Berufswechsel

    Hallo :)


    Ich bin neu hier und hoffe, dass ihr mir weiterhelfen könnt.


    Zur akutellen Situation:


    Ich, m/23 habe Zerspanungsmechaniker gelernt und habe aktuell einen Facharbeiterjob in der Großindustrie. Erst war ich in der Produktion, mittlerweile mache ich hochpräzise Einzelteile. Unbefristeter Arbeitsvertrag, Gleitzeit, Früh- & Spätschicht, ~2200 EUR netto jeden Monat. Für viele ist das wahrscheinlich eine absolute Traumvorstellung, so aber nicht bei mir. Ich hasse absolut alles an meinem Job (außer die Arbeitskollegen). Jede Minute auf der Arbeit ist für mich eine Qual, da ich mich absolut nicht mit der Industrie identifizieren kann. Das bin nicht nicht ich, nicht mein Wesen. Ein anderer Betrieb ist auch keine Lösung, da sich ja nur das zu fertigende Produkt ändert, nicht aber der Job an sich.


    Also habe ich angefangen nebenher den staatl. Maschinenbautechniker zu machen. Läuft aber nicht so gut, da ich mich auch hier ebenfalls nicht für die späteren Tätigkeitsfelder begeistern kann.


    Daraus resultiert ständige schlechte Laune, bin ständig gereitzt und so weiter. Phasenweise habe ich leichte Depressionen und & habe ich leichte Zwangsneurose entwickelt. Die Industrie macht mich absolut unglücklich. Die Gefühle unterdrücke ich jedeoch, weil keiner aus der Familie/Freundin auch nur ansatzweise etwas zu folgendem Thema höhren will:


    Mein absoluter Traum ist es schon seit der Ausbildung, beim Bund in den Fachdienst zu gehen. Mit meiner Ausbildung würde ich in den für mich perfekten Job kommen. Wehrdienstberatung ect. habe ich alles schon gehabt. Jobchancen sehen sehr gut aus und mein Wille ist auch da.


    Nur sobald ich auch nur ansatzweise das Thema anschneide, werden sofort Augen gerollt, blöde Kommentare ect. Keine sachliche Diskussion, sondern nur vorgefertigte Meinungen und ich habe absolut unrecht. Dass ich in meiner gewünschten Position nicht 'aktiv kämpfen' würde, interessiert auch keinen. Militär ist grundsätzlich schlecht und es gibt nichts positives daran auszusetzten.


    Wie kann ich meine Familie/Freundin mehr oder weniger dazu bewegen, mich bei der Entscheidung wenigstens zu unterstützen? Natürlich hat man als Angehöriger immer Angst, dass etwas passieren kann - das finde ich auch nicht verwerflich. Aber so eine extreme Antihaltung ist für mich sehr belastend, zumal ich mit jedem Tag schlechtere Laune bekomme.


    Auch wenn es jetzt möglicherwerse nicht die besten Argumente sind: Als Motorradfahrer habe ich ein statistisch viel höheres Risiko verletzt zu werden oder tödlich zu verunglücken, als im Einsatz. Motorrad geht aber klar. Wenn ich Polizist werden würde, wäre das auch in Ordnung, obwohl auch das mehr oder weniger gefährlich ist, je nach dem, wo man stationiert ist. Es geht einfach grundsätzlich gegen das Militär.


    Ist jetzt etwas mehr Text geworden, aber ich hoffe ihr könnt mir helfen :)


    Ich möchte darum bitten, hier für mich keine Wehrdienstberatung abzuliefern. Ich bin mir über jegliche Risiken von Einsatz, seltener daheim (wobei das kein Problem ist) bis zum möglichen Schuss/Verletzung/Tod im klaren! Sonst müsste ich hier nicht um Hilfe bitten.

