Corona 2. Welle (Fachthemen)

    In dem Faden soll es weniger um persönliche Dinge gehen (Klopapier alle bei Rossmann), sondern mehr um "Fachthemen", statistische Entwicklungen, was kann gegen Corona unternommen werden, ist ein Lockdown sinnvoll etc


    Ja, die 2. Welle hat ja nun auch in Deutschland voll durchgeschlagen, gestern erster Tag überhaupt mit gemessener fünfstelliger Infizierten-Zahl, ich rechne im Laufe der nächsten Woche mit den 19.200 die die Kanzlerin ja eigentlich erst für Weihnachten berechnet hat.


    Ich denke nicht dass sich die Zahlen über den Winter gross drücken lassen mit dem bisherigen Massnahmen( Maske, Abstand, Sperrstunde). Helfen würde wohl ein "harter Lockdown", aber da haben wir unser Pulver bereits verschossen. (Im nachhinein wäre es wahrscheinlich besser wenn wir es in den Sommermonaten etwas mehr laufengelassen hätte) Und ein Lockdown bis in den nächsten Sommer hinein, wenn die Zahlen erfahrungsgemäß wieder sinken, wäre Wahnsinn und würde das Überleben des Landes ernsthaft gefährden.


    Daher bleibt uns meiner Ansicht nach, nichts viel anderes übrig als mit hohen und steigenden Infizierten-Zahlen zu leben (Aber mit verstärkten Schutz der "Risikogruppen, Altersheime etc)

  • 337 Antworten

    Wenn man sich die Zahlen von der Sterblichkeit (Letalität) her betrachtet, fällt auf, das sie derzeit bei 0,3 % liegt. Ende März waren es über 5 %, also 14mal so hoch. Teilweise lagen die Sterbezahlen bei etwa 300/Tag, trotz wesentlich niedrigeren Infektionsraten, in den letzten 3 Wochen lagen sie bei durchschnittlich 30/Tag. Und das trotz wesentlich höherer Anzahl täglich neu infizierter Personen. Oder sollen wir besser von Personen mit positivem Test sprechen?


    Das heißt: Entweder war damals die Dunkeziffer wesentlich höher oder das Virus ist tatsächlich nicht mehr so gefährlich

    Taranis schrieb:

    (Aber mit verstärkten Schutz der "Risikogruppen, Altersheime etc)

    na dazu äußern sich viele Fachleute. Das ist eben in unserer gesellschaft, die stark durchmischt ist nicht möglich. Außerdem ist ein komplettes Wegsperren der Alten äußert unsozial. irgendwo habe ich gehört (Quelle habe ich jetzt nicht parat), dass es fast 30 % Riskopatienten in deutschland gibt - auch viele mittleren Alters (Diabethiker, Kranke etc.)


    Ich persönlich denke nicht, dass:

    Taranis schrieb:

    (Im nachhinein wäre es wahrscheinlich besser wenn wir es in den Sommermonaten etwas mehr laufengelassen hätte)

    sondern, es hätten strengere Maßnahmen ( keine großen Hochzeiten, Partys, merh Busgelder bei groben Verstößen etc. ) geben müssen.


    Diese Idee des durchseuchens habe viele Fachleute als nicht machbar abgelehnt.


    Übrigens danke, für die Eröffnung eines Fadens 1. mt einem ordentlichen Titel:)^ und 2. mit der Bitte / Ansage hier ordentlich zu diskutieren und nur wichtige Dinge ( keine Klopapier etc.)@:)

    Kein Einstein schrieb:

    das Virus ist tatsächlich nicht mehr so gefährlich

    die geringere Sterblichkeit liegt momentan daran, dass es mehr junge Infzierte gibt. Die wird wahrscheinlich wieder steigen, wenn man auch hofft, dass viele ältere wissen, wie sie sich selber schützen. Auch die Altersheime haben viel dazu gelernt.


    Der Virus mutiert nicht so schnell, dass er ungefährlicher geworden wäre.

    Bezüglich "Riskogruppe": Es gibt nicht einfach eine "Risikogruppe" und eine "Nicht-Risikogruppe",vielmehr sind die Übergänge fließend.


    Das Alter spielt eine Rolle aufgrund Nachlassens der Immunabwehr.


    Krankheiten sind nicht automatisch ein Risiko. Beispiel Hypertonie: Nur wenn der Blutdruck mit Medikamenten nicht einstellbar ist. Diabetes: HbA1c über 8,5. COPD: Ab Stadium III. Krebsbehandlung: innerhalb der letzten 6 Monaten. etc.


    Das genaue Risiko kann der Hausarzt bestimmen.

    Kein Einstein schrieb:

    Wenn man sich die Zahlen von der Sterblichkeit (Letalität) her betrachtet, fällt auf, das sie derzeit bei 0,3 % liegt. Ende März waren es über 5 %, also 14mal so hoch. Teilweise lagen die Sterbezahlen bei etwa 300/Tag, trotz wesentlich niedrigeren Infektionsraten, in den letzten 3 Wochen lagen sie bei durchschnittlich 30/Tag. Und das trotz wesentlich höherer Anzahl täglich neu infizierter Personen. Oder sollen wir besser von Personen mit positivem Test sprechen?

    Das heißt: Entweder war damals die Dunkeziffer wesentlich höher oder das Virus ist tatsächlich nicht mehr so gefährlich

    Das Virus hat sich nicht signifikant verändert. Das ist ja etwas, was man feststellen kann, und da ist nichts passiert. (Quelle dazu war Drosten, der das neulich in einem Interview sagte, aber ganz nüchtern betrachtet ist auch einfach so: Wenn es mutiert und das festgestellt wird, dann ist das eine Information, die schnell festgestellt wird und auch so kommuniziert werden kann und wird.)

