßig auch nicht nennen, aber das ist Erbsenzählerei.

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    Meine Mum kann jetzt Gott sei Dank Ende 2017 vorgezogene Altersrente in Anspruch nehmen. Ursprünglich hätte sie das schon mit 60 gekonnt, dann erst mit 65 und jetzt mit 63 Jahren und 4 Monaten. Bis dahin muss ich schön fein verhüten -

    Hier finde ich es erstaunlich, wie sehr Du Dich von Deiner Mutter abhängig machst. Klar ist es eine riesen Erleichterung, wenn eine Oma zur Verfügung steht, aber es soll vorkommen, dass das eh nicht zur Debatte steht. Was dann? Keine Kinder bekommen?


    Für mein Kind bin ich selbst verantwortlich, Hilfen haben sich nach und nach aufgetan, der Gedanke an die ??inzwischen heiß geliebte?? Kita war bereits in der Schwangerschaft präsent, aber sonst entwickelt sich alles nach und nach. Nicht alle haben so ein Netzwerk mit dem sie von Anfang an rechnen können. Klar, ist toll, aber geht auch ohne bzw. entwickelt sich...

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    Ich würde da nie einen Zusammenhang zu meinem Beziehungsstatus sehen. Das Einkommen eines Partner ist sein Einkommen, nicht meines.

    Wer so denkt, sollte sich lieber überhaupt keine Kinder anschaffen. Wenn man gemeinsame Kinder hat, ist das nicht mehr SEIN Einkommen. Wenn einer vorwiegend die Betreuung übernimmt, ist der andere natürlich durch Geld gefordert.


    Wir haben damals überhaupt keinen Gedanken daran verschwendet, dass meine Mann mich (uns) nach den üblichen 20 Wochen Wochenurlaub "durchfüttern" muss.


    Heute wird alles zu Tode zerredet. Armes Deutschland!

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    Hier finde ich es erstaunlich, wie sehr Du Dich von Deiner Mutter abhängig machst.

    Wenn es für beide passt, sollen sie es doch tun.

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    Wer so denkt, sollte sich lieber überhaupt keine Kinder anschaffen.

    Aha. Also sollten Paare, die sich Erwerbstätigkeit und Erziehung jeweils teilen wollen, am besten keine Kinder bekommen? Seltsame Logik.

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    Wenn man gemeinsame Kinder hat, ist das nicht mehr SEIN Einkommen. Wenn einer vorwiegend die Betreuung übernimmt, ist der andere natürlich durch Geld gefordert.

    Das ist ja gerade der Punkt: ich möchte eben NICHT, dass "einer vorwiegend die Betreuung übernimmt". Das ist genau die Falle, die man vermeiden muss, wenn man nicht in einer (annähernd) klassischen Rollenverteilung landen will.

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    Heute wird alles zu Tode zerredet. Armes Deutschland!

    ohne darüber nachzudenken und zu reden, wird man auf den ausgetretenen Pfaden landen. Wenn man davon abweichen will, wird man darüber nachdenken, reden und verhandeln wollen. Das können maximal die schlecht finden, die wollen, dass alles so bleibt, wie es ist, und niemand Muster der klassischen Rollenverteilung in Frage stellt.

    Du hast mich da missverstanden. Ich bezog mich hierauf:

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    Das Einkommen eines Partner ist sein Einkommen, nicht meines.

    Wenn Du Elternzeit nimmst, musst Du mit dem Elterngeld auskommen, denn an das Geld deines Partners willst Du nicht ran und wenn er Elternzeit nimmt umgekehrt - statt jeweils aus einem gemeinsamen Topf zu schöpfen?


    Unter klassische Rollenverteilung verstehe ich schon was anderes, als 1/2 bis 1 Jahr zu Hause bleiben.

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    Wenn Du Elternzeit nimmst, musst Du mit dem Elterngeld auskommen, denn an das Geld deines Partners willst Du nicht ran und wenn er Elternzeit nimmt umgekehrt - statt jeweils aus einem gemeinsamen Topf zu schöpfen?

    Tendetiell ist das schon meine Idealvorstellung, ja. Natürlich teilt man die gemeinsamen Kosten. Aber ich sehe da nicht einfach einen "gemeinsamen Topf". Und erst recht sehe ich es nicht so, dass die Abhängigkeit von der Erwerbsarbeit mit einer Beziehung oder Ehe endet.

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    Unter klassische Rollenverteilung verstehe ich schon was anderes, als 1/2 bis 1 Jahr zu Hause bleiben.

    Naja, das ganz klassische Modell "Er Familienoberhaupt und Ernährer, Sie Hausfrau und Mutter" gibt's ja (zum Glück) kaum noch. Und mir ist eben das Modell "Er Hauptverdiener, sie verdient ein bisschen dazu und kümmert sich um die Kinder großteils alleine" noch deutlich zu nah dran am klassischen Modell. ;-) Ich sehe es nicht ein, warum nur ein Elternteil beruflich reduzieren sollte. Kann ja sein, dass es vorrübergehend wirklich nicht anders geht, aber nur weil so insgesamt mehr Geld zur Verfügung ist, würde ich das nicht machen.

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    Ich sehe es nicht ein, warum nur ein Elternteil beruflich reduzieren sollte. Kann ja sein, dass es vorrübergehend wirklich nicht anders geht, aber nur weil so insgesamt mehr Geld zur Verfügung ist, würde ich das nicht machen.