  • 13 Antworten

    hallo, es bleibt festzuhalten, dass das bundeswehr auch ein arbeitgeber ist, wer das mit seinem gewissen nicht vereinbaren kann, sollte lieber einen sozialen beruf ausüben.


    du hast deine entscheidung schon gefällt, es wäre meiner meinung nach wichtig zu wissen ob du für die arbeit tauglich bist, in welchem bereich du eingesetzt wirst und wo du stationiert bist.


    der schritt muss gut überlegt sein, gibt bestimmt einstellungsberater beim bund.


    du hast auch kündigungsfristen bei deinem jetzigen arbeitgeber zu beachten, bevor du wechselst.


    deine familie wirst du so schnell nicht begeistern, kannst aber mal vorfühlen ob dich deine freundin bei deinem wechselwunsch unterstützt, es kann schon belastend für die beziehung sein, wenn du für wochen mal nicht da bist.


    wünsche dir alles gute @:)

    Hallo Bungandi,

    ehrlich gesagt verstehe ich nicht, warum dir die Meinung deiner Familie bei deiner Berufsentscheidung so wichtig ist. Es ist dein Leben und du verbringst den Großteil deiner Lebenszeit in dem von dir gewählten Beruf. Wenn dich deine aktuelle Tätigkeit so wenig befriedigt, du dich nur durchquälst und auch schon gesundheitliche Folgen erleidest, dann ist doch klar, dass du etwas ändern musst.


    Zudem hast du das Glück, dass du einen Traumjob hast (viele sind da orientierungslos) und wie ich es verstanden habe, dort auch gute Chancen hättest. Mach es einfach - du wirst auch nicht jünger ]:D


    Vielleicht als Argumentationshilfe wegen der antimilitärischen Meinung bei deiner Familie: Jedes Land braucht eine Armee - nicht nur um sich verteidigen zu können, sondern auch in Katastrophenfällen zu helfen. Das Militär ist ein wichtiger Teil des Staatsschutzes und ist unabdinglich - ohne geht es nicht.

    Hast du denn Wehrdienst geleistet und kennst die Gepflogenheiten beim Bund?

    Etwas anders als das zivile Arbeitsleben ist es schon.


    Ergreif die Chance, wenn sie sich jetzt gerade bietet. Bewerben und schauen, wie es klappt. Deine Familie wird sich damit arrangieren müssen und wird dir ganz sicher nicht den Kopf abreißen :_D

    Wenn du in 10 Jahren immer noch im aktuellen Job hängst und die derzeitigen negativen Auswirkungen bei dir noch stärker geworden sind, ist dir und deiner Familie auch nicht geholfen.


    Steh zu deinen Wünschen!

    Viel Erfolg für deine Bewerbungen und im neuen Job @:)

    Hey, können wir tauschen? Meine Familie versucht seit Ewigkeiten, mich zum Bund zu nötigen.


    Gefühlt gibt es da immer zwei Fronten. Die, die begeistert sind und die, die es ablehnen. Und da kann man auch nicht diskutieren. Ok, kann man, nützt nur nichts.


    Zieh dein Ding durch und sage deiner Familie klipp und klar "Ich möchte das machen, wenn ihr mich schon nicht dabei unterstützt, macht es mir doch wenigstens nicht schlecht." Und das wars.

    Du musst den Job machen, nicht deine Familie.

    TimFaber meine Freundin wird hierbei wohl das größte Problem darstellen. Sehen tun wir uns aktuell nur am Wochenende, da ich noch weiterhin alleine wohnen möchte, bzw sie noch bei ihren Eltern wohnt und auch nicht ausziehen möchte. Zusammen sind wir jetzt mittlerweile 4 Jahre. Kündigungsfrist ist das kleinere Problem ;)


    Heute_Nicht_Hier das Problem ist, dass es unwahrscheinlich schwer ist, einen Job (gerade als Soldat) ohne den Rückhalt der Familie auszuführen. Hauptproblem ist aber die Freundin.


    JessSlytherin Warum möchte deine Familie unbedingt dass du zum Bund gehst?

    Bungandi schrieb:

    JessSlytherin Warum möchte deine Familie unbedingt dass du zum Bund gehst?

    Na weil die es auch sind und da toll finden. ;-)


    Für mich ist das nichts, aber das kann man scheinbar nicht akzeptieren.

