• Betrunkener Jugendlicher, niemand kümmerte sich um ihn

    Hallo, ich muss einfach etwas loswerden! Ich war heute mit meinem Mann und meinem Sohn in der Innenstadt unterwegs. Nach einiger Zeit bekamen wir Hunger und setzten uns an einem S-Bahn abgang außen auf die Steine. Bis mir beim Essen ein "Mann" auffiehl der leicht kauernt oben auf den ersten drei Treppen saß. Im ersten Moment dachte ich er würde in…
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    ja das stimmt (da müssen sie aber scheiße drauf sein oder einen unsympathisch/verdächtig finden, ansonsten lassen sie sich die Adresse sagen, funken kurz und das war's)

    bingo, genau das hab ich auch schon, und nur durch solche abschreckende erlebnisse lernt man evtl was fürs leben :)z

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    HINGEHEN sollen sie und zwar SOFORT und nicht erst nach 5 Minuten auf wiederholtes Drängen. Dann wäre er noch da gewesen und man hätte ihm helfen können. Wahrscheinlich benötigte er nicht nur medizinische Hilfe.

    Wenn die Gesellschaft versagt, dann ist es unseren Polizeibeamten nicht zuzumuten den Sozialarbeiter zu spielen. Sie riskieren tagtäglich ihr Leben für eine im Verhätlnis zu Arbeitszeit/Verletzungsrisiko geringe Entlohnung.


    Die Polizei soll die öffentliche Sicherheit gewährleisten. Und nicht mehr. Einen Notarzt für den Jungen zu rufen, das hätte auch ein couragierter Brüger machen können. Hätten die Polizisten den Jugendlichen auf ihrem Weg angetroffen, hätten sie sich natürlich auch sofort persönlich darum gekümmert.

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    Einen Notarzt für den Jungen zu rufen, das hätte auch ein couragierter Brüger machen können.

    Genau DAS hat die TE ja versucht - mittels Verständigen der zufällig anwesenden Polizisten, da sie kein Telefon dabeihatte. Und die anderen Bürger waren eben NICHT "couragiert". Klar, wenn ich auf der Straße von Jugendlichen angegriffen werde, können sich da auch couragierte Bürger drum kümmern, wozu die Polizei bemühen? Ladendiebstahl - so mancher Inhaber würde sicher gern couragiert Selbstjustiz üben...


    Wenn ein Kind von 14 Jahren stockbesoffen ist, dann ist das eindeutig ein Fall für die Polizei, denn wenn sie sich schon nicht für das Kind interessiert, dann hat sie sich zumindest mit der Frage zu befassen, wer diesem Kind rechtswidrig (!) Alkohol verkauft hat.


    Und das hier kann ich einfach nicht ernst nehmen:

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    Sie riskieren tagtäglich ihr Leben für eine im Verhätlnis zu Arbeitszeit/Verletzungsrisiko geringe Entlohnung.

    Sooo spektakulär gefährlich ist der Arbeitsalltag der meisten Polizisten ja nun wirklich nicht. Und: Wenn wir schon mit der Bezahlung argumentieren: Die Polizisten kriegen es immerhin bezahlt, der "couragierte Bürger" soll - nach deiner Logik - ":/ aber kostenlos arbeiten.

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    Die Polizisten kriegen es immerhin bezahlt, der "couragierte Bürger" soll - nach deiner Logik - aber kostenlos arbeiten.

    Das ist nicht meine Logik ;-D


    Ich setze jedenfalls meine körperliche Unversehrtheit aufs Spiel wenn damit nachhaltig Schaden von anderen Personen abgewendet werden kann. Das sollte jeder für sich selbst entscheiden.

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    Wenn ein Kind von 14 Jahren stockbesoffen ist, dann ist das eindeutig ein Fall für die Polizei, denn wenn sie sich schon nicht für das Kind interessiert, dann hat sie sich zumindest mit der Frage zu befassen, wer diesem Kind rechtswidrig (!) Alkohol verkauft hat.

    Die Polizei hat klar definierte Aufgaben. Ich sehe hier keinen Handlungsbedarf. Vielleicht kam die Flasche Wodka vom älteren Bruder.

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    jeder kann sich seinen beruf aussuchen. und wenn ich krankenschwester oder arzt werde, muß ich damit rechnen, es mit solchen leuten zu tun zu haben. aber sich dann darüber aufzuregen, finde ich ungeheuerlich. was erwartet ihr denn? daß da nur kleine wundversorgungen vorzunehmen sind (aber bitte nur unverschuldete)? oder pillen verteilen? macht mal die augen auf und wem der beruf nicht passt, der kann ja wechseln und für die freimachen, die spaß dran haben.

    Die Augen kannst du mal auf machen.


    Wir wussten wohl was so ein Beruf mit sich bringt.


    Heißt dass das wir uns nicht mehr über die Schlechten Dinge beschweren dürfen?


    Es gehört dazu und es gibt viele Dinge mit denen man gar nicht anders umgehen kann.


    Die Augen haben wir durch aus auf.


    Wir gehen abends nach Hause und haben im Hinterkopf nach das Bild der Mutter die zusehen musste wie wir ihrem Kind nicht helfen konnten. Wie Frau Müller keinen tränen mehr hat weil ihr Mann nach 30 Jahren Ehe unerwartet Verstorben ist.


    Da muss jemand wie du nicht ankommen und uns etwas von Augen aufmachen und neuen Job suchen erzählen.