    Sehe ich auch so...aber das sehen immernoch viele Frauen anders und greifen Frauen die es anders machen dann an.

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    Tendenziell ist das schon meine Idealvorstellung, ja. Natürlich teilt man die gemeinsamen Kosten. Aber ich sehe da nicht einfach einen "gemeinsamen Topf". Und erst recht sehe ich es nicht so, dass die Abhängigkeit von der Erwerbsarbeit mit einer Beziehung oder Ehe endet.

    Mit einem gemeinsamen Konto gibt man seine Eigenständigkeit und Berufstätigkeit doch nicht auf.


    Ich spreche da jetzt aus meiner ganz persönlichen Erfahrung. Mit mehreren Kindern ist die ganze Gegenrechnerei der Kosten, die so anfallen (Kleidung, Verbrauchsmittel, Schulausflüge, Geschenke für Kindergeburtstage... ) einfach zu mühsam.

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    Er Hauptverdiener, sie verdient ein bisschen dazu und kümmert sich um die Kinder großteils alleine" noch deutlich zu nah dran am klassischen Modell.

    Naja trotzt dreier Kinder war ich über viele Jahre der Hauptverdiener (nur als die Kinder klein waren eben nicht). Für uns hat das halt so gepasst.

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    Hier finde ich es erstaunlich, wie sehr Du Dich von Deiner Mutter abhängig machst.

    Wenn es für beide passt, sollen sie es doch tun.

    Klar, ich schrieb ja einfach, dass ich es erstaunlich finde. Genauso meine ich das auch. Hab ich eben noch nie gehört, dass man mit seiner Mutter die Kinder plant. Ist halt auch ein nicht mehr ganz so üblicher Fall, dass man mit so viel Unterstützung rechnen kann. Ich würde mir manchmal eine Oma in Reichweite wünschen, allerdings hätte ich niemals mit meiner Mutter abgesprochen, wann ich ein Kind kriege. Das finde ich in der Tat erstaunlich.

    Ich bin noch eine Antwort schuldig zum "perfekten" Zeitpunkt. Gibt es nicht und ist abhängig von zahlreichen Faktoren. Ich hätte beispielsweise schwanger einen neuen Job antreten können, Angebot lag auf dem Tisch. Danach hätte ich mich aber nicht mehr wundern dürfen, wenn die Förderung, die mir derzeit zuteil wird, eingestellt worden wäre. Auch hätte ich nach dem Jobwechsel 1,5 Jahre gewartet mit der Schwangerschaft, um in den Job hineinzuwachsen. Doch wie wir festgestellt haben, gibt es auch da andere Standpunkte. Ansonsten sehe ich für mich keine Einschränkungen, wenn es das Privatleben zulässt.


    Zum Thema Betreuung durch Großeltern: Ganz ehrlich, ob ich nun von der Kita oder der Oma abhängig bin, macht für mich keinen Unterschied. Es gibt kein Schema F bei der Betreuung und jeder muss da seine Lösung finden. Der andere bleibt 5 Jahre zu Hause, wieder ein anderer muss nach sechs Monaten 10h / Tag Kita in Anspruch nehmen.


    So lange sich das Paar freiwillig das Rollenmodell aussucht (ist für mich übrigens tatsächlich eine Konsequenz der Emanzipation), darf man meinetwegen auch das Alleinverdiener-Modell wählen, wenn man sich eben der Risiken / Chancen bewusst ist. Schade finde ich es, dass das Ehegatten-Splitting an die Ehe und nicht an die Familie gekoppelt ist, doch ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben diesbezüglich.


    Obwohl ich übrigens mein eigenes Konto habe, zahlen wir beim Kind auf ein gemeinsames Konto Geld ein. Wäre mir persönlich zu umständlich, jede Windel und jeden Brei abzurechnen.

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    allerdings hätte ich niemals mit meiner Mutter abgesprochen, wann ich ein Kind kriege.

    Vor allem ist das gefährlich. Was wenn die Mutter doch nicht für die Betreuung zur Verfügung steht oder nur für einen Teil? Dann muss Ersatz beschafft werden und je nachdem wie kurzfristig das ist, ist es unmöglich oder (zu) teuer. Wir haben auch mit der Oma geplant, aber sie stand plötzlich kurz bevor es losging nicht mehr zur Verfügung. Zum Glück ging es nur um 5 Stunden pro Woche für die wir Alternativen hatten (was mir wichtig war für genau so einen Fall), andernfalls hätten wir ein Problem gehabt.

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    "perfekten" Zeitpunkt.

    Ich halte das für ein Totschlagargument. Klar gibt es den nicht, aber es gibt ungünstige Zeitpunkte und bessere Zeitpunkte. Ohne Ausbildung und ohne Mann ist ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt. Abgeschlossene Ausbildung und Mann mit festem Einkommen ist ein deutlich besserer Zeitpunkt. Für die Lehrer hier ist vor der Verbeamtung ein ungünstiger Zeitpunkt, nach der Verbeamtung eben besser. Und eine Schwangerschaft erst nach einiger Zeit im neuen(!) Job ist eben ein besserer Zeit Punkt als direkt nach Antreten der neuen Position. Um nichts anderes geht es meiner Meinung nach.