    Halt umgekehrt wie bei dir. Deshalb meinte ich ja lass uns tauschen. ;-D

    Also wenn deine Freundin das Haupthindernis darstellt, sieht die Lage anders aus.

    Eine Partnerin, die es in Kauf nimmt, dass es mir in der aktuellen Situation schlecht geht und meinen Traumjob ablehnt, würde ich überdenken. Da klingt sehr viel Egoismus zwischen den Zeilen und weniger dein Wohlergehen. Wo bleibt da die Liebe, die sich wünscht dass es dem Partner jeden Tag gut geht?


    Es scheint deine erste Beziehung zu sein. In 99% der Fälle, hält die erste Liebe nicht ein Leben lang. Deine aktuelle Berufsentscheidung wird dir viele Jahre nachhängen.


    Was sind denn ihre Ablehnungsgründe genau?

    Dass wir uns nur am Wochenende sehen & vorallem Einsätze, die zwischen 3-6 Monaten dauern. Und aufgrund meiner gewünschten Verwendung (Kampfmittelräumung) werde ich wohl so oft wie es der Bundeswehr nur möglich ist im Einsatz sein.

    Das sind keine antimilitärischen Argumente deiner Freundin. Das ist schon nachvollziehbar, dass sie nicht ständig monatelang allein sein möchte. Als Ausnahme einmal 3-6 Monate Einsatz geht ok, aber ständig. Das ist schon eine Herausforderung, die man annehmen möchte oder eben nicht. In dem Punkt kann ich deine Freundin verstehen und einen Kompromiss scheint es da schwer zu finden.


    Trotz allem: es ist dein Traumjob. Überlege dir gut, wie du eventuell beides (Job und Freundin) unter einen Hut bringen kannst. Die Problematik scheint nicht nur bei euch als Paar zu bestehen. Lass dich vielleicht beraten bei der Bundeswehr zu dem Thema.

    An dem Job finde ich einfach alles faszinierend. Jeder hat ja so seine Schwächen, für die man sich begeistern kann und das Herz höher schlägt. Bei mir ist das eben alles was explodieren kann. Bisher lebe ich das ganze in meinem Hobby Pyrotechnik aus, jedoch kompensiert das Hobby den Frust aus meinem Job nicht. Und da mich das Militär eben auch schon seit jeher interessiert, würde ich gerne beide Sachen zusammen verbinden woraus sich der Kampfmittelräumer ergeben hat. Warum nicht die Faszination beruflich ausleben und dabei die Welt noch ein kleines Stückchen sicherer machen? In einem privaten Kampfmittelräumdienst anzufangen ist fast unmöglich, da die Ausbildung sündhaft teuer ist und selber gezahlt werden muss. Ebenso Feld hauptberuflich Pyrotechniker weg, da die Jobchancen einfach durch die Konkurrenz zu schlecht sind.


    Ich weiß, dass das ganze jetzt klingt, als ob ich ein vollkommener Fanatiker wäre. Dies ist jedoch nicht der Fall! Ich bin staatlich geprüfter Großfeuerwerker und gehe mit dem Thema Sicherheit bei Explosivstoffen sehr sensibel um! Ebenso möchte ich beim Bund nicht mit Sprengstoff und Kampfmitteln spielen, sondern lediglich etwas Sinnvolles aus meiner Faszination und meinen bisherigen Kenntnissen machen! Nochmal: Bitte Faszination nicht mit Fanatismus oder dergleichen verwechseln!

    alles gut ;-) was mich noch etwas stutzig macht sind deine depressionen, wer sagt denn dass sie beim bund nicht auftreten?


    ich würde mal auf ursachensuche gehen und ggf. psychologische hilfe in anspruch nehmen.

    leichte Depressionen hatte ich, als ich noch dreischichtig in der Produktion gearbeitet habe. Mittlerweile habe ich das eigentlich nicht mehr, genauso wie die Zwangsstörungen stark zurückgegangen sind. Aber Auslöser davon war die Arbeit.