    Kein Einstein schrieb:

    Das genaue Risiko kann der Hausarzt bestimmen.

    Wie soll der Hausarzt das machen? So genau weiß man darüber ganz schlicht noch nicht Bescheid.

    1. Das Virus ist nicht harmloser geworden.

    2. Es liegt an der Dunkelziffer und der Alterstruktur der Infizierten

    (Diese Punkte sind natürlich nicht als hunderprozentiger Fakt in Stein gemeißelt aber nach aktuellem Stand der Wissenschaft und forschung sehr sehr sehr wahrscheinlich.)

    3. Wir sind eine überalterte Gesellschaft, die Risikogruppe (neuerdings ab 50 und/oder mit Vorerkrankungen) in Deutschland ist ca. 40 Millionen Menschenn groß, von denen zusätzlich auch viele in Systemrelevanten Jobs arbeiten. wie will man die denn alle schützen?


    Fazit: Es wird nötig sein dass Infektionsgeschehen Landesweit wieder stark runterzufahren.

    Die Manaus-Studie zeigt ja, was uns blühen kann, wenn man es laufen lässt.


    https://www.pharmazeutische-ze…-herdenimmunitaet-120729/


    Innerhalb eines halben Jahres haben sich dort 66 % der Einwohner infiziert, 0.39 % sind gestorben.Das Infektionsgeschehen kommt zum Erliegen, die Herdenimmunität ist erreicht.

    Wir können das ja mal auf Deutschland hochrechen. Wir hätten innerhalb kürzester Zeit 55 Mio Infizierte.

    Nimmt man an, dass 80 % der Infektionen symptomlos oder mit leichten Symptomen verlaufen, bleiben immer noch 11 Mio Schwerkranke.

    Da die Sterblichkeit bei uns höher liegen würde als in Manaus – wir haben die ältere Bevölkerung – wird vielleicht ein halbes Prozent der Infizierten sterben – macht 275.000 Tote. Und zwar wegen des exponentiellen Anstieges innerhalb weniger Wochen.

    Die Auswirkungen eines solchen Szenarios auf Gesellschaft und Wirtschaft wären bei weitem schwerwiegender als ein Lock down. Ich denke nicht, dass das für irgendjemanden akzeptabel wäre, oder?

    Ich habe letztens noch gelesen, dass die Dunkelziffer im Frühling geschätzt 10 mal so hoch war, wie die gemeldeten Neuinfektionen. Man wurde ja seinerzeit nur getestet wenn man eindeutige Symptome hatte und/ oder mit einem nachgewiesen Infizierten Kontakt hatte.

    Dann kommt das in etwa auch hin, dass die Sterberate seinerzeit wie jetzt in etwa gleich hoch ist. Man muss aber auch bedenken, dass wir die entsprechende ärztliche Versorgung zu jeder Zeit gewährleisten konnten / können. Vermutlich würden - bei einem drastishen Anstieg der Infektionen- auch (zeitversetzt natürlich) die Zahl der schweren, intensivmedizinisch zu behandelnden Verläufe ansteigen und wenn da die ärztliche Versorgung irgendwann aufgrund der Anzahl der Fälle nicht mehr gewährleistet ist, würden zwnagsläufig auch die Todeszahlen steigen.

    Aber es deswegen einfach laufen zu lassen um mal zu gucken, wie tödlich Covid nun jetzt wirklich ist? Na ich weiß nicht.

    Und: man darf auch nicht vergessen, dass es auch nach überstandener Covid Erkrankung Folgeschäden geben kann, von deren Dauer und Intensität man ja auch noch nicht so viel weiß.

    Was nützt das, wenn ein großer Anteil derjenigen, die die Covid Erkrankung überstanden haben, Monatelang oder noch länger nicht mehr leistungsfähig sind? Welchen Schaden richtet das in der Wirtschaft an?

    das infektionsgeschehen wird sich aber nicht so einfach und dauerhaft runter fahren lassen. Oder willst du über den gesamten Winter alles verbieten? Wir haben erst Oktober.


    Ich glaube auch nicht, dass sie den Einzelhandel schließen, aber für Gaststätten sehe ich schwarz.


    Das Problem sind und waren ja meiner Meinung nach auch nie, Friseur und Klamotten kaufen u.ä.. Sondern feiern und Urlaub.

    Shojo schrieb:
    Kein Einstein schrieb:

    Das genaue Risiko kann der Hausarzt bestimmen.

    Wie soll der Hausarzt das machen? So genau weiß man darüber ganz schlicht noch nicht Bescheid.

    Der Hausarzt sollte wissen, ob Erkrankungen, die ein Risiko darstellen, vorliegen. Ein gut eingestellter Diabetes oder eine gut eingestellte Hypertonie sind jedenfalls erst mal kein Risiko.


    tzuisc schrieb:

    Fazit: Es wird nötig sein dass Infektionsgeschehen Landesweit wieder stark runterzufahren.

    Sehr gut, aber wie geht sowas? Das Infektionsgeschehen herunterzufahren hat bisher niemand geschafft.

    Dr. Faustus schrieb:

    Die Auswirkungen eines solchen Szenarios auf Gesellschaft und Wirtschaft wären bei weitem schwerwiegender als ein Lock down. Ich denke nicht, dass das für irgendjemanden akzeptabel wäre, oder?

    Ich befürchte, dass viele Leute schlicht nicht daran glauben, es ist für sie zu abstrakt. So was kann in Brasilien passieren, weit weg, aber doch nicht hier? Und das ist wirklich ein Problem.