Corona spaltet Büro

    Hallo,


    macht ihr auch die Erfahrung, dass Corona das Zusammenleben bei der Arbeit schädigt? Mein Team krankt gerade total, es gibt kaum noch Zusammenhalt, alles fing wohl damit an, dass wir keine Dienstbesprechungen mehr gemacht haben, keine gemeinsamen Mittagspausen, etc. Jede macht nur noch ihr Ding und es gibt immer häufiger Streit. Auch als ich kürzlich aus dem Urlaub zurück kam und sich die Frage nach einem Test stellte.

    Ich meine damit, es gibt unterschiedliche Ansichten zu Corona, aber eben auch einfach so deutlich weniger Zusammenhalt. Finde das total schade und fühle mich zunehmend unwohl. Wem geht es ähnlich? Würde mich über Erfahrungsaustausch freuen...

  • 18 Antworten

    Bei uns ist das zum Glück überhaupt nicht so. Wir haben jetzt eigentlich bzw. tatsächlich lauter Einzelbüros, die Abteilung ist über drei Stockwerke verteilt damit nicht die ganze Abteilung in Quarantäne muss wenn jemand krank wird, aber der Zusammenhalt ist genauso groß wie vorher. Auch ohne Besprechungen, bzw. diese eben per Telko statt "in echt".

    Klar, die Ansichten unterscheiden sich. Eine Kollegin sieht alles total locker, eine andere meldet sich krank, weil wieder eine andere mit Schnupfen zur Arbeit kam.

    Aber ein Schwätzchen halten kann man auch mit Abstand, das ist bei uns gar kein Problem.

    Bei uns zum Glück auch überhaupt nicht. Die Mehrheit ist im Home Office. Wenn wir mal für Termine reinkommen müssen (immer einzelne Personen), dann freuen wir uns, wenn wir uns sehen und trinken auch mal mit Mindestabstand zusammen Kaffee. Zum Glück ist unsere Kaffeeküche sehr groß mit drei Maschinen so dass man gut Abstand halten kann. Auch sonst telefonieren wir zwischendurch mal zusammen, sprechen uns ab, wer für wen etwas erledigen kann (z. B. Bist du am Montag im Büro? Ich bekomme eine Lieferung. Könntest du mal schauen, ob xy bei mir auf dem Schreibtisch liegt?) Man hilft sich untereinander kollegial.

    Bei uns sind die recht strengen Auflagen inzwischen reduziert worden. Es gibt natürlich noch Auflagen, ist ja klar. Und auch bei uns gibt es keine Team Events und Feiern mehr, aber kleine Runden mit etwas Abstand untereinander sind gestattet. Es muss aber halt auch jeder wollen und aktiv etwas für die Stimmung tun. Ich hab uns zb ein paar neue Pflanzen ins Büro gestellt und kümmere mich auch um Dinge, die nicht zu meiner Arbeit gehören, helfe gern anderen Kollegen und versuche grundsätzlich eine positive Ausstrahlung zu halten (obwohl es mir gesundheitlich oft mies geht und nächste Woche eine Op ansteht). Ich gehe aktiv auf Kollegen zu, wir trinken Kaffee mit etwas Abstand, und so weiter. Jeder bei uns trägt was dazu bei, dass die Stimmung gut bleibt. Ein Kollege bringt 1x die Woche etwas vom Bäcker mit und wir essen zusammen mit Abstand. Manchmal wird Mittags Pizza bestellt. Das geht alles trotz Corona.

    Wir haben sogar im Sommer Team-Event gemacht, Krimi-Diner bei einer Kollegin im Garten. Besprechungen machen wir online oder im größten Raum des Hauses, da können sich unsere 7 Leute ganz gut verteilen. Pause zu zweit oder ein Schwätzchen in der Küche gehen auch immer, da ist ebenfalls genug Platz. Zum Arbeiten hat jeder sowieso sein eigenes Zimmer, das würde aber auch ohne Corona überhaupt nicht anders gehen. Im Grunde hat sich bei uns also so gut wie nichts verändert.