    Wenn du glaubst das Pissende/Kotzende Leute das Schlimmste in unserem Beruf währen dann hast du keine Ahnung.


    Wenn man jeden Tag mit Menschenlichen Schicksalen zu tun hat die selten Glücklich sind (sonst hättest du Beruflich nicht mit ihnen zu tun.) dann stumpft man ab und baut ganz automatisch eine innere Mauer auf, weil man sonst kaputt gehen würde.

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    Macht nix....Bin ich gewohnt und oft lege ich auch keinen Wert auf Kommentare.


    Arbeite Du mal mit Besoffenen dann weißt Du die auch richtig einzuschätzen.

    Meine Mutter hat mal in einer Obdachloseneinrichtung ausgeholfen.


    Hauptaufgabe bestand darin, den Kopf der Zugedröhnten Junkies aus dem Suppenteller zu heben damit die nicht ersticken.


    Beim ersten Mal hat sich tierisch erschrocken.


    Schließlich hat sie sich dran "gewöhnt" und ist flott aber relativ unpanisch dorthin. Das durfte sie so im 20-Minuten-Takt machen.


    Man gewöhnt sich an alles, und man härtet ab.


    Zumindest wer darin arbeitet, und wer keine Ahnung hat, soll einfach mal den Mund halten.


    Ich finde es ein bißchen unverschämt, hier auf die Herzlosigkeit von Sanitätern zu schimpfen.


    Jeder Beruf hat Situationen, auf die er empfindlich reagiert, weil es einfach unnütze und sich ewig wiederholende Situationen sind, die von der richtigen Arbeit abhalten.


    Wir können natürlich nur den Kopf schütteln,


    - wenn der böse Sanitäter über betrunkene Obdachlose in der Notaufnahme schimpft, die keine medizinische Hilfe brauchen,


    -wenn die Leute in der Reha-Klinik genervt sind, dass die Leute schon wieder nicht wissen was sie wollen und daher nicht zum Punkt kommen,


    -wenn der Busfahrer ungeduldig ist, weil der Mensch in der Tür steht, 1 Minute lang sein Ticket rauspfriemelt und er dem fahrplan nachhängt


    - wenn die Grundschüler unaufmerksam und laut sind


    - .....


    Mach das mal 5 tage die Woche, oder 8 tage (Krankenschwestern haben z.B. oft die 10 Tage-Woche), 8 Stunden am Stück, mehrere Jahre...


    Dann regst Du Dich auch über Leute auf, für die das Ausnahmesituationen sind und die sich über Deine Abgestumpftheit, Unfreundlichekti oder Kinderfeindlichkeit aufregen.

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    rosalinde: jeder kann sich seinen beruf aussuchen. und wenn ich krankenschwester oder arzt werde, muß ich damit rechnen, es mit solchen leuten zu tun zu haben. aber sich dann darüber aufzuregen, finde ich ungeheuerlich. was erwartet ihr denn? daß da nur kleine wundversorgungen vorzunehmen sind (aber bitte nur unverschuldete)? oder pillen verteilen? macht mal die augen auf und wem der beruf nicht passt, der kann ja wechseln und für die freimachen, die spaß dran haben.

    Ich habe mal im Krankenhaus an der Zentrale gejobbt und habe gesehen, was da alles in die Notaufnahme kam (und das Krankenhaus war ziemlich am Stadtrand aufm Berg, also als Laie würde ich denken, man fährt es nicht unbedingt als erstes an, sondern eher wenn es in der Nähe ist oder der est der Stadt voll ist). Pillen und Pflästerchen habe ich da eigentlich nie gesehen.


    Die Pfleger der Notaufnahme hatten keine Ruhe, was da alles pausenlos reinkam - und es ist ne ziemlich ruhige Stadt, und das KH wie gesagt am Arsch der Stadt.


    Da kann ich verstehen dass man in diesem Wust nicht auch noch einen Obdachlosen haben will, der besoffen ist, stinkt, vor allem aber rumläuft und rumpöbelt und den Ambulanzpfleger von seiner eigentlichen Arbeit abhält.


    Ich denke mal, zentraler Punkt bei Mrs. Puschel war nicht dass es so ekelhaft ist, sondern dass es sie einfach von ihrer eigentlichen Arbeit abhält.

    Wie man überhaupt auf die Idee kommen kann, in einer Notaufnahme säßen zartbesaitete Gemüter, die darauf eingestellt sind, nur ein paar "Pillen" und "Pflästerchen" zu verteilen


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    hanseline: Genau DAS hat die TE ja versucht - mittels Verständigen der zufällig anwesenden Polizisten, da sie kein Telefon dabeihatte. Und die anderen Bürger waren eben NICHT "couragiert". Klar, wenn ich auf der Straße von Jugendlichen angegriffen werde, können sich da auch couragierte Bürger drum kümmern, wozu die Polizei bemühen?

    Ein "couragierter" Bürger hat die Courage, einen der vielen Passanten anzusprechen und auf das Problem aufmerksam zu machen sowie nach einem Handy zu fragen.

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    Betrunkener Jugendlicher, niemand kümmerte sich um ihn

    Witzig, als ich heute Mittag diesen Fadentitel las, wär ich nicht auf die Idee gekommen, dass der Faden die Richtung annehmen könnte, sodass es nun um die Forderungen an und Verteidigung von verschiedenen Berufsgruppen geht. (Ich hätte eher mit dem Thema Zivilcourage etc. gerechnet)


    Aber vllt. muss das in einer arbeitsteiligen Gesellschaft so sein?