    Wir sind seit fast einem halben Jahr im Homeoffice. Habe die meisten meiner Kollegen auch seit dem nicht mehr in echt gesehen...ich vermisse es irgendwie schon direkt im Büro :-(. Dennoch heben wir in unserem gemeinsamen Abteilungschat regelmäßig die Stimmung und unser Arbeitgeber macht auch viel damit es uns gut geht (bietet professionelle Psychologengespräche an, Goodiepacks etc.)


    Wir sind allgemein gut drauf und schaffen dass auch irgendwie...es hakt bloß an einer Sache: wir machen seit einem Monat rum wie wir uns mal alle treffen können. Da kommen wir leider nicht auf einen grünen Punkt 8-(

    Ich finde auch, dass corona eine Herausforderung für Teams ist. Man muss sich halt echt was einfallen lassen. Und es ist gut, wenn das Team vorher gut funktioniert hat, dann funktioniert auch die Transformation (zumindest besser).


    Schon das ganze Homeoffice macht die Sache schwierig. Man muss aufpassen, dass die, die kein HO machen, nicht die Deppen der anderen werden, und dass die, die HO machen, nicht vom Team abgehängt werden, weil sie an den inoffiziellen Teamevents wie regelmäßigen Kaffeerunden nicht mehr teilnehmen können.


    Weil wir ziemlich große Teams haben, und weil wir auch echt Schiss vor corona hatten/ haben (abgesehen davon was sowieso verboten ist) haben wir lange keine Kaffeerunden mehr gemacht. Jetzt machen wir sie im Freien - aber wenn es dann kälter wird, geht das dann wieder nicht mehr und es braucht eine neue Idee.


    Die Arbeit selbst funktioniert gut. Auch die, die nicht so die Technik-Freaks waren, haben schnell gelernt, wie TelKos oder Videokonferenzen mit den unterschiedlichsten Systemen gehen. Ich finde es super, dass ich nicht wegen jedem Termin herumfahren muss. Ein Teil wird sicher bleiben, auch wenn corona vorbei ist (falls es jemals vorbei ist)


    Die Teamchefs müssen auch auf andere Dinge achten als im Normalbetrieb. Weil man sich nicht so (unbedarft) sieht, kriegt man manche Dinge auch schwerer mit.


    Aber irgendwie hat die Situation auch was von "Wir schaffen das" ;-)

    Unser Team hat das Home Office während des LockDowns erstrichtig zusammen gebracht. Die meisten Kollegen waren neu und so haben wir uns viel absprechen müssen , zusammen was erledigen. Wir sind aber nur 5 Leeute. Die Kommunikation lief über eine Whuts App Gruppe in der aber auch mal gescherzt wurde.


    Jetzt auf Arbeit merkt man schon, dass jeder eine andere Meinung zu Corona hat, aber auf Arbeit gibt es feste Regeln an die sich alle halten müssen. Masken auf den Fluren, Einzeltische beim essen. Schwatzen tun wir trotzdem ..über die Tischabstände hinweg oder eben mal im Foyer, wo wir Abstand halten können.


    Beim Abstand halten sind einige nicht so konsequent, aber es wird akzeptiert, dass ich das für mich einfordere.Ich möchte auch nicht, dass jemand in mein Büro kommt, sie bleiben an der offenen Tür und wir unterhalten uns so.


    Grundsatzdiskussionen zu Corona vermeiden wir, wollen uns deswegen nicht streiten. Allerdings sind auch keine Corona Leugner unter uns.

    Unser Team bringt die Situation eher auseinander, insbesondere, weil eine Kollegin sich privat nicht an die Vorgaben hält und auch den Chef angelogen hat, als er nach Kontakten mit Personen aus Risikogebieten gefragt hat. Chef und ich gehören zur Risikogruppe....kein Homeoffice, haben alle Einzelbüros, man kann dich aber nicht immer aus dem Weg gehen....Kollegen machen Urlaub in Risikogebieten....ehrlich gesagt, habe ich auch keine Lust mehr auf Team zu machen...in solchen Situationen lernt man manche Menschen erst kennen 🙈

    Bis auf einzelne Kollegen mit besonderen Risiken war bei uns Keiner im Homeoffice, weil das nicht für alle umsetzbar ist. Bei uns haben 3 Teams in einem Großraumbüro zusammen gesessen, wir sind dann im März auf 3 verschiedene Standorte verteilt worden.


    Insgesamt sind wir deutlich enger dadurch zusammen gerückt in unserem Team (vielleicht, weil wir jetzt so schön unter uns sind). Wir gucken schon, dass wir Abstand halten soweit möglich, ist aber auch nicht zu jeder Zeit gewährleistet. Wir gehen auch schon zusammen zur Pause (also eher immer zu 2. oder 3., mehr geht eh nicht) und auch eine Weihnachtsfeier ist in Planung. Ich bin froh, ins Büro gehen zu dürfen.

    Wenn die Teams vorher schon eingespielt waren und gut funktionierten, dann kann das mit etwas Einsatz auch auf Distanz laufen.

    Für Neue ist es allerdings etwas erschwert.

    Während der nächsten Pandemie werde ich definitiv auf Firmenwechsel verzichten! ;-)

    Ich habe den Vorteil, dass ich mich zum Jahresbeginn ohnehin in der Firma neu orientiert habe und bin in einem neu gegründeten Projekt. Wir kannten uns alle noch nicht und haben uns quasi im Lockdown kennengelernt. Tägliche Videositzungen im Homeoffice, gelegentlich bin ich mal im Büro und treffe dort je nach Zufall auf 2-3 Kollegen aus dem Team. Zu meinen alten Kollegen habe ich auch noch viel Kontakt.


    Insgesamt merke ich zwar sehr prominent, dass die Umstände der Pandemie die Bevölkerung spalten und teilweise einfach überfordern. Allerdings muss ich sagen, dass ich davon im Kollegenkreis überhaupt nichts spüre. Alle pflegen einen verantwortungsbewussten Umgang mit der Pandemie, aber ohne Drama oder Panik, und viel geredet wird darüber auch nicht. Und wenn man darüber spricht, dann recht sachlich. Die Akzeptanz, dass es keinen idealen Weg durch diese Pandemie gibt, ist recht groß und niemand steht auf irgendeiner Fanboy-Seite.

    Hallo,


    Ich arbeite ja in einer Schule, und da habe ich gemerkt, dass zwar alle unterschiedliche Ansichten haben aber auf der anderen Seite ist der Zusammenhalt groß.


    Wer mit Schnupfen zur Arbeit kommt wird aber sanft aber deutlich nachhause geschickt. Niemand hat Lust wegen einer eingeschleppten Coronainfektion sofort wieder "den Ladem dicht" zu machen.


    So lächerlich es sich auch anfühlt sich wegen einer laufenden Nase krank zu melden, das sehen zum Glück hier alle so.


    Lg


    Paritu

    bei uns im Büro geht es eigentlich. Es gibt zwar auch unterschiedliche Ansichten, was Corona angeht, aber so richtig Krieg gibt es nicht.

    Allerdings hat das Ganze schon auch Spuren hinterlassen. Keine gemütlichen Kaffeerunden in der Mittagspause, keine gemeinsamen Teambesprechungen, alles per Mail.

    Da leidet das teamgefühl schon darunter. Ich würde es nicht schlimm finden, wenn man wüsste, es ist nur zeitlich begrenzt aber ich befürchte, es Verselbständigt sich so nach und nach.

    Unserem Chef gefällt, dass er alles nur noch per Mail "mitteilen" muss. Da entfallen natürlich auch leidige Diskussionen mit den Mitarbeitern.

    Und er findet es natürlich auch gut, dass in der Mittagspause nicht mehr ( auch mal 5min länger) zusammen gehockt wird.

    Das sind alles so Bsp, die dienstlich sicher gut sind, aber zwischenmenschlich nicht optimal sind .

    Auch Gemeinschaftstage fallen aus.


    Privat find ich den Spalt viel schlimmer. Da haben wir wirklich von extrem ängstlichen bis Coronaleugnern alles dabei. Das ist manchmal sehr anstrengend und von einigen haben wir uns tatsächlich inzwischen distanziert. Das ist sehr schade.